Hilfe bei erstem Sanierungsprojekt - Timex Handaufzug M25?

Diskutiere Hilfe bei erstem Sanierungsprojekt - Timex Handaufzug M25? im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo zusammen! Da ich immer tiefer in das Thema Vintage Uhren eintauche und teilweise die Preise für Revisionen und Reinigungen bei den...
Yeast

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Hallo zusammen!

Da ich immer tiefer in das Thema Vintage Uhren eintauche und teilweise die Preise für Revisionen und Reinigungen bei den Uhrmachern in der Gegend die Kosten der alten Uhren deutlich übersteigen, möchte ich mich langsam selbst etwas einarbeiten. Siehe das Thema Lessa Automatic.

Mit mechanischen Uhren in der Reparatur habe ich grundsätzlich keine Erfahrungen. Ich kann bei Quarzuhren Batterien wechseln, sie zerlegen, reinigen und bei Defekt das Quarzwerk tausch - also grade mal ein paar Basics.

Von einem Arbeitskollegen mit dem ich ich die letzten Wochen ein paar mal über das Thema unterhalten habe, habe ich heute eine Timex geschenkt bekommen - mit den Worten: "Die funktioniert nicht mehr, aber trotzdem viel Spaß damit!".

Somit wäre dass das ideale erste Opfer für einen Blick ins Innere einer mechanischen Uhr. Vielleicht kann ich ja ein wenig dazu lernen und sie sogar wieder in Gang setzen. Verloren ist an dem guten Stück ja eh nichts mehr.

Das Gehäuse konnte ich ohne Probleme öffnen, die Krone habe ich entfernt (war mit der einzigen Schraube gesichert) und die Uhr lässt sich somit aus dem Gehäuse ausschalen.

Hier mal zwei Bilder:
1.JPG2.JPG

Ich habe etwas im Netz recherchiert, es dürfte sich um das Timex Kaliber M25 mit Zentralsekunde und Datum handeln - auch wenn die Löcher nicht ganz stimmen:
http://www.uhrwerksarchiv.de/movements/movements-t/movements-t-timex/1149-timex-m25.html

Die Uhr läuft grundsätzlich nach dem Aufziehen weg. Aber nur kurz, dann steht sie wieder. Wenn man sie etwas schüttelt oder der Unruh einen kleinen Schubs gibt, läuft sie weiter - aber ebenfalls nur kurz.
Ich tippe mal auf völlig verklebt und verschmutzt.

Was kann ich jetzt noch tun? Das Werk ist ja genieten, richtig zerlegen kann man da ja wohl nichts (zumindest ich...). Kann ich das Ding als ganzes ins Ultraschallbad schmeißen und reinigen oder ist es dann komplett hinüber?
Und an welchen Stellen gehört dann nachgeölt?

Wenn das alles klappt, würde ich das ganze Gehäuse und die Krone samt welle ebenfalls im US-Bad reinigen und am Ende der Uhr noch versuchen, ein neues Glas einzusetzen, das alte ist komplett zerkratzt.

Danke mal für Eure Hilfe bei meinem ersten Projekt!

lg

Alexander
 
Aeternitas

Aeternitas

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Mein Tipp: Lege es laufend komplett in Waschbenzin über 2 Tage, dann an den Stellen nachölen, an die Du dran kommst. Das Werk ist nicht für Revisionen gemacht und erst recht nicht für Anfänger. Ölen solltest Du halt an allen Stellen, wo Metall auf Metall reibt- schaue Dir das Werk einfach an.
 
andi2

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Glückwunsch! Gleich als erstes Projekt ein wahres Alptraumwerk.
Der Tip von Aeternitas ist gut. Es ist aber nicht gesagt, dass das Werk nach der Benzinreinigung besser läuft, falls die Unruhlager zu sehr abgenutzt sind. Zifferblatt, Zeiger und Datumsscheibe abmachen, das ZB ist mit Laschen befestigt, die man vorsichtig nach oben biegen muss.
Beim Werk kann man noch das Stundenrohr entfernen und die Wippe abschrauben, die Aufzugteile sind dann zugänglich. Wenn ich auf Webfotos richtig sehe, lässt sich das vordere Unruhlager ausschrauben.
Nach der Reinigung alle zugänglichen Stellen ölen, das ist das wichtigste, aber da sieht es wegen schlechter Zugänglichkeit nicht so super aus. Falls es irgendwie geht, sollte v.a. die Hemmung geölt werden, das geht normalerweise durch Ölen einiger Ankerradzähne auf der Aussenseite, falls es geht, ohne die Spirale zu verölen, beide Unruhlager ölen.
Gruss Andi
 
