Kann man den Kauf einer Lookalike Uhr vermeiden?

Diskutiere Kann man den Kauf einer Lookalike Uhr vermeiden? im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo Ihr Lieben, Man findet eine Uhr, sie gefällt, man kauft und irgendwann stellt sich heraus, dass es sich DOCH um ein Lookalike handelt...
Skletti

Skletti

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Hallo Ihr Lieben,

Man findet eine Uhr, sie gefällt, man kauft und irgendwann stellt sich heraus, dass es sich DOCH um ein Lookalike handelt. (oder eine "Hommage" - mir graust es jedesmal, dieses Wort hier zu lesen)

Was meint Ihr? Kann man sich beim Kauf einer neuen Uhr sicher sein, ein echtes "Original" zu erwischen, ein Model, welches, zumindest so ähnlich, noch nie da war? Ich denke nicht.

Dabei meine ich natürlich nicht die "offensichtlichen" wie Rolex oder Breitling. Oder auch Panerai, wobei ich zugeben muss, dass ich die, vor meiner Mitgliedschaft hier, auch nicht kannte. :oops:

Sonnige Grüsse,
Ivo

PS: Bestimmt wurde dieses Thema schon hier und da diskutiert. Einen eigenen Faden habe ich jedoch nicht gefunden.
 
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roter.papagei

roter.papagei

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Die Frage ist doch, ob man bei industriell hergestellten Serienprodukten überhaupt von "Original" sprechen kann. Bei einem Kunstwerk wie z. B. einem Bild von Picasso sieht jeder ein, dass es genau ein Original gibt. Aber wie ist das z. B. mit der Submariner? Die allererste Rolex Submariner aus dem 50er Jahren wäre dann wohl das Original, alle nach diesem Geschmacksmuster produzierten Uhren sind Hommagen oder Lookies.

Um deine Frage zu beantworten: Kaufe ein kunsthandwerklich hergestelltes Einzelstück, nur dann hast Du ein Original.
 
T

Tomcat1960

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Ich weiß ja nicht, worum es Dir geht. Aber zum einen ist der Preis eine ganz gute Indikation ;-), zum anderen sollte man es (live) an der Verarbeitung merken. Im Web ist natürlich immer ein gewisses Risiko dabei.

Auf der sicheren Seite bist Du, wenn Du jemanden fragst, der sich mit der Marke auskennt, und zwar bevor Du kaufst ;-)

Grüße
Tomcat
 
Imago

Imago

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Hi!

Ich denke man kann dem schon entkommen. Schwierig wird es zu definieren, ob ein bestimmtes Detail welches beiden Uhren ähnlich ist, schon als ein Lookalike" bezeichnet werden kann. Ist wohl eher Auslegungssache. Es gibt bestimmt einige Uhrenliebhaber hier, die sich mit dem Markt- und Markenangebot über mehere Jahre oder gar Dekaden intensiv beschäftigt haben.

Die Vielfallt an Uhren ist ja enorm, viele große Herrsteller geben mit Sicherheit ein Vermögen aus um innovativ zu bleiben, vor allem was Design angeht. Trends müssen ja gesetzt werden und die Wünsche derjenigen erfüllt werden die entweder mit der Marke gemeinsam einen Trend unterstützen, oder ihn eben "beukottieren", also nicht untersützen wollen. Was auch leider nicht immer nur ein Frage des Geschmacks ist, sondern oft wieviel man für ein gewünschtes Produkt ausgeben möchte. Gefällt das gesamte Auftreten der Uhr, entwickelt sich ein Trend automatisch und provoziert "Trittbrettfahrer", die auch ein Stück vom Kuchen ab haben möchten. Oder man sieht es aus der anderen Richtung und der "Lookalike" Verkäufer ermöglicht den weniger Betuchten, oder diejenigen die nicht so viel Geld dafür ausgeben möchten, auch so eine ähnliche Uhr zu besitzen.

