Korruptionsskandal bei Tissot

Diskutiere Korruptionsskandal bei Tissot im Uhren News Forum im Bereich Uhren News; Das ist zwar schon einen Monat alt, aber ich glaube es ist uns im "Grossen Kanton" entgangen... Erstmal ein Link zu einem Artikel auf englisch...
#1
P

paysdoufs

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Das ist zwar schon einen Monat alt, aber ich glaube es ist uns im "Grossen Kanton" entgangen...

Erstmal ein Link zu einem Artikel auf englisch:
https://www.swissinfo.ch/eng/business/watchmaking-scandal_swatch-group-employees-allegedly-received--10-million-in-bribes/44190624

Und ein Filmchen (en français) mit Gregory Pons:


Wichtig: Es handelt sich um einen Vorwurf der passiven Korruption durch Tissot-Mitarbeiter, welche von Tissot/der SG selbst durch interne Audits entdeckt und der Justiz vorgelegt wurde - welche die letzten 4 Jahre (offensichtlich erfolgreich) ermittelt hat, da ja die Anklageerhebung kurz bevor steht.

Außerdem: Korrumpiert wurde (im großen Maßstab!) von Zulieferern in Hong Kong - nur für den Fall dass irgendjemand noch Zweifel hatte woher Teile (inkl. der Verpackungen) unserer geliebten Swiss-Made-Zeitmesser kommen :D

Schlussendlich: Laut Gregory Pons ist die Korruption nach wie vor ein endemisches Problem der Uhrenindustrie, was innerhalb der SG etwa dazu führt, dass die Personen welche besonders exponierte Stellen bekleiden, regelmäßig ausgetauscht werden.
 
#2
gnampf

gnampf

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10 Millionen Franken in 5 Jahren an 4 Leute? Das nenne ich mal eine ordentliche Summe.
Geht es nur um den Einkauf für Tissot oder auch Swatch Group Marken?
 
#3
G-Shock

G-Shock

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Kann es sein, dass du diese "News" missinterpretierst?

Lesenswert dazu ist dieser Zitatauszug aus der TAZ - er stammt aus 2013:

"Dem Swatch-Konzern gehören 19 Uhrenmarken, darunter die Premiumnamen Breguet, Rado und Omega. Noch im vergangenen Jahr war der Gewinn des größten Uhrenherstellers der Welt um 26 Prozent auf den Rekordwert von 1,3 Milliarden Euro gewachsen. Knapp ein Drittel des Umsatzes erwirtschaftete die Schweizer Firma in China.

Doch nun berichten Uhrenhändler im ganzen Land von Verkaufseinbrüchen vor allem im oberen Preissegment. Stets nennen die Einzelhändler als Grund die Antikorruptionskampagne der neuen chinesischen Führung. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit hatte Xi Jinping Staatsbediensteten mehr Bescheidenheit verordnet. „Extravaganz, Luxus und Pomp haben in China nichts mehr verloren.“

Hier gehts zum ganzen Artikel: KLICK ;-)
 
#4
E

EdisonAlpha

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Hier wurden ja nicht Uhren als Geschenke verwendet, sondern konkret haben Zulieferbetriebe aus Asien Mitarbeiter der Swatchgroup bestochen. Das ist wohl etwas anderes als der olle Beitrag aus der TAZ...
 
#5
herki

herki

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Warum hab ich keinen Job in dem mir Millionen an Bestechungsgeldern geboten werden ? Einkäufer hätte ich werden müssen, so muss ich schon den lumpigen Wein der mit den Weihnachtskarten kommt abgeben :-(
 
#6
W

WiRi

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"Außerdem: Korrumpiert wurde (im großen Maßstab!) von Zulieferern in Hong Kong - nur für den Fall dass irgendjemand noch Zweifel hatte woher Teile (inkl. der Verpackungen) unserer geliebten Swiss-Made-Zeitmesser kommen :D"

Hallo paysdoufs,

danke für deinen Beitrag.

Verpackungen wären für mich unproblematisch. Vermutlich kommen auch Uhrenteile aus Hong Kong. Hätte ich echt nicht gedacht. Hong Kong kann auch Topqualität liefern. Es kommt darauf an in welcher Qualität die Teile bestellt werden und wie leistungsfähig das Qualitätsmanagement ist. Also wenn die Qualität der aus Hong Kong zugelieferten Uhrenteilen passt dann hätte ich keine Probleme.

Ich zitiere aus dem verlinkten Artikel:

"The case has been under investigation since February 2014 by the regional prosecutor’s office of La Chaux-de-Fonds in western Switzerland. It focuses on a former order manager at Tissot, another in charge of quality, and a third defendant, quality manager of another watch brand."

