Uhrenbestimmung Helft mir bei der Identifizierung einer alten Taschenuhr

Diskutiere Helft mir bei der Identifizierung einer alten Taschenuhr im Taschenuhren Forum im Bereich Uhrentypen; Hallo, ich benötige eure Expertise. Bei uns zu Hause liegt schon seit längere Zeit diese alte Taschenuhr. Familienmitglieder berichten, dass sie...
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Nexxyrus

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Hallo,
ich benötige eure Expertise.
Bei uns zu Hause liegt schon seit längere Zeit diese alte Taschenuhr.
Familienmitglieder berichten, dass sie in den frühen 80er Jahren in Schweden auf einem Dachboden gefunden wurde.
Mich würde interessieren wann und wo sie circa gefertigt wurde, was die per Hand eingeritzten Zahlen bedeuten, was 67778 bedeutet und andere interessante Dinge, die euch auffallen.
Vielen Dank im Voraus.
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Speedmaster Tobias

Speedmaster Tobias

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Hallo,ohne Bilder wird das nix......ah jetzt sind die Bilder da.
 
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Ruebennase

Ruebennase

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Die von Hand eingeritzten Zeichen sind sicherlich Uhrmacherzeichen. Die wurden früher bei Wartung oder Reparatur üblicher Weise per Hand eingeritzt. Leider hatte jeder Uhrmacher seinen eigenen Code. Mehr kann man beim besten Willen nicht ohne Fotografien, bitte auch vom Werk, sagen.

Grüße Rübe
 
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Nexxyrus

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Sorry, hab die Funktion erst jetzt grad gefunden.
 
BSBV

BSBV

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Keine Gold - oder Silberpunze.
Ankerhemmung (korregiert), einfaches Uhrwerk, Schlüsselaufzug, und Schlüssel-Zeiger-Stellen.
Die Fertigung der Uhr liegt so um 1890.
Aber verbessert mich wenn ich falsch liege.
 
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Nexxyrus

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Apropos Anker, ich habe noch ein Bild.
 

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Ruebennase

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Keine Gold - bzw. Silberpunze bedeutet, dass die Uhr bei einer Fertigung in der Schweiz vor 1882 (Zeitpunkt: Punzierungsgesetz) hergestellt wurde. Es ist mit fast 100% Sicherheit ein Silbergehäuse nach den Fotos und lediglich der Staubdeckel ist versilbert. Zum Einem produzierten die Schweizer zu der Zeit mehr als die Franzosen und zum Anderen punzten die Franzosen früher (ab 1838/Krabbe aber sehr klein oft) als das das Werk technisch alt sein kann.
Die 67778 ist die Gehäusenummer und damit gehören die Deckel zusammen. Vermutlich ist das auch die Werksnummer, die sich wohl unter dem Zifferblatt befindet. In der Praxis hilft das bei diesen alten Uhren nicht, da der Hersteller bzw. die Hersteller wohl nicht ermittelbar ist/sind. Daher würde ich nicht ohne Not schrauben.
Interessant ist, dass das Zifferblatt verstiftelt ist (alte Methode) aber schon im Rohwerk Löcher für Hütchenschrauben vorgesehen sind. Gibt es noch eine Frontansicht?

Grüße Rübe

Sorry Korrektur ...hübsch das Gesicht welches ich übersehen habe und es paßt alles zeitlich wunderbar zusammen
 
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Nexxyrus

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Leider läuft die Uhr nach dem Aufziehen nicht durchgehend und stoppt nach ein paar Sekunden oder mache ich da etwas falsch?
 
Unruhgeist

Unruhgeist

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Nee, da machst du nichts falsch. Der Wagen meines Opas sprang auch nicht sofort an. Obwohl 50 Jahre lang Garagenwagen und nie bewegt. Trotz neuer Batterie. Ein Kfz-Meister sagte mir dann, dass sich die Ventile festsetzen könnten, die Schmierung der Lagerwellen hin ist, das Öl gewechselt werden muss, Keilriemen, Zahnriemen getauscht und so weiter und so fort.
Habe ich gar nicht verstanden. Stand doch all die Jahre in der Garage.

Ob das mit Uhren ähnlich sein könnte? :hmm:
Mal sehen, was die Profis dazu sagen.


