Uhrenbestimmung Jaeger-LeCoultre im Militärstil

Diskutiere Jaeger-LeCoultre im Militärstil im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo abermals, im Zuge der Aufräumaktion, bei der eine Stowa Parat ans Tageslicht kam, fiel mir auch noch eine ziemlich mitgenommene...
dschaen81

dschaen81

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Hallo abermals,

im Zuge der Aufräumaktion, bei der eine Stowa Parat ans Tageslicht kam, fiel mir auch noch eine ziemlich mitgenommene Jaeger-LeCoultre in die Hände, zu der ich nun ebenfalls nähere Infos suche.

Hier ein paar Bilder des Corpus Delicti:









Meine bisherigen Recherchen blieben ziemlich erfolglos, allenfalls das Werk konnte ich anhand von Vergleichsbildern als P478 identifizieren. Oder zumindest bilde ich mir das ein. :D

Zeitlich würde ich sie vom Gefühl her in die 40er oder 50er Jahre einordnen, allerdings konnte ich auch das bisher nicht verifizieren, da mir weder eine eindeutige Referenz noch irgendwelche Dokumente wie Werbeanzeige oder Kataloge untergekommen sind.
Falls also jemand irgendwas zu dieser Uhr sagen kann, wäre ich sehr erfreut.

Wie unschwer zu erkennen ist, hat das Gehäuse schwer gelitten und viel seiner Verchromung bereits eingebüßt, sodass eine Neu-Verchromung sicher angezeigt wäre.
Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie es um den Zeitwert dieses Stückes (so es denn überhaupt noch einen hat) bestellt ist. Mir geht es dabei nicht um einen Verkauf, sondern darum besser einschätzen zu können, wie weit eine Aufarbeitung/Revision wirtschaftlich vertretbar wären.

Vielen Dank im Voraus für Eure Bemühungen!
 
aeronaut

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Röchel...

Wo ist nochmal der Dachboden aufzuräumen, Jan??

Tolle Uhr, gefällt mir gut! Ich kann leider keine Aussagen zum Werk treffen, schätze aber das sie aus den 40ern oder frühen 50ern stammt, daher könnte das durchaus eine Militäruhr sein! Wunderschön!
 
Rata

Rata

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Hallo, Jan,

trotz des abgeschabten Gehäuses eine sehr schöne Uhr:super:. Blatt und Werk sehen doch wirklich sauber aus, und die Schale lässt sich bestimmt wieder ordentlich und ohne die Kanten zu sehr abzurunden richten. PN dazu hast du ja bereits erhalten:-).

Vom Alter her würde ich die JLC eher in die späten 1930er und frühen 1940er einschätzen als in die 1950er. Und ich denke nicht, dass es sich um eine Militäruhr handelt, sondern um ein Zivilmodell. Soweit ich weiß, hatten die Militärmodelle doch eher dunkle, d. h. schwarze Zifferblätter...:confused: Übrigens ist bei Roland Ranfft im Archiv folgende JLC zu finden, die deinem Exemplar sehr ähnlich sieht: bidfun-db Archiv: Armbanduhren: 426: HAU Jaeger-LeCoultre Handaufzug, 1940

Viele Grüße, Otto
 
dschaen81

dschaen81

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Danke Euch beiden!

Die Uhr bei Ranfft sieht in der Tat sehr ähnlich aus.
Eine Militäruhr im Sinne von dienstlichem Ausrüstungsgegenstand ist sie sehr wahrscheinlich nicht gewesen, denn dann wären entsprechende Markierungen vorhanden.
Ich habe mittlerweile noch eine Anfrage in einem englischsprachigen Forum laufen, falls ich weiterführende Infos bekomme, werde ich sie hier ergänzen.
Immerhin hat man mich bereits darauf aufmerksam gemacht, dass die Leuchtmasse in den Zeigern einmal erneuert worden sein muss, da sich der Farbton stark von dem der ZB-Leuchtmasse unterscheidet.
 
uhr_leiwand

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Hübsche Uhr, gratuliere!

