Junghans REPETITION

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seiko

seiko

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Hallo an's Forum,

diese Tage schenkte mir ein Bekannter einen alten Wecker den er beim Aufräumen gefunden hatte und ihn eigentlich "Entsorgen wollte.
Doch zum Glück fiel ihm ein dass ich ja jeden "Schrott" annehmen würde. Und so landete der Wecker bei mir.
Mein erster Gedanke war, "Schon wieder was für meinen Sammelbunker".
Aber als ich die Beschriftung "Repetition" auf dem Zifferblatt las wurde ich jedoch neugierig.
Zuerst wurde die Uhr vom groben Schmutz befreit, und es zeigte sich ein eigentlich noch gut erhaltenes Stück. Besonders das Zifferblatt und die Zeiger sind noch sehr schön.
Lediglich die vormals fast weisse Lackierung ist vergilbt und schon etwas beschädigt.

So, bevor es weiter geht erst einmal Bilder des Weckers:










Nach dem Öffnen der Rückseite zeigte sich ein doch sehr verschmutztes Werk. Nach Aufzug und schütteln des Werkes setzte es sich mit einer jämmerlichen Amplitute in Bewegung um nach ein paar Sekunden seinen Dienst wieder aufzugeben.




Eine gründliche Reinigung mit anschliessender Ölversorgung ist dringend geboten.
Aber meine Neugierde was es mit dem hochtrabenden Wort Repetition auf sich hat wollte auch Befriedigt werden.
So wurden alle erreichbaren Lagerstellen mit einem Kriechöl vergewaltigt und nach kurzer Einweichzeit setzte sich das gute Stück in Bewegung.
Nun stand ich kurz davor das "Geheimnis" zu lüften.

Weckerwerk aufgezogen, Weckzeit eingestellt und nur noch etwas warten war angesagt.

Dann war es soweit: ca. 3 Sek. läuten dann ca. 12 Sek. schweigen. Wieder 3 Sek. läuten und 12 Sek. schweigen. Das ganze wiederholte sich 8 mal.

Tolle Sache, wenn ich bedenke wie grausam es sein kann von dem schrillen Dauerrasseln eines "normalen" Weckers in die Wirklichkeit zurück geholt zu werden.

Aber wie funktioniert dieser Wecker, wie kommt dieser angenehme Weckrythmus zustande ?

Für alle die es interessiert folgt hier meine Erklärung.




Die beiden wichtigsten Teile hierfür sind, 1. das auf der nach hinten verlängerten Sekundenradwelle angebrachte Viereck mit den kurvenförmig nach innen gezogenen Seitenlinien (ich habe die genaue Bezeichnung für diese Form leider nicht gefunden, desshalb im folgenden "Viereck" genannt)

2. der Winkelförmige Hebel der in den Läuthammer eingreift und zeitweise mit dem "Viereck im Eingriff ist (im folgenden Winkelhebel genannt).







Der Winkelhebel folgt beim Läuten den Bewegungen des Hammers da er ja wie bereits gesagt mit diesem in Verbindung steht. Auf dem Bild oben ist die Situation währendt des Läutens zu sehen. Die Bewegegung des Hebels ist als verwichter Schatten zu erkennen.








Hier sieht man den Beginn der Situation "Weckpause". der Winkelhebel wird duch das "Viereck" gehalten und dieser blockiert somit den Schlaghammer (für ca. 12 Sek.).







Hier immer noch die "Ruhestellung" (ungefähr in der Hälfte der Weckpause)

Das Teil des Winkelhebels welches in das "Viereck eingreift ist beweglich gelagert und wird durch eine kleine Feder nach oben gedrückt. Dies ist wichtig, denn käme es bei der nach oben Bewegung des Winkelhebels zu einer Kollision mit dem "Viereck" würde das Werk zum stehen kommen.









Hier die Situation kurz vor Beendigung der Weckpause. Dreht die Sekundenwelle noch ein oder zwei Tackte weiter gibt das "Viereck" den Hebel wieder frei und das Läutwerk ist für ca. 3 Sek. wieder frei.



