Hanhart-301D-ARMBANDWECKER: Glück gehabt?

Diskutiere Hanhart-301D-ARMBANDWECKER: Glück gehabt? im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo allen zusammen und einen schönen Sonntag! Einem Vintage-Uhren-Sammler kann ich nur raten, immer NOS-Qualität zu kaufen, möglichst frisch...

wecker

R.I.P.
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Hallo allen zusammen und einen schönen Sonntag!

Einem Vintage-Uhren-Sammler kann ich nur raten, immer NOS-Qualität zu kaufen, möglichst frisch vom Uhrmacher durchgesehene Uhren, möglichst mit den zugehörigen Papieren. Dabei stimmt das Preis/Leistungs-Verhältnis und der Werterhalt ist am ehesten gegeben.

Ich bin aber kein "richtiger" Sammler, manchmal nicht einmal ein "vernünftiger".

Mich interessieren eher Mauerblümchen-Uhren, die von anderen wegen ihres Reparatur-Aufwandes eher verschmäht werden.

Wenn man so will, mache ich bewußt etwas verkehrt!

Denn: Ich will basteln. Ich möchte mit meinen Fähigkeiten aus einer abgerockten Uhr mindestens ein funktionierendes Belegexemplar machen.

Wenn ich unterwegs an Grenzen des mir möglichen stosse, hole ich mir gerne Hilfe, z.B. hier im Uhrforum.

Überwiegend repariere und vervollständige ich Armbandwecker der 70er Jahre mit Werken von Adolf Schild (AS).

image.jpg

Für diese Arbeiten benötige und suche ich regelmäßig Ersatzteile und -Spender.

Da diese Uhren damals primär erst einmal ihre Funktion als Uhrzeit-Anzeiger mit Weckfunktion erfüllen mussten, noch nicht so sehr als Schmuck-Uhren gesehen wurden, sind sie oft noch relativ preiswert zu haben.

Vor ca. 3 Wochen war ich mal wieder als Jäger im WWW unterwegs.

Das Angebot war an diesem Tag eher mäßig bis uninteressant, weshalb ich etwas mißmutig ein wenig nach links und rechts geschielt habe.

Dabei fiel mir ein Hanhart-Armbandwecker mit dem 301-Werk auf:

image.jpg

Der aufgerufene Gebots-Einstiegspreis war nicht gerade unangemessen, für einen Sammler sicher nicht uninteressant.

Ich habe diese Uhr in meine Beobachtungs-Liste gepackt und abgewartet.

Ein Gebot wurde bis kurz vor Ende der Auktion aber nicht abgegeben.

Natürlich muss man dabei bedenken, dass bei dem Angebot leicht zu erkennen war, dass diese Uhr einen nicht unerheblichen Reparaturbedarf zu haben schien:
Das Werk sollte zwar laufen, die Bilder zeigten jedoch eine schon gut gebrauchte Uhr ohne Sekundenzeiger und mit fehlender Lume im verbogenen Minutenzeiger. Aus dem Beschreibungstext war auch nicht sicher erkennbar, ob der Alarm funktioniert.

image.jpg

Also: genug Gründe, diese Uhr zunächst eher als Ersatzteilspender einzuschätzen und als Sammelobjekt eher nicht zu kaufen, besser gesagt: zumindest nicht zu diesem Preis.

Das sind die Objekte, die mich interessieren. Hier kann ich mich austoben, dabei tue ich keinem Sammler weh, hier blutet kein Herz.

Also habe ich Kontakt mit dem Verkäufer aufgenommen und ihn absichtlich nicht nach weiteren Details zum Zustand der Hanhart befragt.

Ich habe ihm dabei ein realistisches Angebot für eine unvollständige Uhr gemacht, für die es schlimmstenfalls absolut null Ersatzteile auf dem Markt gibt.

Dieses Angebot war nur wenige Pfund unter dem erstgeforderten Einstiegs-Gebot und so sind wir uns schnell einig geworden.

Ich habe vom Verkäufer sogar die Erlaubnis bekommen, seine Fotos etc. zu veröffentlichen, bei Schwierigkeiten nach Erhalt der Uhr darf ich mich gerne bei ihm melden.

Auch an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank dafür!

image.jpg

image.jpg



Bevor ich mich an die Aufarbeitung mache, nun meine erste F R A G E :


Vielleicht ist es den meisten nicht aufgefallen (mir auch erst nicht): Das Zifferblatt trägt die Aufschrift "17 RUBIS", was ich so noch nicht gesehen hatte.

