IWC Lepine Kaliber 32 583* Gold ca. 1879 -1887

Diskutiere IWC Lepine Kaliber 32 583* Gold ca. 1879 -1887 im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Die Taschenuhr aus Familienbesitz schlummerte in meiner Schublade. Nach Jahren habe ich das Sammlerstück bei einem spezialisierten Uhrmacher...

Technikergg

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Die Taschenuhr aus Familienbesitz schlummerte in meiner Schublade. Nach Jahren habe ich das Sammlerstück bei einem spezialisierten Uhrmacher revisionieren und das Gehäuse instandsetzen lassen und nun ein schönes Sammlerstück in Händen.

Durchmesser 48,5 mm, Gehäuse Nr.: 43771, Werk Nr.: 1350, Gewicht 80 g

Gehäuse 583 Gold *Die Punzen sind mit „ IIII“ überstempelt. Hierzu habe ich keine Idee..... war das ein Problem mit der Legierung oder mit einem Export Erfordernis? (Nach Erkenntnis aus dem Makrofoto Goldgehalt von 585 in 583 geändert)

Emailliertes Ziffernblatt , Kleine dezentrale Sekunde bei 6. Das Ziffernblatt und die gebläuten Stahlzeiger sind sehr gut erhalten.

Daten aus Wikipedia:
Halbschwingungen pro Stunde: 18000
Hemmung: Steinanker
Komplikationen: bimetallische Kompensationsunruh, Breguetspirale , 3 verschraubte Goldchatons
Produktionsstückzahl ca. 130
Produktionszeitraum 1879 -1887

Zustand:
Es gibt Gebrauchsspuren in Form kleiner Beulen und Kratzer.
Das Glas sowie der vergoldete Bügel für die Uhrkette wurden ersetzt. Wenn sich eine Gelegenheit bietet wird der Bügel gegen .585 ausgetauscht.

Ich hätte gerne eine Info wenn jemand etwas Passendes anbieten kann.




Werk_4.JPG
Face_1.2.jpg


Back_1.JPG
Werk_9.JPG
 
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Schraubendreher

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Sehr schöne Uhr, ich finde es toll, dass Du sie hast machen lassen.
Und wenn das mit den Fremdwörtern zu schwierig ist: ersetze „revidiert“ oder „revisioniert“ einfach durch „grundüberholt“. Das ist auf jeden Fall eindeutig und fachlich richtig.
Bügel kann man bei den einschlägigen Großhändlern kaufen oder beim Goldschmied anfertigen lassen. Der Bügel ist übrigens ein Verschleißteil und wurde auch bei goldenen Uhren oft aus vergoldetem Messing gefertigt.

Bis dann:
der Schraubendreher
 

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Schones Teil:super:
Fototipps: auf grauen, braunen Karton/Tisch legen, Blende vorwaehlen (8 oder mehr), ISO auf 400 oder weniger, + Stativ und Selbstausloeser: dann kommen die Tiefen im Makro hin. :winken:
 

Technikergg

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Das Makrofoto zeigt ursprüngliche Punzen 14K sowie 0,583 darunter das Eichhorn. Laut den mir vorliegende Informationen definiert eine Punze Eichhorn Gold 0,583 für in der Schweiz hergestellte Uhrengehäuse.

punze_583-jpeg.3559524
 

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Ruebennase

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Eine tolle Uhr 😃. Das mit der Goldmarkung ist ulkig. 585 war die gebräuchliche Stempelung in Westeuropa. 583 hingegen abgeleitet von den russischen 56 Zolotniki. Das ist minimal unter 14k/585. Da die Punzen für ein Mindestgehalt stehen, sind wohl alle Stempel möglich. Eventuell hat hier Jemand 'aufgeräumt' um Verwirrungen 585/583 nicht aufkommen zu lassen. Bis 1917 war der russische Markt durchaus für den Absatz von Golduhren attraktiv.

Grüße Rübe
 

Kater Mohrle

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Also alle 2 Deckel Gold.
Das Gehäuse stammt aus der Schweiz.
Leider ist der Gehäusehersteller auch ausgestempelt mit den seltsamen Strichen.
Warum auch immer das einer gemacht hat?
Hier ist noch eine cal. 32 in Gold, wo das auch gemacht wurde:
Datei:IWC TU mit IWC 32 1493 Staubdeckel innen.jpg – Watch-Wiki
Ich gehe davon aus, dass Werk und Gehäuse original sind und zusammen gehören.
Das könnte anhand von den Nummern nur von IWC selbst geklärt werden, aber ich gehe davon aus, dass alles Original ist.
IWC hat zu dieser Zeit, soviel ich weiß keine Gehäuse selbst gebaut.
IWC Kaliber 32
 

Technikergg

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Der Staubdeckel trägt auch die Seriennummer - gleiche Nummer wie am Gehäuse - und ist mit CUTURE beschriftet. Leider keine Punzen und vermutlich aus vergoldetem Messing.
 