Grüße,
Unruhgeist
 
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Matthias MUC

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Hübsche Uhr! :super:
Stoppt sie in jeder Lage gleich schnell (Zifferblatt oben/unten)? Wenn sie in einer Lage länger tickert und umgedreht gleich stehenbleibt, könnte es ein defektes Lager sein. Aber bei dem Alter ist nicht auszuschließen, daß es einfach nur das verharzte Öl der Ewigkeiten ist. Die vielen Uhrmachersignaturen im Deckel sind ein gutes Zeichen, das ist fast ein bißchen wie das ausgefüllte Wartungsheft beim Auto (um beim Vergleich vom @Unruhgeist zu bleiben), da haben sich frühe Vorbesitzer um regelmäßige Wartung gekümmert. Grundsätzlich - wenn das mit den 15 Rubis stimmt und da keine "Ziersteine" ohne Funktion mitgezählt sind, war das ein schon gehobenes, besseres Werk. So frei Auge sind da alle möglichen Lagerstellen als Steinlager ausgeführt, erhöht die Chancen, daß da nichts schwer verschlissen ist. Wenn die Uhr laufen soll, möchte sie bitte einem Uhrmacher mit Händchen für "Alteisen" vorgestellt werden, der kann dann gut abschätzen, ob es mit einer Revision (zerlegen, Reinigen, fachgerecht neu schmieren) getan ist oder ob irgendwas defekt ist. Diese Ankerhemmung ist besser als die damals noch sehr weit verbreitete Zylinderhemmung, und auch, wenn es nötig ist, reparaturfreundlicher. Trotzdem nicht erschrecken, das kann knapp bis gut dreistellig kosten.

lG Matthias
 
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Matthias MUC

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andi2

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Wie schon gesagt, muss die Uhr vom Uhrmacher geprüft und repariert / revidiert werden. Da erfährst du auch, was kaputt ist. Auf dem Foto mit der Unruh sieht es so aus, als ob die Spirale gerichtet werden muss (oder die Unruhwelle ab ist), da berühren sich 2 äussere Windungen.
Beim Zifferblatt würde ich vermuten, dass es mal ausgetauscht wurde, die beiden ZB-Füsse sind verschieden und es gibt Löcher für Madenschrauben, die so aussehen, als ob da früher Schrauben waren.
 
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Matthias MUC

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Hmm, Kann sein, daß das nur der Schatten von der Spirale ist (Punktförmige Lichtquelle beim Fotografieren)? Ich wünsche der alten Lady, daß nix kaputt ist und sie nur eine beileibe nicht allerletzte, sondern frische Ölung braucht.
lG Matthias

PS.: Finde ich ja witzig. Gerade hier bei den TU gibt es immer wieder solche schlichten kleinen Schönheiten mit "Seele", und es treffen sich dann alle einschlägigen Alte-Taschenuhren-Freaks zu später Stunde im Thread und alle fiebern irgendwie mit, wie es mit der Uhr weitergeht, welche Geheimnisse gelüftet werden können und welche die kleinen Ladies für sich behalten...
 
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Nexxyrus

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Vielen Dank, ich halte euch auf dem Laufenden. Kann man eigentlich aus den Uhrmacher Zeichen die Jahreszahl rauslesen oder haben die Zahlen eine andere Bedeutung?
 
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Matthias MUC

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Da ist nichts festgelegt. Da hat jeder gemacht wie es beliebt. Einfach nur fortlaufende Nummern, manche irgendwas mit lfd.Nr und Jahreszahl, etc... Der Normalzustand war ja früher, daß jemand mit seinen Uhren mehr oder weniger regelmäßig zum selben Uhrmacher gegangen ist.
 
Ruebennase

Ruebennase

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Also das Alter ist folgender Maßen sicher ein zu grenzen. Die Kaliberform gab es seit 1850. Die Silberpunzen sind nicht vorhanden. Also sind 1850-1882 gesetzt.
Die flache Bauweise spricht für ein eher frühes Kaliber bevor es in Richtung Historismus ging und etwas wuchtiger wurde. Alle Lager sind besteint und die Uhr hat eine Ankerhemmung. Das war 1850 noch verhältnismäßig selten und eher nicht bei einer Uhr im Silbergehäuse mit versilbertem Staunbdeckel zu erwarten. Das Blatt ist ev. getauscht und daher raus. In Summe lande ich da grob bei 1870 wobei natürlich alles zwischen den gesetzten Grenzen möglich, aber nicht unbedingt wahrscheinlich, ist. Selbst die gesetzten Grenzen finde ich schon sehr genau für eine Uhr die 150 Jahre auf dem Buckel hat und üer die man sonst nicht viel weiß.

Grüße Rübe
 
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