Junghans Astra Taschenuhr

Diskutiere Junghans Astra Taschenuhr im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo Everybody, ich bin kein Uhrenfachman, aber Uhrenliebhaber und habe aus dem Nachlass meines Urgroßvaters noch eine Taschenuhr Junghans Astra...

JungeHans

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Hallo Everybody,
ich bin kein Uhrenfachman, aber Uhrenliebhaber und habe aus dem Nachlass meines Urgroßvaters noch eine Taschenuhr Junghans Astra :
mit weißen Jugendstil – Zifferblatt mit arabischen Ziffern, Doublé-Gehäuse, (ca. 1920er Jahre), goldfarbene Zeiger, kleiner Sekundenzeiger bei der 6, signiert "ASTRA" , mechanisches Uhrwerk mit Handaufzug, 3/4 Platine
Durchmesser ca. 48,7 mm , Gesamtgewicht ca. 70,6 g, Höhe ca. 13,8 mm
Nickel-Chrom Gehäuse mit Vergoldung; 2 Deckel; Mineralglas; Außenscharnier.
Der Zustand ist leider nicht so toll, sie geht nicht und das Gehäuse hat eine entsprechende Patina und Kratzer, aber ich habe gehört, es wäre ein Sammlerstück und ich würde sie gerne selbst benutzen.
Was kostet so eine Restaurierung/Reparatur ? Und was mir aufgefallen ist: auf allen Bildern, die ich im Netz von dieser Uhr finden konnte, ist auf dem Zifferblatt das Junghans - "J" im Stern auf dem Zifferblatt, bei meiner fehlt es.
Was hat das zu bedeuten?
Sie ist definitiv alt, ich habe als kleiner Junge diese Uhr schon bei meinem Opa bewundert und kann mich auch erinnern sie bei meinem Uropa schon gesehen zu haben (auch auf Bildern).
Auch sind auf dem Aussendeckel merkwürdige Zahlengruppen von Hand eingraviert. Schaut mal die Fotos an, bedeutet vielleicht nichts, aber warum sollte jemand solche Zahlen in den Deckel einritzen/gravieren?
Über Tipps, bzw. weiteren Infos zu dieser Uhr würde ich mich freuen.
 

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monozelle

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Hi und willkommen! 🙂

Ich habe auch gerade einen Junghans-Taschenwecker auf meinem OP-Tisch. 😉
Einige Infos über deine Uhr hast du ja schon.

... was mir aufgefallen ist: auf allen Bildern, die ich im Netz von dieser Uhr finden konnte, ist auf dem Zifferblatt das Junghans - "J" im Stern auf dem Zifferblatt, bei meiner fehlt es. Was hat das zu bedeuten?
Nicht viel. Was auf dem Zifferblatt steht, ist eigentlich sekundär. Dort kann auch der Name des Juweliers stehen oder das Zifferblatt kann ausgetauscht worden sein. Maßgeblich ist, was auf dem Werk gepunzt ist.

Sie ist definitiv alt,
Etwa 30er Jahre, würde ich schätzen.

Auch sind auf dem Aussendeckel merkwürdige Zahlengruppen von Hand eingraviert. Schaut mal die Fotos an, bedeutet vielleicht nichts, aber warum sollte jemand solche Zahlen in den Deckel einritzen/gravieren?
Kleine, eingeritzte Nummern oder Buchstaben sind meistens Uhrmachersignaturen. Die Nummern dienen der Referenz nach einer erfolgten Reparatur. Da kann man meistens nicht viel daraus ableiten. Manchmal, eher selten, erkennt man eine Jahreszahl oder sogar ein genaues Datum. Eingepunzte Nummern sind Seriennummern.

