Hermle Jahresuhr - Fragen eines Uhrneulings ;)

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Filiaumbrae

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Hallo ihr Lieben,

wie angekündigt habe ich mir letztens eine Jahresuhr der Firma Hermle (FHS) ergattert. Die Uhr kam heute bei mir zuhause an und nun stehe ich als Uhrenlaie doch vor einem kleinen Problem. Wie bekomme ich die Uhr zum Laufen? :oops:
Ich habe das Pendel bereits eingehängt gehabt und versucht, die Uhr so gut wie möglich gerade auszurichten (mit Hilfe der Rädchen am Uhrenfuß). Das Pendel hat sich auch gleich angefangen zu drehen, ganz leicht, allerdings hat die Uhr weder irgendwelche Geräusche gemacht (tun das Jahresuhren überhaupt?) noch haben sich die Zeiger nur einen Millimeter weiter bewegt. :(
Aufgezogen ist die Uhr, zumindest lässt sie sich nicht weiter aufziehen.

Laut dem Verkäufer wurde die Uhr von ihm vorab eingestellt und lief einwandfrei. Der Pendeldraht (nennt man den so?) ist neu, die Originalverpackung lag dem Paket bei, es handelt sich um einen Draht der Firma Nivarox mit der Stärke 0,7 mm. Allerdings hat der Draht einen Knick, wahrscheinlich vom Transport, auch wenn die Uhr wirklich super vorsichtig eingepackt war und ich alles heile aus dem Paket geholt hab.

Der Verkäufer meinte außerdem, dass man den Bügel, der das Pendel wohl in der richtigen Position hält, nicht zwingend braucht. Stimmt das?

Ansonsten würde ich noch gerne wissen, ob man das Alter der Uhr ungefähr einschätzen kann. Die Prägung sagt darüber nichts aus, eine Werk- oder Seriennummer gibt es ebenfalls nicht.

Wofür ist der Schalter am Uhrenfuß gut? Der hebt und senkt unten eine Art Vertiefung, die von unten das Pendel fixiert.

Liebe Grüße
eine faszinierte Janina :-D


Hier noch Bilder von der Uhr und vom Werk:









 
Der Stromer

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:-) Hallo Janina,

Also hat Dich Uhrenvirus doch erwischt! :-P

Schöne Uhr, die HERMLE. Sie ist so um 1954 - 1970 gebaut worden. Wie Du die zum laufen bringst? Gute Frage, nächste Frage :oops:

:super: Also fangen wir mal von Vorne an. Die Uhr muss absolut in der Waage stehen, und zwar nicht die Bodenplatte, sondern das Werk. Das wird mit den 3 verstellbaren Füßen am Boden bewerkstelligt.

:-( Eine geknickte Pendelfeder (das ist der richtige Ausdruck für diesen "Draht / Faden, etc.") muß ersetzt werden. Das Problem ist, hier die richtige zu finden. Es gibt einige Bücher darüber. Hab hier auch schon darüber geschrieben. ;-)

:-( Der Vorbesitzer hat Recht, der Bügel ist nicht unbedingt notwendig. Das ist die Transportsicherung. Das Drehpendel wird durch den Hebel im Boden angehoben und gegen diesen Bügel gedrückt und schon kann es sich nicht mehr bewegen. Meist wird aber, durch eine falsche Pendelfeder bedingt, der Abstand zwischen Boden und Bügel nicht mehr eingehalten und diese Sache funktioniert nicht mehr. Das Scheint auch bei dieser Uhr so zu sein :shock:.

:-) Zum Drehpendel selbst: Die Periodendrehung soll so um die 270° (max. 320°) betragen, also keine volle Umdrehung. Die Anzahl der Perioden (von links nach rechts) beträgt bei dieser Uhr 8 pro Minute. :-) Merke: Die Kraft zur Drehung des Pendels kommt vom Ankerrad üder die Hebeflächen und den Anker an die Gabel. Es nutzt also nichts, wenn das Drehpendel "Aufgezogen" wird. Das zerstört nur die Pendelfeder. :???:

:shock: Wie es aussieht, ist die Pendelfeder falsch. Es sollte eine der Fa. HOROLOVAR sein, die Dicke der Feder muss 0,056mm betragen. Alle anderen funktionieren nicht. Auch ist der Abstand zwischen der oberen Montierung und der Gabel sehr wichtig. Dieses Mass ist zwingend einzuhalten, da Abweichungen hier ganz sicher zum Auspendeln (stehenbleiben) der Uhr führt. :shock: Guckst Du auch mal auf meine HP. Da gibt es auch Beschreibungen dazu. :super:

:-) Nein, Drehpendeluhren oder auch Jahresuhren hört man (frau) nicht. :-) Deine Nachbarn werden also ruhig Schlafen können. :D