Die Uhren, die ich aus dem Internet oder aus Büchern kenne, tragen die Aufschrift "JEWELS".

Liegt das am Auslieferungsort der Uhr, welcher war es dann?




Auf verständnisvolle Hilfe hoffend (es fehlt ja mindestens noch ein Sekundenzeiger):

Thomas
 
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minivox

Gast
Hallo Thomas,

Dies wird ein interessanter Thread.

Ich kenne die Hanhart San Soucis nur mit 17 Jewels oder 20 Jewels Aufschrift. Mit 17 Rubis habe ich bis dato noch keine gesehen, aber wie immer alles ist möglich.

Viel Spaß beim Projekt und vG,
Bernhard
 

wecker

R.I.P.
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Hallo Bernhard



Auch andere Armbandwecker-Sammler haben eine "RUBIS"- Aufschrift auf dem ZB der Sans-Souci noch nicht gesehen, bei Beitl und Horlbeck ist auch keine abgebildet, auch das Betätigen von Internet-Suchmaschinen erbrachte für mich kein erklärendes Ergebnis. Aber es gibt hier doch bestimmt Hanhart-Spezis, die es genauer wissen?

Nur eine Anzeige der Firma Hanhart zur Sans-Souci benutzt in der deutschsprachigen Beschreibung das Wort RUBIS, abgebildet ist allerdings eine Uhr mit JEWELS-Aufdruck:

image.jpg

Diese Anzeige ist auch bei Beitl veröffentlicht, stammt von 1951 und zeigt die älteste Version des Armbandweckers.



Zur Geschichte:

Hanhart hat 2 Weckerwerke auf den Markt gebracht, das 301 und als Modifikation das 302. Diese sind äußerlich dadurch unterscheidbar, dass das 301 nur eine Krone hat, das 302 hat zwei Kronen.

Das 301-Werk wurde vom damaligen Betriebsleiter Grenda wohl im Jahre 1950 konstruiert. Grenda hatte ein Ingenieurstudium in Glashütte absolviert, war von Junghans zu Hanhart nach Schwenningen gewechselt und hatte die Pläne dieses Werkes wohl wie eine Art Einstellungsempfehlung mitgebracht.

Da das 301 nur über eine Krone (zum Aufziehen der Feder) verfügt, muß der Wecker über eine drehbare Lünette verstellt werden. Dabei unterscheidet man 2 Serien dieses Werkes und es gab auch einige zwischenzeitliche Entwicklungen. Genau zu diesen Zwischenstufen gehört meine Uhr.

Da sie noch zur ersten Serie gehört, dreht sich bei meiner Uhr beim Klingeln die Krone mit, durch Festhalten dieser Krone kann man also mit viel Geschick den Läutvorgang anhalten.

Bei ihr kann man allerdings nicht durch Herausziehen und Wieder-Eindrücken der Krone den Weckvorgang ganz stoppen, bei meiner Uhr muß man dazu durch Verdrehen der Lünette (des Glasreifs), und damit durch Verstellen der Weckzeit, das Klingeln beenden. Diese Uhr hat also kein Gesperr und keinen Abschalter bei 9Uhr, wie er in der 2. Serie zu finden ist. Die nötigen Ausfräsungen auf der Brücke sind hier aber tatsächlich schon nicht mehr vorhanden.



Zu den technischen Daten meiner Uhr:

Linien: 13 1/4```
Durchmesser: 30,47 mm
Höhe: 6,55 mm
Steine: 17
A/h: 18.000
Hemmung: Steinanker
Aufzug: Handaufzug mit einem Federhaus für Uhr und Weckerwerk
Gangreserve: 42 Stunden (52 Stunden mit Wecker)
Weckdauer: 8 - 9 Sekunden
Bauzeit: 1951 - 1956 (Die gezeigte Uhr dürfte von 1953/54 stammen)
Stoßsicherung: Kif


Bedienung:

-Das Uhrwerk wird durch die Krone bei 3 Uhr bedient:
Krone in Position 0 (anliegend): Die Feder für Werk und Wecker kann aufgezogen werden
Krone in Position 1 (gezogen): Die Uhrzeit kann eingestellt werden

-Das Weckerwerk wird über die Drehlünette (Glasreif) verstellt:
Einstellen der Weckzeit: Drehen der Lünette gegen die Uhrzeit
Aktivieren des Weckers: Kurzes Andrehen der Krone in Richtung 12 Uhr
Abstellen des Weckers: Drehen der Lünette gegen die Uhrzeit




