Kein Rückerzeiger bei SEIKO

Diskutiere Kein Rückerzeiger bei SEIKO im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhrenwerkstatt; Hallo! Mir kommt soeben in den Sinn, daß ich mir schon halbe Nächte um die Ohren geschlagen habe beim vergeblichen Bemühen, den Rücker bei obigen...
#1
BBouvier

BBouvier

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Hallo!

Mir kommt soeben in den Sinn, daß ich mir schon halbe Nächte um die Ohren geschlagen habe
beim vergeblichen Bemühen, den Rücker bei obigen Uhren um den (!) Bruchteil eines Millimeters
zu verschieben, der als Resultat eine Differenz von - sagen wir mal - 10 Sekunden/24 Std bewirkt.
Erst tut sich nichts - und dann ist es gleich zu viel.

Und da frage ich mich, wieso dieser Hersteller nicht einen komfortablen Rückerzeiger
einbaut, wie er zum Beispiel bei diesem Werk vorhanden ist:
=>


So etwas (Seagull ST3621) bekommen löblich die Chineser gebacken:
=>


Beste Grüße auch,
BB (Gelegenheitsbastler)
 
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#2
Tiktakbrasil

Tiktakbrasil

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Hallo Gelegenheitsbastler,

genau das ist der Unterschied zwischen dir und einem Uhrmacher(Meister).

Für einen Uhrmacher mit gut ausgerüsteter Werkstatt ist es nicht mehr von Bedeutung ob eine Uhr noch einen Rückerzeiger hat oder nicht. Das reguliert man locker auch mit einem Schraubenzieher oder einer Pinzette. Den Rest zeigt die Zeitwaage an. Oder das Gefühl der Erfahrung. Bei der Konstruktion eines Uhrwerkes wird auch nicht davon ausgegangen, das Nichtfachleute später den Service ausführen. Das ist aber nicht nur bei Uhren so der Fall.

Grüße aus der Ferne, Tiktakbrasil :super:
 
#3
Legolas

Legolas

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Erst tut sich nichts - und dann ist es gleich zu viel.
Ist an Deiner Uhr vermutlich eher nicht der Fall, aber derart eigenartige "Sprünge" können auch eine Folge einer zwischen den Rückerstiften eingeklemmten Spiralfeder sein. Oder wenn die Endkurve einen leichten Knick im Bereich des Rückers hat. Dann stellen sich parallel dem regulieren aber auch große Abfallfehler ein.

MfG, Sebastian
 
#4
hermannH

hermannH

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Hallo

Willkommen in meiner Welt! :-D
Es steckt schon etwas Wahres in @Tiktakbrasils Aussage, aber ganz so einfach ist es dann doch auch wieder nicht. Auch ich fluche nach 40 Jahren manchmal immer noch beim Regulieren dieser Rückersysteme. Da geht es schon des öfteren hin und her bis es endlich passt.... :D

Gruß hermann
 
#5
RUpix

RUpix

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Schuster bleib....weißt Bescheid.

Ich kenn da einen, der kann das.

Und nun wieder auf die Liste :D
 
#6
S

Snaporaz

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Die eigentliche Frage des TS war nicht, ob ein professioneller Uhrmacher das besser hinbekommt, sondern warum da kein Rückerzeiger vorhanden ist.
Ich nehme mal an, dass das fertigungstechnisch bedingt ist und die Produktion erleichtert oder kostengünstiger macht. Die Vorstellung, dass der Besitzer seine eigene Uhr einreguliert, scheint anachronistisch zu sein - genau so wie die Plus- und Minus-Markierungen auf dem Kloben. Die Profis werden diese Angaben wohl nicht benötigen.
 
#7
noosa

noosa

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Ich finde die Frage berechtigt. Ich habe gestern den Abfallfehler und den Nachgang meiner neuen Seiko Presage "Blue Moon" mit der Zeitwaage reguliert. Das war für mich wirklich eine üble Fummelei, obwohl ich das bestimmt nicht zum ersten Mal gemacht habe und das Modell auch nicht zu den günstigsten Seikos gehört. Eigentlich ein Ding, dass die Uhr so ausgeliefert wurde.

Ein 2824 oder 7750 lässt sich da im kleinen Bereich dank der Feinregulierung besser handhaben. Obwohl, reicht die Feinregulierung beim 2824 nicht aus, muss u.U. die Automatikbrücke runter...

