IWC Cal 89 - Knacken beim Aufziehen der Uhr

Diskutiere IWC Cal 89 - Knacken beim Aufziehen der Uhr im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Uhrenfreunde und -Kenner, meine recht genau gehende IWC Cal 89 (Handaufzugskaliber) verursacht seit einiger Zeit beim Handaufzug ein...

miraculum

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Liebe Uhrenfreunde und -Kenner,

meine recht genau gehende IWC Cal 89 (Handaufzugskaliber) verursacht seit einiger Zeit beim Handaufzug ein hörbares Knackgeräusch, bei dem in der Aufzugsbewegung mit den Fingern das Gefühl vermittelt wird, als wäre bei einem Aufzugsrad ein Dorn herausgebrochen und man würde ein wenig Durchrutschen.

Mein Uhrmacher bat mich, nachdem ich ihn darüber informiert habe und auch er einen Aufzugsversuch getätigt hatte, folgende Ersatzteile für einen Reparatur der Uhr zu beschaffen:

Kupplungsrad, Kupplungstrieb und Kronrad; einen Defekt an der Aufzugswelle schloss er aus.

Glücklicherweise konnte ich die Teile bei Uhren Römer käuflich erwerben und diese meinem Uhrmacher für einen Austausch zur Verfügung stellen.

Nachdem der Austausch der beschafften Ersatzteile nunmehr erfolgt ist, stellte ich fest, dass keine überzeugende Verbesserung der Ursache des Mangels eingetreten ist:

Sowohl das Knackgeräusch beim Aufzugsvorgang, als auch das Gefühl des teilweise Durchdrehen beim Aufzug der Uhr sind geblieben.

Hat evtl jemand eine Idee, wo die Ursache des Problems zu suchen ist und was genau zum Abstellen des Mangels getan werden muss?

Ist es evtl. aufgrund des Alters der Uhr (Sechziger Jahre) notwendig, auch die Grundplatine und die Federhausbrücke des Werks zu tauschen?

Für sachdienliche Hinweise bin ich nicht nur aufgeschlossen, sondern auch äußerst dankbar.
 

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Labrador

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Hat die Krone/Aufzugswelle spürbar deitiches Spiel? Wieso wird „blind“ bestellt? Besser man schaut fenau was defekt oder verschlissen ist.
 

Zentra

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Guten morgen Miraculum und Forum,
welche Vermutung hat Dein Uhrmacher? Ist der Vollaufzug spürbar, vermutlich hat
die Aufzugsfeder keine feste Verbindung mehr zum Federhaus. Oder sitzt das Sperrad
nicht mehr fest auf dem Federhaus. Vorausgesetzt die eingebauten Teile funktionieren.
Ich habe, weil mich die Kosten der Ersatzteile interessierten, beim Römer nachgesehen.
Angebotene Ersatzteile für dieses Kaliber IWC 89, werden aktuell nur noch in
Verbindung mit einer kompletten Revision angeboten.

Gruß Herbert

Hier ein Link mit Angboten für Ersatzteile vom Kal IWC 89. Der lasst sich bei mir nur
über Google Chrome öffnen. iwc kaliber 89 in Uhren und Schmuck | eBay
 
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hermannH

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Hallo

Der Uhrmacher war nicht in der Lage den Defekt bei einem einfachen Aufzug zu lokalisieren und du musstest für ihn die Ersatzteile beschaffen?!? :shock: :hmm:
 

miraculum

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An dieser Stelle meinen Dank für Eure ersten, sehr zeitnahen und wertvollen Beiträge.

@Labrador

Ich gebe Dir völlig Recht:
Vor einer „blinden Bestellung“ wäre es sinnvoller gewesen, sich ein Bild von der genauen Situation zu machen und nicht aufgrund einer Vermutung relativ teure Teile zu bestellen und zu verbauen. Auch ich, als Uhrmacherlaie, habe aus dieser Situation gelernt.

Zu Deiner Frage:
Ja die Krone/Aufzugswelle hat spürbar deutliches Spiel! Ich habe auch bereits im Vorfeld darauf aufmerksam und hatte anfänglich - als technischer Laie - den Eindruck, dies könne die "Ursache allen Übels" sein.


@Zentra

Hallo Herbert, mein Uhrmacher hat mir die Uhr nach dem Einbau übergeben, mit dem Hinweis, ein leichtes Knacken wäre noch immer vorhanden. Dies sei dem Verschleiß durch das jahrelange Aufziehen der Uhr (Handaufzug) geschuldet und müsse wohl auch toleriert werden. Zu dem Zeitpunkt (gestern) war die Uhr komplett aufgezogen, so dass ich den geschilderten Mangel beim Aufziehen der Uhr nicht wirklich überprüfen konnte. Für mich hat sich nun, auch nach dem Austausch der beschafften Teile nicht wirklich viel an der Funktionalität des Aufzugs der Uhr verbessert.

