Instandhaltung Eurer Automatikflotte

Diskutiere Instandhaltung Eurer Automatikflotte im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo zusammen! Da ich inzwischen eine stattliche Sammlung an Automatikuhren (ca. 20 Stück) und die eine oder andere Handaufzug habe, frage ich...
Yeast

Yeast

Themenstarter
Dabei seit
09.02.2018
Beiträge
158
Ort
Oberösterreich
Hallo zusammen!

Da ich inzwischen eine stattliche Sammlung an Automatikuhren (ca. 20 Stück) und die eine oder andere Handaufzug habe, frage ich mich, wie ihr das mit der langfristigen Instandhaltung haltet.

Nach einhelliger Meinung geben moderne Öle nach 5-7 Jahren (vielleicht auch 10?) den Geist auf und die Uhr gehört serviciert, ob die Uhr dauernd gelaufen ist oder nicht, da die Werke sonst aufgrund mangelnder Schmierung Schaden nehmen können wenn sie dann wieder getragen werden sollen.

Ich habe meine Favoriten, welche oft getragen werden und somit meist durchgehend laufen und manch teures Exemplar, was zu besonderen Anlass an den Arm kommt. Wenn ich aber alle nach diesen Intervallen servicieren lasse, gehe ich Bankrott...

Uhrenbeweger verwende ich aus Prinzip nicht - nach ein, zwei Wochen Tragen einer Uhr ist das Hinwenden und Stellen (Inbetrieb nehmen ;-) ) einer anderen für die nächsten Wochen immer ein fast magischer Moment. Und was nicht läuft, verschleißt auch nicht. Das Öl ist aber nach gewisser Zeit trotzdem hin, oder?

Haltet ihr diese Intervalle bei euren ganzen Uhren ein auch wenn sie nur selten an den Arm kommen oder tragt ihr die Uhren bis sie nicht mehr richtig laufen und gebt sie dann zum Service/Reparatur?

lg

Alexander

P.S. das Seikos und Miyotas oft deutlich länger und bis zum Exitus laufen, ist mir klar, vor allem da hier wohl ein Werktausch das sinnvollste ist oder die Uhr einfach weggeworfen wird. Mir geht es hier um Uhren ab 300,- € und mehr mit schweizer Werken oder eben teurere Seikos.
 
bachmanns

bachmanns

Dabei seit
01.03.2017
Beiträge
6.185
Ort
Mittelhessen
Ich stehe im Grunde vor dem gleichen Problem: bei mir sind es 21 Automatikuhren und 3 Handaufzugsuhren. Die meisten Stücke sind noch neu; die älteren, gebraucht gekauften, Exemplare lasse ich derzeit nach und nach revidieren, wenn mir die Historie unbekannt ist. Letztlich werden die Uhren pro Stück auf etwa 4 Wochen Tragezeit pro Jahr kommen. Ich habe daher beschlossen, eine Revision erst dann zu machen, wenn sich gravierende Auffälligkeiten zeigen. Die Zeiträume werden mit Sicherheit bei über 10 Jahren liegen. Ansonsten ist das nicht zu finanzieren, wobei ich zusehen werde, eine Instandhaltungsrücklage aufzubauen.
 
Oris Diver

Oris Diver

Dabei seit
07.02.2013
Beiträge
631
Ort
Schweiz
Ich trage die Uhren bis die Gangwerte derart schlecht sind, dass ein Service unumgänglich ist.
Wurde mir auch so von einem Konzi empfohlen der sehr nahe an einer Manufaktur dran ist.
Die empfohlenen Serviceintervalle dienen lediglich dem Umsatz des Unternehmens.
 
Yeast

Yeast

Themenstarter
Dabei seit
09.02.2018
Beiträge
158
Ort
Oberösterreich
Das und wann Revisionen notwendig sind, ist mir klar (ich weiß, Suchfunktion), mir ging es eher darum, wie ihr das so bei einer großen Anzahl rein praktisch handhabt.
 
Nuit89

Nuit89

Dabei seit
24.02.2015
Beiträge
1.310
Ort
Hamburg
Moin,

also ich selbst würde nichts machen, solange die Uhren vernünftig läuft. Nach festen Intervallen halte ich für unnötig.

Wenn du so viele Uhren hast, wären das ja wirklich hohe Kosten die man sich einfach sparen kann.

Vor allem also bei den Uhren die du selten trägst, ist eine Revision dann definitiv überflüssig.

