Identifizierung TITUS Automatikwerk - und Alternativen?

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McMoneysack91

McMoneysack91

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Liebe Freunde,

heute kam meine Vintage TITUS WG2101 Automatik Day Date. Das Werk funktioniert und sie läuft im Grunde ohne Mecker. Ich öffnete das Gehäuse und mir kam ein Automatikwerk SOLVIL & TITUS Geneve entgegen. Ein 21 Steine Werk. Ich poste hier ein Bild dieses Werks. Könnte mir vielleicht jemand das Kaliber nennen?

Mir ist bewusst, dass viele Schweizer ihre "eigenen" Werke eigentlich oft auf Basis von Standard-ETA Werken bauen. Ist das hier auch der Fall? Welches z.b. ETA Werk wäre denn hier das Vorbild? Ich frage deshalb, weil ich bei dieser Uhr KEINE Revision in Betracht ziehe, sollte das Werk irgendwann den Geist aufgeben. Entweder ich baue es selbst auseinander, reinige es und öle es oder aber...

...ich tausche es gänzlich aus. Das habe ich bereits mit einigen Miyotas gemacht. Mich störte immer, dass die Miyota 82xx kein Hacking hatten. So habe ich sie kurzerhand durch chinesische DG-Werke ausgewechselt die annähernd baugleich waren - nur eben mit Sekundenstop.

Dies würde ich gerne bei der Titus ebenfalls machen. Kann man pauschale Angaben machen? "Alles was die Schweizer in der Richtung bauen, ist von der Größe und dem Aufbau identisch mit DGxx" sowas in der Richtung? Das wäre riesig.


Lieben Dank!
 

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Badener

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Das Werk sieht auf den ersten Blick aus wie ein Mitglied der ETA 2836-Familie. Schau mal unter bzw. neben dem Unruhreif, da könnte die Kalibernummer stehen. Solvil & Titus dürfte hier nichts zum Werk beigetragen haben, außer vielleicht die Punzierung des Rotors angebracht zu haben.
Wieso du ein gutes ETA-Werk gegen ein mittelmäßiges DG-Werk austauschen willst, ist mir allerdings schleierhaft. U. a. macht es die Uhr m. E. "seelenlos". Und nein, fast nichts, was die Schweizer an Werken bauen, ist einbaukompatibel zu einem DGxx. Neben dem Durchmesser des Werkes müssen die Tigehöhe (Einbauhöhe der Aufzugwelle) passen, die Position der Zifferblattfüße und die Position des Datumfensters. Und dann auch noch die Lochdurchmesser der Zeiger.
 
McMoneysack91

McMoneysack91

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Vielen Dank schonmal für diesen Hinweis! Ich sehe gerade online, dass das SEAGULL ST-2146 als "Klon" des ETA 2836-2 angepriesen wird. Es ist ja "bekannt" bzw. zu unterstellen, dass etliche dieser chinesischen Werke Nachbauten sind. Wäre also einen Versuch wert, mal einen solchen "Klon" zu probieren.

Seelenlos, ja ich stimme dir da in gewisser Hinsicht zu. Wenn jedoch das ETA an seine Revisionsbedarfgrenze kommt, dann muss was gemacht werden. Die Uhr ist toll und ich würde sie gerne als Everydayuhr tragen. Wäre sie bloß eine Ausgehuhr für den feinen Abend, wäre es mir egal, ob sie 3min/d vor oder nachgeht. Aber als Alltagsuhr muss alles "flutschen". Vitaler Rotor, flüssiges Zahnradspiel und das Seagull bringt direkt den Sekundenstop mit.

Das ist im Grunde so, wie eine 7S26 SKX aufzurüsten auf ein NH36A. Okay, ist beides von Seiko aber man gibt diese charmante Unvollkommenheit auf und erlang dafür Performance.
 
elekticker

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Das ist im Grunde so, wie eine 7S26 SKX aufzurüsten auf ein NH36A
Nein, das ist nicht so. Weder im Grunde noch sonstwo. Du rüstest ab, nicht auf.

Du kaufst einen Mercedes und bastelst einen Dongfeng-Motor rein, weil dir beim Mercedes der Ölwechsel zu teuer ist.

Kann man machen, ist dann halt Mist.
 
Rainer Nienaber

Rainer Nienaber

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Das sieht mir nach einem 2836 oder 2836-1 aus. Da sind die Zifferblattfüße etwas dicker. Mit dem SEAGULL könntest Du Probleme kriegen.
 
