"Homo-Ehe", Kirchen und CSU

Diskutiere "Homo-Ehe", Kirchen und CSU im Small Talk Forum im Bereich Community; Also: einigen hier geht es darum, den Schutz der "Zeugungsgemeinschaft" - Mann + Frau - höher zu stellen als die "Erziehungsgemeinschaft" (Mensch...
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Tomcat1960

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Also: einigen hier geht es darum, den Schutz der "Zeugungsgemeinschaft" - Mann + Frau - höher zu stellen als die "Erziehungsgemeinschaft" (Mensch + Mensch + Kind(er)). Offen bleibt aber, wie Paare (Mann + Frau) gestellt werden sollen, die gemeinsam keine Kinder bekommen können. Können die überhaupt eine "Zeugungsgemeinschaft" begründen? Und was ist mit Paaren ("Zeugungsgemeinschaften"), die keine Kinder bekommen wollen? Müssen wir Steuererleichterungen für "Zeugungsgemeinschaften" ("Ehegattensplitting") davon abhängig machen, ob die Dame des Hauses die Pille nimmt?

Um die Antwort auf diese Fragen habt Ihr Euch noch gedrückt...

Und noch ein Beitrag aus der Wissenschaft: gerade unter Menschenaffen ist Homosexualität (eigentlich eher Bi-Sexualität) sehr verbreitet, was einfach dem Umstand geschuldet ist, dass nur das stärkste Männchen das "Recht" hat, sich mit den Weibchen in der Horde zu paaren - und zwar mit allen. Es dient einfach dem Frieden in der Horde, wenn die Männchen und Weibchen, die nicht zum Zuge kommen, sich aneinander sexuell abreagieren können.

Dass Männchen und Weibchen in einer Art Horde ("Staat") leben und gemeinsam Kinder zeugen können, obwohl das Männchen nicht der Anführer der Horde ist, ist also keineswegs so selbstverständlich, wie immer getan wird.

Viele Grüße
Tomcat
 
Popocatepetl

Popocatepetl

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Man sollte bei der ganzen Sache vielleicht bedenken, daß eine Gleichstellung nicht zwangsläufig bedeutet, daß Vergünstigungen (Ehegattensplitting) auch auf bisher nicht bedachte Gruppen ausgedehnt werden. Vielmehr dürfte es in Anbetracht von Erfahrung (mit dem Staat) und Wissen um die Kassenlage des Staates so sein, daß diese Vergünstigung für alle Abgeschafft werden wird. Womit ja dann auch eine Gleichstellung erreicht wäre.
In meinen Augen ist es natürlich so, daß es nicht einsehbar ist, wieso ein Ehepaar ohne Kinder (egal, aus welchen Gründen die Ehe Kinderlos ist) mit Steuermittel gefördert werden sollte. Wozu? Wofür? Die Förderung einer Lebensgemeinschaft (Familie) sollte dann einsetzen, wenn Kinder in´s Spiel kommen. Nicht vorher.
 
Königswelle

Königswelle

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Also den Homosexuellen kann man es doch eh nicht recht machen. Da gibt es eine Rechtslage, die sie vor der Ehe schützt und dann passt es ihnen nicht... :D :D

Aber mal ernsthaft. Es wurde ja schon argumentiert, dass die heterosexuelle Partnerschaft die "natürliche" sei. Diese Ansicht teile ich, auch wenn ich natürlich zugestehen muss, dass es Homosexualität auch im Tierreich gibt. Dort ist es aber nur die Ausnahme und auch bei den Menschen sind die Homosexuellen in der Minderheit (zumindest die, die das offen ausleben). Man darf sich aber die Frage stellen, ob man diese "Vorgaben der Natur" als maßgeblich für die Ehe ansehen muss. In der Natur selbst gibt es zwar auch lebensange Partnerschaften, aber keine offiziell abgesegneten.

