Kaputte Uhr ersteigert - hat wer eine Idee?

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rofeka

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Hallo Uhrenfreunde,

mir ist folgendes Missgeschick passiert:

Ich habe auf einer bekannten Versteigerungsplattform, die ich gern nutze und wo ich eigentlich nie Probleme hatte, eine Longines Ultrachron ersteigert (zu einem relativ stolzen Preis), öffne das unbeschädigte Päckchen; nach angemessener Freude über das schöne Stück versuche ich die Uhr einzustellen (Uhrzeit und Datum). Ich kann zwar die Krone herausziehen, aber es rührt sich nichts. Es war etwas schwierig die erste Position zu finden und diese von der zweiten zu unterscheiden, also ein bisschen gefummelt, aber das machte sowieso nichts: es rührte sich nichts.

Darauf habe ich den Verkäufer informiert und mit ihm vereinbart, dass ich - sollte es ein kleines Problem sein, dh unter 50 euro - dieses selber übernehmen würde. ansonsten Rücksendung und Annullierung. Nach einigem Hin und her war der Verläufer einverstanden. Die Uhr ging zum Uhrmacher und nach einigen Tagen habe ich die Anntwort: Stellwelle gebrochen, Reparatur wäre aufwendig, ich sollte sie lieber zurücksenden. Dies tat ich auch. Meiner Meinung nach habe ich auch die Versteigerungsplattform informiert (schon nach dem Feststellen des Problems), aber die Plattform scheint meine Mails nicht erhalten zu haben. Too bad, dennn ansonsten hätten die meinen Kaufpreis zurückbehalten.

Nach Ankunft der Uhr beim Verkäufer behauptet dieser umgehend, unterstützt von seinem Uhrmacher, dass natürlich die Uhr in einwandfreiem Zustand gesendet wurde, ich hätte sie gebrochen. Ich habe schon viele Uhren besessen und benutzt, eine Stellwelle oder irgendwas anderes zu brechen ist mir garantiert noch nie gelungen! ich kann mir auch nicht einmal vorstellen, soviel Gewalt bei einer Uhr einzusetzen, dass ein Metallteil von ca 1mm Durchmesser (keine Ahnung wieviel genau) gebrochen würde.

Nun ist die Situation also folgende: Der Verkäufer behauptet steif und fest, ich hätte die Uhr gebrochen und verlangt dass ich sie bei seinem Uhrmacher auf meine Kosten reparieren lasse, wozu ich natürlich nicht bereit bin. Meines Erachtens muss die Uhr bereits den Uhrmacher in defekten Zustand verlassen haben - kann es aber natürlich nicht beweisen; jedenfalls ist er m.E. nicht vertrauenswürdig. Die Versteigerungsplattform rät mir, ich soll mich mit dem Verkäufer einigen. Dieser ist meiner Meinung nach ein ausgekochtes Schlitzohr und versucht, mich übers Ohr zu hauen.

Hat bitte jemand unter Euch Erfahrungen oder einen Ratschlag für mich? zu den über 500 euro noch mal ein paar hundert für eine Totalreparatur dazulegen und daraus lernen? das ganze vergessen? einen Rechtsanwalt einschalten (Verkäufer ein Belgier, Plattform NL, ich ein Österreicher...?

Vielen Dank für jeden Hinweis

Robert
 
BSBV

BSBV

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Hallo Robert,

nicht einfach die Lage, denn es könnten Beide Recht haben.
Gut möglich also das die Uhr vor dem Versenden heile war, und die Welle, altersbedingt, schon, nicht sichtbar, "angeschlagen" war. Altersbedingte Metallschwäche. Das anschließende Stellen hat der Welle dann evtl den Rest gegeben.

Ich hätte zumindest die Uhr so lange (ein)behalten bis Klärung der Sachelage herbei geführt wurden wäre. So hat Du das Geld nicht, und die Uhr ist auch weg.
Dumm gelaufen würde ich sagen, denn auch Dein Uhrmacher kann nur den Schaden feststellen, aber nicht wer für die defekte Welle verantwortlich ist.