Was kostet so eine Restaurierung/Reparatur ?
Kommt drauf an, was kaputt ist. Eine Reinigung/Revision bei einer im Grunde funktionierenden Uhr kann beim Uhrmacher schon mal 100,- bis 150,- Euro kosten. Wenn was gemacht werden muss, unter Umständen auch mehr. Deswegen habe ich vor einiger Zeit angefangen, ein bisschen Service an meinen Taschenuhren selbst zu lernen.
Die Uhr sieht eigentlich gar nicht so schlimm aus. Patina macht nichts, manche mögen ihre Uhren sogar lieber so als im "fabrikneu polierten" Look. Das Zifferblatt scheint gut erhalten zu sein, die Zeiger sind stimmig, das Glas scheint keine Schäden oder wenn, dann nur wenige Kratzer zu haben. Das ist schonmal gut! Die Uhr wurde sorgfältig behandelt. Das Werk sieht eigentlich ganz okay aus, es braucht halt eine Reinigung, ich schätze, die Uhr bekommt man sicher wieder hin.

Was funktioniert denn nicht, kannst du es beschreiben? Klemmt der Aufzug oder dreht er ins Leere? Läuft die Uhr ein bisschen und bleibt dann stehen? Geht sie stark vor oder nach?

Die Junghänse, die man so aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts antrifft, sind sehr oft eher einfache Uhren mit Messinglagern, aber bei guter Pflege können die durchaus solide laufen. Manche haben eine einfache Stiftankerhemmung, aber bei deiner ist das ein Schweizer Anker. Das Ankerlager ist verdeckt, es sieht mir bei deiner Uhr aber nach 7 Rubinen aus (5 an der Unruh, 2 an den Ankerpaletten). Ist aber nur eine Annahme.
Mein Uhrmacher hat mal gesagt: "7 Steine, das ist alles, was eine Uhr zum Laufen braucht". 😁

Muss man halt abwägen, ob einem das Geld (oder der Aufwand) angemessen erscheint.
 

Otto B.

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Hallo JungeHans,

das Werk ist ein Junghans J 38, gebaut von 1927 bis 1951 in verschiedenen Ausführungen.

Viele Grüße
Otto B.
 

tschasovschik

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Was kostet so eine Restaurierung/Reparatur ?
Eine wirklich seriöse Kosteneinschätzung erfordert eine komplette Werkzerlegung. Bei diesen preisgünstigen Uhren laufen die Räderwerkzapfen direkt im Platinenmaterial, es sind keine auswechselbaren Lager. Diese Lagerbohrungen sind sehr häufig oval ausgelaufen, bei der Revision muß solch ein ausgelaufenes Lager erstmal wieder zentriert werden und dann ein meist selbst angefertigtes Lager eingepresst werden. Vermutlich ist das Werk in deiner Uhr die Ausführung mit drei Steinen.
 

JungeHans

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Vielen Dank an Monozelle, Otto B. und tschasovtschik (который час?) für die schnellen Antworten, Infos und den freundlichen Empfang hier.

An Monozelle zur Frage nach den Defekten: der Aufzug dreht leer, die Uhr läuft nicht und lässt sich auch nicht stellen. Ich habe mal vorsichtig auf die Unruh gepustet, sie läuft 2- 3 Sekunden und dann ist Schluss.
Tschasovtschik: Ich weiß nicht, wieviel diese Uhr damals gekostet hat, aber bei einem Berliner Uhren-Händler für Sammlerstücke am Kurfürstendamm wird genau diese Uhr (allerdings in einwandfreiem Zustand) für 550 Otternasen angeboten... :o)
 

tschasovschik

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aber bei einem Berliner Uhren-Händler für Sammlerstücke am Kurfürstendamm wird genau diese Uhr (allerdings in einwandfreiem Zustand) für 550 Otternasen angeboten... :o)
Kurfürstendamm oder Seitenstraße vom Kurfürstendamm?
Klar, heutzutage kann man an alles einen beliebigen Preis dranschreiben, mit Glück bekommt man es dann sogar verkauft. 8-)
Zum Zeigerstellen muß man bei dieser Uhr den kleinen Stift bei 11 Uhr mit dem Fingernagel drücken und dabei die Krone drehen.
Zum damaligen Ladenpreis kann ich nichts sagen, da wissen die Junghansexperten sicher mehr darüber.
 