Die paar Uhren die du sehr viel trägst und die wie du sagst eigentlich durchgehend laufen, da könnte man natürlich drüber nachdenken diese alle 7-10 Jahre einfach mal in den Service zu geben und den Uhren mal eine Wellness-Kur zu gönnen.
Falls sich die Uhr nicht sowieso vorher mit schlechten Gangwerten meldet.

Also ich habe mittlerweile von 3 Uhrmachern (1 freier, 2 aus rennomierten Ketten) die Meinung bekommen, dass so lange das Werk unaufällig ist (Gangwerte, Gangreserve) man nichts zu machen braucht.
Die modernen Öle verharzen nicht mehr und wenn die Uhr nicht getragen wird, muss das Öl auch nichts leisten (Thema. Abrieb).
Im schlimmsten Fall werden dann bei der Revi durch erhöhten Verschleiß 1-2 Zahnräder mehr getauscht für ein paar Euro, dafür spart man sich aber die Gebühren für 1-2 Überholungen nach festem Intervall.
Bei extrem teuren (AP und Co.) oder Vintage-Kalibern mit schlechter Ersatzteilversogung gilt das dann aber nicht.

Es wird ja manchmal der Autovergleich herangezogen: "bringst du ein Auto auch nicht zum Ölwechsel?!" das ist aber quatsch denn:
1. wird beim Auto ja nicht der komplette Motor demontiert und wieder zusammengesetzt.
2. ist das Öl beim Auto nicht nur mechanischen Abrieb ausgesetzt, wie bei einer Uhr.

Achja aber nicht vergessen, wenn die Uhren dem Wasser ausgesetzt werden am besten einmal im Jahr einen Test machen lassen, kostet je nach Uhrmacher 0-10 Euro.

Gruß
Henrik
 
Zuletzt bearbeitet:
39 mm

39 mm

Dabei seit
04.09.2018
Beiträge
863
Ort
südlich von Stuttgart
Meine Sorge zu dem Thema ist: Was, wenn ich eine Uhr besitze, die schon einige Jahre auf Lager gelegen hat, ehe sie verkauft worden ist? Wenn sie z.B. schon 5 Jahre alt ist, wenn ich sie kaufe, wäre wegen der Schmiemittelproblematik eine Revi ggf. schon bald fällig und ich weiß das nicht mal.
 
neset530d

neset530d

Dabei seit
18.01.2012
Beiträge
14.011
Ort
Wien
Das und wann Revisionen notwendig sind, ist mir klar (ich weiß, Suchfunktion), mir ging es eher darum, wie ihr das so bei einer großen Anzahl rein praktisch handhabt.
Habe fast alle Automatiks abgestoßen und gleichzeitig auf Quartz konzentriert, lebt sich einfach angenehmer, wie mit den Gedanken von Revi, Uhrenbeweger, usw....
 
Nuit89

Nuit89

Dabei seit
24.02.2015
Beiträge
1.310
Ort
Hamburg
Meine Sorge zu dem Thema ist: Was, wenn ich eine Uhr besitze, die schon einige Jahre auf Lager gelegen hat, ehe sie verkauft worden ist? Wenn sie z.B. schon 5 Jahre alt ist, wenn ich sie kaufe, wäre eine Revi ggf. schon bald fällig.
Dann ist auch keine Revi fällig, die Uhr sollte dann keine Probleme machen und das Intervall beginnt mit dem Tag ab dem du sie trägst. Die Uhr ist neu, also so sehe ich das.

Eine Ausnahme wären vielleicht, die Uhr war die 5 Sommer vorne im Schaufenster und das Schaufenster ist zur Sonnenseite ausgerichtet, dann könnten die Öle vielleicht hin sein.

Ich habe schon so viele Uhren im Bekanntenkreis gesehen (und/oder auch selbst gebrauchte Uhren gekauft), welche 5-10 Jahre alt waren und dem Zustand nach mindestens gelegentlich getragen wurden, liefen alle super.

Wenn ich gebrauchte Uhren älter als 2-3 Jahre kaufe, gehe ich immer zu meinem Uhrmacher und lasse sie durchchecken (Gangwerte, Amplitude, Abfallfehler, Wasserdichtigkeit) und ausser ab und an einer kleinen Reglage war noch nichts wildes dabei.

Im aktuellsten Fall habe ich eine (dem Verkäufer und Zustand nach) gelegentlich getragene Aquaracer CAF5011 mit ETA 7750 Chronometer gekauft. 5 Jahre alt ist das gute Stück, war am Montag beim Uhrmacher damit:

Gangwerte zwischen -1 und +2 Sekunden auf der Zeitwaage und Amplitude von 280 bis über 300 bei Vollaufzug, beides hat er in 4 Lagen gecheckt. Wasserdicht war sie natürlich auch noch.

