Industrie Neuigkeiten: Das Wall Street Journal (und JCB) über den Schweizer Uhrenmarkt

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#1
sasolit

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Is Time Running Out for the Swiss Watch Industry?
(Wenn die Paywall des WSJs greifen sollte, dürfte eine Suche nach dem Artikelnamen bei Google News zum Ziel führen. Eine reine Text-Variante findet sich bei Morningstar.)

Mehrheitlich kommt (natürlich) Jean-Claude Biver zu Wort:
“It’s the first time we have young people not buying watches,” says Mr. Biver, who leads LVMH’s watch division. “Time is everywhere. Why should these kids buy something for the wrists that tells them the same thing they get everywhere?”
The experiment [die TH Connected], however, failed by one metric: It didn’t spark new interest in TAG Heuer’s mechanical timepieces. The company made an offer allowing customers to swap the smartwatch for a mechanical one for $1,500, but fewer than 10% of buyers have made the exchange, Mr. Biver says.
When younger consumers do buy watches, they often look outside Switzerland. MVMT and Shinola, both based in the U.S., and Sweden’s Daniel Wellington are among the industry’s fastest-growing brands.
Mr. Biver is in talks with HBO to design a watch based on the show “Game of Thrones” in time for the show’s last season next year, LVMH executives say.
 
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#2
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When younger consumers do buy watches, they often look outside Switzerland. MVMT and Shinola, both based in the U.S., and Sweden’s Daniel Wellington are among the industry’s fastest-growing brands.

Weil die heutige Schweizer Uhrenindustrie noch keine günstige, coole Antwort darauf fand. Eine wie damals während der Quartzkrise, mit der Swatch.


Da fehlt es einfach an coolen(!) Ideen. Die 400€ Tissot mit buntem Nato ist einfach nicht cool.


Und die 3000€ Game of Thrones Tag Heuer mit GoT Deckel wird auch eher unsexy.
 
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#3
bachmanns

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Weil die heutige Schweizer Uhrenindustrie noch keine günstige, coole Antwort darauf fand. Eine wie damals während der Quartzkrise, mit der Swatch.


Da fehlt es einfach an coolen(!) Ideen.
Ich habe eine coole Idee:D

In der Wirtschaft gibt es denn englischen Spruch "If you can´t beat them, join them". Wenn den Schweizern also partout kein Rezept bzw. keine passende Antwort gegen die Emporkömmlinge einfallen will, könnten Sie sich einfach dort einkaufen. Konzerne wie die Swatch Group oder Richemont sollten finanziell potent genug sein, kleinere Wettbewerber zu schlucken. Selbst ein Brocken wie Fossil sollte machbar sein.
 
#4
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Am Ende wird's so kommen.


Mir unbegreiflich, wieso keine wirkliche Low-Budget Uhr aus der Schweiz kommt. Die Leute haben bock auf Uhren. Armani schlug ein, Ice Watch schlug ein, Daniel Wellington schlug ein und Michael Kors ebenso.

Alles cool. Nur die Schweizer möchten da wohl nicht mitmischen. Stattdessen kommen einfachere Versionen, zu Preisen der Guten aus der Zeit vor mindestens vier Preiserhöhungen.


Jaeger LeCoultre, Panerai, Vacheron Constantin usw. Ein Witz.

Und die besagte Tissot am Nato für 400€. Hamilton aktuell mit so einer seelenlosen aktuell zu 800,900?!
 
#5
datoni

datoni

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Wenn man sich die Preisentwicklung ansieht dürfen es manche noch nicht mitbekommen haben, oder melken die aktuellen Kunden bis zum geht nicht mehr. Wenn der Kundenstamm dann mal wegfällt werden einige Konzerne ziemlich alleine dastehen.

Für mich ist ein Paradebeispiel Panerai. Die Standardmodelle sind mittlerweile absurd teuer, die Einstiegsmodelle deutlich abgespeckt und für das gebotene ebenfalls sehr viel zu teuer. Die für den halben Preis könnten vielleicht neue Kunden locken. Dazu kommt noch das sehr schlechte Service was dem "Premium-Anspruch" wohl nicht gerecht wird.
 
#6
bombus c

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Zusammengefasst, die Schweizer Uhrenindustrie, trunken von ihrer unermesslichen Profit- und Wachstumsgier, weiß keine Antwort auf Daniel Wellington und Shinola. :shock: Ach, der Markt wird es schon richten...
 
#7
tbickle

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Wo der Pfeffer wächst...
@Samir: Ich kann mich dunkel daran erinnern, mal gehört zu haben, dass Unternehmen vereinzelt Gewinnerzielungsabsichten verfolgen. :hmm: Manche Fantasten behaupten sogar, dass diese Eigenschaft ein Charakteristikum von Unternehmen darstellt. Alles Spinner, wenn Du mich fragst.