Das ganze wiederholt sich etwa 8 mal, bis die sich entpannende Aufzugsfeder des Weckwerkes einen Hebel noch oben bewebt (siehe erstes Werk-Bild) und das Läuten beendet.

Eine feine Sache und ein durchaus interessantes Stück, wie ich meine.

Ich werde den Wecker demnächst einer Reinigung unterziehen und dann mal einen Selbsttest an der Front durchführen. Wenn er sich bewährt fliegt mein Radiowecker endlich raus.

Zurück zum Zifferblatt, hier mal Bilder bei Dämmerung...





... und bei Nacht.





So, das war's für heute. Ich hoffe es war für Euch Interssant und hat dem einen oder anderen gefallen.

Vielen Dank für's Lesen und immer eine gute Zeit wünscht Euch

Seiko
 
tga1504

tga1504

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Hallo Seiko,

tolle Vorstellung einer interessanten Technik. Man merkt, du bist mit Begeisterung dabei. Im Dunkeln leuchten Ziffern und Zeiger ja noch super! Schön, daß das gute Stück bei dir jetzt ein neues Leben hat:super:

Viele Grüße ! Thomas
 
Chro_nos

Chro_nos

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Hallo seiko

Dir ist ein Wecker mit einem qualitativ hochwertigen Werk in die Hände gefallen.

Wenn du ihn sorgfältig reinigst und anschließend wieder mit Öl versorgst, kann er dir noch viele Jahre treue Dienste leisten.

Aber wichtig ist vor allem folgender Aspekt: Er bleibt bei Stromausfall nicht stehen und weckt dich somit pünktlich!

Viel Erfolg bei der Reparatur! :super:

MfG:
Chro_nos
 
TDIFlorian

TDIFlorian

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Hallo,

das ist ja mal ein richtig schicker Wecker und toll erhalten. Der mußte wahrscheinlich nie viel leuchten, anders kann ich mir den guten Zustand der Leuchtmasse nicht erklären.
Viel Spaß mit dem schönen Stück.

Gruß
 
Oelfinger

Oelfinger

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Ich glaube, das nennt sich Malteserkreuz.

Grüsse,

Günter
 
W

WeckerSammler

Gast
Hallo,

das ist ja mal ein richtig schicker Wecker und toll erhalten. Der mußte wahrscheinlich nie viel leuchten, anders kann ich mir den guten Zustand der Leuchtmasse nicht erklären.
Viel Spaß mit dem schönen Stück.

Gruß
Ich kann nur sagen, dass das mit dem viel/wenig Leuchten nix zu tun hat, Tritium (wurde ab Mitte 50er verwendet, also auch bei diesem Wecker) hat eine Halbwertszeit von 12,3 Jahren, das bedeutet, wäre dieser Wecker ca. 40/50 Jahre alt wär er knapp bei 1/16 seiner ursprünglichen Leuchtkraft, was kaum - gar nicht wahrnehmbar ist. Möglich ist allerdings, dass der Wecker mit Licht angeregt wurde, was zu einem Nachleuchten von bis zu höchstens einer Std. reicht. Damals ersetzte also das Tritium die Rolle des Lichts, was heute in NICHT mehr radioaktiven Leuchtfarben mit Erdkristallen und hochgeglühtem ZINKSULFID vorhanden ist, diese Erdkristall-Zinksulfid Mischung kann bis zu 10Std. nachleuchten.
 
uri3047

uri3047

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Hallo Oelfinger ! das ist keine Malteserkreuz ! das Malteserkreuz ist nur am Aufzug (als Einstellung) zur Federgangreserve angebaut,meist an Taschen-oder an Großuhren verbaut !


grüße von uri
 
H

holger 57

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Hallo,
dieser Wecker ist die logische Weiterentwicklung von Junghans BIFOX und TRIFOX.
Gruß Holger
 
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