Wo wir uns aber einig sein dürften, weil es nur so funktioniert, ist das eine Hommage oder sonst wie genannt, immer das günstigere Pendant zum innovativen Original ist. Was wohl auch nur deswegen Erfolg hat, weil die Unternehmen viel Geld in die Entwicklung des Designs stecken. Manche Marken müssen schon gar nicht mehr ästhetisch aussehen um gekauft zu werden, da sie ein bestimmtes Image vertreten.

Es gibt genügend Uhren auf dem Markt die eigenständig sind, und das so lange, bis sie einen Trend auslösen, oder generell als Vorlage anderer Hersteller dienen. Viele "Nacharmer" produzieren wohl schon bevor bestimmte Verkaufszahlen erreicht sind, weil die "Innovativprodukte" des Herstellers, welcher das Produkt auf den Markt gebracht hat, immer gerne gekauft werden, da es eben ein bestimmtes Image vertritt.

Man muss sich im Großen und Ganzen einfach nur bei den teureren, innovativen Herstellern informieren, eine Marke ohne Rang und Namen wird sich auch durch ein Innovatives Design nie als Vorlage für eine Hommage entwickeln. Denn der Trend besagt: Teures wird gern günstig imitiert.

Und darum geht es ja in vielen Fällen auch. Nicht immer, aber oft.

Ein renomierter alt eingesessener Uhrenhersteller, der auf dem Markt allseits bekannt ist, muss mit "Lookalikes" seines Topmodels rechnen. Ein günstiger unbekannter Hersteller wohl eher weniger. In meinen Augen kristallisiert sich da eine klare Hyrarchie heraus. Alles andere wäre ja auch irendwie unlogisch.

Ein Top Hersteller steht für Innovation und Qualität, für dieses und für das Image dieser Marke zahlt man eben teures Geld. Erster zu sein, Trends zu setzen und das auf einem qualitativ hohem Niveau kostet nebenbei eben auch Geld. Mancheiner ist bereit es auszugeben, ein anderer ist dankbar für ein "Lookalike".

Eine Hommage an eine qualitativ hochwertige Uhr, ist ein Beweis für den Erfolg der Marke, des Typs oder des Images.
Ich denke auch nicht das ein Unternehmen "Lookalikes" als Kunkurrenz ansieht (ich spreche hier nicht von Plagiaten), denn diese tragen eben jene, die sich die Innovative Marke nicht leisten können. Somit sollten doch alle zufrieden sein :)

Ich habe mir hinsichtlich der Wortfindung mühe gegeben um keinen auf den Schlipps zu treten. Der Beitrag soll hier keinen anspielen oder abstempeln. Es ist meine, hinsichtlich beider Seiten, tolerante Meinung.

LG Stevie
 
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Gustav25

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Aber wie ist das z. B. mit der Submariner? Die allererste Rolex Submariner aus dem 50er Jahren wäre dann wohl das Original, alle nach diesem Geschmacksmuster produzierten Uhren sind Hommagen oder Lookies.
Ich würde es so ausdrücken: Die Ur-Submariner ist das Original und die neueren Submariners sind die einzig legitimen Nachfolger/Hommagen. Alle anderen "Hommagen" von anderen Herstellern sind für mich nur Kopien, die nicht gebaut wurden um das Original zu ehren, sondern um Kasse zu machen.
 
roter.papagei

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@Gustav25: Alle Premiumhersteller leben davon, dass sie ständig modellgepflegte Hommagen ihrer Klassiker auf den Markt bringen. Nach deiner Meinung gibt es also zwei Gruppen von Hommagen: Die guten und die bösen.
 
Uhrbene

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Was meint Ihr? Kann man sich beim Kauf einer neuen Uhr sicher sein, ein echtes "Original" zu erwischen, ein Model, welches, zumindest so ähnlich, noch nie da war? Ich denke nicht.

Klar geht geht das. Mir fällt spontan MBF ein: Maximilian Büsser & Friends Es war aber schon immer etwas teurer, usw...