Das Knacken und Durchdrehen erhöht sich nach meinem Empfinden beim Aufziehen der Uhr mit jeder weiteren Aufzugsdrehung (evtl. Spannung auf der Aufzugsfeder?).

Auf meine abschießende Frage, wie man das Werk denn vollständig wieder „fit“ und auch diesen Mängel komplett abstellen könne, antworte er:

„Aufgrund des Alters der Uhr (Sechziger Jahre) sei es dann sicherlich auch notwendig, die Grundplatine und die Federhausbrücke des Werks zu tauschen? Sofern überhaupt die notwendigen Teile zu beschaffen sind, ein sicherlich teures Unterfangen“

Seht Ihr das auch so? Ich möchte an dieser Stelle noch kurz betonen, dass es mir mit diesem Beitrag nicht darum geht, Schwächen bei meinem Uhrmacher, den ich sehr schätze und vertraue, aufzuzeigen, sondern lediglich darum , eine gute Lösung des Gesamtproblems zu finden und dabei die Kosten "im Griff" zu halten.


Zu Deiner Info, Herbert:

Die Fa . Römer bietet die Ersatzteile nicht in Verbindung mit einer Revision an, sondern macht auf Ihrer "Bestellseite" lediglich darauf aufmerksam, dass das gewünschte Ersatzteil bei IWC nur noch in Verbindung mit einer kompletten Revision zu beziehen ist.
 
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Rainer Nienaber

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„Aufgrund des Alters der Uhr (Sechziger Jahre) sei es dann sicherlich auch notwendig, die Grundplatine und die Federhausbrücke des Werks zu tauschen? Sofern überhaupt die notwendigen Teile zu beschaffen sind, ein sicherlich teures Unterfangen“
.

Es kann durchaus sein, dass der Aufzug ausgeschlagen ist. Dann sind oft eine neue Grundplatte und/oder eine neue FH Brücke nötig, weil man die Horizontalbohrung eben nicht ausfüttern kann. Ich habe in so einem Fall schon mal eine neue Aufzugwelle mit etwas dickerem Ansatz gefertigt, die wieder spielfrei in der Bohrung lief. Ist aber eine Mordsarbeit. Vielleicht sind aber auch nur Kupplungsrad und Trieb abgenutzt.
 

miraculum

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Vielen Dank Rainer für Deinen Hinweis. Kupplungsrad und -trieb wurden bereits ausgetauscht.
 

Zentra

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Hallo miraculum,
Danke für die Aufklärung in Sachen Römer, das ist von mir falsch gedeutet worden.

Hilfreiche Hinweise hier aus dem Forum würde ich meinem Uhrmacher weiterreichen.
Hier hat Rainer schon eine Schadensmöglichkeit beschrieben.
 
G

Gast55496

Gast
Hallo,

Entweder die Nase vom Winkelhebel ist abgenutzt oder die Nut von der Aufzugswelle ist zu lang. Beim Aufziehen hebt sich dann das Kupplungstrieb aus dem Eingriff...

Ob's wirklich daran liegt, kann man aber nur feststellen, wenn man reinguckt und das Zifferblatt abnimmt. Ist aber auf jeden Fall eine typischer Fehler für so ein Knacken.

Oder Stellhebel hat Spiel in der Nut vom Aufzugstrieb, Stellhebelfeder zu schwach. Ggf. mehrere dieser Fehler zusammen.

Was sind das immer für Uhrmacher??
 
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watchhans

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[QUOTE="Quecksilber, post: 4526916, member: 55496"}

......Was sind das immer für Uhrmacher??[/QUOTE]

Meist völlig überlastet und die Werkstatt bis zur Dachkante voll mit Aufträgen. Meiner ist froh, dass ich meine Uhren selbst revidiere.
Er hat bei einigen Arbeiten Laufzeiten von bis zu einem (!) Jahr.
 

Tiktakbrasil

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Ich möchte mal dazu bemerken, dass der Reparaturansatz des Uhrmachers völlig korrekt war, er hat die hauptsächlichen Ursachen erkannt und die entsprechenden Ersatzteile verlangt. Wenns dann aber nicht 100% hinhaut muss man eben tiefer in die Feinheiten eintauchen. Dann wird es aber automatisch auch wesentlich teurer.

Grüße aus der Ferne, Tiktakbrasil:super:
 

hermannH

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Ich möchte mal dazu bemerken, dass der Reparaturansatz des Uhrmachers völlig korrekt war, er hat die hauptsächlichen Ursachen erkannt und die entsprechenden Ersatzteile verlangt. Wenns dann aber nicht 100% hinhaut muss man eben tiefer in die Feinheiten eintauchen. Dann wird es aber automatisch auch wesentlich teurer.

