Labradors Werkstatt: Reparatur einer Omega 1900, Kalbier 19''

Diskutiere Labradors Werkstatt: Reparatur einer Omega 1900, Kalbier 19'' im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Forenmitglieder, vor einiger Zeit hatte hatte ich eine Omega 1900, Kaliber 19'' sehr günstig auf dem Flohmarkt erworben. Die Uhr...
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tucka

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Liebe Forenmitglieder,

vor einiger Zeit hatte hatte ich eine Omega 1900, Kaliber 19'' sehr günstig auf dem Flohmarkt erworben.

Die Uhr funktionierte "natürlich" nicht, aber ich hatte das gute Stück ja bewusst als Bastelobjekt erworben. Zuerst einmal habe ich in den darauf folgenden Tagen geeignetes Werkzeug wie Schraubendreher, Pinzetten, Öl für Taschenuhren und Kästen für die Schrauben beim Zerlegen erworben.

Dann habe ich mich an das Zerlegen der Uhr gemacht (was wunderbar funktioniert hatte) und habe auch ziemlich schnell festgestellt, dass die Zugfeder gebrochen war. Neue Zugfeder gekauft, alles wieder zusammengebaut und: Die Uhr lief wieder, bliebt aber nach kurzer Zeit wieder stehen (dazu mehr später). Dann dachte ich: "Gut, dann werden wir die Uhr mal reinigen, etvl. liegt es daran".

Dann habe ich die Unruh wieder ausgebaut und ohne größere "Krafteinwirkung" ist plötzlich die Unruhfeder von dem Spiralklötzchen abgebrochen. Ohje!

Omega 1.jpg
Unruh1.jpg

Nach einer Nachfrage hier im Forum, wie ich die Feder wieder befestigen kann, war schnell klar, dass ohne geeignetes Werkzeug nichts zu machen ist.

Netter Weise ist dann Labrador eingesprungen und hat angeboten die Spiralfeder wieder zu befestigen. Also ab zur Post ;-)

Dann hat sich Labrador der Sache mal angenommen. An dieser Stelle schon mal vielen, vielen Dank an Dich!!! Der weitere Bericht basiert auf Bildern von Labrador und seinen Beschreibungen.

@Labrador: Entschuldige, wenn ich etwas nicht richtig wiedergegeben habe, aber ich bin ja noch am Anfang meiner Uhrenbegeisterung ;-)

Jemand hat wohl auch schon mal an der Unruh herumgebastelt, denn die Spirale war auch ganz verbogen und verknittert.

Omega 2.jpg

Labrador hat also erst mal da Hand angelegt und die Spirale so gerichtet, dass die hochgebogene Breguetkurve wieder stimmt und sie frei zwischen Kloben und den Unruhschenkeln schwingen kann.

Omega 3.jpg

Hier noch mal eine Sammlung der Drahtstifte für das Spiralklötzchen

Omega 5.jpg

Danach lieft die Uhr wieder nur wenige Sekunden, um dann wieder stehen zu bleiben und kurioserweise sprang sie zwischendurch immer wieder aus dem Eingriff mit der Ankergabel. Das hat Labrador reichlich irritiert, da augenscheinlich die Unruh ok war...

Labrador hat dann entdeckt, dass das obere Ankerlager gesprungen ist und somit die Führung des Ankers nicht einwandfrei gegeben ist, da der Anker seitlich wegkippen konnte.

Omega 4.jpg

Also hat Labrador den Ankerstein gewechselt.

Omega 7.jpg
Omega 6.jpg

Ein weiterer Defekt war noch die kaputte Decksteinschraube auf der Unruh (schwach im folgenden Bild zu erkennen):

Unruh2.jpg

Auch die hat Labrador wieder fachmännisch ersetzt!

Da die Uhr auch kein Glas mehr hatte, hat Labrador gleich ein Neues eingesetzt. Auch hier hat wohl jemand vorher "gebastelt" und das alte Glas mit reichlich Kleber befestigt, der sich sogar auf dem Zifferblatt verteilt hatte.

Omega 10.jpg

Den hat Labrador entfernt, so dass es dort jetzt wieder korrekt aussieht. Das neue Glas sitzt nun ohne Klebstoff fest in der Lunette - wie es auch sein soll.

Omega 11.jpg
Omega 9.jpg

Du Uhr lief wieder.... bis.... sie wieder stehen geblieben ist. Aber diesmal war die Ursache einfach: Der Sekundenzeiger hat sich mit dem Stundenzeiger verhakt. Alles ist gut ;-)

Omega 12.jpg

Jetzt liegt es noch an mir die Uhr zu reinigen und einfach nur zu genießen. Vielen Dank noch mal Labrador für die freundliche und professionelle Hilfe. Ein wirklich netter Kontakt!

Viele Grüße,
Tucka
 
nobrett

nobrett

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Sehr schön. Freut mich, dass die Uhr gerettet werden konnte.

Das ist ziemlich typisch und passiert mir fast regelmäßig wenn ich eine Taschenuhr schraube. Man hat einen kleinen Fehler gefunden und meint, wenn man den behebt ist alles gut. Dann kommt der Nächste... Die Stunden die dabei draufgehen darf man gar nicht zählen.

Vorsicht beim Reinigen, dass sie danach immer noch läuft! ;-)

Gruß
Norbert
 
clausuhr

clausuhr

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Schöner TU-Klassiker!
Toll bebilderter Reparaturbericht, Respekt vor Euren Künsten!
Ich habe kürzlich eine lädierte Longines auf dem Trödel gefunden....
Dein Beitrag macht Lust, sie wieder auf Vordermann zu bringen.:super:
Gruß

Claus
 
Labrador

Labrador

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Hallo Tucka,

du hast alles vollkommen richtig beschrieben. Ein ausgebrochenes oberes Ankerlager hatte ich auch noch nicht... daher bin ich erst recht spät auf den Fehler gekommen. Bei Uhren dieses Alters sind die Lagersteine nicht konisch und werden einfach in das Lagerloch gepresst, sondern sind noch richtig gefasst. Ich habe hier natürlich einen alten, gefassten Lagerstein genommen und die Einfassung wieder zurückgebogen.

Ich wünsche dir bei den weiteren Arbeiten ein ruhiges Händchen und viel Erfolg!

Viele Grüße

Jörn
 
Letterman

Letterman

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Hallo Jörn,

ich musste unbedingt einmal schauen, ob Du noch immer aktiv bist. Wie ich sehe, warst Du heute noch im Forum, was mich sehr freut. Ich hoffe, wir finden Zeit für ein Gespräch, wenn es auch nur über die Tastatur geht.

Viele Grüße, Letterman

PS: Du wirst schon noch rausfinden, wer ich bin ;-)
 
Thema:

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