Interview mit dem Chrono24-Chef

Diskutiere Interview mit dem Chrono24-Chef im Uhren News Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo , habe dieses Video auf Youtube gefunden und das , was der Herr Stracke so von sich gibt ( vor allem das Ende ... Stichwort 5-7 % ) ist...
twehringer

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5-7% !!! Das wär ja der Hammer!

VG Thomas
 
frasie012

frasie012

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Hallo ,

das finde ich auch , zumal er das ja so sicher rüberbrachte , als das es denn schon eher ein offenes Geheimnis sei !? :hmm:

Gruß Frank
 
thegeek

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ach kommt... da fehlt meiner Meinung nach eine 1 vor der Zahl :D

Was wundert Ihr euch eigentlich... wenn ein der AD 50% verdient und der Hersteller nicht viel weniger verdienen will dürfen die Herstellungskosten nicht so viel häher sein... Das natürlich unter dem Aspekt dass wir von einem hohen Grad an Automatisierung reden also Swatch, Seiko, Rolex, Citizen, Omega, usw.... Wenn der Anteil der Handarbeit höher ist wird es mit diesem Kostenanteil nicht mehr zu halten sein... bzw. schon da die Listenpreise einfach höher sind...z.B. PP

Mich schockt das jetzt nicht wirklich aber wenn der C24 Bursche genau so kompetent ist wie der "Reporter" dann braucht man auf die Zahl auch nicht viel zu geben...
 
frasie012

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Hallo ,

also ich finde es schon gewaltig ( wenig ) und muß gestehen , mit solch einer Preisspanne nie und nimmer gerechnet zu haben !

Gruß Frank
 
Uhropath

Uhropath

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5-7% !!! Das wär ja der Hammer!
Das ist etwas zu pauschal. Er meint sicherlich die industrielle Fertigung von "einfachen Luxusuhren". Aber selbst da kommt nochmals eine zweistellige Prozentzahl für das Marketing, Entwicklung, Vertrieb und sonstige Aufwendungen drauf. Das ich mir erst mal eine Fabrik für 100 Millionen hinstelle, wird dann aber mal gänzlich ignoriert.
 
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Watchman 77

Watchman 77

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Hallo Frank,

danke für diesen sehr informativen Link :super:
Da kann man mal sehen, wie unsere "Krankheit" in der Luxusuhrenbranche ausgenutzt wird :lol::D

Gruß Matthias
 
Tobi Montana

Tobi Montana

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Wenn sich das nur auf Herstellungskosten bezieht würde ich das für realistisch halten. Entwicklung und Marketing darf man jedoch nicht vergessen. Trotzdem glaube ich nicht, dass ein Luxushersteller sich sorgen um seine Margen machen muss :D
 
diveros

diveros

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Ich denke auch das es wenig Branchen gibt in denen die Margen so hoch sind als bei Luxusuhren.
 
VinC

VinC

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*gähn* "was man so hört" keine Fakten - keine Kekse...

Das Video war ansonsten auch kein Highlight.
 
BBouvier

BBouvier

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Einer meiner Freunde ist seit Jahrzehnten im Uhrenvertrieb mehrerer Marken
großräumig in Süddeutschland engagiert.
Vor ein paar Jahren hat er mir folgendes berichtet:
(Zahlen- beispielhaft - in etwa ... aus dem Gedächtnis)
- Auspreisung beim Juwelier im Schaufenster 500.-
- Abgabe an den Juwelier durch den Vertreter 250.- (daran erinnere ich mich genau!)
- Großhändler an den Vertreter 150.-
- Hersteller an den Großhändler 50 (?) ... ich erinnere mich leider nicht mehr...
möglicherweise nur die reinen "Herstellungskosten" - ohne Forschung/Werbung/Inverstitionen etc. =>
50.- wären 10% des (End)-"Preises".

Insofern ist die in obig im Film genannte Zahl durchaus nachvollziehbar.

Gruß,
BB
 
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diveros

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das mag bei einzelnen Marken so gehandhabt werden, ich denke aber das die meisten Uhren durch weniger Hände gehen, sei es Lemanns oder Rolex. Da "verdient" der Vertreter, wenn es denn einen solchen gibt keine 50% der VK.

Ich würde sofort den Beruf wechseln.....;-)
 
viertelelf

viertelelf

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Ich denke auch das es wenig Branchen gibt in denen die Margen so hoch sind als bei Luxusuhren.
Markenkleidung. Da gibt es Spannen, bei denen einem schwindelig wird. Die Herstellungskosten einer Jeans liegen um einen Euro. Bei Spannen wie von dem Chrono24-Chef angesprochen dürfte damit eine Jeans 15-20 EUR kosten. Das stimmt nur bei den Eigenmarken der Discounter.
 
diveros

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mir ging es um die Spanne des Zwischenzwischenhändlers, also der der mit dem Kombi vorfährt, den Kofferraum aufmacht, 4 Uhren zum Konzi trägt und dann 1000€ verdient.

