Kapitalanlagen jenseits von Festgeldkonten

Diskutiere Kapitalanlagen jenseits von Festgeldkonten im Small Talk Forum im Bereich Community; Ich finde die Abkehr vom Provisionsgeschäft nicht schlecht, dann rechnet sich so mancher "Berater" halt nicht mehr, weil seine Beratung das Geld...
VinC

VinC

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Ich finde die Abkehr vom Provisionsgeschäft nicht schlecht, dann rechnet sich so mancher "Berater" halt nicht mehr, weil seine Beratung das Geld nicht wert ist was sie kostet: kann der Qualität nur dienlich sein, denn einfach das mit guter Provision anbieten und als Beratung zu verkaufen empfinde ich als wenig zielführend.
 
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uhrenanfänger

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Zumindest bei manchen Versicherungen (z.B. BU) würde ich generell zum Honorarberater gehen. Nur meine persönliche Meinung.

Aber das man sich Berater nennt ist ja sowieso eine Sache für sich. Verkäufer ist da wohl meistens passender.
 
VinC

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Niemand berät caritativ...
Das erwartet auch niemand; gute Dienstleistungen sollen auch gut bezahlt werden.

Unterm Strich wird sich niemand dagegen aussprechen, der bereits mit guter Performance und somit essentiellen Mehrwert für den Kunden beraten und auch betreut hat. Einzig die die den Kunden immer in dem Gefühl gelassen haben und sang und klanglos nach Provision ausgesucht haben; genau diese "Berater", die formal nie welche waren, sondern simple Verkäufer auf Provisionsbasis haben damit ein Problem.

Der einzige negative Aspekt, der sich ergeben könnte wäre für eine Zielgruppe, die relativ unvermögend und gleichzeitig keinen Zugang zu Informationen wie diesem Forumthread, bzw. anderen Medien hat.

Generell wird sich aber auch jemand finden der auf Honorarbasis den World empfiehlt und das Geschäft soweit optimiert das es eine einträgliche Unternehmung wird.
 
S-Q-P

S-Q-P

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Da ich in der betroffenen Branche seit 21 Jahren im Vertrieb arbeite -> das hat man mehrfach schon probiert, immer mit dem Ergebnis das es nicht umsetzbar war.

Es will einfach keiner das Honorar der Beratung zahlen, aber jeder will eine gute Beratung. Jeden will einen ständig erreichbaren guten Berater. Einen der immer zur Stelle ist und auch Probleme löst. Stecken die Kosten im Produkt interessiert es Keinen komischerweise. Ohne ordentliche Provisionen kann aber auch niemand als Ansprechpartner im weiteren Verlauf des Geschäfts den Service bei Fragen,Schäden etc. leisten. Bzw. leisten wollen. Schwieriges Thema.

Ein Autoverkäufer wird auch keine Honorarberatung machen wollen und dann auf seine Provision verzichten. Oder ein Möbelverkäufer....das könnte man beliebig jetzt weiterführen.
 
eretmodus

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"Der einzige negative Aspekt, der sich ergeben könnte wäre für eine Zielgruppe, die relativ unvermögend und gleichzeitig keinen Zugang zu Informationen wie diesem Forumthread, bzw. anderen Medien hat."

@VinC Genau und die will man wohl eigentlich vor allem mit der neuen Regelung schützen.

Fände es besser wenn man einfach nur die Provisionen offen legen würde, dann kann der Kunde selber entscheiden.

Allerdings fände ich es schon gut, wenn die Aufquatscher verschwinden würden, befürchte aber das bei der neuen Regelung viele trotzdem davon bleiben würden und gute Berater denen es vielleicht nur etwas an der Eloquenz oder Überzeugungskraft mangelt gehen müssten.

Ich
 
Minerva86

Minerva86

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Kann ich beide absolut nicht empfehlen. Beide kaum Ahnung von der Materie in der Tiefe.
Würde lieber auf professionellere Personen setzten. Es gibt viele gute Bücher. ZB. von Peter Lynch oder Klassiker von Benjamin Graham.

Naja, also der gute Thomas von Finanzfluss hat in Paris als Investmentbanker gearbeitet. Dem zu unterstellen er hätte kein Ahnung finde ich jetzt schon sehr fragwürdig. Aktien mit Kopf finde ich für Einsteiger auch etwas schwierig. Zumal der berufliche Hintergrund vom Kolja, mit Zeitsoldat und Fitness-Trainer, etwas speziell ist. Die Videos schaue ich ab und zu eher zur Unterhaltung an.

