Junghans Tischuhr Restaurierung

Diskutiere Junghans Tischuhr Restaurierung im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo, Ich wollte euch hier mal meine Junghans Uhr vorstellen, es ist die erste Uhr die ich restauriere, darum wollte ich hier mal wissen was...
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Uhrmacher11

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Hallo,
Ich wollte euch hier mal meine Junghans Uhr vorstellen,
es ist die erste Uhr die ich restauriere, darum wollte ich hier mal
wissen was ihr davon haltet,
ich habe das Werk zerlegt und die Teile in einer Lösung aus
Schmierseife, heißem Wasser und Salmiakgeist einwirken lassen
(Dieses Rezept stammt aus dem Buch "Die Uhr und ihre Mechanik" S. 76").
Ich habe die Teile wie dort beschrieben 10 min einwirken lassen,
bin mir aber nicht ganz sicher ob das genügt, denn mir kommen die Teile
noch immer schmutzig vor, schaut euch bitte die Bilder an und sagt mir ob das so genügt. Nun wollte ich mit dem Zusammenbau beginnen,
ich hab mir vorher alles genau skizziert, damit ich noch weiß, wie es zusammengehört.
Sollte ich es nun auch noch Ölen (Öl hab ich bereits, Koch Uhrenöl Nr. 4) ?
Wenn ja wie ?
 

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steffl62

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Hallo Uhrmacher11,
also erstal herzlichen Glückwunsch zu Deinem ersten Werk; allerdings fürchte ich das Dich jetzt der selbe Virus infiziert hat an dem auch viele andere Uhrenverrückte leiden. :-D absolut Unheilbar :-D

Das Reinigungsmittel das Du dir da gemacht hast ist durchaus O.K. und dar Resultat mit immer noch leicht fleckigen Metalloberflächen ist auch ganz gut so, Hauptsache es ist kein Schmutz oder altes Fett und Öl drauf. Als nächstes musst Du die Teile aber gut in Waschbenzin spülen damit der Salmiak auch aus der letzten Ritze raus kommt der wirkt nämlich korrosiv auf das Messing. Danach solltest Du alle Lagerlöcher mit Putzhölzern (es gehn auch Zahnstocher) solange reinigen bis sicher kein Dreck mehr drin ist. (Bei der gelegenheit werden auch ausgelaufene Lager gefunden und ersetzt das ist allerdings noch zu kompliziert beim ersten selbst gereinigten Werk ;-)).
Der nächste Schritt ist dann alle Eisenteile (Achsen Zapfen, Triebe, Hebel,..) zu konservieren (vorm verrosten bewahren). Dazu verwende ich eigenes Korrosionsschutzöl geht aber im wesentlichen auch jedes andere vollsynthetische Öl (unbedingt ohne Silikonzusatz). Die Teile werden mit einem kleine Pinsel mit dem Öl eingepinselt und danach gleich wieder mit einem Putzfetzen grob abgewischt (die Teile sollen nicht glänzen sonst ist noch zu viel drauf). Die zurückbleibende hauchdünne Ölschicht schützt dann wieder für ein paar Jahre. Eine andere Möglichkeit für den Rostschutz wäre auch noch die Behandlung mit Mikrokristallinwachs.

Bei den Messingteilen musst Du nach der letzten Wäsche darauf achten das Du nicht mit bloßen Händen dran kommst, die Fettsäuren Deiner Fingerabdrücke greifen sonst das Messing an (ist eine langfristige Sache, die ersten Tage siehst Du davon nichts).
Tja; dann erfolgt einfach der Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge des zerlegens :-D.
Um's Ölen brauchst Du Dir vorerst keine großen gedanken machen das kommt immer erst ganz am Schluß, dem Werk schadet es nicht ein paar Stunden ohne Öl zu laufen wenn die Lager und Zapfen sauber sind. Das Uhrenöl Nr.4 das Du dir besorgt hast ist übrigends genau richtig für Dein Weckerwerk und auch für alle anderen Großuhrwerke. Für die Zugfedern kannst Du Auto-Motoröl zum Schmieren und Konservieren verwenden. Dafür ist das normale Uhrenöl zu dünn (und auch zu teuer). Beim Ölen gilt für Uhrwerke weniger ist mehr! Die meisten geben viel zu viel Öl und schaden damit mehr als sie nutzen. Dafür gibts aber eine ganz hervoragende Seite von Michael Stern: Sterns-Side: Reinigen/Oelen/Schmieren in der Uhrenwerkstatt

So genug gelabert, viel spaß beim zusammenbauen!
lg Christian

P.S.: Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten :-D
 
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Uhrmacher11

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Danke für die ausführliche Erklärung :-D,
Ich werd das Werk gleich zusammenbauen, wenn ich damit fertig bin stell ich wieder Bilder hier rein !
 
