In der Ferne, so nah - Chronoswiss Lunar

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Throcky

Throcky

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Heute soll es um eine Uhr gehen die mich eigentlich schon so lange begleitet wie ich denken kann. Natürlich hab ich mit 3, oder 4 noch keinen goldenen Chrono mit Mondphase getragen,... aber dafür mein Vater.

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Aus dieser Zeit stammt auch eine relativ klare Erinnerung an diese Uhr, genauer gesagt an die Mondphase.
Ich saß auf dem Schoß meines Vaters, wahrscheinlich bei einem Grillfest oder sowas und langweilte mich zu Tode,.. bis mir dann die Uhr am Handgelenk meines Vaters aufgefallen ist.
Als Kind ist eine Uhr für die Uhrzeit da und selbst die kann man entweder garnicht, oder nur mit Mühe ablesen. Nur warum war da auf einmal ein Mond auf der Uhr? Das hab ich dann natürlich auch prompt mal gefragt und eine Antwort bekommen die sich mir nicht ganz erschlossen hat – dass der Mond ja regelmäßig verschwindet und wieder auftaucht, dass das ganze ungefähr einen Monat lang dauert, dass das damit zusammenhängt dass sich der Mond um die Erde dreht – kurz gesagt es war mir absolut unverständlich wie so ein kleiner Gegenstand wie eine Uhr am Handgelenk „errechnen“ konnte was der Mond "ganz weit weg" so macht. Also habe ich mich erstmal damit begnügt wie schön das Blau, Gold und die Sterne aussehen (vielleicht fing die ganze Sache mit Uhren ja da schon an?).

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So richtig zusammen fügte sich dann alles als ich mit 9 oder 10 ein Teleskop und kindgerechte Literatur zum Thema geschenkt bekam. NASA, Apollo, schwarze Löcher, Supernovae,.. – hat mein erstes großes Hobby (Dinosaurier) nicht nur vollkommen in den Schatten gestellt, sondern glatt aus der Aufmerksamkeit gepustet.
So langsam machte das mit der Mondanzeige auf einmal Sinn,...

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Kleiner zeitlicher Sprung in die Abizeit – Hobbys haben sich wieder mal geändert,…Mädchen, Feiern, Musik, usw. haben die Astronomie in den Schatten gestellt und (größtenteils) aus dem Gedächtnis verdrängt. Das Teleskop stand irgendwo auf dem Dachboden und wurde auch nicht weiter bedacht – aber das Vattern die Uhr nicht mehr trug fiel mir irgendwann auf, also einfach mal gefragt warum: „kompliziert zu stellen / beim Sport kann man sie nicht tragen / läuft auch nicht mehr richtig rund“ und dann „wenn du willst kannst du sie ja tragen?“.

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Ich,..17 Jahre alt,...goldene Uhr,…mit Komplikationen,…mechanisches Werk – natürlich war ich stolz wie Bolle. Aber immer tragen wollte ich die Uhr dann auch nicht, das passte einfach nicht zu einem so jungen Kerl und das die Uhr irgendwie schaden nimmt wollte ich natrülich auch nicht.
Also wurde sie zu besonderen Anlässen getragen, bei Familienfesten, Abifeiern, Freundin in die Pizzeria ausführen und ganz wichtig: bei größeren Prüfungen.

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Ich bin dann ca. 550 km zum Studieren weg gezogen und die Uhr war bei einem Physikum, Staatsexamen und generell bei jeder Prüfung vor der ich Bammel hatte an meinem Arm. Wenn man vorm Prüfungsraum gewartet hat und im Kopf die schlimmsten Szenarien durchgeht, wenn man in der Klausur sitzt und nicht weiß ob man grade schlimmen Quatsch schreibt – dann habe ich oft auf die Uhr geschaut und an die Erinnerungen mit meinem Vater gedacht, an den Mond, an die Ruhe im Garten und das in den Himmel schauen,… auch wenn die Familie weit weg war, oder die Kindheit vergangen, die Uhr war doch da und damit der sorgende Vater und die schöne Erinnerung.