Die Frage der Ehe hat also mehr was mit rechtlichen und gesellschaftlichen Konventionen zu tun, als mit "Naturrecht". Und diese sind nun mal dem Wandel unterworfen. Unser Grundgesetz, das dem Staat den besonderen Schutz für Ehe und Familie vorschreibt stammt aus dem Jahr 1949 und war in diesem Punkt ganz klar auf die "klassische" Ehe zwischen Mann und Frau gemünzt. Aber heutzutage stimmt das klassische Familienbild (Vater, Mutter, Kinder; das Ganze kirchlich abgesegnet und mit klarer Rollenverteilung) in weiten Teilen nicht mehr mit der Realität überein. Dem muss man einfach Rechnung tragen.

Keiner von uns könnte sich heute noch sowas wie den Kuppelparagrafen ernsthaft vorstellen, auch glaubt man es kaum, dass das Ausleben von Homosexualität vor nicht allzulanger Zeit noch verboten war. Insofern bin ich überzeugt, dass es auch eine weitere rechtliche Angleichung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe geben wird, die vielleicht auch in eine völlige Gleichstellung münden werden. Ich wüsste auch nicht, was ernsthaft dagegen sprechen sollte.

Gut, in Bayern muss man halt den Katholiken, die es hier ja noch in nicht ganz unwesentlicher Anzahl gibt, im Wahlkampf auch signalisieren, dass man die Werte des christlichen Abendlands mit Zähnen und Klauen verteidigt. ;-) Aber das sind letztendlich nur wahltaktische Rückzugsgefechte. Würde man ernsthaft dem "widernatürlichen Treiben" Einhalt gebieten wollen, müsste man zuerst mal den Zölibat auf den Prüfstand stellen. Aber das wäre wahlkampftaktisch vielleicht nicht opportun.

Der Dobrint macht das, was man von einem CSU-Generalsekretär erwartet. Nicht mehr, nicht weniger. Spätestens, wenn sich im konservativen Bayern mal eine Mehrheit für die Homo-Ehe ergibt, werden wir erfahren, dass der Seehofer das immer schon so wollte. :D

Früher oder später wird die Homo-Ehe ebenso normal sein wie die klassische Ehe (oder sollte ich schreiben, ebenso bedeutungslos :D).
 
Oelfinger

Oelfinger

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dass es Homosexualität auch im Tierreich gibt. Dort ist es aber nur die Ausnahme
Ca. 22-24% aller Delphine und ca. 20% aller Bonobo sind ihrem Geschlecht zugetan. Sowohl die Männlein als auch die Weiblein.

Grüsse,

Günter
 
Aeternitas

Aeternitas

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1. Soll doch heiraten wer will. Hier geht es doch auch um Vollmachten. Ehestand ist nicht gleich Familienstand.
2. Wir haben eine Geburtenquote von 1,3 Kindern pro Frau, sind also rückläufig. Das bringt Probleme mit sich.
3. Der Staat sollte daher Bürgerliche Rechte und Steuergrundsätze zur Regulierung anwenden.

Jetzt kommt für mich der entscheidende Faktor. In welcher Form soll der Staat eingreifen und wie weit soll er gehen? Ist es sinnvoll, alles gleich zu stellen? Ist es sinnvoll zu differenzieren? Soll alles "normal" sein?

Ich weiß es selbst nicht. Manchmal nervt mich die Intoleranz, manchmal die moralische Beliebigkeit. Manchmal möchte ich, dass der Staat selektiv die Bevölkerungsthematik unterstützt, manchmal möchte ich völligen Liberalismus.

Was ich möchte ist folgendes:
1. Kinder sollten in stabilen Verhältnissen aufwachsen.
2. Bis zum Alter von 3 Jahren sollten wir uns den Luxus gönnen, dass ein Elternteil zu 100% für das Kind da sein kann und so auch Urvertrauen entstehen kann, was Selbstständigkeit fördert.
3. Ich möchte, dass mehr bildungsnahe Menschen Kinder bekommen. Die Schere klafft mir zu weit auseinander.
 