................ und hier ist sie:

Direkt nach dem Auspacken präsentiert sie sich doch ansehnlicher, als erwartet:

image.jpg

Auch die Schallbrücke ist vorhanden und passt mit ihrem Logo zeitlich genau zum Aussenschlägerboden mit seinen kräftigen Rillen:

image.jpg

Das Gehäuse ist deutlich besser erhalten, als die Anbieter-Fotos ahnen liessen, die ihr wahrlich nicht wirklich gerecht wurden:

image.jpg

Nach dem Entfernen von Armband, Schallbrücke und dem Rillenboden zeigt sich das Werk in seiner vollen Pracht:

image.jpg

Dabei ergab sich noch ein nützlicher Nebeneffekt: Jetzt funktionierte nämlich nicht nur das Werk, auch der Alarm machte sich bemerkbar. Es war einfach nur der Schallboden mit seinem Schlagstift falsch aufgesetzt.

Ich war sehr zufrieden mit diesem Ergebnis und habe die Uhr zunächst erst einmal zur Seite gelegt, um eine Explosions-Zeichnung des Werkes im Netz zu suchen, was mir jedoch nicht gelungen ist.

Nur dieses Foto einer zerlegten Sans-Souci habe ich entdeckt:

image.jpg






Also folgt hier meine 2. FRAGE und BITTE:


Wer kann mir einen Wartungsplan o.ä. für dieses Werk beschaffen und möglichst hier posten?


Danke!




Thomas






Fortsetzung folgt demnächst
 
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minivox

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Hallo Thomas,

Wunderbar, gut zu hören, dass die Sans Souci gut angekommen ist. Sieht wirklich optisch nicht so schlecht aus.

Einen Wartungsplan kann ich leider nicht anbieten, aber was würdest Du davon halten den netten Herrn aus Japan (Hanhart Cal. 301 Disassembled) zu kontaktieren, vielleicht hat der einen Wartungplan.

VG,
Bernhard

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Thomas,

Auf https://www.cousinsuk.com/document gibt es leider auch nichts.

Noch ein Tipp für Unterlagen ist vielleicht - http://shop.joseph-watches.com/joseph/de/FMPro?-db=gaj.fp5&-format=index.html&-view. Zumindest könnte man dort fragen.

VG,
Bernhard
 

wecker

R.I.P.
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Hallo

Erstaunlich viele Forianer haben hier schon still vorbeigeschaut, danke dafür.

Zunächst erst mal ein Blick auf eine originale technische Zeichnung der Rückseite der ersten Version der Sans-Souci, auf der das Gesperr zum Anhalten des Weckers zwischen ca. 4 und 5 Uhr gut zu erkennen ist:

image.jpg

Leider ist es mir noch nicht geglückt, weitere Detailzeichnungen oder einen Wartungsplan zu erhalten.

Mein Werk besitzt (wie bereits dargestellt) dieses Gesperr nicht, der Wecker wird im Bedarfsfall über ein Verdrehen der Lünette, und somit der Weckzeit, angehalten.

image.jpg

Beim genauen Hinschauen erkennt man bei ca. 5 Uhr eine fehlende Werkhalte-Schraube und -Plättchen, die bei ca. 11 Uhr noch vorhanden sind:

image.jpg

Die Schraube bei 11 Uhr habe ich gelöst, danach konnte ich, vorsichtig mit dem Fingernagel hebelnd, die Lünette mit dem Werk nach vorne herausnehmen.

Die Lünnette ließ sich danach leicht vom übrigen Werk trennen, leider ist eines der Haltebleche dafür schon vorher gebrochen gewesen, die Funktion war trotzdem gegeben.
Es ist dieses dunkelblaue Blech bei 6 Uhr:

image.jpg

Nun hatte ich Werk und Gehäuse getrennt vor mir liegen:

image.jpg

Nach einer Reinigung und minimaler Politur sieht das Gehäuse schon recht ansprechend aus, hat seinen Vintage-Charakter aber nicht völlig verloren:

image.jpg

Man kann erkennen, dass das Plexi schon einmal mit einem Schleifgerät bearbeitet wurde. Durch die dabei entstandene Hitze ist das Glas etwas wellig geworden. Jetzt stand Handpolitur an. (Geht am besten abends vor dem Fernseher!).

image.jpg

Auch hier habe ich nur so weit die Spuren des Alters entfernt, dass man einen guten Blick auf das Zifferblatt bekommt:

image.jpg

Auch die Krone hat noch ein wenig Zuwendung erfahren:

image.jpg

Die Schallbrücke habe ich auch ein wenig aufpoliert:

image.jpg

Mit diesen Ergebnissen bin ich schon sehr zufrieden!




