Kamera- und Fototalk

Diskutiere Kamera- und Fototalk im Fotografie Forum im Bereich Small Talk; Im Grunde hast du recht. Allerdings kommt bei mir berufliche Erfahrung hinzu: Deswegen bin ich gerade verliebt, in die Canon R5! Das Ding hat...

febrika3

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Für mich gibt es nur ein Kaufargument: Will ich eine Kamera haben oder nicht. …

Im Grunde hast du recht. Allerdings kommt bei mir berufliche Erfahrung hinzu: Deswegen bin ich gerade verliebt, in die Canon R5! Das Ding hat viele Punkte der Fotografie einen anderen Level geführt. Macht keine einziges Foto besser, allerdings wird die Auswahl viel schwieriger, da sie viel größer wird. So viel technisch gute Fotos war nie ;)

Mit Leica kann ich nichts anfangen, ist bei mir ähnlich zu Rolex ;). Ich respektiere es trotzdem, wenn jemand unbedingt eine haben möchte.
 

MROH

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@febrika3 Du darfst aber nicht vergessen, dass der Blick eines Profis, selbst wenn mit Leidenschaft dabei, immer ein anderer als der eines Amateurs ist. Du kannst beispielsweise eine M Leica so geil finden, wie Du willst, aber im Stadion brauchst Du was ganz anderes.
Privat sieht das ganz anders aus. ;-)
 

revenger

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Nennen wir es Amateur, Dilettant, Liebhaber oder wie auch immer.
Der Unterschied zum sogenannten Profi ist nur einer. Erstere müssen damit nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten.
Selbst Karl der Große Lagerfeld, dessen Photographie ich übermäßig schätze, war photographisch ein Dilettant, er betrieb die Photographie aus Liebe und Leidenschaft. Er war nicht auf ein Ein- bzw. Auskommen aus selbiger angewiesen.

LG Henry
 

MROH

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Der Unterschied zum sogenannten Profi ist nur einer. Erstere müssen damit nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten.
Einen anderen Unterschied mache ich nie, lieber Henry. Es gibt begnadete Amateure genau wie talentlose Profis.
Was ich aber an jedem Fotografen schätze, egal wie gut oder schlecht er ist: Hingabe und Leidenschaft für die Fotografie.

Robert Capa schrieb einmal: "Wenn Deine Bilder nicht gut sind, warst Du nicht nah genug dran!" Ich denke nicht, dass damit die räumliche Distanz gemeint war, sondern die emotionale. Aber das ist nur meine Meinung, vielleicht war ja doch nur die räumliche Distanz entscheidend. Das würde mich allerdings enttäuschen.
 

febrika3

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Ich glaube, dass bei Capa zu Kriegszeiten schon die räumliche Distanz gemeint war. Zumindest wird sein Satz in diesem Kontext zitiert.

@ Lagerfeld
Es reicht als Unwissender einen Haufen guter Assistenten zu haben ;). Legendär finde ich seine Werbung für Hasselblad, auf der er eine Phasone in der Hand hat :D. Das war in irgendeinem Beitrag einer Zeitschrift.
 

Mueller27

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Zum Unterschied "Profi" und "Amateur": Den man übrigens nicht am Equipment erkennen kann, nicht zuletzt weil ein Großteil des teuren, für Profis konzipierten Equipments, am Ende eben schon immer von finanzstarken Hobbyisten gekauft wurde.

Der Unterschied in Bezug auf die benutzte Technik scheint mir recht einfach zu sein, und vor allem auf einem ganz besonderen Punkt im Anforderungsprofil zu liegen: Zuverlässigkeit.

Der Amateur kann genauso ernsthaft, gut und ambitioniert arbeiten wie der Berufsfotograf, nur wenn eine Session oder eine einzelne wichtige Aufnahme technisch daneben geht, weil die Kamera und ihr Autofokus vielleicht zu langsam war, die Lichtsstärke oder Brennweite in dem Moment unpassend war, oder die Kamera aufgrund ungünstiger Verhältnisse wie Feuchtigkeit oder ruppiger Umgang plötzlich ihren Geist aufgibt , dann ist das beim Amateur zwar ärgerlich, vielleicht hat er auch viel Geld zum Fenster rausgeworfen und Zeit vergeudet, ist vielleicht tausende von Kilometer um die Welt gereist, und sicher hat auch der Amateur dann eine unwiederbringliche Chance auf ein tolles Bild vertan - aber all das ist für ihn nicht existensbedrohend.

Der Berufsfotograf - der auch von seinem Ruf lebt - kann sich kein Risiko leisten und wird immer alle nur denkbaren Vorkehrungen treffen, dass er ein Equipment mit in jeder Hinsicht maximaler Zuverlässigkeit benutzt.

Passt das aus eurer Sicht als Definition?
 

Lemonbaby

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Einen anderen Unterschied mache ich nie, lieber Henry. Es gibt begnadete Amateure genau wie talentlose Profis.
Was ich aber an jedem Fotografen schätze, egal wie gut oder schlecht er ist: Hingabe und Leidenschaft für die Fotografie.

Robert Capa schrieb einmal: "Wenn Deine Bilder nicht gut sind, warst Du nicht nah genug dran!" Ich denke nicht, dass damit die räumliche Distanz gemeint war, sondern die emotionale. Aber das ist nur meine Meinung, vielleicht war ja doch nur die räumliche Distanz entscheidend. Das würde mich allerdings enttäuschen.
Capa meinte damit wortwörtlich die räumliche Distanz. Klingt retrospektiv allerdings leicht ironisch, da er meines Wissens pünktlich zum Lebensende auf eine Landmine getreten ist.
 