DreizeigerFan

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Ein 2836 ohne Feinregulierung und ohne Sekundenstop kommt mir komisch vor. Kann es sein, dass es ein 2846 ist? In jedem Fall könnte man den Sekundenstop nachrüsten indem man den Stophebel (part 9433) einbaut. Der liegt unter der Federhausbrücke, so dass man auch relativ wenig zerlegen muss, um ihn nachzurüsten.
 
DreizeigerFan

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@east Al : Gut erkannt! Ich habe bei meinem letzten Post hier die Zeichen nicht erkannt. Auch das verschraubte Spiralklötzchen spricht für ein 27xx. Ich würde mal auf 2789 tippen (und liege vielleicht wieder falsch damit).
Damit kann man auch nicht so einfach einen Stophebel nachrüsten, weil der aus dem 2824 nur bei den 27xx mit 28800Bph passt.
Ein 28xx mit Stophebel kann man auch nicht nachrüsten, da beim 27xx und 28xx die Position der Zifferblatt-Füße leicht unterschiedlich ist.
 
McMoneysack91

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Soweit ich lese, scheint 2789 der Vorgänger des 2824 zu sein. Ich kann nicht anders, als sofort anzunehmen, dass die (wenn auch FAST) kompatibel sind. Ich bin zu verwöhnt von Seiko, wo alles von 7009 über 7S26, 4R36 etc kompatibel ist.
 
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tschasovschik

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Ja, das ist der Vorgänger vom 2824/2836. Es sind nur sehr wenige Teile kompatibel zum 2789/2790! Auch wenn es vom Layout her sehr ähnlich ist.
 
McMoneysack91

McMoneysack91

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Ich habe das Uhrwerk untersucht und eingraviert ist in der Tat 2789. Dadrüber ist noch eine Gravur die etwa 1S oder ähnlich lautet...oder eher 19? Irgendwie so.

Nun stellt sich mir aber die Frage...wie bekomme ich die Welle mit der Krone da raus? Gibts einen versteckten Hebel?
 
Astrolab

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Da wo der Strich endet, einen Uhrmacher-Schraubendreher mit der gleichen Breite reindrücken. Dann die Welle herausziehen.
Dieter
 

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McMoneysack91

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Jipps, hat geklappt. Habe das Glas herausgedrückt und verleihe dem Gehäuse samt Band einen frischen Schliff. Sobald das Ergebnis sicht sehen lassen kann, werde ich es hier im Forum sehen lassen :)
 
hiltibrant

hiltibrant

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Nun stellt sich mir aber die Frage...wie bekomme ich die Welle mit der Krone da raus
Diese Frage haben sich alle Laienschrauber zu Anfang ihrer „Karriere“ hier gestellt und auch beantwortet bekommen. Ich gehöre zu den wahrscheinlich 90%, denen beim Ziehen der Stellwelle alles gelungen zu sein schien, bis .... ja, bis dann irgendwann nach Abschluß aller Arbeiten die Stellwelle wieder eingesetzt werden musste. Und da war dann plötzlich gar nichts mehr in Ordnung. Weitere Fragen meinerseits hier im UF ergaben dann Hiobsbotschaften wie „Aufzug versprungen“ oder „da müssen ZB, Zeiger, Datumsscheibe runter“ usw. Und das alles nur, weil ich Dussel diesen Knopf einfach beim Ziehen der Welle zu tief eingedrückt hatte. Raus ging die Welle ja, rein auch - nur ließ sich nichts mehr einstellen.

Ich hoffe inständig, dass du diesen Anfängerfehler nicht gemacht hast, und drücke Dir die Daumen.

Du lässt es uns wissen, ja?
 
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Matthias MUC

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Das müßte eigentlich im Werkstattforum oben festgetackert werden. Ganz vorsichtig nur soweit drücken, bis die Aufzugswelle rauskommt und nicht weiter. So einen Kandidaten hab ich auch seit ewig halbzerlegt im Einweckglas liegen (eine völlig abgeranzte Dugena Quarzuhr, ernsthaft aus dem Buntmetallschrott vom Wertstoffhof gezogen. da hatte ich seitdem nicht den Nerv, sie soweit zu zerlegen, um meinen Anfängerfehler zu begutachten und ggf. wieder zu korrigieren..)
 
Rainer Nienaber

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Hatte ich auch schon mal vorgeschlagen. Oben eine feste Rubrik: Aufzugwellen entriegelt. Mit allen möglichen Werken und Fotos.
 
McMoneysack91

McMoneysack91

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Hm ich erinnere mich an den Moment nicht mehr so detailliert, aber nach einer Ausführung hoffe ich nun auch inständig, dass ich da nicht zu viel gedrückt habe... :D

Ach was liebe ich doch Seikos 7S und NH :D
 
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