Krone bei Vostok Komandierskie hält nicht

Diskutiere Krone bei Vostok Komandierskie hält nicht im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo Leute, Ich habe gerade eine Vostok Komandierskie geschenkt bekommen und habe an ihr meine ersten Gehversuche im Uhren aufarbeiten...
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Curio

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Hallo Leute,

Ich habe gerade eine Vostok Komandierskie geschenkt bekommen und habe an ihr meine ersten Gehversuche im Uhren aufarbeiten absolviert.
Dies beschränkt sich auf das Öffnen des Gehäuses, Herausnehmen des Innenlebens und Reinigen des Gehäuses und des Glases. Uhrwerk, Zifferblatt und Zeiger wurden nicht angerührt.
Beim Zusammenbau habe ich nun die Schwierigkeit, die Krone mit ihrem Docht so einzuführen, dass sie auch fest arretiert wird. Das Einführen des Dochtes geht problemlos. Die Krone lässt sich zuschrauben. Ich kann die Uhr mit der Krone im aufgeschraubten Zustand auch aufziehen. Jedoch möchte ich sie ein weiteres Stück herausziehen, um das Datum bzw. die Zeit einzustellen, geht dies nicht - die Krone lässt sich dann leider wieder ganz herausziehen.
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IMG_20211025_142512.jpg
Gibt es hier einen Kniff. Eigentlich habe ich versucht, den Einbauvorgang exakt nach Youtube Videos durchzuführen. Was mache ich falsch, bzw. woran kann es liegen?

Beste Grüße,
Curio
 
Rainer Nienaber

Rainer Nienaber

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Dann hat der Winkelhebel nicht richtig eingerastet oder der Aufzug ist versprungen.
 
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Curio

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...was mir als Anfänger erst mal nicht so viel sagt. :-)
Es klingt allerdings so, als ob ich nun das Uhrwerk ein wenig auseinandernehmen müsste. Ist dem so?
 
Watcher48

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Vllt. nochmal die Winkelhebelschraube wieder etwas lösen und wieder probieren die Welle richtig einzuführen. Wenn aber versprungen, dann müssen Zeiger und Zifferblatt runter. Evtl. Datumsscheibe auch und dann den Aufzug wieder sortieren.
Gruß
Hein
 
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Curio

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Oha, das wäre dann für mich der nächste Schritt. Muss mich erst Mal etwas belesen bezüglich der Begriffe. Ich berichte dann.
 
DreizeigerFan

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Die Schraube musstest du ja lösen, um die Krone herauszubekommen. Dabei dreht man unter Umständen zu weit. Dann fällt auf der anderen Seite der Platine der Winkelhebel von der Schraube.
Kannst du die Schraube noch festziehen? Dann sollte das ok sein. In diesem Fall würde ich die Krone in das Werk stecken und die Schraube so lange lösen, bis die Krone ein wenig weiter ins Werk geht (dann ist sie am Zapfen des Winkelhebels vorbei und die Krone sollte nach dem Anziehen der Schraube halten). Zwischen Schraube fest und Winkelhebel ab liegen bestenfalls drei Umdrehungen der Schraube.
 
falko

falko

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Ich vermute, dass der Winkelhebel nicht richtig in der Aufzugswelle eingerastet ist. Manchmal sind die Wellen etwas zu kurz. Schraub mal die Krone richtig zu und drücke dann auf den Winkelhebel. Evtl. bei ausgebautem Werkhaltering das Werk ein wenig gegen die Krone drücken. Der Druckkopf des WH sollte dann wieder ganz herausspringen.
 
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Curio

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Genau, hatte den Push-Button gedrückt und die Krone ließ sich problemlos ziehen.
Hätte das gleiche Problem bei einer älteren Generalskie. Doch da ist die Krone wohl nach ein paarmal Aufziehen richtig eingerastet.
 
Exess650

Exess650

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Hatte ich auch schon. Während des Reinschraubens den Knopf gedrückt halten. Das hat bei mir dann funktioniert. Ob es Dir hilft? Einfach mal probieren.
 
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Curio

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@falko
Wenn ich richtig recherchiert habe, muss ich, um an den Winkelhebel zu kommen erst Zeiger und Zifferblatt demontieren. Das mach ich morgen, wenn ich mehr Ruhe habe (Ist halt Neuland für mich). Über einen Werkhaltering verfügt die Uhr nicht, deshalb kann man das Werk kaum Richtung Krone drücken.

Die Krone habe ich schon mehrfach richtig fest reingeschraubt. Selbst bei herausgenommenem Uhrwerk hat dies nur einmal von vielen Versuchen geklappt. Nach dem erneuten Herausziehen um das Uhrwerk wieder einzubauen, ging es wiederum nicht mehr.
Auch den Push-Button gedrückt halten beim Reinschieben der Krone habe ich mehrfach probiert. Leider ohne Erfolg. Läuft wohl auf eine weitere Demontage raus. Prima - muss also weitere Fortschritte in der Uhrreparatur machen. ;-)
 
Spitfire73

Spitfire73

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Über einen Werkhaltering verfügt die Uhr nicht, deshalb kann man das Werk kaum Richtung Krone drücken.
Auf Deinem Foto kann ich den Werkhaltering in Stahl klar erkennen. Der dürfte Dich hindern. Nimm den heraus (zwei Schrauben lösen) und dann hast Du Raum, um das Werk vorsichtig gegenzudrücken beim Einführen der Welle. Manchmal braucht es nur ein kleines Stück und sie rastet richtig. Ich habe das Thema auch öfters wenn ich Vostok-Kaliber ein/ausschale. Manchmal hilft es auch, die Kronenwelle mit einer Pinzette innerhalb des Gehäuses zu fassen und Richtung Werk zu schieben während man leicht auf den Entriegelungsknopf drückt. Es sollten zwei Einrastungen bemerkbar sein. Oft hilft nur geduldig mehrmals probieren. Ein versprungener Aufzug wäre unschön. Das habe ich zwar selbst schon reparieren können aber kam dabei ordentlich ins Schwitzen.