Exakt das gleiche hatte ich schon bei einer 8 Jahren alten, getragenen Speedmaster Date (ebenfalls 7750 Chronometer).

Die Uhren stecken mehr weg als wir Uhrenfreacks uns manchmal panisch einreden.

Mein Vater trägt seit 5 Jahren fast jeden Tag eine Tissot Automatik (ETA 2834-2), die wurde bisher einmal nachreguliert und läuft immernoch im einstelligen Sekundenbereich und geht regelmäßig ins Wasser.

Ein guter Freund von mir hat eine 9 Jahre alte Marcello Nettuno 3 (ETA 2824-2), welche als seine einzige Uhr wirklich täglich getragen wird und davon die letzten 4 Jahre täglich auf der Baustelle.
Läuft auch ohne große Abweichung und wurde erst einmal etwas nachreguliert, die Dichtungen sind auch noch intakt.

Gruß
Henrik
 
Zuletzt bearbeitet:
Yeast

Yeast

Themenstarter
Dabei seit
09.02.2018
Beiträge
158
Ort
Oberösterreich
Hm, alle Automatikuhren verkaufen und auf Quarz umsteigen ist natürlich auch eine Alternative... ;-)
 
ETA2824

ETA2824

Dabei seit
04.11.2018
Beiträge
2.574
Ort
En Suisse
In den letzten 2 Jahren konnte ich schon mal mit der einen oder anderen
Vintage "üben". Billig wird das nicht, aber ich möchte meine Uhren meinen
Kindern hinterlassen. Ich werde mindestens meine Lieblingsstücke revidieren
lassen. Mindestens ... ich bin da ein Tüpflischisser und Perfektionist. :prost:

Ach ja: Scheinbar ist es bei den modernen synthetischen Oelen ja so, dass sie
nicht mehr verharzen oder "sich verbrauchen". Sie verdunsten schlicht und ergreifend ... 😱
 
A

Alteisen

Dabei seit
04.07.2019
Beiträge
160
Ort
Wien, Wien, nur Du allein .....
Mein Vater hat um 1970 herum einer Eterna Matic 7-Day erworben und bis zu seinem Tod 1975 getragen. Anschließend hat sie meine Mutter bis 2012 beinahe täglich getragen (wg. der besseren Ablesbarkeit gegenüber ihren Schmuckuhren).

Seitdem lag sie im Tressor. Heuer habe ich begonnen, mich mit dem Schätzchen zu befassen. Die Uhr läuft bei der geringsten Bewegung an und geht ca. 5 sek. tägl. nach.

Nachdem meine Mutter zuletzt schon etwas "verloren" war und die ganze Welt ja schlecht ist, hat sie am Boden ihren Namen eingeritzt (damit sich das Pflegepersonal nicht an dem Zeiteisen vergreift). Das Glas weist natürlich auch schon einige Kratzer auf und so wollte ich sie etwas aufhübschen lassen. Im zuge dessen wurde die Uhr auch geöffnet und mir wurde empfohlen einer Revision durchführen zu lassen, was ich auch beauftragt habe. Auf die Frage, wann denn die letzte durchgeführt worden sei, fiel der Uhrmacher beinahe in Ohnmacht, denn das Ding läuft seit 1970, ohne einmal einen Uhrmacher persönlich kennengelernt zu haben.

Leider ist die Ersatzteilversorgung seitens Eterna aktuell offensichtlich unter aller S.. und ich warte nunmehr seit rund 5 Monaten auf die Fertigstellung. Aber die Vorfreude auf ein Wiedersehen ist ja auch was Schönes. :super:

20190717_115743.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
thales1967

thales1967

Dabei seit
15.11.2008
Beiträge
318
Ort
Saarland
Ich mach es auch so wie der größte Teil meiner Vorredner.
Ich warte bis sich die Gangwerte spürbar verschlechtern.

Meine Uhren, die im wesentlichen aus den 90igern stammen kann ich mit
dieser Verhaltensweise hinsichtlich der Revisionskosten in "überschaubaren" Grenzen halten.

Ich lasse normalerweise meine Uhren bei einem Uhrmachermeister warten. Kostenpunkt ca. 170 Euro für einen Chrono und knapp 100 für einen Dreizeiger.

Allerdings bin ich der Meinung, dass man ab und an die Uhr auch zum Hersteller geben sollte.