Gruß

Lutz
 
#8
Oelfinger

Oelfinger

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Jenachdem wie das Werk verarbeitet ist kann es schon mal vorkommen daß, wenn man einen Hebel verstellt, sich der Andere mitverstellt. Man also Beide schön im Einklang miteinader hin- oder herschiebt. Fummelige Sache, das.
 
#9
Don Jorge

Don Jorge

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Ich nehme mal an, dass das fertigungstechnisch bedingt ist und die Produktion erleichtert oder kostengünstiger macht.
Und ich nehme an, dass so ein Eingriff eines versierten Laien verhindert werden soll - also Absicht. Wo kämen wir denn da hin, wenn der Kunde selbst...
 
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#11
Aeternitas

Aeternitas

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Die Frage, warum ein Uhrenhersteller seine Produkte nicht wartungsfreundlicher gestaltet, ist berechtigt
Der Rücker und der Klötzchenträger sind aufgepresst und über Reibung verbunden. Diese variiert so stark von Werk zu Werk, dass auch Erfahrung nicht von großem Vorteil ist, es ist einfach dämlich. Zudem kommt noch bei manchen Werken das Problem, dass die Reibung am Klötzchenträger zu gering ist und daher beim Regulieren der Abfall gleich mit verstellt wird.

Die Frage ist berechtigt, warum das nicht bei geringen Mehrkosten eleganter geregelt wurde, schließlich müssen die in der Fabrik die Werke ja auch einstellen und eine Zeitersparnis holt vielleicht zusätzliche Materialkosten wieder rein.

BB, sei doch froh, dass das bei den alten Seikokalibern das einzige Problem ist. Bei neueren kommt ja noch dazu, dass man sehr leicht die Pins mitverstellt bei der Regulierung, das ist dann richtig doof.

Rainer: Wenn das nicht nötig wäre, dann wäre das doch auch für Dich als Profi manchmal von Vorteil, oder nicht? Ich wäre auch froh, wenn ich für den Wechsel der Hupe an meinem Auto nicht die ganze Plastikfront demontieren müsste und sicherlich ein Mechaniker in der Fachwerkstatt auch...die regen sich oft über dämliche Lösungen an Autos zurecht auf.

Diese Abgrenzung von Profi und Laie ist doch hier nicht das Thema.
 
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#13
Nippon-Fan

Nippon-Fan

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Also ob nun ein Rückerzeiger montiert ist oder nicht, macht kaum einen Unterschied. Ok, du hast dann einen längeren Hebel, aber rein technisch gesehen kannst du genauso gut am Rücker direkt manipulieren.
Wirklich nützlich ist eigentlich nur die Feinregulierung über Exzenterschraube (oder eine ähnliche Vorrichtung). Traditionell gibt es das bei allen japanischen Herstellern erst bei Uhrwerken mit 4Hz Unruhefrequenz. Es gibt nur sehr wenige Ausnahmen.
Der Grund? Eigentlich reagieren die langsamer schwingenden Werke nicht so empfindlich auf eine Rückermanipulation. Mit Geduld, Übung und guter Feinmotorik lässt sich das bewerkstelligen.
Die Seiko 7S Werke bzw. die ganze ganze Kaliberfamilie bildet da eine Ausnahme. Für Seiko selbst ist das trotzdem kein Problem, da die Werke maschinell einreguliert werden und der Anspruch an die Ganggenauigkeit nicht allzu hoch ist.
Gerade für einen Hobbyschrauber sollte das trotzdem kein Problem sein, denn schließlich haben wir alle Zeit der Welt zur Optimierung des Gangs ;-)

Schönen Gruß!
Markus
 
#15
M

matx

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Und ich nehme an, dass so ein Eingriff eines versierten Laien verhindert werden soll - also Absicht. Wo kämen wir denn da hin, wenn der Kunde selbst...
Dieses "wo kämen wir da hin" in Bezug auf den Laieneingriff am Rücker kann man sich ganz gut ausmalen. Dass der Laie eine mechanische Uhr 1. kaum problemlos selbst aufbekommt, 2. nur schwer selbst gescheit regulieren kann und 3. auch nicht zwingend wieder zu und dicht bekommt liegt doch einfach in der Natur der Technik.

Wären die Hürden zum Öffnen einer Uhr niedriger, dann habe ich eine ungefähre Ahnung "wo wir da hin kämen": massenweise Uhren bei Herstellern und Uhrmachern, die repariert werden müssen. Nur ein paar Stichworte: Dichtung verloren gegangen/zerrissen, abgerutscht und in der Spirale gelandet, Gang komplett versaut, Uhr undicht ... und vieles mehr.