Spitfire73

Spitfire73

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Die vollständige steuerliche, sozialrechtliche und zivilrechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften ist längst überfällig. Alles andere ist mit der Lebenswirklichkeit nicht mehr vereinbar. Insoweit müssen Rechtsnormen schlicht fortgeschrieben und -entwickelt werden. Davon losgelöst wünsche ich mir eine steuerliche Komponente, die ausschließlich auf dem Vorhandensein von Kindern aufsetzt.

Also eine ersatzlose Streichung des Ehegatten- oder Lebenspartnersplittings und stattdessen ein Splitting, das rein auf das Vorhandensein und die Zahl der Kinder abstellt. Denn im Gegensatz zu einer "Ehe" oder "Lebenspartnerschaft" würde ich nur das Kind -und das weitaus deutlich stärker als bisher- als förderwürdig ansehen. Ob Menschen eheähnlich, ehelich oder gar nicht zusammenleben oder Verantwortung füreinander übernehmen wollen sind bestenfalls individuelle Lebensentwürfe - können aber bei genauerer Betrachtung keinesfalls Merkmale sein, die eine finanzielle Förderung aus Steuermitteln rechtfertigen.

Gruß
Helmut
 
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Königswelle

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Ca. 22-24% aller Delphine und ca. 20% aller Bonobo sind ihrem Geschlecht zugetan. Sowohl die Männlein als auch die Weiblein.
Delfine und Bonobos sind im gesamten Tierreich selbst schon eine Ausnahme. ;-)

Denn im Gegensatz zu einer "Ehe" oder "Lebenspartnerschaft" würde ich nur das Kind -und das weitaus deutlich stärker als bisher- als förderwürdig ansehen. Ob Menschen eheähnlich, ehelich oder gar nicht zusammenleben oder Verantwortung füreinander übernehmen wollen, kann kein Merkmal sein, das eine finanzielle Förderung aus Steuermitteln begründet.
Klingt vernünftig, aber ich frage mich, ob das noch grundgesetzkonform wäre. Die Ehe als solches wäre damit eigentlich obsolet. Außer ein paar unterhalts- und erbrechtliche Folgen wäre die Ehe dann nur noch ein "nice-to-have". Aber damit bewegen wir uns etwas vom Thema weg, deshalb höre ich hier auf...
 
freak31

freak31

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Das Homosexuelle heiraten dürfen ist ok. Aber ich finde es nicht gut das sie Kinder adoptieren können
Die Zeit ist einfach noch nicht reif meiner Meinung nach.
Ich habe auch das Gefühl das da keiner an die Kinder denkt.
Wie muss das sein wenn er/sie in der Schule gefragt wird was macht dein Papa und deine Mama?
Ich will nicht wissen wie die gehänselt werden. Und sagt nicht nein. Die Gesellschaft ist so.
Und Kinder nehmen eh kein Blatt vor den Mund.
In meinen Augen braucht auch ein Kind eine Vater wie auch Mutterfigur.
Und das fehlt eben in einer Mann/Mann bzw. Frau/Frau Beziehung.

Klar ist, Mensch ist gleich Mensch. Egal ob Schwul, Schwarz, Christlich, Moslemisch usw........
 
MM76

MM76

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04...
@freak31: Ja, Kinder können da grausam sein und viele verletzende Fragen stellen. Aber warum ist das so? Weil die Erwachsenen diese Intolleranz vorleben. Ist es für die Erwachsenen völlig normal, dann ist es auch für die Kinder kein Problem. Witzeln aber die Eltern schon über die Eltern eines Mitschülers, dann geben die Kinder dies noch mal deutlich verstärkt weiter.