Grüße aus der Ferne, Tiktakbrasil:super:

Wenn der Defekt danach unverändert ist, war der Reparaturansatz meiner Ansicht nach nicht korrekt.
Wenn ein Geräusch zu hören ist, sollte die Fehlersuche nicht kompliziert sein. Das lässt sich beim Aufzug doch leicht feststellen.

Gruß hermann
 

Tiktakbrasil

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Hermann, wir kennen nicht die Umstände unter denen die Uhr vom Uhrmacher untersucht wurde. Sollte er nicht die Möglichkeit der persönlichen Untersuchung gehabt haben, machen die drei ausgewechselten Teile erst mal Sinn, da sie ca. 90 % der Fehler abdecken. Wenns dann aber nicht hinhaut, siehe oben.

Grüße aus der Ferne, Tiktakbrasil :super:
 

Der Uhrmensch

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Naja, der Uhrmacher ließ sich Ersatzteile bestellen, bei denen der Austausch vielleicht nicht unbedingt nötig waren und dem Kunden letztendlich Geld gekostet haben.
Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass sich ein Uhrmacher meine Uhr genau ansieht, um den - wie Herbert schon sagte- nicht allzu kompliziert festzustelenden Fehler findet und mir als Kunden unnötige Kosten erspart bleiben.

Liebe Grüße!
 

Labrador

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Wenn die Aufzugswelle deutliches Spiel hat, ist hier der Fehler mit großer Wahrscheinlichkeit zu finden. Entweder Verschleiß oder es wurde eine falsche Welle verbaut. Das würde ich mal prüfen oder nach Maßtabelle nachmessen lassen. Durch das Spiel geraten die Zahnräder aus dem Eingriff und mit steigender Federspannung kommt es zum Überspringen - das Knacken also.

Der Ansatz von Rainer ist gut (A-welle mit größerem Durchmesser verbauen). Eventuell muss der verschlissenen Bereich den neuen Durchmesser angepasst werden, da die Abnutzung sich in einer konischen Form zeigt.

Ein solcher Eingriff verlangt sehr exaktes vorheriges Überprüfen und Arbeiten! Wenn hier vorschnell Material abgetragen wird ist die Uhr hin!!!

Viel Glück!

Gruß Jörn
 

miraculum

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Zunächst einmal möchte ich mich für die vielen Ideen und Vorschläge bei Euch recht herzlich bedanken. Ich werde alle weitergeben an meinen Uhrmacher und hoffe, dass das lästige Knacken beim Aufzug dann bald ein Ende hat.

Gruß Michael
 
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Tiktakbrasil

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# 15 Wenn hier vorschnell Material abgetragen wird ist die Uhr hin!!!

Warum ? Meinem Verständnis nach wird doch an der Grundplatine / Federhausbrücke kein Material abgetragen, sondern das schon abgetragene durch einen größeren Wellendurchmesser ausgeglichen.

Es sollte auch ein Auge auf die Krone, bzw. den Kronensitz am Gehäuse geworfen werden. Ist dort alles ausgeschlagen / abgenutzt, trägt weiteres Aufziehen der Uhr zu vermehrter Abnutzung genau an der Stelle bei, wo jetzt ausgeglichen werden soll.

Grüße aus der Ferne, Tiktakbrasil :super:
 

miraculum

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Wie kommt es dazu, dass eine Krone/Aufzugswelle spürbar deutliches Spiel hat?
Verschleiß oder evtl. falsche Aufzugswelle? Kann man das Spiel der Aufzugswelle evtl einstellen bzw. regulieren?

Ist dadurch eventuell schon „vorprogrammiert“, dass beim Aufzug der Uhr und ständigem Rutschen der Aufzugswelle von links nach rechts über eine „Bandbreite“ von ca. einem Milimeter die Zahnräder „heraus rutschen“ und dieses Knacken verursachen und ein ordentliches Aufziehen der Uhr verhindern?
 
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habring

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Sag Deinem Uhrmacher er soll die verdeckte Verzahnung unten am Kronrad kontrollieren. Es würde mich nicht wundern wenn dort ein Zahn fehlt.
Gruss
Richard
 

Labrador

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Das Spiel entsteht, wenn die Uhr viel Laufleistung hat, also häufig aufgezogen wurde. Speziell bei deinem Modell kommt die mangelhafte Führung im Kronenbereich dazu. Wasserdichte Uhren mit Tubus schonen die Grundplatine und Brücke beim Aufziehen sehr.

Wie man bei deiner Uhr am besten vorgeht, kann man nur nach gründlicher Inspektion sagen. Einstellen lässt sich hier nichts.

Gruß Jörn
 
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