Meine Speedy die ich seit 24 Jahren täglich auf der Arbeit trage war bis dato 4 mal in Revision davon 2x beim Hersteller. War natürlich teuer (660 Euro). Es werden jedoch viele Teile ersetzt. Man hat das "Gefühl" etwas gutes für die Uhr getan zu haben. Ich bilde mir ein, dass sei der Grund für die immer noch überragenden Gangwerte meiner Uhr :-D

Trotzdem, es liegt halt in der Natur der Sache dass ein mechanisches Werk Pflege und Wartung braucht. Das kostet halt Geld :-( So ist es halt.

Gruß Daniel
 
clocktime

clocktime

Dabei seit
18.05.2018
Beiträge
2.166
Bei mir sind es 22 Automatik-Uhren, die nicht ständig getragen werden. Solange die Uhren keine zu auffällige Abweichung haben, ist mir das egal. Die einzige dieser Uhren, die Vintage ist, ist eine Citizen. Diese hat eine deutliche Abweichung, aber auf Grund des Alters mache ich hier nicht viel:
2696514
Alle anderen sind in dem Sinn zu neu. Egal, ich habe Freude an den diversen Uhren, selbst wenn sie nicht ständig getragen werden. Aktuell trage ich eine Swiss Military Hanowa Helvetus Automatik, und sobald es mir nicht mehr passt, wechsle ich auf eine andere...
Uhrenbeweger & Co. verwende ich nicht - wofür auch: Bleibt eine Uhr stehen, hat sie keinen Verschleiss.
 
Pausini

Pausini

Dabei seit
28.05.2019
Beiträge
576
Ich trage die Uhren bis die Gangwerte derart schlecht sind, dass ein Service unumgänglich ist.
Wurde mir auch so von einem Konzi empfohlen der sehr nahe an einer Manufaktur dran ist.
Die empfohlenen Serviceintervalle dienen lediglich dem Umsatz des Unternehmens.
Ich tendiere ebenfalls zu dieser Sichtweise.
 
Pausini

Pausini

Dabei seit
28.05.2019
Beiträge
576
Meine Sorge zu dem Thema ist: Was, wenn ich eine Uhr besitze, die schon einige Jahre auf Lager gelegen hat, ehe sie verkauft worden ist? Wenn sie z.B. schon 5 Jahre alt ist, wenn ich sie kaufe, wäre wegen der Schmiemittelproblematik eine Revi ggf. schon bald fällig und ich weiß das nicht mal.
Dann greift die Garantie ja noch. Und: Eine solche Uhr würde ich nur mit mindestens 25% Nachlass zum LP erwerben.
lebt sich einfach angenehmer, wie mit den Gedanken von Revi, Uhrenbeweger, usw....
Alternative, die noch mehr Spass macht: Nur 2 - 3 mechanische Uhren besitzen.
Die Uhren stecken mehr weg als wir Uhrenfreacks uns manchmal panisch einreden.
Das denke ich auch.
 
steinhummer

steinhummer

Dabei seit
09.01.2018
Beiträge
947
Ort
Mayence
Habe fast alle Automatiks abgestoßen und gleichzeitig auf Quartz konzentriert, lebt sich einfach angenehmer, wie mit den Gedanken von Revi, Uhrenbeweger, usw....
Kann man so machen. Man kann aber auch einfach aufhören, sich Gedanken zu machen. So mach ich es. Und wenn eine Uhr schwächelt, so nach 10+ Jahren, bekommt sie halt ne Revi für 300 (2824; 7750) bis 400 (Lemania 5100) Euro. So what?

Pitt
 
revenger

revenger

Dabei seit
19.08.2015
Beiträge
398
...
Ach ja: Scheinbar ist es bei den modernen synthetischen Oelen ja so, dass sie
nicht mehr verharzen oder "sich verbrauchen". Sie verdunsten schlicht und ergreifend ... 😱
Das mit dem Verdunsten lese ich immer wieder und frage mich:
  • Wohin verdunstet das Öl in der geschlossenen Uhr?
  • Wenn das Öl verdunstet, warum kondensiert es nicht am Glas?
  • Liegt nach der Verdunstung in der Uhr eine (gesättigte) Ölathmosphäre vor?

LG Henry
 
Thema:

Instandhaltung Eurer Automatikflotte

Instandhaltung Eurer Automatikflotte - Ähnliche Themen

  • Große Schwierigkeiten mit Reparaturen und Instandhaltungen - Probleme ungewollter Natur

    Große Schwierigkeiten mit Reparaturen und Instandhaltungen - Probleme ungewollter Natur: Hallo, ich melde mich an dieser Stelle, weil ich auf offensichtliche Unfähigkeiten eines bestimmten Uhren-Reparateurs und -Relumers hinweisen...
  • Ähnliche Themen

    Oben