Mein Sohn hat uns voriges Jahr auch gefragt, warum der Joel so braun ist.....(in unserer Stadt gibt es kaum Ausländer). Er fragte tatsächlich, ob er zu viel Schokolade gegesen hat:shock: Auch wenn es seeeehr schwer viel: Ich habe nicht gelacht und ihm erklärt, das Joel seine Eltern aus Afrika sind. Ein kurzer Ausflug mit dem Finger über den Globus und Magnus wusste wo Joel her kommt. Eine unbedachte Reaktion meinerseits hätte im Kindergarten vielleicht auch ein unbedachtes(und nicht mal bösgemeintes) Wort meines Sohnes bedeutet. So ist es für ihn aber die natürlichste Sache der Welt.

Hinterher hab ich mir vor Lachen aber fast in die Hose gemacht :lol::lol::lol:
 
Spitfire73

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Klingt vernünftig, aber ich frage mich, ob das noch grundgesetzkonform wäre. Die Ehe als solches wäre damit eigentlich obsolet. Außer ein paar unterhalts- und erbrechtliche Folgen wäre die Ehe dann nur noch ein "nice-to-have". Aber damit bewegen wir uns etwas vom Thema weg, deshalb höre ich hier auf...
Selbst das Grundgesetz kann die Augen vor gesellschaftlichen Entwicklungen nicht verschließen. Die Ehe wurde von den Vätern des Grundgesetzes nur deshalb als besonders schutzwürdig gesehen, weil sie aus damaliger Sicht der Inbegriff für Familie und damit der Kinder war. In diesem Punkt hat sich der gesellschaftliche Konsens und die Wirklichkeit heute einfach weiterentwickelt. Was bleiben muss ist die eigentliche Essenz des Grundgesetzes: der Schutz und die Förderung der Kinder.

Gruß
Helmut
 
sturm

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Ja da habe ich aber ins Fettnäpfchen getreten . Was schreibt WIKIPEDIA : Die Ehe (althochdeutsch für etwa Ewigkeit, Recht, Gesetz; rechtssprachlich-historisch Konnubium) ist eine durch Naturrecht, Gesellschaftsrecht und Religionslehren begründete und anerkannte, zumeist gesetzlich geregelte, gefestigte Form einer Verbindung von zwei heterosexuellen Menschen zur Erhaltung der menschlichen Art. Sie werden als Ehegatten (siehe Begattung), Eheleute, Ehepaar oder auch Ehepartner bezeichnet.

freak31 : Schließe mich 100% tig an. Ihr wolltet Meinungen ?! Da sind sie .

Schönen Tag noch oder Abend .
 
