Uhrenbestimmung Hanhart Baujahr 1932

Diskutiere Hanhart Baujahr 1932 im Vintage Uhren Forum im Bereich Uhrentypen; Hallo Spezialisten, ein Kollege von mir hatte heute eine Hanhart seines Vaters aus dem frühen Jahr 1932 am Arm. Es ist eine Handaufzugsuhr in...
Big 29

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Hallo Spezialisten,

ein Kollege von mir hatte heute eine Hanhart seines
Vaters aus dem frühen Jahr 1932 am Arm. Es ist eine
Handaufzugsuhr in unglaublich gutem Zustand und
läuft perfekt. Kann von euch noch jemand Informationen
zu der Uhr geben?

Danke vorab, Grüße Patric

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Don Jorge

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Cooles Teilchen, ich mag Hanhart! Ein Drücker, da müsste demnach ein Cal. 40 drin ticken.
 
EDNX

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Servus,

die ersten dieser Chronographen tauchten ca. 1939 als Eindrücker ohne Drehlünette auf. Diese Chronographen wurden von Hanhart in Gütenbach/Schwarzwald für die Luftwaffe des Dritten Reichs hergestellt. Anfangs als Eindrücker Modelle mit hauseigenem 15 1/2 linigem Kal. 40 und später ab ca. 1941 auch als Kal. 41 Doppeldrücker mit Additionsstoppung und Flyback Funktion.

Man kann die Hanhart Chronographen nur mehr grob zeitlich zu ordnen, da sowohl Eindrücker als auch Doppeldrücker in den Jahren 1940 bis 1945 hergestellt wurden. Die Seriennummer dieses Eindrückers würde eine grobe Zuordnung zulassen, da die ersten mit 102... Nummern und die letzten mit 114... Nummer erfasst sind. Welche Seriennummer hat der Boden?

Diese Uhren wurden in vier Ausführungen an das RLM (Luftwaffe) oder KM geliefert, mit oder ohne Drehring sowie Eindrücker oder Doppeldrücker.

Hanhart selbst gibt den Produktionsstart mit 1939 an und daher heißt das erste Modell ihrer Wiederauflage auch 700ff 1939. Eins ist sicher, dass die gezeigte Uhr hier nicht aus dem Jahr 1932 stammt;-)

Die Nachkriegsmodelle waren dann anderes markiert, siehe mein Beitrag im 1950er und 1960er Uhren Thread.

Viele Grüße

Felix

PS: Hier ist der ältere Bruder ohne Drehlünette aus dem Jahr 1940 mit 101... Seriennummer, Kal. 40 mit Breguet Spirale.

 
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Big 29

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Hallo Felix,

mensch, viele Infos. Top:super:. Ich frag nochmal nach und mit der Luftwaffe
passt auch. Er hat mir gesagt, daß die Uhr schon bei Luftschlacht xxx dabei war.

Danke Patric
 
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naver

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Sehr schönes Teil! Die Eindrücker sind natürlich besonders interessant, die anderen Werke aus der Zeit aber ebenso. Im Gegensatz zu vielen anderen hat Hanhart da nämlich meist eine Flyback-Funktion.

Du solltest allerdings definitiv mal einen Geigerzähler draufhalten. Im Ernst! Ich hatte letztens eine Rolex aus den 50ern, die auch nicht mehr geleuchtet hat als man sie mit ultraviolettem Licht angestrahlt hat, die hat allerdings dennoch übelst gestrahlt. Will heißen - 30 Microsievert/Stunde am Zifferblatt, 15 an der Unterseite. 2 Millisiervert/Jahr sind ja der Normalwert - würde man die jeden Tag 8 Stunden tragen käme man so auf 44 Millisievert/Jahr. Und da war nur ganz wenig drauf.

Relevant ist das vor allem wegen dem Staub, wenn du die also mal aufmachen musst oder ähnliches.


