Industrie-Neuigkeiten: Jean-Claude Bivers Ausstiegsinterview mit WatchPro

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sasolit

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Zum 1. November tritt mit JCB bekanntlich einer der Titanen der Uhrenindustrie in den operativen Ruhestand. Dem britischen Uhrenmagazin WatchPro hat er nun das erste Interview nach Verkündung dieses Schrittes gegeben. Neben den bereits diskutierten Äußerungen zur Wempe vs. Nomos-Thematik, reißt er im vollständigen Gespräch noch den ein oder anderen Punkt mehr an:

THE BIG INTERVIEW: The wisdom of Jean-Claude Biver, chairman of LVMH’s Watchmaking Division

Bezüglich Smartwatches:
We are surrounded by obsolescence, and I believe people will search for a link to eternity. The more you are impacted by obsolescence, the more you need a link to something that will last. You have love that can be eternal, and you have art that can be eternal. Great artists have not died because they live on in their art.

What else is eternal? Not much. But watches: yes. If we are to promote this eternity then I think we have a great opportunity. This is a reality for Patek Philippe, for AP and for Rolex. Everybody that makes mechanical watches is selling this eternity. Patek Philippe’s marketing is explicit about this, but it is true for all watchmakers. This is a huge chance.
Bezüglich der klassischen Konzis:
Yes, but they become obsolete these families only if they cannot adapt to competition. You have to adapt, not just to your time but to your competitors. If online is a competitor to multibrand stores, they must develop a strategy to fight against the online. If they offer the same as online, or in the worst case offer less than online, they are dead. But they can offer something different to online, and they must reinvent themselves. If they reinvent themselves, they can win.

It all depends how you react to competition. If online is your competitor, then write that on your office wall and ask yourself how you can beat online. Come up with ideas and test whether you can really deliver them. If one is impossible, come up with more ideas. Suddenly, businesses can find three or four ways to compete. Put those to work, and you will survive, but if you stay as you are or as you were in 1998, how can you survive?
Bezüglich des Online-Zweitmarktes:
I do see this coming. It is a trend for a new generation. They share cars and they are going to share watches, so the secondary market for watches for certain has a future. The more the secondary market is insured and backed by the brands giving their official certification and guarantee, and when customers know that watches are eternal, they will ask themselves why they should buy a new one?

Brands giving certification for watches selling on the secondary market — which they cannot stop — is a good thing for the brand. At least you make sure that the people who are buying your watches are getting the right goods.
 
T

thp001

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Naja, alles nichts Neues.

Was die Smartwatches betrifft ist es doch nicht entscheidend, mit etwas „Beständigem“ dagegen zu halten. Die Smartwatch mit einer mechanischen Uhr zu vergleichen halte ich für völlig falsch. Die Smartwatch ist ein tragbarer Mini-Computer, der Funktionen bietet, die mit einer klassischen Uhr nur ganz wenig gemein hat. Blöd für die Hersteller klassischer Uhren ist aber, dass sie denselben Platz am Handgelenk beansprucht.

Mit den Aussagen zu den Konzis und dem Zweitmarkt werden hier Allgemeinplätze bedient. Solche Entwicklungen gibt es ja nicht nur im Uhrenmarkt ...

Gruß, thp001.
 
tbickle

tbickle

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Die Smartwatch mit einer mechanischen Uhr zu vergleichen halte ich für völlig falsch.
Ein Wäschetrockner ist auch keine Waschmaschine. Aber wenn Du beispielsweise in einer winzigen Wohnung lebst, dann konkurrieren beide Geräte vermutlich um den selben Standort (und komme mir jetzt bitte nicht mit diesen unsäglichen Kombi-Geräten, die beiden können, aber nichts von beidem richtig gut :D). Und dann musst Du als Kunde abwägen, welches von beiden Du Dir kaufst. :super: Der Platz am Handgelenk eines Kunden ist heiß begehrt und "räumlich" sehr beschränkt.

Gruß
 
S

Sopur

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Dann gibt es einen Wasch-Trockner-Kombi ;-)
 
Schwanni

Schwanni

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Ich zitiere mal aus dem von Sasolit genannten Thema bezüglich Nomos:
Herrn Biver Unwissenheit in Bezug auf seinen Geschäftsbereich zu unterstellen finde ich gewagt.
Ich denke man sieht, dass PAM127 recht hatte. Herr Biver weiß sehr wohl, was die Stunde geschlagen hat bzw. was die Themen der Stunde sind. Dass er nicht in jedem Interview seine (vielleicht vorhandenen) Ideen ausplaudert, WIE man z.B. gegenüber dem Onlinehandel konkurrenzfähig bleiben könnte, ist für mich verständlich.

Seine Ausführungen zur Smartwatch kann ich schon nachvollziehen. Natürlich sind Smartwatch und klassische Armbanduhr nicht vergleichbar. Biver vergleicht doch auch nicht irgendwelche Funktionen oder dergleichen. Er sagt ja gerade, dass der Kauf und das Tragen einer Luxusuhr Gefühlssache ist. Das ist natürlich in der Tat keine neue Erkenntnis. Man könnte das Thema Smartwatch auch auf die Frage herunterbrechen "Möchte ich meinen eigenen Körper im wahrsten Sinne des Wortes zum verlängerten Arm meines Smartphones degradieren, mein Handgelenk zur Anzeige der sinnvollen und (seien wir ehrlich, zum Großteil) sinnlosen "Belästigungen" durch die moderne Welt hergeben, oder möchte ich meinen Körper lieber mit etwas klassischem, stilvollem und zeitlosem schmücken?". Immerhin ist unser Körper (bzw. in diesem Fall der Platz daran) das intimste, was wir haben und das Abstellen auf die Gefühlswelt ist da nicht so weit hergeholt.
Ich stelle mir vor, meine Frau würde sich anstatt einer Halskette aus Gold mit einem schönen Anhänger daran ein Smartphone um den Hals hängen. Für mich ist klar, was mir besser gefällt. Und auch, womit sich meine Frau wohler fühlt.
 
T

thp001

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Gruß, thp001.
 
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