Der Deckel scheint mir auch nicht original zu sein, erkennbar am Markenschriftzug: entweder älter als der Rest, oder von einem US-Modell. Die liefen nämlich nur unter LeCoultre (ohne Jaeger)
 
Spindel

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Hallo,
zur Armbanduhr kann ich leider nichts beitragen.:-(

Aber ich habe eine Militärtaschenuhr.Also gebaut haben die sowas eventuell.
Gruß Roland
 

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aeronaut

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Ja,
es kann durchaus eine Militäruhr gewesen sein: typischerweise hatten die Uhren für das deutsche Heer schwarze Zifferblätter, das waren auch oftmals "mittelteure" Kaliber, aber zumindestens die Luftwaffen in England und den USA haben Uhren bester Güte mit hellen Zifferblättern und Eisenbahnminuterie verwendet. (Ende der 30er/Anfang der 40er Jahre) Das in Kombination mit den Leuchtzeigern könnte (muß nicht) in diese Richtung deuten.

Ich finde die Uhr wunderschön, ist auch egal ob Zivil oder Militär; ein feines Stück Uhrengeschichte! Wenn die etwas aufgearbeitet ist, ist sie die Zierde einer Sammlung!
 
east Al

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Eine Militäruhr ist es nun mal nicht. Das gleiche Kaliber wurde aber bei den RAF Fliegeruhren eingesetzt. Diese sahen aber anders aus.
6B/159 Watches : Table of Contents
Übrigens eine tolle Uhr.
Schöne Grüße,
east Al
 
aeronaut

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Hallo East Al,

tolle Bilder, sind das deine Uhren? Ich habe eine Longines die optisch der Longines von den Bildern entspricht; hier hat mir auch schon mal jemand erzählt das es ich um eine Militäruhr handeln würde... Allerdings hat die Uhr keine Bodenprägung.
 

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east Al

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Hallo aeronaut,
leider sind es nicht meine. Habe nur ein Foto von "MWR Forum" übernommen.
Was deine schöne Longines betrifft kann ich nur bestätigen dass es eine ehemalige Englische Pilotenuhr ist.
Die Abwesenheit der Markierungen ist auch nachvollziehbar. Die Uhren wurden erst vor Inbetriebnahme markiert. Die Depotuhren aber wurden in der Nachkriegszeit direkt ausgemustert ohne im Einsatz gewesen zu sein, daher keine Markierungen.
Schöne Grüße,
east Al
 
aeronaut

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Hallo al,

danke für die Informationen! Das ist dann natürlich nachvollziehbar, eine Depotuhr also....
 
dschaen81

dschaen81

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Hier herrscht ja noch rege Beteiligung, danke für die weiteren Beiträge.

Die JLC-TU ist ja wunderschön und offenbar prima erhalten. Gleichs gilt für die Longines, ebenfalls ein richtig tolles Stück. :super:

Ich habe in der Zwischenzeit noch etwas weiter geforscht. Ein JLC-Experte aus den USA hat mir mitgeteilt, dass er die Uhr auf ca. 1945 datieren kann.
Außerdem bin ich auf einen französischen Blogeintrag gestoßen, in dem ein bis auf den Sekundenzeiger identisch scheinendes Exemplar zu sehen ist: Clock en Stock: Mes Jaeger-LeCoultre E109 et E159 à l'épreuve du jeu des 7 erreurs
Dort wird die Referenz mit E159 angeben, was auch auf diesem Katalog-Scan zu lesen ist:



Linke Seite hinten ist eine Version mit schwarzem ZB abgebildet, allerdings kann ich auf der Abbildung keine durchbohrten Hörner ausmachen.
 
ma1208

ma1208

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Hallo Jan

Ich habe auch eine E159 zuhause, auch mit hellem Blatt! Meine ist laut Gravuren definitiv eine vom deutschen Heer (DH und Reichsadler). Bisher habe ich nur rausfinden können, dass JlC Uhren an die Alliierten geliefert hat. Ich vermute bei meiner, dass es sich eigentlich um ein ziviles Modell handelt, dass für einen Offizier fürs Heer inventarisiert wurde.