Kannst Du im Zentralkomitee vielleicht ein gutes Wort für mich einlegen? Ich will mich beruflich neu orientieren. ;-)

Gruß
 
#8
bombus c

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Für Dich doch immer! Der 1. Mai ist eh bald, da samma wieder beisammen... :D
Da entscheidet sich auch, wer von den Gierigen in den Gulag und wer auf Goli Otok kommt. Das ist immer eine Gaudi! :D
 
#9
tbickle

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„Goli Otok“ - das wäre doch mal ein tolles Sujet für eine sehr puristische LE von Hublot. Die eine Gehäuseflanke müsste nur aus einem Wetzstahl bestehen, sodass sie zum Schärfen von improvisierten Stichwaffen verwendet werden könnte. Fünf von den Trümmern (Minimum 50 mm Durchmesser, 400 g schwer) in ein Handtuch gewickelt könnten selbst dem dekadentesten Burgeois die Werte der Arbeitetklasse einbläuen. Ich rufe morgen Biver an und erzähle ihm von unserer Idee. :super: Willst Du Deinen Anteil in D-Mark oder in Dinar? :lol:
 
#10
bombus c

bombus c

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Ich finde, Biver wird darauf einspringen. Die Geschichte und das Modellkonzept passen. Einfach so aus dem Ärmel! Hut ab! :D
Ich bleibe natürlich den östlichen Elitegepflogenheiten treu und verstehe unter dem Begriff Währung nur jene des rothäutigen Kasperls.
 
#12
Alex1974

Alex1974

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"If you talk Swiss to people who don’t understand, don’t be surprised that one day they won’t come anymore,' Mr. Biver says."

Gruss,
Alexander
 
#14
Plaggy

Plaggy

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Naja, Shinola ist alles andere als günstig.
DW kann ich ja noch nachvollziehen, MVMT ebenso, aber Shinola ist schon sehr sehr teuer iirc.

Gerade die Billigheimer-Uhren mit den Japano-Quarzer (ist ja zumindest schon mal etwas) werden halt von den Fashion-Blogger als der Heilige Gral der Uhrenwirtschaft beworben ("Luxury for low prices cause they cut out the middle man" usw. usf.). Würden die das gleiche mit Tissots 200€ Einsteiger-Uhren machen oder mit Steinharts, wären eben die voll in.

Das ist aber eben auch nicht mehr die Zielgruppe von Schweizer Luxusfirmen bzw. eher noch nicht. Was soll man mit denen anfangen, die nur von einem Social-Media-Trend zum anderen hüpfen und leben.
Da wird eben heute Shinola durchs Dorf getrieben, morgen MVMT und übermorgen Vincero. Es geht nicht drum, etwas zu haben was bleibt, sondern möglichst viel und möglichst verschiedenes. Getreu dem Motto "An keinem Tag das gleiche Outfit". Wie man dann allerdings erst nehmen kann, dass einer der tagtäglich quasi nur Rolex trägt (Alpha M z.B.) aber in seinen Videos gerade MVMT in den Himmel lobt, ist halt auch so eine Sache.

Interessant wird es erst, wenn diese Gruppe von jungen Leuten in ein Alter kommt, wo man das Geld selbst verdient und beisammen hält um sich davon etwas großes zu leisten, was auch dauerhaft bestehen soll. Wenn man eigenen Stil entwickelt und nicht mehr jeden Trend mitmacht. Dann ist man wieder eine echte Zielgruppe.

Ich wage es daher auch zu bezweifeln, dass man mit günstigeren Uhren dort groß was erreichen wird. Da ist es vermutlich der bessere Weg, den Omega und Breitling übrigens schon länger eingeschlagen haben und anderen Marken jetzt langsam auch gehen, möglichst viele Fashion-Blogger einzuladen und mit Uhren auszustatten in der nicht unberechtigten Hoffnung, dass diese die auch oft genug in den Videos tragen. Zwar machen die dann oberflächlich Werbung für Fashion-Marken, aber im Unterbewusst bei den Followern wird durchaus etabliert, dass man am Ende selbst doch lieber Omega, Rolex, Breitling, Panerai und Tag Heuer trägt. Damit wird dann insgeheim der Wunsch gestärkt das man irgendwann auch mal so eine haben will. Das Vorbild ist quasi nicht mehr der Vater sondern der Blogger.
Das die Leute sich nebenbei durch die Fashion-Marken an das Tragen einer Uhr gewöhnen (und vielleicht keiner Smartwatch) ist dann nicht unbedingt nur von Nachteil.

Dafür muss man allerdings mit den ständigen Preiserhöhungen aufhören...
 
#15
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fortis98

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Sehr schön geschrieben, Sascha. Ich glaube auch, dass einzig die "starke" Marke als Wertanlage im Gedächtnis hängen bleiben wird. Alle anderen Mechanischen des mittleren Preissegmentes spielen bei kommenden Generationen keine große Rolle mehr. Alles wandelt sich, genauso wie derzeit die breite Mitte Federn lässt und es mehrere Zuwächse im Unterhaus und wenige Zuwächse im Oberhaus gibt.
 
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