Den Mut möchte ich Dir nicht nehmen, aber, auch wegen der Entferung zueinander Verkäufer / Käufer, würde ich das Lehrgeld verbuchen wollen.
So ein Rechtsstreit geht aus wie das Hornberger-Schießen. (Noch heute sagt man, wenn ein Ereignis sang- und klanglos im Sande verläuft: „Das geht aus wie's Hornberger Schießen!”.)

Du allein kannst nur entscheiden welchen Weg Du gehen willst.
In Deutschland ist es möglich sich eine rechtsverbindlich Auskunft von einem Rechtsanwalt einzuholen. Kostet zwar noch mal ein paar Euros, aber dann hast Du eine Auskunft mit der Du was anfangen kannst.
Ich gehe jetzt davon aus, dass das auch in Österreich möglich, die Auskunft vom Rechtsanwalt.
 
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montblanc25

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Ungute Situation. Anwalt einschalten würde ich persönlich nur mit Rechtschutzversicherung ansonsten zahlt sich das bei der Summe nicht aus. Mein Weg wäre dem Verkäufer eine Reparatur bei seinem Uhrmacher vorzuschlagen bei Kostenteilung. Wenn er darauf einsteigt könnte es sich noch lohnen - außer Du hast die Freude schon gänzlich verloren? Viel Glück
 
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Dille

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Darauf habe ich den Verkäufer informiert und mit ihm vereinbart, dass ich - sollte es ein kleines Problem sein, dh unter 50 euro - dieses selber übernehmen würde. ansonsten Rücksendung und Annullierung. Nach einigem Hin und her war der Verläufer einverstanden.

Liegt der Emailverkehr noch irgendwo gespeichert vor? Wenn der Verkäufer bereits einverstanden war mit einer Reparatur unter 50,- Euro, wie will er dann glaubhaft darlegen, dass die Uhr in einwandfreiem Zustand versendet wurde, wie er später behauptet? Ggf. könnte man den Fall vielleicht doch seiner Rechtschutzversicherung vorstellen.

Wie teuer wäre denn die Gesamtreparatur?
 
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rofeka

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@Paul: Das könnte eine gute Frage sein, ist es aber nicht. Habe seit einem halben Jahr 28 Uhren gebrauchte Uhren gekauft, davon 2 mit Problemen. Eine, die D&B ging zurück an den professionellen Verkäufer, der nach Untersuchung festgestellt hat, dass meine Kritik zu Recht bestand und er hat sie auf seine Kosten repariert. Bleibt also eine, die jetzige. Ein Schlitzohr unter 28 Verkäufern ist fast normal, oder?

Gruß,
Robert
 
Meil

Meil

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@Paul: Das könnte eine gute Frage sein, ist es aber nicht. Habe seit einem halben Jahr 28 Uhren gebrauchte Uhren gekauft, davon 2 mit Problemen. Eine, die D&B ging zurück an den professionellen Verkäufer, der nach Untersuchung festgestellt hat, dass meine Kritik zu Recht bestand und er hat sie auf seine Kosten repariert. Bleibt also eine, die jetzige. Ein Schlitzohr unter 28 Verkäufern ist fast normal, oder?

Gruß,
Robert

Bei 1 von 28 kann man Dir eher zu dem Glück gratulieren...

Gruß Meil
 
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rofeka

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Liegt der Emailverkehr noch irgendwo gespeichert vor? Wenn der Verkäufer bereits einverstanden war mit einer Reparatur unter 50,- Euro, wie will er dann glaubhaft darlegen, dass die Uhr in einwandfreiem Zustand versendet wurde, wie er später behauptet? Ggf. könnte man den Fall vielleicht doch seiner Rechtschutzversicherung vorstellen.

Wie teuer wäre denn die Gesamtreparatur?
Ja, der Emailverkehr ist vorhanden. Ein wirklicher Beweis ist aber auch das nicht, denn ein kleines Problem könnte ja durch den Transport entstanden sein, oder - keine Ahnung, was alles möglich wäre. Aber dass ein Verkäufer im Prinzip behauptet, dass das Objekt einwandfrei war, überrascht nicht wirklich. Es wäre das halt eine rasche, unbürokratische Lösung gewesen...

Ja - die Preisfrage ist wesentlich: was kostet die Reparatur (Ersatz) einer Stellwelle? Vielleicht hat jemand eine Ahnung?
 
