Ist das womöglich ein Eterna Kreuz?

Diskutiere Ist das womöglich ein Eterna Kreuz? im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Liebes Forum! Mein heutiger Flohmarktfund (einer von 13, gibt's Uhrenthusiasten Anonymous Gruppen?): Es hat kein "PROT" im Kreuz, dafür ein...

gsl

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Liebes Forum!

Mein heutiger Flohmarktfund (einer von 13, gibt's Uhrenthusiasten Anonymous Gruppen?):

R0012412.JPGR0012415.JPG
R0012413.JPGR0012410.JPG
R0012396.JPG


Es hat kein "PROT" im Kreuz, dafür ein Patent "Depose" drum herum. Mutet aber ansonsten wie das Eterna Kreuz an. Allerdings sind die Lager nicht mit Steinen ausgeführt (außer die Deckel der Unruhwellenlager). Es ist ein 17,5''' Kaliber mit Ankerhemmung und blauer, flacher Spirale.
SN des Werkes ist 702447 und die des rundumadum galonnierten Gehäuses 151928 am hinteren und dem Staubdeckel eingepunzt. Da steht auf der Innenseite "This Case Guaranteed To Wear 5 Years". Außen ist der Staubdeckel nicht beschriftet.

Die Uhr ist bis auf die Absplitterung des ZB bei XI Uhr und einer abgebrochenen Fixierschraube komplett, der Minuten- und Sekundenzeiger kugeln unter dem Glas herum.

Wie immer für jede Hilfe dankbar (@Ruebennase ?)
Michael
 

Ruebennase

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Das ist einfach das schweizer Kreuz mit Depose, also existiert ein in der Schweiz eingetragenes Gebrauchsmuster vermutlich für das Werksdesign. Ich kann das Werk ad hoc nicht zu ordnen. Das 'Swiss made' auf der Räderwerksplatine hilft auch nicht sehr. Dies zusammen mit der Staubdeckelgravur besagt eher, dass die Uhr sicherlich für den englischen Markt gedacht war, was zum Äußeren gut passt.

Grüße Rübe
 

Unruhgeist

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Ja, ist ein Stiftanker. Auf dem letzten Bild links oben in der Ecke sieht man einen Teil des Hemmrades. Das hat keine Kolbenzähne.

Grüße,
Unruhgeist
 

gsl

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Das Räderwerk hat eine Roskopf-Anordnung, d.h. ohne zentrales Rad. Ist das nicht eher eine Stiftankerhemmung?
Servus Andi,

und danke für deinen mehr als berechtigten Einwand. Du hast, so wie Unruhgeist, natürlich Recht. Nachdem ich die Uhr aus der Schale gepellt habe, sehe auch ich, dass es ein Stiftanker ist (Die Tatsache, dass die Zeitwaage sie nicht erkennt, alle Paar Sekunden von vorne anfängt "zu suchen", hätte mich schon früher drauf bringen können).

Doch was macht eine Roskopf-Anordnung des Räderwerks aus? Diese erkenne ich auch gleich als solche:
R0012418.JPG



Mit Dank und Gruß
Michael
 
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Matthias MUC

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Wie @andi2 schrieb: "ohne zentrales Rad" = ohne hinten klar sichtbares Minutenrad, das übers Kleinbodenrad vom Sekundenrad angetrieben wird wie bei "normalen" Uhrwerken.
Soweit ich mich lesend mit den Rosköpfen befasst habe (ich besitze keine solche), und die Expert*innen mögen mich korrigieren und ergänzen :
Siehe von @Ruebennase das "Kompendium" zu den Rosköpfen: Die erste Uhr für Jedermann "La Prolértaire" - Antrieb vom gesamten Zeigerwerk direkt vom Federhaus auf der ZB.-Seite.
 