Gruß
Helmut
 
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falko

falko

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Der "Druckknopf" ist ein Teil des Winkelhebels, Du drückst also unmittelbar auf ihn, wenn Du die Aufzugswelle entriegeln willst.
Vor der Demontage von Zeigern, Zifferblatt, Datumsschaltung möchte ich Dich warnen, wenn Du nicht über das entsprechende Werkzeug und Kenntnisse verfügst. Das bringt Dich auch nicht weiter, wenn der Aufzug gar nicht versprungen ist.
 
SplinterCell

SplinterCell

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Schau dir genau die zwei markierten Hebel an (habe ich rot markiert) Der untere - für Aufziehen verantwortlich, der obere - für die Zeiger ;)
 

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falko

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Der obere ist der Winkelhebel, der untere ist der Kupplungshebel. Beide zusammen steuern die Funktionen. Das Kupplungstrieb wird damit auf der Aufzugswelle verschoben, so dass einmal die Breguetverzahnung mit dem Kupplungsrad in Eingriff kommt und somit aufgezogen werden kann. In der anderen Stellung wird der Eingriff der Stirnverzahnung des Kupplungstriebes in das Zeigerstellrad hergestellt, damit die Zeiger gestellt werden können.
 
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Chinamann

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auf der A2 (gefühlt)
So wie Spitfire73 es schreibt, wird es mMn zu 99% gelöst sein.

Hilfreich wäre noch: In welcher Position hast du die Krone gezogen? Kannst du mal ein Foto der Kronenwelle einstellen?

Das Problem bei den Youtube-Videos und Vostoks ist, dass diese die berühmte Wobbelkrone haben. Davon wird dort aber kaum bis nichts gesagt, alles immer easy beim Umbau ...

Du musst versuchen die Krone im "Wobbelzustand" reinzubekommen, ich habe die Vermutung, dass die Welle etwas "grenzkurz" ist.

Denn ist sie nicht wobbelig, dann ist das gesamte Konstrukt kürzer, Verschraubung am Case auch kein Problem, es sitzt nur nicht richtig im Werk.

Ergo:

Pinzette... Wenn das nichts hilft, dann Ring auch noch runter um mehr Spiel zu erhalten.

Meine Erstversuche sagen: Blatt und Zeiger, sprich die andere Seite, würde ich erst antasten, wenn absolut ausgeschlossen ist, dass es nicht daran liegt und/oder ich das bereits getan habe.

Zeiger können ziemliche Mistviecher werden und den Tag versauen ...

... wenn man das noch nicht getan hat.

Reminiszenz an das erste geschrottete Werk.

Gruß,
Stefan
 
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Rainer Nienaber

Rainer Nienaber

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Vielleicht ist der Stift vom Winkelhebel auch aus der Rastung der WHF gerutscht?
 
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Curio

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Halleluja und Heureka.
IMG_20211026_174002.jpg IMG_20211026_173956.jpg
Ich habe Eure Anregungen interessiert verarbeitet und noch ein wenig recherchiert.
Die Erfahrungen von Spitfire73 waren genau der Gamechanger. Die Welle schien wirklich grenzwertig kurz zu sein. Beim ausgebauten Uhrwerk ohne Werkhaltering (die Uhr hat natürlich einen Werkhaltering. Verzeiht meine Unwissenheit ;-)) rastete die Welle gut ein (2 Rasterungen). Doch ich muss die Welle natürlich einfügen, wenn das Werk im Gehäuse ist. Wenn ich innerhalb des Gehäuses den Werkhaltering entferne, um etwas Spiel für einen Gegendruck zu erwirken, liegen die Zeiger leider ungeschützt auf der Innenseite des Uhrglases auf. Deshalb habe ich den Haltering nicht entfernt, sondern nur die Schrauben etwas gelöst und konnte dann die Welle mit einigem Gegendruck auf des Werk zum Einrasten bringen. Ziemlich tricky. Ich denke, dass die Anregung, die Welle mit der Pinzette im Gehäuseinneren zu fassen und damit ewas nachzuhelfen durchaus auch zum Erfolg führen kann.
Der Wobbelmechanismus der Krone ist mir bekannt. Allerdings hilft er meines Erachtens hier nicht weiter, da er spätestens beim Reinschrauben der Krone nicht mehr relevant ist.
Dies war mein erstes kleines Abenteuer im Reich der Uhrenreparatur. Ich bin froh, das es zu einer Klärung der Ursache des Problems und zu dessen Lösung gekommen ist. Vielen Dank für Eure kompetente Unterstützung. Ich bin wirklich begeistert von der Hilfsbereitschaft hier und der tollen Wissensvermittlung (herzlichen Dank für die erläuterte Grafik, Splintercell :super:).
Für den Aus- und Einbau der Zeiger und des Zifferblattes besitze ich zwar das entsprechende Werkzeug, allerdings habe ich dies noch nie gemacht. Ich bin erst mal froh, dass es auch so ging, zumal das wahrscheinlich bei dieser Konstellation keine wirkliche Lösung gebracht hätte. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. :-)
Also noch mal vielen Dank für Eure freundliche Unterstützung!
 
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