IWC cal 8541b - Werkstattinfos gesucht

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Megasonic

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Von einer guten Freundin erhielt ich die Uhr ihres verstorbenen Vaters zur Revision, eine IWC Ref. 1872 mit Automatikwerk cal. 8541B. Bevor ich das Werk zerlege, möchte ich gerne vorab ein paar Infos zu diesem Kaliber einholen und würde mich über Tips von Euch dazu freuen. Ich bin sicher, es gibt es hier im Forum einige Leute, die diesen Werktyp schön öfter revidiert haben.

Meine Fragen wären (gerne ergänzen, wenn etwas fehlen sollte):

- Die Klinken und Rollen im Palltonaufzug sind noch aus Bronze, aber nicht eingelaufen. Gibt es sonst am Automatikaufzug etwas zu prüfen/beachten? Welche Schmierstoffe für Klinken und Rollen?

- Das Federhaus scheint aus Aluminium zu sein - was ist daran zu beachten und welche Fett empfehlt Ihr für den Schleppzaum?

- Weitere Besonderheiten bei der Schmierung des Werkes, die zu beachten wären?

- Besonderheiten/Tricks für die De-/Montage?

Ich danke Euch im Voraus für Eure Unterstützung!
 
Schraubendreher

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Moin,

von mir nur ein paar allgemeine Infos, wir schicken Uhren mit diesen alten Werken grundsätzlich ein.

IWC liefert keine Ersatzteile mehr und meist sind Komponenten des Werkes verschlissen oder eingelaufen.
Das Federhaus ist aus Aluminium und das ursprünglich vorgeschriebene Fett ist seit 20 Jahren nicht mehr lieferbar. Was IWC stattdessen verwendet? Keine Ahnung. Aber mit dem falschen Fett kommt die Uhr nicht auf Amplitude und die Federhauswand läuft in nullkommanix ein.
Die Bremsfeder für das Sekundentrieb läuft gerne ein und muss meist ersetzt werden. Problem: siehe oben.
Der alte Pellatonhebel mit Bronzeteilen wird von IWC gegen einen neuen mit Rubinrollen und Keramikklinken ersetzt. Generell schmeißt IWC bei einer Revision etwa die Hälfte des Werkes raus. Go figure.
Die Bronzerollen habe ich zuletzt mit dickem Öl (SynthHP 1000) geschmiert, den Rest des Werkes ganz normal. Die Zugfeder habe ich drinne gelassen und das FH mit Rodico und Putzholz gereinigt. Das Pellatonrad und die eingreifenden Haken bleiben trocken, die Friktionsfeder für das Sekundentrieb ebenfalls. Lager des Sekundentriebes minimal mit dünnem Öl. Friktion so einstellen, dass der Sekundenzeiger gleichmäßig läuft.

Aus uhrmacherischer Sicht ist dieses Werk eine einzige Katastrophe, deshalb kann ich Rainers Rat gut nachvollziehen. Amplitude? Ganggenauigkeit? Vergiss es. Sei froh, wenn sie zuverlässig läuft und durch frische Schmierung Verschleiß vorgebeugt wird. Sieh diese Reparatur wie eine Restaurierung und nicht wie eine GÜ im herkömmlichen Sinne. Es geht darum das Werk zu erhalten und nicht in so etwas wie Neuzustand zu versetzen.
Viel Glück. Du wirst es brauchen. ;-)

Bis dann:
der Schraubendreher
 
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Megasonic

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Liebe Kollegen, vielen Dank für Eure bisherigen Hinweise!

Das Kaliber scheint ja wirklich schwierig im Service zu sein... Um das weitere Vorgehen mit der Eigentümerin der Uhr abstimmen zu können, würde ich gerne noch ein paar Frage ergänzen.

Das Federhaus ist aus Aluminium und das ursprünglich vorgeschriebene Fett ist seit 20 Jahren nicht mehr lieferbar.
Was wurde denn damals für ein Fett empfohlen? Vielleicht kann ich dadurch ermitteln, welcher Ersatz heute verwendet werden kann.

Hat jemand vielleicht sogar einen Schmierplan zu diesem Kaliber (fragen darf man ja :-))?

wir schicken Uhren mit diesen alten Werken grundsätzlich ein.

Wenn IWC bei der Revi so viele Teile ersetzt, dann wird das wohl nicht ganz günstig sein. Könnt Ihr mir zumindest eine grobe Hausnummer nennen, was die Werkrevision über einen Konzessionär kosten würde?

Es wäre dazu zu sagen, daß die Uhr bisher noch halbwegs ordentlich läuft (gemittelter Gang ca. -10 Sek/Tag, Amplitude bei Vollaufzug ca. 250 Grad, Gangreserve noch über 36 Stunden). Sie war aber laut Besitzerin lange nicht beim Service und unter dem Mikroskop sehe ich, daß die Lager trocken sind und das Werk auch Schmutzpartikel angesammelt hat - Schäden kann ich unzerlegt kein erkennen

hier ein Rep. Bericht von mir (runter scrollen):

Danke für Deinen Bericht, Hermann!
.
 
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Megasonic

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Danke, aber der Servicepreisrechner funktioniert leider nicht für ältere Uhren von IWC. Ich konnte inzwischen jedoch eine gute Info zum Servicepreis im Kollegenkreis erhalten.
 
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