Klassisches Gewand – neues(altes) Werk: Citizen Ref. NK5000-12P Kal. 8322

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Als Fan japanischer Uhren durchstöbere ich manchmal Internetseiten japanischer Hersteller und Händler. Dabei ist mir diese Uhr von Citizen aufgefallen.
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Doch zunächst musste ich beim Lesen der automatischen Übersetzung herzlich lachen.
Nein, man muss nicht „jeden Tag rollen“:lol:

Da passte es gut, dass ich auch dieses Jahr wieder im Februar nach Japan reiste. So konnte ich diese Uhr vor Ort anschauen und ausgiebig „befummeln“. War natürlich klar, dass ich da nicht widerstehen konnte, zudem sich der Preis sehr gut in mein Reisebudget einbauen liess.
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Die Streifen auf den Zeigern sind eine Spiegelung des geriffelten ZB.
Das cremefarbene ZB mit den aufgelegten Indexen, den Dauphine-Zeigern und der kleinen Sekunde erinnern sehr an Designs der 50er und 60er Jahre. Zudem auch das Mineralglas sehr stark gewölbt ist. Für den Preis kann man selbstverständlich kein Saphirglas erwarten. Das einzige Manko ist die etwas frimelige Krone auf der Position zwischen 4 und 5 Uhr.
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Das einfache, geprägte Lederarmband wird von einer Faltschliesse gehalten. Neben der Gravur des Herstellers ist die Innenseite perliert. Sie funktioniert tadellos und die leichte Uhr lässt sich damit sehr gut tragen.
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Das Kaliber 8322 bietet neben der Handaufzugsmöglichkeit auch einen Sekundenstopp. Bis dato war das bei den einfacheren Miyota-Kalibern nicht der Fall. Von der Anordnung der 3/4-Räderwerksbrücke und dem Unruhkloben her, basiert es wohl auf dem Miyota-Dauerbrenner 8215. Der durchbrochene Rotor sorgt für gute Effizienz des einseitigen Aufzuges.
Die Gangreserve beträgt stolze 60 Stunden. Da muss man wirklich nicht jeden Tag "rollen...":lol:
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Was ich sehr schön finde sind die gebläuten Schraubenköpfe. Bei näherer Betrachtung mit einer Lupe wurden diese tatsächlich thermisch gebläut. Bei japanischen Kalibern sind gebläute Schrauben eine Ausnahme. Widersprechen sie doch dem japanischen Begriff einer pragmatisch perfekten Funktionalität. Selbst bei japanischen Spitzenuhren im 4stelligen Preisbereich sucht man diese vergeblich.
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Die Ganggenauigkeit konnte ich schon während meines einwöchigen Aufenthaltes testen. Sie liegt z. Zt. bei ca. +6 Sek./Tag. Nicht schlecht für eine überwiegend maschinell produzierte Uhr mit Einzelteilen, welche mit Sicherheit nicht in Japan hergestellt wurden, sondern an anderen Citizen-Produktionsstandorten in Südost-Asien. Denn sonst ließe sich dieser Preis nicht gestalten.
Abzüglich der japansichen MwSt. von 10% und einem weiteren Abzug bei Zahlung mit einer bestimmten Kreditkarte in Höhe von 5% kostete mich diese Uhr gerade mal ca. 282 Euro, und damit bei Einreise nach Deutschland auch zollfrei.

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Diese Uhr zeigte mir nicht nur in Japan immer sehr gut die Zeit an, damit ich auch ja keinen Shinkansen verpasste, den die fahren immer pünktlich. Ich werde sie auch Zuhause sehr gerne tragen.
 
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Sehr schöne, klassische Citizen, meinen Glückwunsch. Wie war es denn in Japan?
 
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Sehr schöne, klassische Citizen, meinen Glückwunsch. Wie war es denn in Japan?
Vielen Dank!
Citizen hat sich in Bezug auf mechanische Uhren in den letzten Jahren ganz schön gemausert. Hierzulande gibt´s ja leider nur eine kleine Auswahl dessen, was dort angeboten wird.
Vor allem im preiswerten Sektor gibt´s ganz interessante JDM-Referenzen. Einige erinnern ein wenig an die 1970iger Jahre mit poppig blauem oder grünem ZB.
Und das der längst überfällige Sekundenstopp jetzt auch in die preisgünstigeren Kaliber Einzug hält, zeigt in die richtige Richtung.