Ansonsten ist die Welt einfach: Eine Panerai ist ein Original, eine Getat ein Lookalike/Klon/Nachbau/Imitation/was auch immer
 
herrschneider

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Was meint Ihr? Kann man sich beim Kauf einer neuen Uhr sicher sein, ein echtes "Original" zu erwischen, ein Model, welches, zumindest so ähnlich, noch nie da war? Ich denke nicht.
Da kann man ein hübscher Spiel draus machen: Du zeigst uns eine Uhr und wir sagen dir, bei wem das Design geklaut wurde...
 
roter.papagei

roter.papagei

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@Uhrbene: Eine aktuelle Panerai ist immer eine Hommage an ein Original aus den 30er-50er Jahren. Nur wenige Sammler besitzen die Originale, also die Uhren aus der ersten Serie. Die sind praktisch unbezahlbar und sehr selten.
 
Uhrbene

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@Uhrbene: Eine aktuelle Panerai ist immer eine Hommage an ein Original aus den 30er-50er Jahren. Nur wenige Sammler besitzen die Originale, also die Uhren aus der ersten Serie. Die sind praktisch unbezahlbar und sehr selten.
Ist mir durchaus bekannt (bin ja nicht umsonst Vorstand P.O.C.). Das ganze ist eine Definitionssache. Ich würde eine aktuelle Panerai nie als Hommage bezeichnen.
 
fantomaz

fantomaz

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Liegt doch irgendwie immer im Auge des Betrachters, oder?

Ich habe mir vor Jahren eine Invicta Taucheruhr gekauft, eine Uhr,
die den Wiedereinstieg (nach den Jahren der Firmengründung,
Familiengründung, etc.) in meine Sammelleidenschaft auch mit-
begründete.
Dann kam irgendwann das Uhrforum und ich musste entdecken,
dass es von der Invicta ein berühmtes 'Original' gab. War mir,
obwohl ich mich beruflich bedingt auch mit Urheberschaft aus-
einandersetzen muss, nicht klar. Ich hätte da Stein und Schwein
geschworen: diese Uhr gibt es zu tausenden von jeder x-beliebigen
Firma, sie unterscheiden sich nur marginal, eine Urversion wird
und ward es nicht geben. Sozusagen wie der Begriff „Auto”, das
gibt es auch von verschiedenen Herstellern und niemand erhebt
heute den Anspruch auf das Original (Motor, 4 Räder, Gehäuse).

Und nun? Was soll ich mit der Invicta machen? Tragen und freuen!

Alexander
 
roter.papagei

roter.papagei

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@Uhrbene: Ja, wir benutzen den Begriff Original wohl unterschiedlich. Ich denke dabei an den Ursprung einer Sache: Für mich ist nur die Quelle der Ursprung von einem Fluss. Du nimmst gleich den ganzen Fluss.
 
retro

retro

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Am ehesten noch in dem man sich viel mit Uhren beschäftigt. Meine ersten paar Uhren waren alles "Hommagen".
Meine zweite eine eigentlich ziemlich dreiste aus 2 Uhren (Gehäuse von der einen, Ziffernblatt von der anderen), meine dritte (die lieb ich leider heiß, das Original kostet 10k wie ich inzw. weiß) könnte man als Kopie bezeichnen (andere Zeigerfarben, anderer Markenname) > alle unwissend gekauft, einfach eine schöne Uhr. Wobei das 10k Original ganz streng genommen auch ein "modern take" eines klassischen Fliegerdesigns ist.

Abgesehn davon das gern kassa gemacht wird mit lookalikes > gabs halt auch schon ziemlich viele Uhrendesigns > d.h. je nach persönlichem Geschmack kanns da ganz schön eng werden mit neuem frischen eigenständigen Design
 
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Skletti

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Da kann man ein hübscher Spiel draus machen: Du zeigst uns eine Uhr und wir sagen dir, bei wem das Design geklaut wurde...
Genau das meine ich. Man kann nie sicher sein, ob nicht irgendwann schon so etwas da war. Bei einer "normalen" Uhr hat man ja auch nicht so viele Möglichkeiten zu gestallten, ohne dass man irgendwo, (möglicherweise auch unbewusst) eine Designanleihe macht.