"The SRF report said the bribes were paid by Hong Kong suppliers to score large orders from Switch watchmakers and loosen controls on the equipment supplied..."

Quelle: swissinfo.ch, Swatch Group employees allegedly received $10 million in bribes, JUN 14, 2018 - 11:15

Demnach konzentriert sich die Untersuchung auch auf Qualitätsmanager. Bestechnungsgelder sind auch geflossen, um die Kontrollen der gelieferten Ausrüstung zu lockern.

Ich fasse es nicht! Was ist mit Ausrüstung gemeint? Müssen wir Angst haben, dass uns wegen mangelnder Qualitätskontrollen Mist geliefert wird?

Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass Tissot uns Mist liefert. Ich möchte es auch nicht glauben. Und bei Problemen hätten wir Garantieansprüche.

Ich finde es sehr beruhigend, dass dieser Skandal firmenintern aufgedeckt worden ist. Ich bin davon überzeugt, dass TISSOT und andere betroffene Hersteller längst die erforderlichen Konsequenzen gezogen haben. Deshalb hätte ich keine Bedenken eine TISSOT etc. zu kaufen.

Viele Grüße
Matthias
 
#7
bachmanns

bachmanns

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Ein Thema, welches wohl früher in der Wirtschaft nicht unüblich war. Auch deutsche Unternehmen haben kräftig geschmiert, um an Aufträge zu kommen. Es war sogar möglich, im Ausland gezahlte Bestechungsgelder steuerlich abzusetzen. Zum Glück aber wird mittlerweile allerorten kräftig dagegen vorgegangen. Ausgemerzt sind solche Praktiken aber immer noch nicht.
 
#8
DonSteffen

DonSteffen

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Einen Post entfernt. Mit solchen (nicht beweisbaren) Vorwürfen wäre ich schön vorsichtig.
 
#9
kimbertom

kimbertom

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Angenommen, dass Teile für Schweizer Uhren nicht in der Schweiz, sondern in Hong Kong gefertigt würden, würde das inzwischen nicht zwangsläufig schlechtere Qualität bedeuten, aber erheblich mehr Gewinn, weil die Kosten deutlich geringer sind. Wo dann die Montage erfolgt, ist ebenfalls die Frage...

Falls das wirklich insgesamt auf die Qualität geht, muß der Kunde dies nicht unbedingt bemerken. Es wäre aber sehr interessant, wenn man wüßte, wie sich die Zahl der Reklamationen bei bestimmten Marken und in bestimmten Preissegmenten in den letzten Jahren entwickelt hat. Was kaum möglich sein dürfte...

Sollte bei einem Hersteller die Qualität wirklich leiden, weil "Swiss Made" nicht wirklich befolgt wird, und dadurch die Zahl der Reklamationen steigen, verwöhnt man diese Kunden eben nach allen Regeln der Kunst, richtet und repariert das Produkt kostenlos, und erwirbt sich so noch den Ruf, einen guten Service zu bieten. Das ist vermutlich wesentlich lukrativer, als vorher ständig hohe Kosten für Qualitätskontrolle zu haben. Das Risiko, die Marke zu beschädigen ist gering, die Gewinne sind hoch.

Ich habe vor 20 Jahren für damals 3000 Mark eine Uhr eines Schweizer Herstellers gekauft, die ich nach drei Tagen reklamiert habe, weil sie ständig stehen blieb. Der Händler hat sich zuerst unwillig, und nach Kontrolle der Uhr in der Werkstatt dann kleinlaut des Problems angenommen. Revision der Uhr in der Schweiz, Wartezeit 2 Monate. Ich bekam die Uhr ohne weitere Informationen zurück, die dann jahrelang störungsfrei lief. Aber zuvor für 2 Monate keine Uhr.
Meine jetzige Uhr aus Japan habe ich im Forum für 150 Euro gekauft. Ist gut verarbeitet, läuft, macht Spass. Ist nicht immer alles gerade bei den Dingern, und Plastikteile gibt's auch, aber was soll's. Läuft, der ganze Luxusüberbau fehlt, und man fühlt sich nicht angeschwindelt. Man kann bei Bedarf für kleines Geld alles richten und regulieren lassen, und hat dann eine Uhr, die fast ewig hält.

Mit Schweizer Uhren wird unheimlich viel Geld verdient. Weiß jemand wirklich, woher die Uhr kommt, wo die Teile hergestellt wurden, wer die Uhr montiert hat, und wie oft das Ding um den Erdball gereist ist, bevor sie mit fünfstelligem Preisschild beim Juwelier landet? Wartelisten, und limitierte Auflagen, die den Herstellern online aus den Fingern gerissen werden, sind ein Beleg für die Kreativität der Schweizer Uhrenindustrie. Ohne Kunden, die das mitmachen, würde das nicht gehen. Das ist wirklich das Erstaunliche, nicht der Einfallsreichtum der Hersteller...
 