Die Antwort auf Deine Frage:
Japan war mal wieder phantastisch!
2896014
Abgesehen vom besseren Wetter, fast nur blauer Himmel, ist es ein sehr angenehmes Reiseland: perfekte Infrastruktur, ein sehr hoher Hotelstandard, wo man selbst in günstigen sog. Business-Hotels Dinge im Zimmer vorfindet, welche man bei uns nur ab 4 Sternen aufwärts antrifft. Und das im Februar zu sehr erschwinglichen Preisen. Ich habe in Nagoya für ein nach japanischem Standard 3-Sterne Hotel ein Einzelzimmer für 48 Euro/Nacht bekommen. Eines muss man aber wissen: in Japan sind die Zimmer relativ klein. Meines hatte vieleicht mal 15 qm. Aber: es gibt alles, was den Aufenthalt angenhem macht. Von der selbstverständlichen Klimaanlage über einen Heißwasserbereiter, Tee, Kaffee bis hin zur Zahnbürste, Slippern, Schlafanzug, USB-Ladegerät (was bei uns wahrscheinlich nach dem 2. Gast weg wäre), und das alles penibelst sauber und in hervorragendem Zustand.
Das die Züge in Japan so gut wie nie Verspätung haben, hat sich ja mittlerweile auch bei uns herumgesprochen. Ja, es stimmt. Die Shinkansen fahren zwischen den Städten auf die Minute genau im teilweise 15-Minuten-Takt.
Und wer die japanische Küche mag, die weitaus mehr bietet als nur Sushi, für den ist dort ein Schlaraffenland. In manchen großen Bahnhöfen, Kaufhäusern und Einkaufszentren wie z.b. in Nagoya, gibt es Restaurants in Hülle und Fülle. Und die Preise sind dabei nicht unbedingt hoch. Die Reisekosten befinden sich ungefähr auf deutschem Niveau.
Selbst wenn man kein Japanisch spricht, kommt man heutzutage sehr gut zurecht. Englisch hat sich zumindest in den größeren Orten als Kommunikation mit Fremden sehr gut etabliert. Und die heutige jüngere Generation in Japan scheut sich auch nicht, ihr gelerntes Schulenglisch anzuwenden. Das war bis vor ca. 10 Jahren noch etwas anders. Da hatte man selbst in Tokio Schwierigkeiten, jemanden mit Englischkenntnissen anzutreffen, d.h. sie konnten es schon. Aber nach früherer japanischer Auffassung sprach man mit Ausländern nur, wenn man im Englischen perfekt war. Diese Einstellung hat sich grundlegend geändert.
Muss auch, angesichts der Olympiade in Tokio.
Was mich aber am meisten begeistert, ist die unglaubliche Höflichkeit und strenge Disziplin untereinander in der Öffentlichkeit.
Es wird nicht gedrängelt, nicht geschubbst und es wird sich brav und diszipliniert angestellt.
Man kann auch mal im Zug getrost sein Gepäck in die vorgesehenen Ablagen stellen: es wird auch nach 3 Stunden unbeaufsichtigt dort noch sein!

Ein Erlebnis der besonderen Art möchte und kann ich nicht vorenthalten:
Sonntags in einem belebten Einkaufszentrum in Osaka (Namba Parks), ich sitze bei schönem Wetter windgeschützt und warm angezogen draußen in einem Café, neben mir eine junge Japanerin, die auf ihrem Tisch an einem Laptop arbeitete, neben dem Laptop lag ihr Handy.
Dann stand sie plötzlich auf, ließ alles liegen und begab sich zu gegenüberliegenden, ca. 15 m entfernten Toiletten.
Ich schaute etwas ungläubig: Laptop eingeschaltet, daß Handy daneben? Unbeaufsichtigt? Und dann weggehen? Mir sah man die Fragezeichen der Ungläubigkeit förmlich an.
Das für uns unglaubliche: es kümmerte sich niemand um die liegen gelassenen Wertsachen, es war sehr belebt und ein Diebstahl wäre nicht aufgefallen.
Nach ca. 10 Minuten kehrte die junge Dame zurück und arbeitete weiter.
Noch Fragen?
 
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In Japan war ich jetzt noch nicht. Deine Berichte sind immer sehr interessant zu lesen. Nochmals vielen Dank dafür.
 
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Sehr schön und auch noch günstig. Die Position der Krone würde mich irritieren. Danke für's zeigen und viel Spaß damit.
Vielen Dank!
Mittlerweile machen die dekorierten Basiskaliber von Citizen mehr her, als z.b. ein 6R15 von Seiko. Außer einem Streifenschliff auf dem Rotor hält man sich bei Seiko in der Hinsicht dezent zurück.
 
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