Insofern ist es wohl schon ganz gut so, dass man es dem Laien nicht ganz so leicht macht, am Uhrwerk selbst Hand anzulegen.

Und aus ganz eigener und grad 2h frischer Erfahrung kann ich selbst auch gleich berichten, dass ich trotz aller Vorsicht und Zeitwaage und bestimmt einiger Erfahrung im Umgang mit Uhren grad selbst ein Werk beinahe "uhrmacherreif geschossen" habe. Ursache? Abgerutscht, alles verstellt und dabei auch noch in die Spirale gekommen. Das Werk hatte zwischenzeitlich noch 150 Grad Amplitude und 8ms Abfallfehler. Zum Glück läuft sie jetzt wieder perfekt, es hat aber ein bisschen gedauert bis ich sie wieder im Griff hatte. Ohne Zeitwaage wäre mir das nicht möglich gewesen.

Vielleicht wollen uns also die Hersteller auch nur vor dem eigenen Ungeschick schützen ;-)
 
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#16
BBouvier

BBouvier

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Hallo!

Ein ganz herzliches "Dankeschön!" in die Runde Alljener (insbesondere der versierten Uhrenalthasis) ,
die sich freundlicherweise Gedanken zu diesem weltbewegendem Thema gemacht haben.
(BB schneuzt sich, ernstlich gerührt, in den nächst erreichbaren Tischtuchzipfel.)

Für mich besteht die Schwierigkeit der Justierung bei SEIKO&Co darin, daß:
- der Rücker sich erstmal gar nicht bewegen mag, dann allerdings gern ein ganzes Stück "wegflutscht"
- minimale Änderungen nur schwer festzustellen sind (ich behelfe mich da gelegentlich, indem ich unterhalb
des Eingriffs in die Spirale mit einer ganz feinen Nadelspitze einen mikrosopisch kleinen Punkt setze
und den mit der Kante des Eingriffs abgleiche) .

Wozu ein Uhrmachermeister mit gut 50 Jahren Erfahrung diesbezüglich in der Lage ist, habe ich neulich erlebt:
Zur Nachjustierung (25 Sekunden Vorlauf) einer günstigen Chinesin war ich schlicht zu bequem
und brachte sie hier in meiner Oberbayerischen Kleinstadt zu einem Uhrmachermeister,
den ist erst rein zufällig kurz zuvor entdeckt hatte ... ein weinumranktes Pfefferkuchenhäuschen
am Rande der Schrebergärten ...
Der nahm die Uhr stehend entgegen, holte (was?) aus seine Weste, löste mit zwei-drei raschen Handgriffen Band und Boden,
hielt die nun offene Uhr vor seine Lupe, tippte (womit??) kurz ins Werk, schraubte den Boden wieder an, schloß das Band
und reichte sie mir mit einem leichten Nicken zurück.
Alles so in 30 Sekunden.
Dann setzte er sich wieder an seinen Arbeitstisch und winkte auf meine Frage "Was schulde ich Ihnen?"
wortlos-freundlich ab.
Seither tickt das Werk brav rund um +- Null.
Möglicherweise ja auch schon aus Respekt vor diesem Meister?

Ich hingegen, hätte doch recht gern bequeme Rückerzeiger.
Das würde SEIKO&Co. nichts kosten - und auch den Feldwaldundwiesenuhrmachern
die Arbeit erleichtern ...

Beste Grüße!
BB
 
Zuletzt bearbeitet:
#19
BBouvier

BBouvier

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Hallo, Pommes!

Möglicherweise habe ich ja etwas übersehen bzw. nicht bedacht?
Es müßte m.E. doch nur der Rücker auf der Gegenseite des Eingriffes in die Unruhspirale
zu einem "Zeiger" verlängert sein:
Siehe im Eingangsbeitrag die Bilder zwei und drei.
Oder, wie bei diesem UNITAS-6497 ...

die Chineser bekommen das ja auch gebacken ...
Dazu ist kein "weiteres Teil" erforderlich, kein weiterer "Montageaufwand" und auch keine
zusätzliche "Prüfung".

Beste Grüße!
BB
 
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#20
M

matx

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BBouvier, aber verbau das mal in einem Werk welches nur 1/2 des Durchmessers eines Unitas hat. Erstens ist da kein Platz, zweitens nutzt ein dann nur noch Mini Zeiger so viel eben auch nicht. Im Unitas ist halt massig Platz...
 
Thema:

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