Ich bin weiter auf der Suche nach Infos. Hast du noch andere Quellen und wärst du so nett sie mir mitzuteilen? Ich würde gerne eine Vorstellung der Uhr machen.
Weiß hier auch jemand, ob es eine Quelle für die Inventarlisten der Dienstuhren gibt? Vielleicht läßt sich ja noch rausfinden, wem sie mal gehörte.
 
east Al

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Hallo Marcel,
ich vermute dass die D-H Markierung plus RA. nachträglich zur Wertsteigerung zugefügt wurden.
JLC hat keine Uhren an die Wehrmacht geliefert und die privaten Uhren wurden nie markiert.
Ebenso wurden die Dienstuhren ausschliesslich (wenn überhaupt) mit D-H markiert. Nur Chronographen oder Deckuhren wurden mit dem RA. versehen.
Die Markierung deutete darauf dass die Uhr Wehrmachtseigentum ist. Dass jemand auf den Gedanken hätte kommen können die eigene Uhr der Wehrmacht "zu verschenken" finde ich auch für die damaligen Verhältnisse sehr seltsam.
Schöne Grüße,
Alex
 
ma1208

ma1208

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Alex, danke für deine Einschätzung.
Was ich meinte, ist, dass an die Offiziere teilweise wohl Uhren ausgegeben wurden, die nicht aus einer offiziellen Großbestellung bei den Herstellern stammen, sondern die aus den "normalen" Kollektionen kommen. Das sind dann eher Einzelstücke, die aber dennoch inventarisiert wurden. Ich meinte keine Privatuhren.

Natürlich kann es sein, dass die Prägung zur Wertsteigerung erst sehr viel später eingebracht wurde. Aber die Qualität der Prägung ist enorm gut, es müßte zumindest sehr professionell erfolgt sein. Das schließt zwar Betrug nicht aus, aber mal eben gebastelt wurde da nicht.

Ich habe vor da mal einen Experten zu befragen. Evtl. wende ich mich da mal an Herrn Knirim.
 
east Al

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Hallo Marcel,
Hr. Knirim ist der beste Ansprechspartner. Ich habe Ihn auch gelegentlich kontaktiert. Immer nett und sehr kompetent.
Übrigens geht es um die JLC die vor einigen Wochen in der Bucht versteigert wurde? Dann Glückwunsch! War auch dabei gewesen wurde aber überboten.
Schöne Grüße,
Alex
 
ma1208

ma1208

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Ich weiß nicht, ob es die gleiche Uhr ist, aber ja, die Uhr habe ich in der Bucht ersteigert. Die Uhr an sich ist topp, aber bezüglich der Historie der Gravur bin ich mir eben auch nicht ganz sicher.
Ich kläre es gerade mit den Mods ab, ob ich ein Foto der Gravur hier einstellen darf. Wenn das ok ist, dann wirds ein wenig konkreter.
 
dschaen81

dschaen81

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Hallo Marcel,

ich denke nicht, dass etwas dagegen spricht, wenn du hier ein paar Fotos deiner Uhr zeigen würdest.
Mich würden sie auf jeden Fall interessieren.
Was ich bisher über die JLC herausfinden konnte, habe ich ja oben schon genannt. Wenn du möchtest, kann ich dir aber gerne noch eine vielleicht für dich
interessante Email weiterleiten, die ich seinerzeit erhielt. Eventuell könntest du dann auch bezüglich der zweifelhaften Gravur auf deinem Exemplar noch etwas mehr Klarheit erhalten.
Schreib mir einfach eine PN mit deiner Email-Adresse.
 
ma1208

ma1208

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Die Mods haben gestern auch schon ihr ok gegeben, ich darf Fotos auch der Gravuren hier einstellen. Das werde ich heute Abend dann auch machen.
 
ma1208

ma1208

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So, hier sind die versprochenen Bilder:

IMG_3932.jpg

IMG_3934.jpg

IMG_3933.jpg

Ich denke das Modell ist das gleiche. Allerdings ist bei meiner das Gehäuse aus Stahl und nicht nur verchromt.

Was fraglich ist, ist natürlich die Bodengravur. Das "D H" sieht so aus, wie ich es bei Heeresuhren gewohnt bin. Sieht authentisch aus. Der Reichsadler ist von der Gravur her auch perfekt, da habe ich aber keinen Vergleich. Die Frage ist nun, ist das authentisch oder hat da ein Vollpfo.... da nachträglich was graviert?
 
Thema:

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