Das zu den Herstellungskosten noch Marketing, Vertriebskosten undund dazu kommt will ich an dieser Stelle gar nicht diskutieren.
 
Uhropath

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Das Problem bei solchen Diskussionen ist doch ein anderes.

Es werden immer Herstellungskosten mit Kosten gleichgesetzt. Das ist aber nur eine Kennzahl und sagt nichts über die Marge aus. Natürlich ist es einfach zu sagen: "Wenn einer etwas für 5 Euro herstellt und für 100 Euro verkauft, dann hat er daran 95 Euro verdient." Das er aber von den 95 Euro eine große Menge für weitere Ausgaben (neben der Herstellung) abdrücken muss, wird gerne übersehen. Sicherlich verdient man gut aber bestimmt nicht mit einer 90%igen Marge. ;-) Da würde die Uhrenbranche die Finanzmärkte dominieren.
 
tstb

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Ich bin wirklich kein Fan von solchen "Pauschalschätzungen", da hier eigentlich nie die Rede davon ist, von welchem Preis man nun bei 5-7% ausgeht. Ich versuche hier jetzt einfach mal grob am Beispiel von Sinn deutlich zu machen, was so ungefähr am Ende hängen bleiben kann. Warum nun Sinn? Ganz einfach deswegen, weil Unternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft in Deutschland ihre jährlichen Ergebnisse offenlegen müssen. Das ist am Beispiel der Sinn Spezialuhren GmbH im Unternehmensregister für jeden einsehbar.

Zudem gilt Sinn als Hersteller im deutlich gehobenen Preissegment, der einen stark ausgebauten Direktvertrieb hat. Weil viele Kosten, die durch Zwischenhändler entstehen würden, wegfallen, sollten die Margen hier also besonders groß sein.

Zuerst müssen wir definieren, wovon wir ausgehen. Die Margen lassen sich am Umsatz am besten festlegen. Da Unternehmen nicht mit der Umsatzsteuer belastet sind, werden die Umsätze immer mit dem Netto-Wert der gesamten Absätze ausgewiesen. Wenn wir uns nun die Gewinn- und Verlustrechnung von Sinn aus 2012 ansehen, wird eines schnell deutlich. Es werden keine Umsätze ausgewiesen, sondern erst einmal nur das Rohergebnis. Stark vereinfacht ergibt sich das Rohergebnis wie folgt: Umsätze - Materialaufwand = Rohergebnis

Der Ausweis des Rohergebnisses ist zulässig, aber auch sehr interessant. Denn dadurch kann man hier nicht erkennen, wie hoch die eigentlichen Materialkosten sind. Für die Darstellung der Marge ist das nicht weiter schlimm. Wir müssen nur beachten, dass wir nicht von den Umsätzen ausgehen können. Die Margen ergeben sich dann wie folgt: Jahresüberschuss / Rohergebnis = Marge

In den letzten Jahren hat Sinn folgende Margen erzielt:

2012: 283.875,96 € / 7.803.021,93 € = 3,64 %

2011: 1.181.807,19 € / 8.691.858,88 € = 13,60 %

2010: 487.198,08 € / 7.332.721,39 € = 6,64 %

2009: 502.811,57 € / 6.679.463,10 € = 7,53 %

2008: 568.600,43 € / 6.277.774,26 € = 9,06 %

Wie sind die Ergebnisse zu interpretieren:

Zunächst einmal lässt sich festhalten, dass die Marge am Rohergebnis und nicht an den Umsätzen bemessen wurde. Wären die Umsätze bekannt und man hätte hieran die Margen berechnet, wären die Margen noch kleiner ausgefallen. Insofern sind die hier dargestellten Margen etwas höher, als sie tatsächlich sind.

Auffällig ist, dass die Margen bis auf 2011 nie die 10%-Marke überschritten haben. In 2011, das lässt sich dem Jahresabschluss entnehmen, konnte Sinn wegen des 50-jährigen Jubiläums außergewöhnliche und nicht nachhaltige Absatzerhöhungen generieren, die das Ergebnis kurzzeitig positiv beeinflusst haben. Für alle Margen gesehen, liegen die Gesamtkosten durchschnittlich pro abgesetzter Uhr > 90 %. Sinn verdient also an einer Uhr durchschnittlich weniger als 10 %. Dabei verfügt Sinn über einen stark ausgebauten Direktvertrieb und kann eigentlich etliche Kosten sparen.

Sicher müsste man etliche weitere und gerade auch Schweizer Unternehmen betrachten, um zu einem allgemein gültigen Urteil zu kommen. Ich behaupte an dieser Stelle jetzt aber einfach, dass diese Zahlen in gewisser Weise repräsentativ sind. Da sieht man eben doch deutlich, dass die Traum-Margen von 30 % und mehr einfach nur unrealistisch sind. Sinn stellt sich bestimmt auch nicht "blöder" an, als andere Uhrenhersteller.
 
Bulli

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Interessante Rechnung und ich denke auch, das man es nicht pauschalisieren kann! Sicher wird Geld verdient und das ist ja auch Sinn der Sache!
 
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