:-( Nimm es mir bitte nicht krumm, aber ich glaube nicht, dass Du diese Uhr wieder zur Zeitanzeige bewegen wirst. :-( Die Einstellungen sind sehr diffizil und erfordern einiges an Erfahrung mit dieser Art Uhr, abgesehen von Geduld und Zeit, die dafür erforderlich sind. :-(

:oops: Vorsicht, wenn Du das Werk trotzdem zerlegen möchtest: Immer zuerst die Feder entspannen. Die hat mächtig viel Kraft und zerschlägt fast alles, wenn das Werk so geöffnet wird. :oops:

Ich kann Dir meine Hilfe anbieten, aber leider geht das nicht schriftlich. Ich brauche dazu die Uhr auf meinem Tisch. :-) Schreib ne PN. 8-)


;-) Schade, dass ich keine Kleider trage :lol::lol:. Deine HP macht so richtig Lust darauf. Tolle Sachen, die Du da machst!:super::super::super:
 
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Filiaumbrae

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Hallo Rolf-Dieter,

danke für deine ausführliche und direkte Antwort. Nun weiß ich immerhin, woran ich mit der Uhr bin. Dass sie völlig anders funktioniert hatte ich mir schon gedacht :)
Das mit der Pendelfeder ist natürlich mehr als doof. 1. weil der Vorbesitzer eine neue eingesetzt hat (seine Anmerkung: die alte ist beim Einpacken der Uhr gebrochen, also hat er eine neue eingesetzt) und diese nicht passt und dann auch noch nen Knick hat, also eh nicht funktionieren würde :(

Was die Höhe des Pendels angeht, hast du Recht. Der Hebel von unten erreicht das Pendel erst gar nicht, es schwebt knapp über dem "Trichter" und kann frei darüber hinaus schwingen, gesichert ist da also nichts. Wenn ich den Bügel an die dafür vorgesehene Stelle halte, lässt sich das Pendel nicht einhängen, da es zu hoch sitzen würde. Also muss die Feder zu kurz sein, oder?

Nuja, bleibt die Uhr erstmal ohne Betrieb auf dem Kaminsims stehen. Zerlegen möchte ich sie auf keinen Fall. Da fehlt mir doch noch der Mut dazu :( Ich werde dann gerne noch auf dich zukommen, danke für dein Angebot :)

Und was die Kleider angeht, ich nähe auch Herrensachen ;) Ein schicker Frack steht doch jedem Herr gut. Danke dir für das Kompliment.

Liebe Grüße
Janina
 
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Sry dafür, wenn ich diesen älteren thread wieder hervor krame :|

Folgendes fiel mir bei Bild 4 und 5 in der ersten post auf:

Der "Mitnehmer" am Anker (falls der so heißt...) steht doch offensichtlich relativ "schief",
also nach hinten gebogen. Ist das normal?
Ich dachte bisher immer, dass dieser exakt gerade zum Anker stehen sollte, bzw. 90Grad zur Ankerwelle.

Der Anlass dieser Frage ist, dass ich bei mir eine Kundo (Junior) JU stehen habe
wo der nicht wie hier nach hinten, sondern nach vorn geneigt ist.
Bei einer anderen Kundo Junior von mir ist dies nicht der Fall,
dort ist dieser absolut "gerade".


Greetz
Lutz
 
Der Stromer

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;-) Also wieder ich.

Der "Mitnehmer" am Anker (falls der so heißt...) steht doch offensichtlich relativ "schief",
also nach hinten gebogen. Ist das normal?
Ich dachte bisher immer, dass dieser exakt gerade zum Anker stehen sollte, bzw. 90Grad zur Ankerwelle.
"Ankerstift" nennt man (frau) das Ding. Nein, muss nicht 90° sein. Mach Dir mal eine Zeichnung von diesem Teil des Werkes, und Du wirst vielleicht die Mechanik verstehen. Der (manchmal) veränderte Winkel des Ankerstift verändert die Drehung des Pendel. Und die sollte bei "normalen" Jahresuhren so um die 270° betragen. "Normal" ist das abhängig von der Einstellung Unterkante obere Montierung bis Gabel Oberkante.

Ein wenig "drehen" kann man da mit einer Schrägstellung des Ankerstiftes. Aber in der Regel ist das eine Einstellung, die von der Produktion her gemacht wird und braucht eigentlich nicht verändert werden. Es sei denn, man (frau) bekommt eine Uhr von z.B. Dir auf den T:Tisch, da ist dann wohl alles im "Lot", oder?

Bei der angesprochenen Uhr habe ich das übrigens etwas korrigiert. Gerade steht der Stift aber nicht. :super:
 
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