Invicta Minutenrepetition - (Anfänger-)Fragen zu meiner neuen Uhr

Diskutiere Invicta Minutenrepetition - (Anfänger-)Fragen zu meiner neuen Uhr im Taschenuhren Forum im Bereich Uhrentypen; Hallo zusammen, ich bin neu hier im Forum und auch beim Hobby Taschenuhren, seht mir bitte Formfehler bei diesem ersten Post nach. Mich haben...
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Neffus

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Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum und auch beim Hobby Taschenuhren, seht mir bitte Formfehler bei diesem ersten Post nach.

Mich haben schon seit einiger Zeit Taschenuhren mit Repetition fasziniert, und ich hatte jetzt die Gelegenheit eine Invicta mit Minutenrepetition zu erstehen. Nun halte ich also zum ersten Mal ein solches Stück länger in Händen und ich habe auch schon tausende Fragen.

Ich lege vielleicht einfach mal los:

1. Kann mir jemand etwas zum Baujahr sagen? Die Medaille d'Or Bordeaux ist von 1895, ich habe schon Invictas gesehen, die zusätzlich noch ein Diplom D'Honneur Paris 1896 hatten. Naiv ürde ich jetzt also die Zeit dazwischen als Baujahr vermuten??? Es gibt eine Seriennummer (?) siehe Bilder

2. Auf dem Zifferblatt gibt es eine Außenskala, die von 0 bis 300 geht. Meine erste Vermutung war eine Art Minutenzähler für den Chrono, aber das ist wohl nicht so. Weiß jemand wozu diese Skala dient?

3. In beiden äußeren Deckeln ist ein Frauenkopf gestempelt. Kennt jemand die Bedeutung - Herkunft des Golds o.ä.?

Noch ein paar praktische Fragen:

4. Ich weiß nicht, wann und ob die Uhr revisioniert wurde. Könnt Ihr gute Uhrmacher entlang der Rheinebene von Freiburg bis Frankfurt (gerne auch +-50km West/Ost) empfehlen? Idealerweise sollte sich derjenige auch ein wenig um die Kratzer und Dellen des Gehäuses kümmern können, kann aber gerne auch davon getrennt sein.

5. Die Uhr geht aktuell ca 6min/24h vor. Sollte ich mir da Sorgen machen oder ist das im Rahmen dessen, was man mit diesem Verstellhebel kompensieren kann?

6. Die Rückstellung des Chronographenzeigers setzt den Zeiger mal auf Null, mall eine Sekunde vor oder eine Sekunde nach die Null (Zwölf). Kann das passieren oder besteht da Reparaturbedarf?

7. Die Minutenrepetition geht etwa eine Minute relatv zur Zeigerstellung vor, kann man so etwas leicht korrigieren? (Der Ton ist übrigens toll)

8. Last but not least: Die Abdeckung des Uhrwerks ist offensichtlich nachträglich angebracht (wohl aus PMMA) und trägt so sehr auf, dass die hinteren Deckel nicht nur nicht schließen, sondern der Uhrwerksdeckel schon etwas verformt ist (beinahe ein Knick). Gibt es da dünnere Alternativen (vgl Fotos) oder kann/sollte man den auch ganz weglassen? Natürlich will ich aber schon gelegentlich das Uhrwerk in Aktion bewundern...


Herzlichsten Dank für Eure Infos!

Schöne Grüße aus Freiburg,
Frank
 

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Neffus

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Der auf dem Uhrwerk? Ist auch ein anderes Metall, eher Messing oder so. Definitiv nachträglich. Aber meine Vermutung war, dass das immer so ist.
 
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keeper

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Schöne Uhr, habe auch eine mit Repetition. Aber ich würde die erst mal revidieren lassen. Bei alten Ölen ist das problematisch, man weiss ja nicht ob sie mal gewartet wurde. Ich bin extra nach Leipzig gefahren, da man mir den Uhrmacher empfohlen hatte. Die hiesigen waren nicht so vertrauenerregend, wenn sie denn was machen wollten.
Wenn die Uhr frisch geölt ist kann man auch gut mal mit ihr was machen ohne Angst zu haben, dass was verschleisst.
Ist aber nur meine Meinung...
Viele Grüße
Andreas
PS: Beulen und Kratzer würde ich lassen ...
 
Coriolan

Coriolan

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Hallo Frank,

Willkommen bei den Uhrenverrückten! Eine schöne Invicta hast Du Dir da zugelegt.
Einige Antworten zu Deinen Fragen versuche ich zu geben:

ad 1) Baujahr: Damals haben fast alle Hersteller mit irgendwelchen „Medailles“ oder der Weltausstellung um die Jahrhundertwende geworben, das ist auch noch ein Jahrzehnt später passiert
ad 2) wurde schon beantwortet
ad 3) der Frauenkopf ist die Helvetia, welche seit 1882 als Punze für 750 (18 K) Gold vorgeschrieben war. Allerdings, und das hilft beim groben zeitlichen Eingrenzen, wurde die tonnenförmige Kartusche der Punze ab 1933 auf eine dreieckige geändert. Ohne das Uhrwerk gesehen zu haben, ist eine nähere Eingrenzung schwierig, aber gefühlt würde ich auf 1900-1910 tippen.
ad 4) da werden die deutschen Kollegen hier sicher Tips haben
ad 5-7) derlei Abweichungen bei einer über 100 Jahre alten Taschenuhr sind nicht ungewöhnlich.
ad 8) der Plexiglas-Boden ist für meinen Geschmack ein Stilbruch, aber leider öfter umgebaut worden. Ein flacheres Plexi einzubauen geht sicher, wenn der Platz reicht. Dass der äussere Bodendeckel nicht mehr schliesst, ist Pfusch. Das sollest Du einem Goldschmied zur Begutachtung geben.

