Johann J. Ott Hofuhrmacher Mainz

Diskutiere Johann J. Ott Hofuhrmacher Mainz im Taschenuhren Forum im Bereich Taschenuhren; Hallo zusammen! Ich habe hier eine Taschenuhr von "Joh. Jos. Ott Hofuhrmacher Mainz" So steht es auf dem Zifferblatt! Die Uhr ist ein...
#1
H

Hofuhrmacher

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Hallo zusammen!
Ich habe hier eine Taschenuhr von
"Joh. Jos. Ott
Hofuhrmacher Mainz"
So steht es auf dem Zifferblatt!
Die Uhr ist ein Erbstück... schätze mal von meinen Urgroßeltern!
Ich hab bisher nach intensiver Suche im Netz der Netze nur einen dürftigen Hinweis gefunden, dass besagter Uhrmacher um 1870 aktiv war!
War der so schlecht?
Oder hat der nicht viel gewerkt?
Oder war der nur kurze Zeit aktiv?
Gibt ja heute noch Uhrmacher mit dem Namen in Mainz!
Kann mir jemand was zu diesem Uhrmacher und seinen Uhren sagen?
Ich bin für jeden Hinweis dankbar!
 
#2
Rata

Rata

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Hallo, Hofuhrmacher,

wenn ein Handwerker / Händler / sonstiger Anbieter sich zu dieser Zeit "Hoflieferant" bzw. in diesem Fall "Hofuhrmacher" schimpfen durfte, war er ganz bestimmt nicht schlecht, im Gegenteil. Das war schon eine Auszeichnung. Du könntest ja mal bei der Mainzer Handelskammer anfragen, vielleicht haben die noch Informationen zu dem besagten Meister. Oder, wenn du schon in Erfahrung gebracht hast, dass es heute noch Uhrmacher mit diesem Namen in Mainz gibt, mal ganz höflich dort anklopfen und fragen, ob sie mit dem Herrn Johann Josef Ott verwandt sind und / oder etwas über ihn sagen können.

Ob er eigene Uhren gebaut hat oder nur seinen Namen aufs Zifferblatt aufbringen lies, um diese auf zugekaufte Ware zu montieren, kann ich dir leider nicht sagen. Meine Meinung ist, dass eher das Zweitere zutreffend war.

Gruß, Otto
 
#3
C

Cordfel

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Hallo,

Im Lexikon der dt. Uhrenindustrie 1850-1980 gibt es leider auch nur einen sehr kurzen Eintrag zu einem Ott:

J. Ott & Co., tätig um 1870 in Mainz, Herstellung von Kaminuhren im Empirestil.

Ob das dieser Ott ist oder Familie von Ihm? Denn von Taschenuhren oder Hofuhrmacher steht dort nichts, aber natürlich kann das Lexikon nicht alles zu jedem Uhrenhersteller wissen.

Ist das Uhrwerk auch signiert oder gibt es dort Bildmarken? Fotos könnten hier weiterhelfen.

Gruss,

Cord
 
#4
H

Hofuhrmacher

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Oki, vielen Dank erst mal für eure Antworten.
Ich werde morgen mal Bilder machen und einstellen.
Vielleicht ergibt sich ja dann was unter den Experten.
 
#5
H

Hofuhrmacher

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So, hier mal ein paar Bilder. Das Glas fehlt leider. Aber die Uhr war in einer passenden Hülle aus Metall, die auch mit weichem Dämmstoff ausgeschlagen ist. Die beiden Zeiger habe ich auch noch. Wäre sicher kein Prob für einen guten Uhrmacher oder Goldschmied, die wieder heile zu machen. Das Werk läuft einwandfrei. Aufziehen geht ganz leicht, aber man spürt einen "guten Zug", würde ich das mal umschreiben. Habe beim Betrachten der Bilder jetzt erst das eingravierte Enblem/Wappen des "J.J.Ott" mit dem Mainzer Rad entdeckt!
DSCF2253.jpg DSCF2255.jpg DSCF2260.JPG DSCF2262.jpg DSCF2263.jpg DSCF2297.jpg DSCF2299.jpg DSCF2300.jpg DSCF2301.jpg DSCF2302.jpg DSCF2305.jpg DSCF2306.jpg
 
#6
C

Cordfel

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Hallo,

Die Uhr kommt aus der Schweiz. Schweizer Werk mit Zylinderhemmung. Die Punze mit dem Auerhahn ist der Schweizer Feingehaltsstempel für 0,800er Silber, der Deutsche Reichssilberstempel (Halbmond mit Krone), der ab 1888 verwendet wurde, bedeutet, dass die Uhr dann nach Deutschland eingeführt wurde.
Sie ist dann wohl vom Mainzer Uhrmacher Ott verkauft worden, dafür hat er dann seinen Namen auf dem Zifferblatt verewigt.
Dass wurde häufig so gemacht. Allerdings habe ich bisher noch nicht gesehen, dass sich die Uhrmacher auch auf dem Werk verewigen