Bei meiner Frage hatte ich übrigens kein "Fallbeispiel" im Hinterkopf. Es ist mir halt schon mal aufgefallen, dass, zum Beispiel, bei einer Vorstellung, früher oder später jemand darauf hinweist, dass diese Uhr jener Uhr ähnelt.

Sonnige Grüsse, und danke schon mal, für die bisherigen, interessanten Ausführungen :super:
Ivo
 
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Sedi

Sedi

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Ja, ein schwieriges Thema. Was ich versuche zu vermeiden sind "Hommagen" von aktuell noch vom Originalhersteller produzierten Modellen. Weniger eng sehe ich das Ganze, wenn ein vintage Design nicht mehr vom ursprünglichen Hersteller angeboten wird, wie zb das Design meiner Boccia:

Stammte ehemals von Lange und wurde von Stowa und später Nomos übernommen.
Oder das Design einer vintage Blancpain FF oder einer Omega Seamster 300. Ist original nur zu haben, wenn man sich gut mit vintage Uhren auskennt.
Und vollends egal ist es dann bei Entwürfen, die auf Vorgaben beruhen, wie die ganzen B-Uhren. Da steht ja kaum eine eigene Designleistung der Hersteller dahinter.
Also seh ich das Ganze zunehmend entspannter. Ausser so Bekloppten wie uns achtet im echten Leben eh kaum einer drauf, was das Gegenüber am Handgelenk trägt. Die chinesische Fälscherindustrie unterstütze ich aber nicht, also "ungelabelte" Hommagen, die auch als Fake angeboten werden, mit Namen auf dem ZB -> NoGo. Bei Boccia kann ich ja relativ sicher sein, dass die nicht hergehen und die Uhr heimlich auch mit Stowa auf dem ZB produzieren :D.

Gruß, Sedi :-)
 
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Uhr-Enkel

Uhr-Enkel

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Ich habe nicht gewußt, daß der Steinhart Aviation Chronograph von Bell & Ross inspiriert ist. Stört mich aber nicht.
 
Tschassy

Tschassy

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Kann man sich beim Kauf einer neuen Uhr sicher sein, ein echtes "Original" zu erwischen, ein Model, welches, zumindest so ähnlich, noch nie da war?
Was die Definition von Original angeht, sehe ich es wie roter.papagei - was soll das mit Millionen von Originalen? :shock:

Aber wenn es sich (tatsächlich) um ein eigenständiges Original-Design handelt, so habe ich schon mehrmals erlebt, daß mir eine abgewandelte Design-"Kopie" besser gefällt als das ursprüngliche Design z.B. die "Kopie" hat schönere Zeiger, besser geordnetes ZB ... In dem Falle kaufe ich ganz bewußt das (für meinen Geschmack) verbesserte Design.
Als konkretes Beispiel nenne ich die Junghans 027/4600.00 und Dugena 7000033. Das Design der Dugena finde ich um Längen besser als das der Junghans.

Es würde mich auch weniger stören, ein Modell zu tragen, das als Design schon mal da war, als eine Uhr am Arm zu haben, die mein Kollege oder Sitznachbar im Zug auch trägt. Ist mir bis heute noch nie passiert.

Gruß, Bert
 
Skletti

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(...) In dem Falle kaufe ich ganz bewußt das (für meinen Geschmack) verbesserte Design.
Als konkretes Beispiel nenne ich die Junghans 027/4600.00 und Dugena 7000033. Das Design der Dugena finde ich um Längen besser als das der Junghans.(...)
Ja, geht mir auch so. Ich habe ja persönlich absolut kein Problem mit Lookalikes, weder bei mir, noch bei Anderen, auch wenn mein Eingangspost vielleicht einen anderen Eindruck erweckt hat. Ich kaufe was mir gefällt und in meinem Preisrahmen liegt.

Es ist nur so, dass, wenn man Lookalikes bewusst vermeiden wollte, man wohl Schwierigkeiten hätte.

Ist eigentlich überall so, Musik, Mode, Architektur... alles irgenwie schon mal da gewesen.

Sonnige Grüsse,
Ivo


PS: Die Dugena gefällt mir übrigens auch im Detail besser, als die Junghans.
 
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