Hermle Astrolabium 2000

Diskutiere Hermle Astrolabium 2000 im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo erstmal, heute möchte ich Euch mein "Astrolabium 2000" von Hermle vorstellen. Ja, es ist eine Uhr, und ja, es ist (leider) Quartz. Ein...
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Pommes

Guest
Hallo erstmal,
heute möchte ich Euch mein "Astrolabium 2000" von Hermle vorstellen.
Ja, es ist eine Uhr, und ja, es ist (leider) Quartz.
Ein Anlaß ist, heute um 21:57:06 Uhr ist Vollmond.
Der zweite Anlaß ist, ich habe mich endlich aufgerafft, die reellen Umlaufzeiten der Himmelskörper an der Uhr zu berechnen. Deshalb wird die Vorstellung auch in mehreren Schritten erfolgen.
(Auch muß ich mich in die Berechnung von Umlaufrädergetrieben erst wieder einarbeiten)

Damit Ihr Euch ein Bild der Uhr machen könnt, Schon mal zwei Photos von heute.

Hermle "Astrolabium 2000"
U1 Hermle Astrolabium.JPG

Vollmond
U2 Vollmond.JPG

Fortsetzung, auch mit der Geschichte, wie die Uhr zu mir kam, folgt.
Jetzt muß ich die Getriebeskizze machen, und die Zähnezahlen ermitteln.
Gruß.
 
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BernhardJ

BernhardJ

Gesperrt
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Klasse! War immer mein Traum so ein Astrolabium.
Den elektrischen Quarz-Antrieb sieht man bei den vielen schönen Rädchen dem Ding ja gar nicht an.
Glückwunsch! Freue mich auf die weiteren Folgen ;-)

Grüße - Bernhard
 
P

PunxsutawneyP

Guest
Geil sowas;
aber Quarz geht da mE garnicht, das ist Frevel. Böse. Doppelplusungut. ;-)

Bin gespannt auf den weiteren Text.
 
P

Pommes

Guest
Hallo, diese Uhr kostete/ kostet (neu, nicht mich) Eintausendfünfhundert Euros. (ob sie das wert ist, sag ich Euch später, aber ich weiß es schon)
Diese Uhr gibt es auch mit mechanischem Werk, aber dann kostet/kostete sie ein bißchen mehr. (viel mehr)
An "PommesFritz": So ein Avatarbild wollte ich noch in dieser Woche machen, aber das ist jetzt leider vorbei.
Gruß.
 
C

CastAway

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Das ist doch mal was.:-D
Danke für die Vorstellung.

Da freu ich mich auch auf die Fortsetzung.
Und Quarz stört mich nicht.
 
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PommesFritz

PommesFritz

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Mache Dir mal keinen Kopp ums Avatarbild. Ich habe keine Rechte auf Pommes. Schade eigentlich...;-)
Zu Pommes passt ja auch prima Currywurst.
 
P

Pommes

Guest
Hallo,
der erste Schritt ist getan. Die Zähnezahlen sind ermittelt, und die Getriebeskizze ist erstellt.
Getriebeplan:
U3 Hermle Tellurium Getriebeplan.JPG

Erste (einfache) Berechnungen habe ich auch bereits durchgeführt.
Also kommen jetzt erst einmal nüchterne Zahlen.
Der Erdumlaufarm benötigt für einen Umlauf 73/20 * 70/14 * 68/17 * 70/14 = 365,0 Tage.
Der Mond umkreist die Erde in 50/10 * 59/10 = 29,5 Tagen. Das konnte die IWC in der "Da Vinci" mit zwei Radsätzen besser.
Jetzt noch eine Präzisierung: Dieses "Gerät" heißt zwar Astrolabium, ist aber ein Tellurium. Deshalb werde ich es in Zukunft als Tellurium bezeichnen. Ein Tellurium beschreibt die Bewegung von Erde und Mond bezüglich der Sonne. Es ist also eine spezielle Form eines Planetariums. Ein Astrolabium ist eine drehbare Sternenkarte mit Sternenzeigern.
Fortsetzung folgt.
Gruß.
Achtung: Die Zähnezahl 80 ist richtig.
 

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U

uhr_10

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Starkes Teil :super::klatsch:
Ich glaube meine Wunschliste ist gerade um einen Eintrag länger geworden :???:
 