Chro_nos

Chro_nos

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Hallo Uhrmacher11


Ich stimme steffl62 zum größten Teil zu.

Es ist für ein Uhrwerk jedoch absolut schädlich, wenn man es ohne ausreichende Schmierung betreibt! Auch wenn es "nur" einige Stunden sind!

Die Reihenfolge ist daher: reinigen, zusammenbauen, ölen.

Wichtig ist auch, daß du keine zu ölende Stelle vergißt. Ein einziger nicht geölter Zapfen kann deine ganze Arbeit zunichte machen!

Wie weit bist du übrigens mit der Neuanfertigung des Fingers?


MfG:
Chro_nos
 
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Uhrmacher11

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Leider wohl doch nicht, ich hab namlich gerade bemerkt, dass ich keines der oben beschriebenen Mittel habe,
mir das also erst besorgen muss.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

@ Chronos Ich muss noch ein geeignetes Metall suchen,
außerdem weiß ich nicht wie lang der Finger sein soll, da mir der vordere Teil ja abgebrochen ist und aber ich denke mal so ca. 2-3 mm, oder ?
 
Chro_nos

Chro_nos

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Hallo Uhrmacher11


Bei der Neuanfertigung mußt du dich an den defekten Teilen orientieren.

Du legst beide defekte Teile möglichst passgenau auf das noch zu beschaffende Messingstück.

Dann kannst du den Umriß mit Hilfe einer Reißnadel auf das Messingstück übertragen.

Danach das Teil aussägen und mit entsprechenden Feilen in die Endform bringen.

Wenn du alles richtig gemacht hast, sollte die Malteserkreuzstellung funktionieren.

MfG:
Chro_nos
 
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steffl62

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Hallo Uhrmacher11


Ich stimme steffl62 zum größten Teil zu.

Es ist für ein Uhrwerk jedoch absolut schädlich, wenn man es ohne ausreichende Schmierung betreibt! Auch wenn es "nur" einige Stunden sind!

Die Reihenfolge ist daher: reinigen, zusammenbauen, ölen.

Wichtig ist auch, daß du keine zu ölende Stelle vergißt. Ein einziger nicht geölter Zapfen kann deine ganze Arbeit zunichte machen!
Hmm, kannst Du die Aussage irgendwie belegen? Das wiederspricht sich meiner Einschätzung nach mir sehr vielen alten Uhren die, mangels regelmäßiger Revisionen, schon jahrzehte lange "trocken" laufen. Wenn die Zapfen fachgerecht rolliert worden sind und das Werk frisch gereinigt ist wo soll denn dann die Reibung her kommen?

Nix für ungut aber meine Erfahrungen für Großuhren sind da halt andere zu Armband und Taschenuhren kann ich aber nix sagen.

lg. Christian
 
Chro_nos

Chro_nos

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Hallo steffl62.


Wenn die Zapfen fachgerecht rolliert worden sind und das Werk frisch gereinigt ist wo soll denn dann die Reibung her kommen?
Da ich ziemlich sicher bin, daß Uhrmacher11 keine gut ausgestattete Werkstatt besitzt, wird er wohl auch nicht in der Lage sein Zapfen zu rollieren, Lager zu ersetzen etc.

Das bedeutet unter anderem, daß die Zapfen möglicherweise eingelaufen oder anderweitig nicht in optimalem Zustand sind.

Das bedeutet schädliche Reibung, die nur durch Schmiermittelgabe zu verringern ist.

Ich sehe außerdem keinen Grund, der es notwendig werden läßt, eine Uhr stundenlang ohne Schmierung laufen zu lassen und erst dann zu ölen.

MfG:
Chro_nos
 
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steffl62

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Na ja, ich öle halt immer erst am Schluß um zu vermeiden das beim Handling das Öl von den Handschuhen oder diversen Putzlappen aus den Lagern gesaugt und womöglich noch über das frisch gereinigte Werk verteilt wird. Aber das richtig geölt werden muß bestreite ich ja auch nicht.

lg Christian
 
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Uhrmacher11

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So jetzt bin ich beim zusammenbauen,
wie geht man dazu am besten vor ?
 
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