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Unruhgeist

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ohne hinten klar sichtbares Minutenrad, das übers Kleinbodenrad vom Sekundenrad angetrieben wird wie bei "normalen" Uhrwerken.
Das ist auch bei "normalen" Uhrwerken nicht so. Der Antrieb erfolgt immer über das Federhaus bzw. die Zugfeder. Alle nachgeschalteten Räder liegen im direkten oder indirekten Kraftfluss und würden ungehindert abspulen, wenn die Hemmungspartie bestehend aus Unruh und Anker diese nicht regulierend im Zaum halten würde.
Das gilt von der einfachen Dreizeigeruhr bis zur komplizierten Repetition mit Chronograph, Kalender und was es sonst noch so alles gibt.

Grüße,
Unruhgeist
 

Matthias MUC

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Grrr, versteht mich miß. Jaaa, ich hätte schreiben sollen "... Minutenrad, das vom Federhaus angetrieben und übers Kleinbodenrad vom Sekundenrad etc. aus gehemmt wird"....
Kann mal jemand bei Roskopf und bei "normaler" Uhr mit Schweizer Ankerhemmung den Kraftfluß vom Federhaus bisa zur Hemmung Rad für Rad aufdröseln?

Bei der normalen geht der "Haupt"-Kraftfluß so: Federhaus > Minutenrad > Kleinbodenrad > Sekundenrad > Ankerrad > Hemmung.
Abzweigung fürs Zeigerwerk: Minutenrad > Zeigerreibung zum Minutenrohr + -Zeiger > Zwischerad > Stundenzeiger
Und das Minutenrad oder meistens zumindest dessen hinteres Lager hinten sichtbar.

Bei der Roskopf: Federhaus > "Zwischenrad e" > "Sekundenradartiges g" > Ankerrad > Hemmung
und hinten nix mittig sichtbar.
Zeigerwerk: Federhaus > Minutenrohr, und Federhaus > Stundenrad
und das ganze Zeugs fürs Zeigerwerk komplett auf der ZB-Seite.

Ist das jetzt so richtig?

lG Matthias
 

gsl

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[...] ohne hinten klar sichtbares Minutenrad, [...]
Servus Matthias und danke!

Ich hatte einen Knoten in der Leitung. "Meine" Identifikation von Roskopf-Systemen basierte bis Dato auf der Erkennung der Besonderheiten von Kronrad, Sperrad und Sperrkegel(feder). Daher habe ich sofort beim Lesen von "Räderwerk hat eine Roskopf-Anordnung" in diese Richtung gedacht und nicht an die Räder weiter hinten im Zug. Da diese Uhr aber einen konventionellen Sperrkegel und keinen Bügel über den Kron- und Sperrrädern hat, habe ich das nicht sofort erkannt.

Liebe Grüße
Michael

P.S. und lass dich nicht durch Spitzfindigkeiten und überbordenden Sarkasmus ärgern ;-) Ich hatte das schon richtig verstanden. (Im Übrigen war die sarkasische Bemerkung aber auch sehr lustig ;-) )

Und natürlich danke, Andi (@andi2), ich bin ein Esel.
 
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Matthias MUC

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Keine Sorge, mich hat da nix geärgert. Wenn ich (Teil- oder Voll-)Blödsinn schreibe, muß ich das aushalten.... Ich bin da ja auch am Lernen v.a. hier im Forum und durch Anlesen und Stellen dummer Fragen. Hatte weder eine offensichtliche, noch eine gut versteckt eindeutige Roskopf-artige jemals in der Hand.

lG Matthias
 

Ruebennase

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Das wäre ja auch schlecht, wenn man unter einander nicht auch ein wenig scherzhaft blödeln kann 😀. Ich nehme auch gerne mal ein Fettnäpfchen mit. So macht lernen Spass und das sitzt dann.
Es ist aber wirklich interessant, wie hier das Rosskopfdesign stark verändert wurde. Ich Fall da immer gerne mal drauf herein.

Grüße Rübe
 
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