P

Pommes

Guest
Hallo,
und weiter geht die Berechnung.
Das Getriebe, welches in dem Getriebeplan links von der Sonne dargestellt ist, muß die Drehung der Erde bewerkstelligen. Da die Erde aber auch noch auf dem Erdumlaufarm umläuft, muß die Erde sich in einem Jahr nicht 365 mal drehen, sondern 366 mal. Dies bedeutet, daß dieses Getriebe eine theoretische Übersetzung von 366/365 = 1,0027397 haben muß.
Ich hoffe, ich habe hier nicht einen Denkfehler.
Die tatsächliche Übersetzung beträgt aber 74/82 * 80/72 * 52/52 = 1,00271. (das Zwischenrad (52) muß für die Übersetzung nicht berücksichtigt werden). Dies entspricht einer negativen Abweichung von 0,0000297, bzw. 0,00296%. Das bedeutet, daß die Erde sich in 33670 Tagen einmal zu wenig dreht, bzw. in 3 Jahren und 10 Monaten eine Stunde nachgeht.
Damit kann ich sehr gut leben, mehr Kopfschmerz bereitet mir die Mondphase mit 29,50 Tagen.
Damit ist die Berechnung abgeschlossen, ich werde aber noch Einzelheiten über diese Telluriumuhr berichten.
Mit der Berechnung habe ich es mir einfach gemacht, da die Aufstellung der Berechnungsformeln für dieses spezielle Umlaufrädergetriebe nicht so einfach ist. Bei einem klassischen Umlaufgetriebe interessiert in der Regel die Drehzahl der Planetenräder auf dem Steg nicht.
Gruß.
 
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Der Stromer

Der Stromer

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Guten Abend, Pommes:-)

Einfach Toll, wie Du das dargestellt hast. Ich bin ja nun kein Mathe-Genie, aber Deine Berechnungen sind schlüssig und die Abweichungen resultieren aus der etwas Plattgedrückten Form der Erde, der schräg gestellten Achse und den Differenzen bei den Umlaufbahnen. Mond spielt da eine große Rolle:klatsch:(nicht nur der Volle). Daher wurden bei alten Astronomischen Uhren auch keine Zahnräder zur Steuerung der Umläufe genutzt, sonder speziell geformte Scheiben:shock:.

Aber ich glaube, mit 1 X Stellen in 3 Jahren kann man schon leben, oder?

Ps.: Auch unsere Zeit wird ja "Nachgestellt": Schaltjahr und Schaltsekunde zum Jahreswechsel:D
 
Philclock

Philclock

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Ich hab hier noch ein paar Bilder von der letzten astronomischen Uhr hier für Dich,
ich war da nur für Reinigungsarbeiten Zuständig.

Evtl. kannst Du da noch die eine oder andere Anregung beim Konstrurieren aufnehmen.

f102t2903p27820n11.jpg

f102t2903p27820n12.jpg

f102t2903p27820n4.jpg
 
P

Pommes

Guest
Hallo,
da bin ich jetzt aber beeindruckt, und- sprachlos.

Ich analysiere einmal:
Das ist eine Kombination eines
Uhrwerkes,
U Uhrwerk.JPG

eines Planetariums
U Planetarium.JPG

und eines Telluriums.
U Tellurium.JPG

Ganz unten in dem zylindrischen Teil ist meines Erachtens eine große Schraubenunruh zu sehen, das wird der Taktgeber sein. Der Antrieb dafür ist wahrscheinlich im Fuß.
Im oberen Teil ist das Getriebe für die äußeren Planeten, die über (fünf?) konzentrisch gelagerte Wellen angetrieben werden.
Ganz oben, in der "Planetenkugel" sind die zwei inneren Planeten (Merkur und Venus) zu sehen, die wahrscheinlich über den Zahnradsatz, direkt unter der Sonne, angetrieben werden.
Links von der Sonne ist die Erde zu sehen, die um ihre Ekliptik (23,5°) geneigt ist, und von dem Getriebe unterhalb der Erde angetrieben wird.
Zwischen Sonne und Erde ist der Mond zu sehen welcher auf einem Stab geführt wird. Der Umlauf des Mondes um die Erde und auch der Lauf auf dessen Ekliptik (5°) wird von dem Getriebe oberhalb der Erde angetrieben.
Auf den großen Messinringen sind die äußeren (fünf?) Planeten zu sehen, die wie schon gesagt, von unten angetrieben werden.
Jetzt fehlen nur noch die Zähnezahlen, dann kann ich mit der Berechnung und dem Bau beginnen. (Spaß)
Den schräg zum Horizont liegenden großen Messingring kann ich mir nicht erklären, ich bin kein Astronom.
Gruß.
 
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R

Ramses300

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Den schräg zum Horizont liegenden großen Messingring kann ich mir nicht erklären, ich bin kein Astronom.
Gruß.
Wahrscheinlich der Himmelsäquator; die Planeten bewegen sich in der Ebene der Ekliptik.
 
Philclock

Philclock

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Also wie schon geschrieben,
ich hab die Uhr nicht gebaut,datt blose Auseinanderschrauben und Zusammenbauen hat
mir schon die Schweißperlen auf die Stirn gerufen.Diese Uhr hat knapp 360 Zahnräder......

Diese Uhr ist auf einige Etagen aufgebaut.

f102t2903p27820n6.jpg

Die Federn sind im Holzgehäuse im Glaszylinder ist die Unruh mit Hemmung im unteren Teil,
etwas weiter oben geht es dann komplett um den Antrieb der ganzen Planeten und und und.