Matthias MUC

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Kommen wir in eine verbotene Wertdiskussion, wenn ich ganz bescheiden nach dem aktuellen Umtauschkurs für Otternasen frage? ;-)
Aufzug dreht leer: Kron- und Sperrad drehen sich mit, aber Du kannst "endlos" aufziehen? Könnte am wahrscheinlichsten eine defekte Feder sein, und wenn das behoben ist, kann sein, daß sie miserabel, halbwegs brauchbar oder wunderbar läuft, aber eine richtige Revision ist, sobald Lager repariert werden müssen und es nicht nur mit einer Reinigung und Schmierung getan ist, wohl ein wirtschaftlicher Totalschaden. Da müßte ein Uhrmacher wirklich draufschauen, wie der Allgemeinzustand ist, und dann müßt Ihr abwägen, ob es Dir das Familienerbstück wert ist, sie richtiggehend zu restaurieren, oder nur "grob" lauffähig zum Vorführen zu machen, oder ob Du sie wegen Familiengeschichte als als reines Schaustück ohne Funktion behältst (und irgendwann später als Übungsobjekt für die erste eigene Revision?).

lG Matthias
 

JungeHans

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Danke tschasovschik für den Tipp mit dem Stift auf Elf... ,also jetzt lässt sich die Uhr verstellen. Ja, mit dem Uhrenhändler hast Du recht, ich habe auch mal im Verkauf gearbeitet. Aber es ist meines Erachtens dann schön mutig von Händler, die Uhr als seltene Rarität für Sammler anzupreisen... Aber wie Du schon geschrieben hast, wenn es jemand kauft und damit glücklich wird, ist alles ok.

Matthias: Ich wollte keine Wertdiskussion in dem Sinne führen, sonder ich war nur irretiert, da er von einer billigen, bzw. preiswerten Uhr sprach und der Händler ja eindeutig Sammler als Kundengruppe anspricht. Ich denke mir allerdings, dass ein Sammler eine preiswerte "0815"- Uhr von einem seltenen Sammlerstück unterscheiden kann, deswegen mein Hinweis auf den Mut des Händlers. Danke Für auch für den Tipp mit der Feder. Mal sehen ob mein Uhrmacher meines Vertrauens in der Stadt nach dem Lockdown wieder aufmacht.
 

Matthias MUC

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Ich wollte mitnichten Dir unterstellen, eine Wertdiskussion anfangen zu wollen oder gar selber eine anzetteln, ich wollte nur wissen, ob ich den genannten Berliner Uhrenhändler eher unter Alteisen und Trödel oder eher bei Mondpreisen einsortieren soll.
Diese Junghänse waren damals preisgünstige Brot- und Butteruhren, die benutzt wurden bis sie kaputt waren und eher selten regelmäßig zur Revision kamen. Ähnliches gab es von den anderen "großen" Marken, Kienzle Markant wäre so ein vergleichbares Modell. Heißt, "damals" waren sie preisgünstig, um nicht zu sagen, billig, aber daß bis heute noch neuwertige = unbenutzt = "NOS" (New Old Stock) oder jedenfalls richtig top erhaltene überlebt haben, dürfte selten sein. Also insofern dann eine Rarität für Sammler und vielleicht 550 Otternasen wert..
Was den Uhrmacher des Vertrauens betrifft, der könnte als "Handwerk" durchaus offen haben und sich über Aufträge freuen. - Uhr nach Terminvereinbarung und mit AHA vorbeibringen, und dann abwarten. Und dann hängt es vom Gesamtzustand ab, was der Meister rät. Federtausch ist kein Hexenwerk und kostet kein Vermögen, wenn es nur drum geht, daß sie irgendwie "läuft". (Ich hab selber solche Uhren im Stall, die völlig abgerockt sind, bei denen ist halt nett, wenn sie irgendwie "gnadenhalber" noch grundsätzlich laufen, aber eine Revision nach allen Regeln der Kunst ist für die nicht zu rechtfertigen. Meines Vaters Kienzle Markant, der hab ich der Optik wegen ein neues Glas spendiert, die läuft so lala, und die bekommt als Familienerbstück bei mir sozusagen ihr Gnadenbrot. Bei der hat mein Uhrmacher gesagt "bitte nicht mehr bringen". Sozusagen "austherapiert".

lG Matthias
 
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