Die Grundlagenvideos von Finanztip würde ich aber noch empfehlen wollen. Da werden die Basics vom passiven Investieren gut beschrieben.

Keine Anlageberatung: :)
Tja ansonsten würde ich auch erstmal vorschlagen mit einem 70/30 ETF Portfolio anzufangen. Dann würde ich mal schauen wie ich damit zurecht komme wenn mein Depot vielleicht mal X% im Minus ist. Einfach mal 2,3 Monate mit den ETF starten und sich parallel weiter in das Thema einarbeiten.
Dann kann man immer noch anfangen Einzelaktien hinzuzunehmen (Stichwort Core Satellite Strategie).

Jemandem, der absoluter Börsen-Neuling ist, zu raten sich direkt einen professionellen Trader als Mentor zu suchen... keine Ahnung ob das so zielführend ist. Mach erstmal die Basics. ;)
 
VinC

VinC

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Ein Autoverkäufer wird auch keine Honorarberatung machen wollen und dann auf seine Provision verzichten. Oder ein Möbelverkäufer....das könnte man beliebig jetzt weiterführen.

Ich würde zwischen einem Verkäufer und einem Berater, alleine wegen unterschiedlicher Benennung und allgemeinem Erwartungshorizont differenzieren wollen; weil ich dies in meinem geschäftlichen Alltag auch jeden Tag mache.

Allerdings fände ich es schon gut, wenn die Aufquatscher verschwinden würden, befürchte aber das bei der neuen Regelung viele trotzdem davon bleiben würden und gute Berater denen es vielleicht nur etwas an der Eloquenz oder Überzeugungskraft mangelt gehen müssten.

Das ist ja genau der Unterschied; man muss kein guter Verkäufer sein um ein guter Berater zu sein, wenn die Zahlen stimmen ist es egal ob du jemanden ein X für ein U verkaufen kannst.

Ich greife nochmal die Deka Fonds auf, die vor einigen Beiträgen Thema waren; 0,72% Verkaufsprovision werden dort angegeben, die der Kunde bezahlt. Das sind bei 20.000 Euro keine 150 Euro - da muss die Fondsgesellschaft aber noch etwas drauflegen damit der Berater auf die von der KPMG genannten 180 Euro Stundenlohn kommt; was jedoch direkt in die TER fließt.

Nehmen wir an wir haben ein Produkt auf Provisionsbasis von 1,5% und ein ETF mit vergleichbarer Performance von 0,3% TER - mit dem Rat den ETF und nicht den Fonds zu wählen, spart der Berater dem Kunden 240 Euro pro Jahr (bei angenommenen 20.000 Euro Anlagesumme die sonst 144 Euro Provision für die Gesellschaft bedeuten) - was darf diese Information kosten? Mancher wird nun sagen 120 Euro, ein Anderer sieht die Info eher bei 500 Euro. Grundsätzlich ist das ein schnelles Geschäft auf Basis von Fakten, problematisch wird nur das der Verkäufer, der dir vorher den "teuren Mist" angedreht hat, nun ein völlig anderes Produkt anbieten müsste, das objektiv für den Kunden besser ist und da kommt direkt das Misstrauensvotum um die Ecke "warum hat man mir das vorher nicht empfohlen?" Weil halt keine Beratung stattgefunden hat sondern ein Verkauf eines Anlageprodukts im Sinne des Provisionsverkäufers und der Gesellschaft, die auf Basis von Vertrauen teurere Produkte im Markt absetzt.

Das die Branche da grundsätzlich keinen Bock drauf hat ist klar: man hat sie nämlich plötzlich dort wo es ihr weh tut, beim Geld.
Müssen und wollen alle Geld verdienen? Natürlich! Aber man kann das halt auf unterschiedliche Arten.

Wenn ich dem Kunden vorrechnen kann was meine Beratung ihm an Kosten spart und er somit von der Ausgabe mehr profitiert als es ihn kostet; dann muss ich niemanden gut Honig um den Mund schmieren können oder Leute für etwas übermäßig begeistern können sondern die Zahlen arbeiten für mich. In starren Vertriebsstrukturen, wo man jeden Monat neue Listen für Vertriebsprodukte mit angepasster Provisionstabelle vorgesetzt bekommt natürlich nur schwer umzusetzen, dafür habe ich Verständnis.

