Ist Leuchtmasse so teuer oder warum geizen viele Hersteller damit?

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thesplendor

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Eine Frage, die hoffentlich Technikprofis und Insider beantworten können: Ist Leuchtmasse so teuer oder warum geizen viele Hersteller damit?

Bei etlichen meiner Uhren, auch solchen mit solider schweizer Herkunft, ist die Leuchtmasse (in der Regel wohl Superluminova) so sparsam auf Zeiger und Zifferblatt aufgetragen, daß von einem echten Nachleuchten nicht die Rede sein kann, selbst wenn man die Uhr vorher zwei Stunden in der Sonne liegen läßt. Ganz besonders ärgert mich das zur Zeit an meiner neuen (ansonsten ganz hervorragend verarbeiteten) Tissot PRS 516 automatic, 42 mm. Auch meine Revue Thommen Prodiver ist weder über noch unter Wasser im Dunkeln abzulesen. Die Liste ließe sich fortsetzen. Vernünftig arbeitende Leuchmasse hat z.B. meine Seiko Sumo, und fast genauso gut meine Steinhart Ocean Vintage GMT, sowie noch einigermaßen mein Kienzle Automatic-Chrono. Bei den beiden letzten hätte ich das schon aufgrund des Preises eigentlich nicht erwartet.

Kennt jemand den Grund, warum selbst renomierte Hersteller so wenig Leuchtmasse auftragen? Am Preis der Leuchtmasse kann es meines Erachtens nicht liegen.



PS: Die Suchfunktion habe ich schon bemüht, aber keine echte Antwort gefunden.
 
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Pronto

Pronto

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Das interessiert mich auch, daher habe ich den Thread jetzt mal abonniert.

Wundert mich das noch keiner eine Erklärung dafür geliefert hat.
 
U

uhr_10

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Da ich mir diese Frage auch schon gestellt habe, anbei meine Überlegungen zum Thema.


Früher (R) hatten Autos Schutzleisten etc. an den Türen. Entfallen wg. Design (und der verbundenen Kosten bei der Montage, etc.). Ich komme hierauf zurück.

Ein selbstleuchtendes Zeiger-Material hat man noch nicht erfunden, und eine vollflächige Beschichtung hat auch wieder Nachteile (höhere Dicke, immer matte Oberfläche). Daher ist die Rahmenkonstruktion üblich (also "Tragrahmen" aussen und Leuchtmasse innen) bei der die Leuchtmasse fast in einer Ebene mit dem Rahmen liegt und von diesem stabilisiert wird. Und der Nachteil auch hier:
Die Verwendung von Leuchtmasse schränkt das Design von Zeigern mangels (Rest-)Gestaltungsfläche erheblich ein.
Ergo setzt sich der Designer öfter durch, als sich praktisch denkende Menschen das wünschen würden. ;-)

Und zurück zu den Schutzleisten: Auch diese hatten einen unschätzbaren Vorteil: leicht zu wechseln. Gibt es trotzdem kaum noch. Begründung sh. ob.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Ich nochmal :-)

Man darf auch nicht vergessen, dass zum Beispiel Repetitionsuhren in der Zeit von Kerzenlicht einen bestimmten Zweck hatten. Die Zeiten ändern sich.
Klar, unter Wasser gibt's keinen Lichtschalter (dann richtige Taucheruhr wählen), aber zum Beispiel nachts muss eine Armbanduhr in heutiger Zeit wohl nicht mehr zwingend leuchten. Dafür gibt es den Lichtschalter, oder der Wecker leuchtet oder oder...
 
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hydrou

hydrou

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Ein selbstleuchtendes Zeiger-Material hat man noch nicht erfunden, (...)
Doch, es gibt z.B. Tritium, was alte Uhren hatten und heute wieder z.B. von Traser eingesetzt wird. Aber warum das keine weitere Verbreitung findet, würde mich ebenso wie die Ausgangsfrage ebenfalls interessieren.
 
thesplendor

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Ich habe marfil aka Martin meine Frage per PN gestellt. Hier ist seine Antwort:

marfil schrieb:
Hallo Stephan,

das Problem mit dem "Geizen" der Leuchtmasse hat mehrere Gründe...

1. die Zeiger dürfen nicht dicker werden, als vorgesehen. Man hat also sehr wenig Platz, um LM aufzubringen.
2. historisch bedingt, da früher radioaktive Substanten (Tritium, Radium) verwendet wurden, die nicht nur für den Uhrmacher (nicht für den Träger!!!) gesundheitsschädlich sind, sondern auch chemische Reaktionen (Zeiger, ZB) verursacht haben..und auch mal abbröckeln konnten...
3. oft sieht es nur so aus, als ob gespart wurde....es wurde jedoch eine eher schwache Leuchtmasse verwendet (es gibt mehrere hundert Varianten!!).
4. aus Designgründen

Jeder Hersteller hat da seine eigene Philosophie. Wenn es sich nicht gerade um Taucheruhren handelt, wo die Leuchtkraft besonders gefordert ist, wird prinzipiell eher zurückhaltend mit Leuchtmasse umgegangen (eben aus den obenstehenden Gründen).
Manche Hersteller verzichten überhaupt auf Leuchtmasse aus stilistischen Gründen.

So kann man aber auch beide extreme bei EINEM Hersteller finden (Grand Seiko: keine/wenig Leuchtmasse....Seiko Taucheruhren: extrem viel/starke Leuchtmasse).

Es ist in Summe weder ein Qualitätskritierium (ausser bei Taucher- und Fliegeruhren), als wirklich technisch bedingt (abgesehen von Gewicht und Stärke des Auftrags).

Ich hoffe, das hilft Dir weiter.

LG, Martin
 
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