Sedi

Sedi

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@thesplendor
Dachte ich mir schon, daß jemand hier mit Paulus ankommt. Da würde ich mal ein wenig auf den Zusammenhang achten, in dem er die Homosexualität verurteilt, ganz davon abgesehen, daß man durchaus geteilter Meinung darüber sein darf, wieviel Bedeutung man Paulus überhaupt zumißt - der war ja auch früher schon lange sehr umstritten.
Daß sich die "Ablehnung der Homosexualität durch die ganze Bibel zieht" ist bestenfalls Übertreibung, da sie nur an wenigen Stellen überhaupt erwähnt wird.
Ob Jesus mit Porneia an dieser Stelle tatsächlich die Homosexualität mit gemeint habe, ist Auslegungssache.
Apropos Auslegung oder zu der Frage inwieweit das Christentum und seine Werte wandelbar sind oder "in Stein gemeißelt" - laut Bibeltext (und ich hab übrigens nicht von einer biblischen Herleitung gesprochen) hat Petrus die Möglichkeit "zu binden und zu lösen" - das ist ein halachischer Begriff, der die Vollmacht beschreibt, die Halachah, also die Traditionen und Gebote festzulegen. Petrus war verheiratet - trotzdem haben wir heute bei den Katholiken den Zölibat.
Das soll nicht völliger Beliebigkeit das Wort reden - aber die wichtigsten Gebote sind nun mal laut einhelliger Meinung sowohl Jesu als auch der jüdischen Tradition Gottesliebe und Nächstenliebe. Alles andere ist im Grunde Auslegungssache.
Aber nehmen wir mal an, du hast Recht - dann wäre immer noch zu fragen, wieso die Kirche meint, ausgerechnet sich zu dieser Frage (gibt's nichts Wichtigeres für die Kirche?) des Häufigeren lautstark äußern zu müssen. Und das in einer weitgehend säkularen Gesellschaft. Ich sehe nicht, daß das den christlichen Glauben irgendwie fördert oder die Menschen näher zu Gott bringt.
Meine Kritik ist also im Großen und Ganzen unabhängig von irgendeiner biblischen Herleitung auch wenn ich der Meinung bin, daß du nicht Recht hast - erst recht nicht mit der Aussage, daß ziehe sich durch die gesamte Bibel.
Desweiteren: "porneia" beinhaltete auf jeden Fall den Ehebruch - richtig - daher auch die Homosexualität in den meisten Fällen, da diese den Ehebruch vorraussetzte - jeder erwachsene Mann sollte damals schließlich verheiratet sein und derjenige, der keine Kinder hatte galt sogar manchen als Mörder. Es wurde schon viel gemutmaßt, ob Jesus verheiratet war, da es ihm nie vorgeworfen wurde, nicht verheiratet zu sein, wie es sich gehört - leider schweigen die Texte und aus diesem Schweigen kann man nichts ableiten - genausowenig aus der Tatsache, daß porneia die Homosexualität beinhalten konnte (bei der Frage der Ehescheidung z.B. Mt 5,32 ist sie mit Sicherheit nicht gemeint), man ableiten kann, Jesus habe das an dieser Stelle gemeint. Im übrigen äußert sich die Bibel z.B. zur Frage der weiblichen Homosexualität rein gar nicht (Nein, auch nicht Paulus :D).
Ich halte Homosexualität für sehr wohl mit christlichem Glauben vereinbar.
Und last but not least: Fordere von mir bitte nicht Toleranz für Intoleranz. Toleranz beinhaltet, den Nachbarn so leben zu lassen, wie's ihm gefällt (natürlich im gesetzlichen Rahmen - nicht, daß mir noch einer mit Serienmördern kommt). Von mir Toleranz für intolerante Ansichten zu fordern ist ein Widerspruch in sich selbst.
Kann ja jeder im stillen Kämmerlein denken was er will, aber sobald er's öffentlich kundtut oder gar gesetzgeberische Maßnahmen einfordert muß er sich Kritik gefallen lassen. Und das hat nichts mit Intoleranz zu tun.
Sollten Schwule und Lesben nun fordern, daß sie unbedingt nach römisch-katholischem Ritus kirchlich getraut werden wollen - OK, da muß man wohl sagen, Pech gehabt :D.

Gruß, Sedi :-D
 
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Tomcat1960

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Die vollständige steuerliche, sozialrechtliche und zivilrechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften ist längst überfällig. Alles andere ist mit der Lebenswirklichkeit nicht mehr vereinbar. Insoweit müssen Rechtsnormen schlicht fortgeschrieben und -entwickelt werden. Davon losgelöst wünsche ich mir eine steuerliche Komponente, die ausschließlich auf dem Vorhandensein von Kindern aufsetzt.

Also eine ersatzlose Streichung des Ehegatten- oder Lebenspartnersplittings und stattdessen ein Splitting, das rein auf das Vorhandensein und die Zahl der Kinder abstellt. Denn im Gegensatz zu einer "Ehe" oder "Lebenspartnerschaft" würde ich nur das Kind -und das weitaus deutlich stärker als bisher- als förderwürdig ansehen. Ob Menschen eheähnlich, ehelich oder gar nicht zusammenleben oder Verantwortung füreinander übernehmen wollen sind bestenfalls individuelle Lebensentwürfe - können aber bei genauerer Betrachtung keinesfalls Merkmale sein, die eine finanzielle Förderung aus Steuermitteln rechtfertigen.

Gruß
Helmut
100 %. Aber erklär das mal der FDP.