Natürlich hat man trotzdem auch mal die eine oder andere Prüfung vergeigt, aber he, so spielt das Leben…
Schön war es auf jeden Fall immer wenn sich Prüfer auch für Uhren interessierten und es zu Gesprächen kam – vielleicht hat das auch manchmal den Schubs zur besseren Note gegeben.

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Natürlich hat die Uhr über die Zeit die eine oder andere Kerbe und Macke bekommen, aber sowas lässt sich halt nicht vermeiden. Immerhin war ich es nicht alleine - ganz im Gegenteil, ich finde es schön dass die Uhr nicht nur meine Geschichte erzählt. Und besonders dass die Bewegung mit der mich mein Vater auf seinen Schoß gesetzt hat genau das gleiche Uhrwerk aufgezogen hat, welches ich jetzt durch meine Taten und Bewegungen am laufen halte.

Das ist für mich ein zentraler Faktor des Uhrenhobbys – diese kleinen Dinger am Arm überdauern Generationen und viel wichtiger: verbinden Menschen über Distanz und Zeit.

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Und jetzt noch kurz nach der emotional journey ein paar harte Fakten und die obligatorischen Wristshots (HGU 17,5-18cm):

Hersteller/ Name: Chronoswiss Lunar
Baujahr: Ende 80er / Anfang 90er (?)
Durchmesser: 38mm
Höhe: ca. 14,5mm
Bandanstoß: 20mm
Werk: Valjoux 7750
Glas: Plexi
Gehäuse: Stahl, vergoldet

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RIM

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Bis auf die Zeiger habe ich exakt die gleiche Uhr.

Nach heutigem Maßstab ist sie wohl etwas klein, aber ich finde sie absolut zeitlos im Design. 👍
 
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domzen

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Gelungene Bilder und eine schöne Vorstellung von einer wirklich tollen Uhr!
 
I.v.e

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Danke, dass ich an deiner Reise teilhaben durfte. Solch eine persönliche Vorstellung mit einer Geschichte liest man zu selten hier in den Vorstellungen.
Die Uhr ist wundervoll und zeitlos, ich hoffe, dass sie in den ganzen Jahren auch mal zum Service durfte, denn verdient hat sie es mit Sicherheit. 🤗🍻
 
Throcky

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Bis auf die Zeiger habe ich exakt die gleiche Uhr.

Nach heutigem Maßstab ist sie wohl etwas klein, aber ich finde sie absolut zeitlos im Design. 👍
Ach lieber etwas kleiner, als so groß dass sie nicht unter den Ärmel passt!


Danke, dass ich an deiner Reise teilhaben durfte. Solch eine persönliche Vorstellung mit einer Geschichte liest man zu selten hier in den Vorstellungen.
Die Uhr ist wundervoll und zeitlos, ich hoffe, dass sie in den ganzen Jahren auch mal zum Service durfte, denn verdient hat sie es mit Sicherheit. 🤗🍻

Ja, durfte sie, aber das ETA7750 ist ja auch ein genügsamer Traktor :)
 
CFG

CFG

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Eine sehr schöne Uhr und nett geschrieben. Vielen Dank und weiter viel Freude mit der Uhr.
 
Daytona

Daytona

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Wundervoll, eine tolle Geschichte!
Ich hoffe deine Kinder können auch einmal so wie du von ihr schwärmen.
 
Zerospieler

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Wenn mein Sohn eines Tages mal so über mich und die Uhr schreibt, die ich ihm mal vermache, bin ich sehr, sehr glücklich.
 
Parameter

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Eine Vorstellung die man mit Genuss liest, danke dafür.:klatsch:
Und die Uhr ist eh ein Klassiker, schön wenn wertige Dinge einen so lange begleiten.
 
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