Yeast

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Okay, danke für den Tipp! Dazu muss ich wahrscheinlich das Zifferblatt abnehmen. Gibt es da einen Trick? Sieht aus als wäre es mit kleinen Metallohren festgeklemmt. Das dürfte wohl ein Einweg-Uhrwerk sein... :???:
 
Yeast

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Besten dank! Dann werde ich mein Glück versuchen. Wenn ich nicht weiter weiß, hoffe ich, dass ich mich noch an euch wenden darf!

Das Ziffernblatt und die Zeiger werde ich abmachen, dann geht es ab in den Feuerzeugbenzin.

Mit was öle ich am besten? Feinmechaniköl?
Also Lager und Hemmung, Spiralfeder der Unruh vermeiden. Hoffe, ich krieg das hin.

Ich hab mir das Werk ausgesucht weil ich mir dachte, da kann ich nicht viel zerlegen, wird wohl ähnlich einem Quarzwerk sein. So kann man sich täuschen... :shock: Das kommt davon, wenn man keine Ahnung hat.

Ach ja, wenn ich das Glas ausbauen möchte, wie krieg ich das am besten raus?
 
Badener

Badener

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Wenn du dich wirklich mit dem Zerlegen, Reinigen und Zusammenbauen eines mechanisches Werkes beschäftigen willst, dann lass zunächst besser die Finger von diesen undankbaren Timex-Werken. Versuch es zuerst mit einem großen Taschenuhrwerk, z. B. einem Unitas 6497/6498 oder deren chinesische Klone von Seagull. Und starte mit einem funktionierenden Werk. Nur so weißt du nach dem Zusammenbauen, ob du etwas falsch gemacht hast.
Falls du dich doch an das M25 wagen willst, gibt es dafür sogar technische Unterlagen, die alles erklären: https://drive.google.com/drive/folders/0B-IKHN7WFKiwLVFQRjQyUUV0bmM

Gruß

Badener
 
Onlooker

Onlooker

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Falls du dich doch an das M25 wagen willst, gibt es dafür sogar technische Unterlagen, die alles erklären
Genial!

"To clean the TIMEX Model 25 it is necessary to remove only the sweep second
hand, dial, date ring, date wheel assembly, ratchet wheel, and balance. The
illustrations on pages 25.3 through 25.5 show proper procedures. TIMEX has
found through long and careful research that the best method of cleaning is
with only the above mentioned parts removed. The cleaning fluid, while remov-
ing any contamination from the movement will also remove oil from the gear train, pivots and holes."
 
Yeast

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VIELEN herzlichen DANK!

Das hat mir sehr geholfen. Ich habe die Laschen aufgebogen und den Sekundenzeiger abgemacht, ging ganz einfach. Werk von ZB und Datumscheibe getrennt und fertig. Jetzt habe ich das Werk in Feuerzeugbenzin gelegt und der Unruh einen kleinen Schubs gegeben und siehe da, sie läuft einwandfrei :klatsch: *freu*.
Gehäuse und Aufzugwelle mit Krone liegen jetzt im Ultraschallbad.

Jetzt heißt es dann nur noch ölen und wieder zusammenbauen und ich habe meine erste Uhr "repariert". Bin gespannt, ob ich sie wieder so zusammen bekomme und sie dann auch halbwegs richtig läuft. Regulieren lässt sich das Werk wohl nicht.

Das völlig verkratze Glas konnte ich mit zarter Kraft aus de Gehäuse rausdrücken. Auf was muss ich achten, wenn ich ein neues bestelle? Einfach mit der Schublehre abmessen und danach kaufen oder gibt es sonst noch was zu beachten?
 
Don Jorge

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Wenn's Plexi ist: Polywatch und dicker Daumen (Polieren). So fies sieht das Glas nämlich gar nicht aus. :super:
 
andi2

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Hallo Yeast,
Das ist ja prima! Nach dem Herausnehmen aus dem Benzinbad auf Küchenkrepp o.ä. ablegen und gründlich trocknen lassen. Dann ölen: nicht nur die Unruhlager und die Hemmung, sondern alle Räderwerkslager (immer beide) ausser den Ankerlagern, Federhauslager, etwas Öl an die Feder (zwischen die Windungen, nicht zu viel, es verteilt sich), ausserdem die Aufzugteile vorn. Am besten mal Berichte lesen, die sich mit Ölen beschäftigen, wo das im Einzelnen dargestellt ist, es ist im Grund immer ähnlich, es muss also nicht genau dieses Werk sein, um das es in deinem Lesestoff geht.
Bei diesem Werk wird man aber wohl nicht überall drankommen, wo man ölen sollte.