Ruebennase

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Das sollte eher Cuivre = Kupfer dar stellen und dann ist es vergoldetes Messing. Das gibt der ganzen Uhr noch Stabilität und tut ihrer Schönheit keinen Abbruch 😎.

Grüße Rübe
 

pet.sch

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Eine sehr schöne und seltene Uhr. Gratulation dazu !

Ich habe wegen des unkenntlich gemachten Goldstempels eine Frage zur Herkunft der Uhr. Du schreibst, dass die Uhr aus Deiner Familie ist. Kann es sein, dass die Uhr in früheren Jahren mal irgendwo in Osteuropa oder Russland war ? Russland wäre wahrscheinlich wegen dem Stempel 0.583.

Ich hatte 3 mal eine goldenen Uhr bei der auf diese Weise die Goldpunzen unkenntlich gemacht worden sind. Auch die andere IWC cal. 32 , die bei watch-wiki abgebildet ist, gehörte mal mir. Die beiden anderen waren keine IWCs.
Bei den zwei anderen Uhren bin ich sicher, dass sie ursprünglich mal in einem osteuropäischen Land gewesen sind und deshalb hatte ich damals angenommen, dass die Punzen vielleicht aus Sicherheitsgründen entfernt worden waren. Vielleicht, um sie aus dem Land zu bekommen oder auch schon zu Kriegszeiten, (oder kurz danach, vielleicht auf der Flucht) um die Gefahr zu verringern, dass sie einem abgenommen wird.

Dass jetzt Deine, also eine zweite IWC mit dem gleichen seltenen Kaliber auftaucht, macht das Ganze allerdings wieder mysteriös. Die beiden Uhren liegen zeitlich nach den Werknummern auch nicht sehr weit auseinander. Vielleicht ist es doch schon vor der Auslieferung gemacht worden . Die Stempelgesetze der Länder sind ungefähr zu der Zeit der Entstehung der Uhren entstanden und vielleicht sind die Uhren ursprünglich für ein Land. z.B. Russland gebaut worden und sind dann in ein anderes Land geliefert worden, in dem der Feingehalt so nicht dargestellt werden durfte.

Vielleicht löst sich das Rätsel irgendwann, bis dahin bleiben es alles Vermutungen.

Gruß
Peter
 
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Unruhgeist

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vielleicht sind die Uhren ursprünglich für ein Land. z.B. Russland gebaut worden und sind dann in ein anderes Land geliefert worden, in dem der Feingehalt so nicht dargestellt werden durfte.
Interessanter Gedankenansatz. Da könnte ein Stammbuchauszug von IWC weiterhelfen. Kostet zwar ein bis zwei Kleinigkeiten, kann aber Licht ins Dunkeln bringen. Nebenbei wird die Geschichte der Uhr dann etwas runder.

Grüße,
Unruhgeist
 

Matthias MUC

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Wären die Punzen dann aber noch halbwegs lesbar worden? Die sind ja eher buchhaltermäßig "entwertet" worden, also klar verungültigt, aber noch lesbar.
 

Technikergg

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Export nach Osteuropa bzw. Russland treffen nicht unbedingt zu. Der vermutlich erste Besitzer der Taschenuhr war ein Vorfahre 4. Generation der in Argentinien lebte und die Uhr etwa 1889 erworben hat. Ein Erwerb in Argentinien ist anzunehmen wobei auch möglich ist das die Uhr von einem seiner Geschäftspartnernach Argentinien gebracht wurde. Aus dem Nachlass eines Verwandten etwa 1955 nach Wiesbaden in den Besitz der näheren Familie gekommen wurde Uhrkette und Bügel entfernt und die nun unvollständige Uhr in einer Schublade belassen.

Im Schweizer Bundesgesetz über die Kontrollierung und Garantie des Feingehaltes von Gold und Silberwaren vom 23.Dezember 1880 finden sich je nach Quelle Angaben für Gold mit 585 und auch Gold mit 583. Beide Werte werden mit Eichhörnchen gekennzeichnet.

Das im Handel befindliche Feingold mit der Handelsbezeichnung 585 hat einen Goldanteil in der Legierung von 583 1/3. Gold – Wikipedia
 

Kater Mohrle

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Die Uhr war für den russischen Markt vorgesehen.
Dass der Feingehalt unkenntlich gemacht wurde, geschah im Nachhinein durch den Besitzer selbst. So wie weiter oben von pet.sch auch vermutet.

(Hier sehr Stümperhaft, da teilweise noch etwas lesbar)
Geschah in Kriegszeiten, um Gold zu verbergen. damit Besatzungstruppen den Wert nicht erkannten.
"Was keinen Feingehaltstempel trägt, ist auch kein Gold"

Bei meiner Uhr lautet die Werknummer 1351 und die ist, laut IWC-Stammbuch von 1886.
IWC Kaliber 32
Also stammt die hier auch aus 1886.
 
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IWC Lepine Kaliber 32 583* Gold ca. 1879 -1887

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