Gruss,
Cord
 
#7
H

Hofuhrmacher

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Hallo Cordfel,
vielen Dank für deine Antwort!
Das bringt doch schon mal einiges Licht ins Dunkel :-)
Aber bitte, wenn du mir jetzt noch erklären könntest, was die "Punze mit dem Auerhahn" ist und wo ich die auf den Bildern finde?
Sorry, aber ich bin ja völliger Laie und froh für jede Info!
Kann man davon ausgehen, dass die Uhr dann auch vor oder in 1880 hergestellt wurde?
Und ... kann mir jeder halbwegs gute Uhrmacher die Zeiger da wieder dranmachen, oder muss ich damit zu einem Spezialisten?
Was ungefähr wäre die Uhr denn wert, damit sich die Zeigerreparatur und eine eventuelle Generalüberholung auch "lohnt"? Würde sie aber nicht gern verkaufen wollen, sondern sie selbst tragen.

Vielen Dank für mögliche Mühen und Antworten im Vorraus!

Gruß Tom
 
#8
M

Michael81

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Das obere Bild, links neben der 0.800, ist eine Punze mit einem Auerhahn, dann über der 0.800 ist die Krone mit dem Halbmond.

Also Krone und Halbmond mit 0.800 aus Deutschland, der Auerhahn aus Schweiz was auch Silber bedeutet.
 
#9
C

Cordfel

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Hallo Tom,

Die Punzen sagen eigentlich nur, dass die Uhr nicht früher als 1888 nach Deutschland gekommen ist. Ich würde sie auf Anfang 20. Jhdt. schätzen.
Das feine Muster auf der Rückseite wird übrigens Guilloche genannt, die rötlichen Ränder des Gehäuses sind feuervergoldet, hierfür wird die Bezeichnung Gallone verwendet.
Wenn ich das richtig sehe, sind die Zeiger abgebrochen, oder? Dann müssten sie wieder angelötet werden oder passende neue gefunden werden, wobei ich mir vorstellen kann, dass viele Uhrmacher keine alten Taschenuhrzeiger vorrätig haben.

Der Wert einer Uhr, die nicht mehr im Handel ist, ist immer sehr individuell und mit Emotionen verbunden.

Wenn Du die Uhr tragen möchtest, muss das Werk vorher gereinigt werden, dafür sind pie mal Daumen 80 € zu rechnen, aber das ist bei jedem Uhrmacher etwas anders, aber dann hast Du schon mal eine Vorstellung von der Grössenordnung.

Was das Herrichten der Zeiger und ein neues Glas kosten, kann ich nicht sagen, wird aber nicht so sehr viel kosten.

Das Wiederherrichten der Uhr wird grob gesagt etwa so viel kosten, wie die Uhr im funktionsfähigen Zustand dann auch wert sein wird. Du machst also kein Geschâft damit. Das Uhrwerk ist ein recht einfaches mit Zylinderhemmung, auch wenn Hofuhrmacher draufsteht, ist kein "höfisches" Werk drinnen.

Aber nach der Revision hättest Du dann ein 100 Jahre altes Familienerbstück, dass Du mit Dir herumtragen kannst und das Gefühl kann Dir dann keiner nehmen! :-D

Gruss,

Cord
 
#10
H

Hofuhrmacher

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Oki, vielen, vielen Dank für eure Antworten und die tollen Infos!
Dann werd ich mich mal auf die Suche nach einem Uhrmacher und/oder Goldschmied machen!
Die Uhr gefällt mir wirklich gut, auch wenns kein besonders wertvolles Objekt ist, monetär gesehen, aber ideell ist sowas ja fast unbezahlbar!

Wenn ich darf, würde ich euch gerne noch mit zwei anderen Uhren nerven ;-)

LG Tom
 
#12
T

Tatyana_S

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Auf dem Russischen Forum wurde kürzlich ein nicht identifiziertes Stigma diskutiert.
bildmarke_kreissternkreuz.jpg

Ich traf ihn auf die Uhrwerke von Mauthe

3.jpg 8.jpg 5.jpg

und Kienzle

33.jpg

Ich Frage mich nach der Meinung des deutschen Forums, kann man davon ausgehen, dass diese Uhrwerken von der Firma markiert sind J.J. Ott?
 
Zuletzt bearbeitet:
#13
Mikrolisk

Mikrolisk

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Ja, die Marke vom Taschenuhrwerk und dem Großuhrenwerk sind sich recht ähnlich, aber dann doch leicht verschieden. Mag sein, daß letztere tatsächlich zu J.J.Ott gehört, da müßte man mal von ihm signierte Großuhren suchen und dort nach einer Marke gucken. Die Suche beginnt!
Die Marke vom Taschenuhrwerk fehlt mir übrigens auch noch! Noch...
 
Thema:

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