Hanhart macht jedenfalls sehr interessante Uhren, wie die 417ES auch: https://heuerville.wordpress.com/2012/05/06/hanhart-417es-flyback-flieger-mcqueen/
 
Don Jorge

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Du schlägst jetzt nicht allen Ernstes vor die Leuchtmasse zu erneuern, oder? :shock: Und so ein wunderbares Stück als "Daily Rocker", wer käme denn auf so eine Idee? Man kann's auch übertreiben, wie ich finde.
 
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Hier im watchtime.net gibt es einen ausgezeichneten Artikel über Hanhart und ihre Militäruhren

Hanhart: Fliegeruhren für das Militär

Ca. 1940 kam nochmal eine Anforderung und Ausschreibung vom RLM, die unter anderem eine Additionsstoppung und Temposchaltung (Flyback) forderte. Im Zuge dieser Ausschreibung hat auch Tutima mit Urofa ein solches Chronographen Werk entworfen und auch 1941 mit dem Hanhart Kal. 41 den Zuschlag bekommen. Ab diesem Zeitpunkt gab es zwei Hersteller, Tutima Glashütte und Hanhart. Hanhart hat aber nachweislich bis Ende des Krieges die Luftwaffe weiterhin auch mit dem Kal. 40 beliefert.

Die Nachkriegsgeschichte von Hanhart kann man hier ganz kurz angerissen lesen: https://uhrforum.de/die-uhren-der-50er-60er-jahre-t198030-5

Hanhart hat auch die neugegründete Bundeswehr 1955 wieder mit Chronographen, der 417, beliefert. Aber vorher schon den Vorläufer der NVA, die Kasernierte Volkspolizei.

Zum Thema Radioaktivität gibts hier im Forum viele Threads, einfach mal suchen.

Ansonsten ist hier auch noch eine ganz gute Quelle für Einsteiger: http://www.info-uhren.de/leuchtfarben-uhren
 
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naver

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Du schlägst jetzt nicht allen Ernstes vor die Leuchtmasse zu erneuern, oder? :shock: Und so ein wunderbares Stück als "Daily Rocker", wer käme denn auf so eine Idee? Man kann's auch übertreiben, wie ich finde.

Quatsch, wer würde denn sowas tun. Aber wissen sollte man es - man könnte ja auch mal auf die Idee kommen sich das Uhrwerk ansehen zu wollen (du schlägst jetzt nicht allen erstes vor das nicht tun zu wollen?), dann ist es nicht so geil das ohne entsprechende Schutzmaßnahmen zu machen. Lungenkrebs kommt nicht so gut und die Gefahr besteht real. Und auch ein Uhrmacher vergisst das mal und das wäre dann ganz gemein, wenn einem das am Arsch vorbei ginge. Viele haben nur ultraviolettes Licht zur Verfügung und denken, wenns nicht mehr leuchtet ists auch kein Radium - das stimmt aber nicht. Ich weiß es aus Erfahrung.
Allerdings wurden ja viele zwischendrin mal revisioniert und da kanns auch gut sein, dass da keine Gefahr mehr besteht, weil Tritium oder weil weniger Radium verwendet wurde.

Deine Gesundheit gehört dir, aber ich hab eben auch überhaupt nicht dran gedacht als ich meine gekauft habe, deswegen der Hinweis. Man vergisst sowas ja gerne mal. Mal abgesehen davon: wer ne schöne Vintage hat und die dann nicht trägt ist selber schuld. Einziger Grund für mich ist übermäßig starke Radioaktivität. Meine hat wie gesagt stark gestrahlt, aber das ist ja nicht der Normalfall. Zu der meinte mein Freund (ein Kerntechniker), ich solle sie mal lieber im Keller in einer Metallbox lagern.


Aber genug dazu, da gibts ja genug Themen zu. Mir gings nur um den Hinweis! Mir hats nämlich die Laune gründlich verdorben.
 
Big 29

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Hallo,

ich möchte mich bei Allen für die Informationen bedanken.
Mein Kollege erkundigt sich bei dem Uhrmacher der Familie
nochmal wegen dem Baujahr.

Schönes Wochenende, Grüße Patric
 
Thema:

Hanhart Baujahr 1932

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