Grüße
Tomcat
 
Sedi

Sedi

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@ freak31
Kinder werden auch gehänselt, weil sie dick sind oder das falsche Handy haben. Und erzähl mal den Alleinerziehenden, daß ein Kind Vater und Mutter braucht. Ich erwähnte im Eingangspost, daß Homosexuelle ja nicht mal die leiblichen Kinder des eigenen Partners adoptieren können, selbst wenn das alle Beiteiligten wollen. Wie soll man das bitte rechtfertigen?

Gruß, Sedi :-D
 
Aeternitas

Aeternitas

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Ja, Spitfire, das ist schon der Kern, auch wenn ich da etwas auf der Seite der Konservativen bin und nicht jeden Begriff postmodern verwässern möchte. Ehe ist schon auch irgendwie Ehe...gatten...naja...

Erfahrungsgemäß wird ja hier in den Foren oft intolerant liberal ( :D) argumentiert...eines ist sicher: Lebensformen von Minderheiten werden nie normal sein. Das liegt an der Natur des Begriffes "normal".
 
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Tomcat1960

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@ Sedi: bevor das hier ausufert: Du wolltest Meinungen, Du hast sie gehört. Damit ließe ich es gut sein. Wenn jemand der Auffassung ist, dass die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit heterosexuellen Partnerschaften nicht in Ordnung ist, dann ist das per se erstmal eine Meinung, die wir zu tolerieren haben.

Beste Grüße
Tomcat
 
hass67

hass67

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Ich bin ein Freund der gesetzlichen Gleichstellung von ehelichen Lebensgemeinschaften mit Ehen, das vorab.

Das hier gesetzlich noch einiges ungleich ist und angepasst werden muss, hat das BVerfG ja bereits mehrfach festgestellt.

Was die steuerlichen Aspekte angeht, würde ich mich auch für ein Familiensplitting stark machen, in dem grundsätzlich Paare mit Kindern steuerliche Vorteile erhalten, egal in welcher Konstellation sie leben. Eine doppelverdienendes Ehepaar ohne Kinder ist eigentlich nichts, was gesondert gefördert werden müsste.

Auch das nunmehr festgestellt Recht auf Adoption eines bereits vorhandenen Kindes eines Lebenspartners finde ich absolut folgerichtig.

Was noch höchstgerichtlich noch ungeklärt ist, ist das Adoptionsrecht von kinderlosen Lebensgemeinschaften, also die Adoption fremder Kinder. Da kann man meines Erachtens schon diskutieren. Schließlich ist hier das Bekommen eigener Kinder biologisch ausgeschlossen. Wenn ich mich für diesen Weg entscheide, weiß ich eigentlich schon, dass ich keine Kinder bekommen werde. Damit sollte man sich unter Umständen auch abfinden können.
 
VinC

VinC

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Wenn ich mich für diesen Weg entscheide, weiß ich eigentlich schon, dass ich keine Kinder bekommen werde. Damit sollte man sich unter Umständen auch abfinden können.
Was heißt denn in diesem Sinne "wenn ich mich für diesen Weg entscheide"? Ich entscheide mich zwischen Pasta und Pizza zum Mittagessen, aber "wo die Liebe hin fällt" ist bei weitem kein planbarer Akt. Sollte man nur weil man dann auf natürliche Wege keine Kinder bekommen kann eine Partnerschaft führen, die einen unglücklich macht?

Es scheinen wirklich nicht genug Kinder ein bescheidenes Leben in Heimen zu fristen, das man darüber diskutieren muss. Was unterscheidet denn ein leibliches Kind das von einem der Partner in die homosexuelle Ehe gebracht wurde durch ein fremdes Kind? Klar ist das eine leiblich und das andere nicht, aber wie viele Kinder wachsen bitte ohne den leiblichen Vater auf, sondern mit einem Mann der zur Frau und dem Kind steht? Wie viele Kinder wachsen bei alleinerziehenden auf?