MROH

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@Mueller27 Das ist schon viel zu viel, Carsten.

Ein Profi verdient damit sein Geld, der Amateur nicht. Aussagen über die Qualität eines Fotografen stehen auf einem anderen Blatt.

@Lemonbaby Das ist für einen Kriegsfotografen vermutlich auch eine zutreffende Beschreibung. Für mich persönlich würde ich dieselbe Wortwahl anders definieren. Ich halte beides für richtig, sprich egal wie man es dreht, Capa hatte Recht. Schade, dass die Konsequenz daraus für ihn so hart und unbarmherzig war. Toller Fotograf (wie so viele andere auch).
 

Mueller27

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@Mueller27 Das ist schon viel zu viel, Carsten.
Ein Profi verdient damit sein Geld, der Amateur nicht. Aussagen über die Qualität eines Fotografen stehen auf einem anderen Blatt.

Mein kleiner Versuch oben eine These zu formulieren, ging ja darum, welchen Auswirkungen auf das Equipment sich aus diesem "damit sein Geld verdienen" ergibt. :-)
Warum Amateur und Profi - selbst wenn wie vielleicht gleich arbeiten, die gleichen Skills haben und auch die erzielten Ergebnisse gleich sein können - trotzdem andere Anforderungen an ihr Equipment stellen, und welche das sein könnten: Eben die Zuverlässigkeit.

Ich erinnere mich noch an meine Studentenzeit in den 90ern, in der ich drei Jahre lang meinen Lebensunterhalt zu 100% als kommerzieller Fotograf/Freelancer im Journalismus bestritten habe: Ich war der gleiche Fotograf, mit der gleichen Herangehensweise, aber privat habe ich gerne mit alten manuellen Kameras oder dem neusten Scheiß experimentiert, mit Mittelformat oder Leica-Messucher- sobald aber ein beruflicher Termin anstand habe ich ausnahmslos immer die moderne Nikon-Autofokus eingepackt: Weil ich wusste, das Ding funktioniert immer und jedes Bild wird was.

Hätte ich bei einem wichtigen Termin nur 1x nicht geliefert wäre ich den Job als "Freier" los gewesen.
 
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T. Freelancer

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Hmm :hmm: , Equipment. Ich glaube da habe ich nur die Spannbreite von Einwegkamera über TLR bis DSLM zu bieten.
Am spannendsten finde ich aber im Moment: Selbstentwickeln von Film. Ich habe keine Lust mehr jeden 2. Tag zu Rossmann zu dackeln oder mich mit der geschätzten Entwickler- und Scanner-Boutique lange zu befassen.

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Das waren jetzt mal 2 Farbfilme.
 
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Golden Gate

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Mein kleiner Versuch oben eine These zu formulieren, ging ja darum, welchen Auswirkungen auf das Equipment sich aus diesem "damit sein Geld verdienen" ergibt. :-)
Ich glaube, ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Profi und Amateur liegt in der Zeit für die postproduktion. Der Profi hat in der Regel nicht so viel Zeit, weil sich sonst sein Job schlicht nicht lohnt. Wenn ich mal Auftragsarbeiten durchführe, spüre ich auch deutlich mehr Druck, dass alles klappen muss. Gleichzeitig habe ich aber immer noch genügend Zeit für die postproduktion. Müsste ich jedoch davon leben und würde mir selbst eine Kostenkalkulation auferlegen, würde ich einen kürzeren Workflow veranstalten. Ich bin überzeugt, dass die Qualität dann nachlässt. Jedenfalls, was das Künstlerische angeht.
 

T. Freelancer

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Ich habe jetzt hier noch eine interessante Kamera mit Film. Das ist ein Ferrania Solaris "expired 7/2010". Bin mir nicht sicher, ob die bei mir noch Licht sieht. :hmm: Durchleuchtet wurde er auf dem Weg aus Japan bestimmt schon ;-).


3J8A7607.JPG

Unbearbeitetes JPG.Bild, eben mit dem aller letztem Tageslicht und der Canon R6, ISO 10000, Tamron 17-35mm f/2.8 bei 35mm
.
Aber obigen nicht mehr produzierten Film in ein Großlabor geben, das wird wohl nix. Und daher eher etwas für die Vitrine (hüstel).

Ergonomisch für zarte Hände eine Traumkamera:

3110710-8fc7eff06cbc5cf1776c40c2ddcb53d1.jpg

und die Urgroßmutter. Um Markengedanken den Wind aus den Segeln zu nehmen, denn tatsächlich ist Canon gar nicht meine erste Kameraliebe. Aber irgendwann ging ich in so einen Ringfoto Laden hier, der auch einen Versand im 1. Stock unterhielt und da ließ ich mir einige wenige DSLRs zeigen. Da bin ich auf einer Canon 600D hängen geblieben. Im Laufe der Zeit kamen dann zu der Kit-Linse noch ein Makro, ein EF-S Telezoom und ein Sigma 10-20mm Weitwinkel. Das war sehr profane Geschichte damals. Und DSLRs habe ich auch gar nicht mehr. (o.k. außer einer E520, die hier verstaubt).
 
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