Das Problem, das die Gesellschaften darin sehen liegt nämlich nicht in der fehlenden Bereitschaft der Kunden für eine gute Beratung auch "gutes Geld" zu zahlen; ein guter Berater ist für den Kunden nicht mit Kosten verbunden, ist wie der Steuerberater. Sondern das man mit erhöhten Gebühren natürlich einen wunderbaren Cashflow generieren kann, der dazu dient Strukturen dauerhaft zu finanzieren und man auf das Neukundengeschäft nicht derartig angewiesen ist.

Ich komme an dieser Stelle nochmal auf die Deka zu sprechen; 20 Fonds haben ein Fondsvolumen von 10 Milliarden oder mehr ich nehme mir mal 2 raus, da diese nicht in die Sparte Altersvorsorge fallen: DE0009809566 & DE000DK2CDS0 zusammen haben diese: 29,2 Milliarden Euro Volumen, das bedeutet bei Ausgabeaufschlägen in Höhe von 3,75% und 5,26% sind da 1,36 Milliarden Euro Erfolgs und Performance unabhängige Gebühren erhoben worden und die TER sorgt mit 1,48% und 0,9% für jährlich 330 Millionen Euro Cashflow.

Als Alternative zum DE000DK2CDS0 ohne nun ins Detail zu gehen würde sich der IE00B8GKDB10 anbieten (ausdrücklich keine Anlageberatung) dieser kommt ohne Ausgabeaufschlag daher und hat eine TER von 0,29% bei 20.000 Euro Anlagevolumen gesparte Kosten im ersten Jahr: 988 Euro oder aufs Fondvolumen bezogen: 138 Millionen Euro ohne Ausgabeaufschlag p.a.

Eine Alternative zum DE0009809566 lässt sich nur schwer finden; mit 2% p.a. Performance und 2,6% Ausschüttungen braucht es halt schon etwas Geduld um die 5,26% Ausgabeaufschlag zu kompensieren, liegt aber in der Natur der Sache, da der Fonds Immobilien hält und hier keine astronomischen Renditen erwirtschaftet werden können. Wer jedoch bei den Facts: Immobilien und Europa bleiben möchte könnte mit dem LU1812091194 zumindest auf 0,3% TER kommen, bei einer Performance von aktuell ~ 19% p.a.

Einsparpotential beim Immobilienfonds (obwohl Äpfel mit Birnen verglichen) 105 Millionen Euro p.a. aufs Fondsvolumen.

Somit könnten die Anleger einer Fondsgesellschaft pro Jahr bei nur 2 von über 400 angebotenen Fonds ohne Ausgabeaufschlag fast 250 Millionen Euro sparen: und es ist ja nun nicht so als würde der Anbieter der ETFs daran nicht einen Cent verdienen; denen geht es ja durchaus auch nicht schlecht.
 
dopheus

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HappyDiamond

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Meine „Bankberaterin“ hat mir in den letzten Jahren wiederholt Versicherungsprodukte angeboten. Sowohl Dinge wie Unfallversicherung, als auch Produkte zur Geldanlage. Habe Sie jetzt gebeten das doch bitte zu unterlassen. Das riecht mir auch nach Motivation durch Provision.
 
Prof.Calabash

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Wie seht ihr Porsche derzeit? Ich frage mich gerade ob wir bald die 60 oder doch die 100 sehen...

Bei Münchner Rück habe ich heute die Gelegenheit genutzt und nachgekauft, da ich davon ausgehe dass der Rücksetzer dort erstmal überwunden ist.

Münchner Re läuft:-)

Porsche short heute mal aufgebaut...ich sehe da keine Unterstützung bis 60€
 
Brasileiro

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Bei MOR bin ich mal gespannt, ob wir jetzt etwas Momentum sehen werden.
APPS hatte ich vor den Zahlen im Peak zu 75% verkauft. Mit 25% bin ich wieder fast auf “Start” gerutscht. Habe jetzt bei 55 wieder 25% draufgelegt, Gehts weiter runter, leg ich nach.
 
Radomega.

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Autodesk sieht interessant aus. Zahlen waren im Rahmen der Erwartungen, aber die Aktie deutlich abgestraft gestern.
 
eretmodus

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Ich finde aber das es auch weiterhin noch Berater in Banken geben sollte.

Oder sollen die Kunden dann uber Check24 beraten werden? 😎
 
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