Nur Uhrenöl benutzen (z.B. bei Ebay), kein Nähmaschinenöl oder irgendetwas sonst!

Das Plexiglas würde ich auch aufpolieren, das wird dann wohl wieder so schön wie neu. Dazu hättest du es im >Gehäuse lassen können, es istr dann sogar einfacher. Am besten zuerst das Glas vorschleifen mit der feinen Seite einer Nagelfeile (diese weichen Einwegfeilen im Mehrfachpack) bis die Kratzer nicht mehr zu sehen sind. Dann das Glas mit Polywatch oder einem anderen Poliermittel glattpolieren. Bei gutem Licht prüfen, ob das Glas auf der Innenseite fehlerfrei ist. Sonst auch dort polieren (da ist es dann gut, wenn es ausgepresst ist).

Die Uhr kann man auch regulieren, es gibt einen Rücker (Regulierschlüssel) auf der Unruhfeder. Er ist aber auf der Vorderseite, so weit ich sehe. Man muss das Werk also regulieren, bevor man das Zifferblatt aufsetzt, vor dem Zusammenbau.
Gruss Andi
 
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Yeast

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Abend nochmal!

Ich habe die Uhr jetzt aus dem Benzinbad genommen und die Unruh hat wieder aufgehört zu schwingen. Ist das normal weil ihr Öl fehlt? Ich habe sie jetzt nochmal baden geschickt. Uhrenöl muss ich erst besorgen. Polywatch habe ich auch gerade bestellt.

Das Glas hat doch ein paar tiefe Kratzer, aber ich versuch es, zerstören kann ich ja nichts mehr.

Bei dem Werk bin ich froh, wenn es einfach wieder läuft, dss wäre schon ein Erfolg. Das Unitas Kaliber habe ich in der Bucht gesucht, die Dinger sind ja noch ganz schön teuer. Vielleicht findet sich noch was günstiges.

Danke noch einmal an alle!
 
Yeast

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Ich muss noch Mal fragen, da ich etwas ratlos bin.

Das Uhrwerk läuft im Benzinbad, sobald ich es heraus nehme, bleit es stehen. Kann das an fehlendem Öl liegen oder hat es da wahrscheinlich mehr? Mehr zerlegen trau ich mir nicht.
 
hiltibrant

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Das Benzin scheint wie dünnflüssiges Öl zu wirken - oberflächlich betrachtet. Vielleicht aber ist nach dem Eintrocknen des Benzins der alte Schmodder immer noch in den Lagern und bremst dann natürlich wieder alles aus.

Tipp:
Mehrmals in ein Benzin - Ultraschallbad legen und dabei die Lage des Werkes verändern., damit der Abrieb ausgespült wird. Dazu das US-Gerät wie üblich mit Wasser füllen und dann ein mit Benzin gefülltes Schnapsglas hineinstellen. Darin das Werk geben und wie einen Braten mehrmals wenden :D. Bei mir hat es schon mal geklappt.
 
Yeast

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Perfekt, das werde ich gleich Mal versuchen und dann berichten! Vielen Dank!

P.S. das polywatch ist übrigens schon angekommen, das Glas sieht wieder richtig gut aus!
 
pallasquarz

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Hallo, zufällig gefunden, ein schönes Video, das den Aufbau eines TIMEX Werkes erklärt

Grüsse Christoph
 
carondeb

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Wenn man die Spirale aus- und danach wieder einstiften mag und beim Zusammenbau genug Nerven für das gleichzeitige Einfädeln ALLER Zapfen in die Platine hat, dann kann man das eigtl ganz gut auch komplett zerlegen. Die Timexes sind untereinander extrem kompatibel, wenn mal was kaputt ist.

Als Werk zum Bastelnbeginnen ist es dennoch sehr ungeeignet, das kann einem die Freude an der Arbeit nehmen, weil "herkömmliche" Werke einfacher im Handling sind.

Einlegen in Waschbenzin hat bei meinen Timex höchstens in der Hälfte der Fälle geholfen... Geht auch hier nix über das komplette Zerlegen!
 
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