Nachtrag: Wenn Du die TU nur gelegentlich im Jahr benutzt, würde ich nicht viel daran machen lassen. Willst Du sie öfter tragen, dann ist in eine Reinigung und Ölung des Werks gut investiert. Der nicht schliessende Bodendeckel würde mich wahnsinnig machen, aber da musst Du entscheiden, ob Dir der transparente Staubdeckel so immens wichtig ist. Wenn nciht, rückbauen lassen.
 
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tschasovschik

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Für die Werkverglasung passt selten das verbaute "Savonette-Kunstoffglas", das ist üblicherweise zu hoch dafür. Daher schließt der Deckel auch nicht. Es gibt dünnwandige Kristallgläser in verschiedenen Höhen, ein erfahrener Uhrmacher kann solche Gläser beschaffen und einsetzen. Dann schließt der Deckel auch wieder.
 
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Neffus

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Herzlichen Dank an alle für die Antworten!

@Caius Marcius: Was genau vom Werk müsstest Du denn sehen, um das Baujahr genauer eingrenzen zu können? Ich kann gerne weitere Details vom Werk fotografieren

Bleibt noch die Frage nach einem guten Uhrmacher für Repetitionstaschenuhren in meiner Reichweite (Frankfurt - Freiburg) - habt Ihr direkte Empfehlungen oder ansonsten Hinweise auf was ich denn achten sollte, wenn ich jemanden kontaktiere?
 
monozelle

monozelle

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Steffen Pahlow, Bad Nauheim (bei Friedberg, Hessen) würde mir einfallen. Der macht auch Gehäuse.
Ist noch ein kleines Stück nördlich von Frankfurt - ist das noch drin in deinem Radius? Ein fachlich hochkompetenter Mensch. Ob er noch Aufträge annimmt, weiß ich nicht, aber er beantwortet Mails, davon kann ich berichten. 🙂
 
Coriolan

Coriolan

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@TS: Ich nehme an, dass Du mich gemeint hast, aber Coriolan und Caius Marcius liegen im Suchvorschlag vermutlich direkt beisammen ;-)

Zusätzliche Fotos von dem (bildschönen) Werk werden uns vermutlich nicht weiterbringen - ich habe mal alle mir bekannten Datenbanken abgegrast und über Invicta findet sich leider herzlich wenig. Einzig mehrere Auktionseinträge findet man, aber die kennst Du sicher auch schon. Und die datieren die Uhr so um 1900, was wohl in etwa passend ist, mit sagen wir 5-10 Jahren Unschärfe Richtung 1910.

Ich hoffe, dass Du einen guten Uhrmacher auftreibst, diese Taschenuhr hat das allemal verdient.
 
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Neffus

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@tschasovschik Toller Link, danke.
@Coriolan Nö, war reines Angeben mit meinen Shakespearekenntnissen 😉 Vielen Dank für die Datenbankrecherche!
(Wusste auch nicht, dass das verlinkt...)
 
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Coriolan

Coriolan

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Nö, war reines Angeben mit meinen Shakespearekenntnissen 😉
Chapeau! Diese Tragödie von old William kennt kaum jemand. Und wie man an meiner langen Leitung sieht, ist's auch bei mir schon über 40 Jahre her (Abiturklasse), dass ich mich da durchgearbeitet habe. Nur sein Beiname blieb irgendwie permanent im Hinterkopf kleben, sonst wäre ich nicht auf diesen Nick gekommen...
 
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Neffus

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Hallo zusammen,

eine spannende neue Entwicklung, hoffentlich nicht so schlimm...

Noch ist die Uhr nicht revisioniert, aber ich dachte mir, ich könnte doch einmal das Abdeckglas des Uhrwerks abnehmen und zumindest den Rücker etwas verstellen für die Ganggenauigkeit (leider immer noch etwa 3min/24h), und dabei schauen, ob denn die Deckel schließen, wenn der Ring mit dem Plexiglas raus ist.

Tun sie. Allerdings klang dann das Schlagwerk gelegentlich dumpf und etwas klapperte...


Es stellt sich heraus, dass unter dem Befestigungsring ein kleines loses Bauteil des Uhrwerks eingeklemmt war (In der rotmarkierten Vertiefung des Gehäuses, siehe Bild). Ohne das Teil geht der Ring jetzt tiefer und die Deckel lassen sich gerade so schließen. Alle Funktionen der Uhr gehen weiterhin wie oben beschrieben.

Stellt sich mir die Preisfrage, was für ein Bauteil es ist und was es tut. Als Maßstab, das Plastikding auf dem es liegt (siehe Bilder) ist so eine Minimalverpackung für reguläre SD Karten.

Vielen Dank für Euren Input,
Frank
 

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Neffus

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Puh, danke. Das klingt zumindest so, als wäre nichts wesentliches beschädigt.
 
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