Wenn jemand gewisse Grundregeln erfüllt sollte es keine Frage sein mit wem jemand schläft ... oder vielleicht ist jemand ja sogar asexuell und möchte dennoch ein Kind?

Kindliche Neugierde ist Vorurteilsfrei, die Erziehung macht den Unterschied und hätte sich nie jemand für eine andere Auslegung als die strenge "einzige Wahrheit" von der Kirche entschieden; die Welt wäre immer noch eine Scheibe und Forscher würden auf dem Marktplatz verbrannt werden... Von daher sollte man alte Denkmuster bei Zeiten prüfen, denn einiges ist abartig unlogisch oder der Zeit absolut nicht mehr würdig.
 
MM76

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Was noch höchstgerichtlich noch ungeklärt ist, ist das Adoptionsrecht von kinderlosen Lebensgemeinschaften, also die Adoption fremder Kinder. Da kann man meines Erachtens schon diskutieren. Schließlich ist hier das Bekommen eigener Kinder biologisch ausgeschlossen. Wenn ich mich für diesen Weg entscheide, weiß ich eigentlich schon, dass ich keine Kinder bekommen werde. Damit sollte man sich unter Umständen auch abfinden können.
Mit Deinen ersten 4 Absätzen geh ich mit. Aber den von mir zitierten versteh ich nicht so richtig. Natürlich wissen sie, dass sie biologisch keine Kinder bekommen können. Deswegen sind sie vielleicht trotzdem gute Eltern. Das unterscheidet sie doch nicht von heterosexuellen.

Ein Beispiel: Ich habe eine Tochter aus einer früheren Beziehung. Als ich vor über 10 Jahren meine jetzige Frau kennen gelernt hatte hat man sich irgendwann auch wieder Gedanken über Kinder gemacht. Ist der Wunsch dann da, klappt es ja auch nicht gleich auf Anhieb und man macht sich ein paar Gedanken. Ein Gedanke war: Sollte es nicht gehen(biologisch), dann würden wir auch einen Zwerg adoptieren. Der Gedanke hat mir weder Angst noch sonstwas gemacht. Ich war mir damals (und bin es immer noch) absolut sicher, dass meine Gefühle zu dem Kind keine anderen wären als zu dem dann doch noch "selbst produzierten:D" Sohnemann.

Schlechte Eltern gibt es leider immer wieder. Das hat nichts mit deren sexuellen Vorlieben zu tun......
 
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osterguentermann

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Eine doppelverdienendes Ehepaar ohne Kinder ist eigentlich nichts, was gesondert gefördert werden müsste.
Es soll auch noch verheiratete Alleinverdiener geben, die dadurch sofort steuerlich zur Ader gelassen würden. Warum? Nur weil mein Sohn inzwischen erwachsen ist?



Davon losgelöst wünsche ich mir eine steuerliche Komponente, die ausschließlich auf dem Vorhandensein von Kindern aufsetzt.
Hatten wir - ist zugunsten des Kindergeldes (zu Recht) abgelöst worden. Kindergeld ist gerechter als jeder Steuerfreibetrag.


Also eine ersatzlose Streichung des Ehegatten- oder Lebenspartnersplittings und stattdessen ein Splitting, das rein auf das Vorhandensein und die Zahl der Kinder abstellt.
Geht's noch? Gerade Du solltest doch wissen, dass das Ehegattensplitting keine Bevorzugung sein soll, sondern eine ungerechte Besteuerung verhindern soll. Die Erwerbsgemeinschaft soll so besteuert werden, dass es egal ist, ob der Mann Alleinverdiener ist (oder die Frau, oder ob beide gleich verdienen).

Ich wehre mich vehement gegen die Abschaffung des Splittings, weil ich dann viel höhere Steuern zahlen müsste und meine Frau nichts einsparen kann, weil sie zu wenig verdient (400 Euro-Job).

Niemand, der sich das politisch auf die Fahne schreibt, hat bei mir Chancen auf dem Wahlzettel. Niemand!
 
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