BSBV

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Eins verstehe ich nicht so ganz, denn Dein Uhrmacher sagte:
Stellwelle gebrochen, Reparatur wäre aufwendig, ich sollte sie lieber zurücksenden.

Mmmhh ?

In der Longines Ultrachron arbeitet das 431 Werk.
bidfun-db Archiv: Uhrwerke: Longines 431

Dafür sollte es doch noch Ersatzteile geben. Aufzugswellen für Uhrwerke. Große Auswahl an Stellwellen und Aufzugswellen-Verängerungen

Was ist denn so aufwendig an der Reparatur ?

Wie gesagt, ich hätte die Uhr behalten und mal angefragt, ohne ein Fass aufzumachen, ob sich der Verkäufer an der Reparatur beteiligt.

Wenn es viel werden sollte, dann kostet so eine Reparatur max € 40,00
 
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rofeka

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Eins verstehe ich nicht so ganz, denn Dein Uhrmacher sagte:


Mmmhh ?

In der Longines Ultrachron arbeitet das 431 Werk.
bidfun-db Archiv: Uhrwerke: Longines 431

Dafür sollte es doch noch Ersatzteile geben. Aufzugswellen für Uhrwerke. Große Auswahl an Stellwellen und Aufzugswellen-Verängerungen

Was ist denn so aufwendig an der Reparatur ?

Wie gesagt, ich hätte die Uhr behalten und mal angefragt, ohne ein Fass aufzumachen, ob sich der Verkäufer an der Reparatur beteiligt.

Wenn es viel werden sollte, dann kostet so eine Reparatur max € 40,00
Wenn das stimmt, bin ich begeistert! der Uhrmacher kannte meine Grenze und hat aber gemeint, dazu müsste er die Uhr komplett zerlegen, dads wäre teuer. Sollte da vllt noch mal nachfragen, nachdem ich Deine Information habe!
 
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Ich weiß nicht wo die Welle gebrochen ist, aber diese wird, wie bei ETA 2824-2 auch, gleich gelöst b.z.w. gehalten.

1616772331476.png

Den kleinen Punkt reindrücken, den Rest der Welle ziehen, und wenn nichts weiter defekt ist, neue Welle wieder einsetzen.
 
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rofeka

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YSuper, danke! das beruhigt sehr. Dann gibts ja womoglich auch noch die Original-Longines-Krone? ist die eigentlich ein Stück mit der Welle?
 
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YSuper, danke! das beruhigt sehr. Dann gibts ja womoglich auch noch die Original-Longines-Krone? ist die eigentlich ein Stück mit der Welle?

Google ist da hilfreich. Die Aufzugswelle & Krone gibt es sicherlich einzeln, oder auch zusammen.
Nicht böse sein, aber das suche ich jetzt nicht für Dich raus.
 
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rofeka

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Neinein, so war das doch nicht gemeint! Danke vielmals, Bernd!
 
ketap

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Genau so wie Bernd auch schreibt und wer gebraucht kauft hat sowas auch einzukalkulieren, denn zwischen Neu, NOS und kaum gebraucht gibt es menschlich unterschiedliche Gesichtspunkte.
Kronen sind meißt auf die Wellen geschraubt.
 
Baumi61

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Hallo
die Krone ist auf die Stellwelle aufgeschraubt.
Stellwelle/ Rest in einen Schraubstock spannen, alternativ mit einer Zange festhalten und die Krone abdrehen.
Rechtsgewinde wie bei einer Flasche.
Rechtsrum fest ,nach links runter von der Welle.
Neue Stellwelle besorgen und die Krone wieder aufschrauben.
Wasserdichtigkeit wenn nötig danach prüfen lassen.
Grüsse Micha
 
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rofeka

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@ Carlo: Na klar gibts die. Meine Frage war aber nicht ob ich neu, NOS oder gebraucht kaufen soll - ich habe das alles in meiner Sammlung - die Frage war, wie ich mit einer speziellen, relativ seltenen Situation umgehe, die halt bei einer im Internet gekauften (in diesem Fall angeblich wenig) gebrauchten Uhr auftreten kann. Es gibt eben Uhren, die man dzt nicht mehr neu kaufen kann und die mir trotzdem gefallen...
 
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