#10
Kelte

Kelte

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Ich bin der Meinung das im Laufe der Globalisierung Tür und Tor offen sind für freien Handel und produziert wird wo es am günstigsten ist
So wie ich das verstanden habe müssen 60% der Uhr aus der Schweiz seien.hier Mal ein Zitat
aus chronoautix blog
Im Rahmen der aktuellen Krise in der Schweizer Uhrenindustrie versuchen die Hersteller, die eine Verschärfung der Swiss-Made-Gesetzgebung eingefordert haben, nun wieder etwas zurückzurudern: So sollen Ziffernblätter, Gehäuse und Gläser aus der „Swiss Made“-Kalkulation ausgeklammert werden.

Diese Ausnahmeregelung würde insbesondere Uhrenhersteller im niedrigeren Preissegment bevorteilen: Natürlich fertigen auch Uhrenhersteller automatisiert, dies ist aber nicht bei allen Komponenten durchgängig problemlos möglich. Einige Komponenten sind noch relativ personalintensiv.

Niedrigpreisig agierende Uhrenhersteller, die mit einer deutlich geringeren absoluten Marge pro Stück rechnen müssen, spielt es in die Karten, wenn z. B. das Gehäuse-Finishing von günstigeren Arbeitskräften in China etc. durchgeführt werden kann – ohne dass das Unternehmen Gefahr läuft, die 60-%-Grenze zu unterschreiten..
 
#11
ddee

ddee

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Im Rahmen der aktuellen Krise in der Schweizer Uhrenindustrie versuchen die Hersteller, die eine Verschärfung der Swiss-Made-Gesetzgebung eingefordert haben, nun wieder etwas zurückzurudern: So sollen Ziffernblätter, Gehäuse und Gläser aus der „Swiss Made“-Kalkulation ausgeklammert werden...
Top! Bänder sind jetzt schon nicht Teil der Swiss-Made Klausel, jetzt soll quasi alles außer dem Uhrwerk auch noch verschwinden?

Fein richten sie sichs ein....
Übrigens: gibt es dazu eine Quelle, zu diesem Wunsch-der-Ausklammerung?
 
#13
superj

superj

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Und darum wird es Zeit für eine saftige Preiserhöhung bei der Swatch Group, um den Schaden sofort wieder einzuspielen.
So 15-20% wären sicher angebracht.
 
#14
Kelte

Kelte

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Genau das Rad muss laufen, aber solange es Käufer gibt wird es so gemacht.:lol:
 
#15
Alex1974

Alex1974

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Die Schweizer Uhrenbranche ist gut verkettet und der gut gefuellte Vaseline Topf wandert zwischen all den grossen Uhren Firmen in der Schweiz umher. Niemand wuerde es wagen den anderen ein Bein zu stellen. Da ist die Gefahr einfach zu Hoch das wohl beschmierte Vaseline-Toepfchen aus den Haenden "gleiten" zu lassen.

Es ist nicht alles Gold was glaenzt...

Gruss,
Alexander
 
#16
ddee

ddee

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@Kelte, danke für den link!

Schon putzig immer wieder, so ein kleiner Blick unter die seidendünne Spiegelfolie ;-)
 
#18
Plaggy

Plaggy

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Omega ist im Zuge der letzten Jahre dazu übergegangen, so gut wie alles intern herzustellen, dazu gehören afaik auch wieder die Bändern, die größtenteils wieder "Swiss Made"-Label tragen.
Das bei den günstigen SG-Marken große Teile aus HongKong und Konsorten kommen, hat doch wohl nie jemand ernsthaft bezweifelt, oder?
 
#19
Kelte

Kelte

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Da wird auch noch beschrieben welche Firmen ihre Uhren größtenteils in automations Prozessen herstellen. Bei der Menge ja auch logisch.nur ich frag mich halt warum die immer teurer werden.aber egal wenn die Kunden zahlen erübrigt sich jegliche Preisdiskussionen.8-)

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Omega ist im Zuge der letzten Jahre dazu übergegangen, so gut wie alles intern herzustellen, dazu gehören afaik auch wieder die Bändern, die größtenteils wieder "Swiss Made"-Label tragen.
Das bei den günstigen SG-Marken große Teile aus HongKong und Konsorten kommen, hat doch wohl nie jemand ernsthaft bezweifelt, oder?
Doch ich ,weil da steht Swiss Made drauf die gute Schweizer Uhr so bin ich aufgewachsen.
 
#20
kimbertom

kimbertom

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Vielleicht sind es auch nur Verteilungskämpfe im Milieu. Kommt in den besten Familien vor...
 
Thema:

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