Die Uhr hat eine Chronometerhemmung,die Unruh dazu passt auf zwei große Handflächen.
f102t2903p27820n21.jpg

Diese hat es wirklich in sich,es ist jedes Mal eine riesen Freude für mich,wenn ich mal da wieder ran darf.

So schaut die Uhr in kompletter Größe aus.

f102t2903p27820n2.jpg

Ein Zifferblatt muss auch noch gebaut werden.

Hier kannst Du etwas über den Erbauer erfahren.



Die Uhr nachzubauen wird schwer,da müsstest Du alles selber konstruieren.
Aber wenn Du die Bilder genau anschaust kannst Du das Eine oder Andere Dir abschauen
wir die Räder aussehen wie Verbindungen gebaut worden sind uws.

Es gibt zu den Uhren von Josef Sulzer auch ein Buch.

Josef Sulzer - Wien - Pendeluhren
Herausgeber: Verlag Neumann Wien
Gestaltung: Josef Sulzer
ISBN 978-3-902462-08-4

Viele Grüße aus Berlin
 
P

Pommes

Guest
Hallo, das mit dem Nachbauen war ja von mir nur Spaß.
Ich muß aber anfügen, daß ich schon lange mit dem Gedanken spiele, mir eine solche Uhr (mit astronomischen Anzeigen) zu bauen.
Im Gegensatz zu den astronomischen Geräten, welche mir bisher zu Gesicht kamen, möchte ich aber meine Uhr modular aufbauen.
Dies hat den Vorteil, daß die Uhr mit allen Anzeigen noch nicht fertig konstruiert und auch noch nicht fertig gebaut sein muß, aber trotzdem schon laufen kann.
Auch kann man dann einzelne Module während des Betriebes an und abbauen (zur Reparatur oder Verbesserung).
Vom Prinzip habe ich mir gedacht, alle Module durch eine zentrale 24 Stundenwelle anzutreiben, ähnlich dem Hermle-Tellurium.
Gruß.
 
P

Pommes

Guest
Hallo, das ist ein Fehler von 0,1%.
Bei jeder Mondphase fehlen hier 43 Minuten. Das heißt, in 2,8 Jahren habe ich einen Fehler von einem Tag. (Ja, ich bin Genauigkeitsfanatiker)
Ich habe gerade die Zähnezahlen nicht vorliegen, aber, wie bereits erwähnt, hat die IWC das mit zwei Zahnradpaaren genauer hinbekommen.
Gruß.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hallo, ich habe gerade das Buch "Grande Complication" von Manfred Fritz herausgeholt, und ein Bild daraus photographiert.
Auf Seite 186 sind die Zähnezahlen der Mondphasenanzeige dargestellt.
U Grande Complication Mondphase.JPG
Hier kommt IWC auf die Übersetzung von 29,53125:1.
Gruß.
 
B

BCM65

Dabei seit
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Hallo, das ist ein Fehler von 0,1%.
Hallo,
wenn Du mit Abweichungen von weniger als 0.1 Tagen rechnest muß ich Dich enttäuschen.
Der von Dir angestrebte Wert ist der "offizielle" Mittelwert der synodischen Mondphase. Man kann nun trefflich darüber streiten, welchen mathematischen Wert dieser Mittelwert hat, speziell für einen Uhrmacher.

In Wahrheit liegt der Wert zwischen 29,272 und 29,833 Tagen. Aktuell liegen wir bei ~29.65 Tagen, abnehmend auf ~29.42 bis 2014. Danach nimmt der Wert wieder zu. 2017 sinkt die Periode zunächst auf 29.28, um dann gegen Jahresende auf 29.82 zu steigen!

Diese Differenzen haben einerseits mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne zu tun, werden aber auch noch überlagert durch die Drehung der Bahnellipse des Mondes.

Daher kommt es zu unterschiedlich starken Schwankungen der synodischen Periode. Wenn es Dich interessiert schau Dir mal das Stichwort Lunation genauer an.

Würdest Du starr mit 29,530589 Tagen rechnen ist der tatsächliche Fehler wesentlich größer als die bemängelten 0.1%.

lG
Bernhard
 
P

Pommes

Guest
Hallo, besten Dank für Deine Information.
Der Mittelwert liegt zwar bei 29,53 Tagen, aber daß Maximalwert und Minimalwert so stark vom Mittelwert abweichen, das wusste ich nicht.
Aus dem Diagramm von Wikipedia lese ich eine Periodendauer von etwas mehr als einem Jahr, überlagert mit einer Periodendauer von etwa neun Jahren heraus. Selbst das könnte man mechanisch darstellen, allerdings nur mit Kurvenscheiben.
Nochmals vielen Dank für Deinen Hinweis.
Gruß, C.
 
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