Mein FAZIT heute:

1.: Der fehlende Sekundenzeiger wird sich finden lassen (Boley gibt als Zeigermaß nur 1,20x1,60 an, die Dicke des Zeigerrohres weiß ich noch nicht, 0,25mm ist zu eng).

2.: Ein Wartungsplan o.ä ist nicht zu finden.



Zum Schluss wieder eine F R A G E:

Wie kann ich das Lünetten-Halteblech herstellen. Ich habe mir vorgestellt, dass dafür eine 2mm breite Feder geeignet sein sollte, die ich sicher erhitzen muss.





Fortsetzung folgt.



Thomas
 
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Weckerfreund

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Hallo Thomas,

eine sehr schöne Vorstellung der Uhr und des Innenlebens. Getragene Uhren haben immer dies schlechten Zifferblätter, weil es Abrieb von der Drehlünette gibt. Dieser Metallstaub fällt auf das Zifferblatt. Darüber hinaus ist die Uhr überhaupt nicht wasserdicht.

Eine Wartungsanleitung ist mir unbekannt. Leider hat Leo Beitl in seinem Buch nur die schweizer Kaliber Reparaturanleitungen nachgedruckt.

Die W302 ist viel pfiffiger von der Bedienung her. Da sind zwei Kronen dran und das ist auch gut so. Leider sind diese Uhren ja die Billigversion mit Stiftanker, 1 Jewel Werk und Alu-Gehäuse gewesen, so dass sie nicht überlebt haben.
Hanhart 302 (1).jpg


Es hat eine Vorserie dieser Uhr mit dem Namen Hanhart ROXOR und 17 Jewels sowie Schraubenunruh und Steinanker gegeben. Mein Sammlerfreund Armin (armbandwecker) hat die Uhr in seiner Sammlung!

Viele Grüße

Andreas
 

wecker

R.I.P.
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Hallo

Danke Andreas für das Zeigen deiner 302, ein wohl neuwertiges Sammlerstück. Wunderbar!

Mein 301-Wecker wird diese Perfektion wohl nie erreichen.

Allein schon deshalb nicht, weil ich die nötigen Ersatzteile selbst herstellen muss.

Als erstes fehlt ja die Werkhalteplatte mit der passenden Schraube. Letztere habe ich schnell in meinem Fundus gefunden, sie musste nur gekürzt werden.

Das Plättchen habe ich durch Abgleich mit dem 2. Plättchen aus einer Messingplatte gefertigt.

Dazu habe ich erst mal ein 1mm-Loch gebohrt:

image.jpg

Danach habe ich das vorhandene Plättchen aufgelegt und die Umrisse aufgezeichnet:

image.jpg

Das zu beschleifende Messingteil habe ich ausgesägt...

image.jpg

.... beschliffen und zum ersten Mal eingepasst:

image.jpg

Haut hin, passt, muss zum Ende der Restauration vielleicht noch etwas angepasst werden:

image.jpg

So ganz langsam wird eine Uhr daraus.

Heute mal ohne Frage, trotzdem gerne auf Fragen antwortend:


Thomas
 
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wecker

R.I.P.
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Hallo, weiter geht's:

Ein annähernd passender Zeiger war schnell gefunden:

image.jpg

Mir war er jedoch etwas zu kurz, deshalb ging die Suche weiter.

Diese hier hatten die richtige Form und Länge, nur das Zeigerrohr war etwas zu eng:

image.jpg

Mit einer kleinen Reibahle habe ich das Rohr passend gemacht:

image.jpg

Nach dem Kürzen und mit "Rostschutzfarbe" lackiert, sieht er doch schon recht gut aus:

image.jpg

So ist er vom Original nicht mehr zu unterscheiden:

image.jpg


Jetzt war die Haltefeder für die Lünette an der Reihe. Aus dieser Aufzugsfeder sollte sie entstehen:

image.jpg

Es waren einige Versuche und die Mithilfe einer Kerze nötig, um sie bruchfrei zu biegen und ein Loch hineingebohrt zu bekommen:

image.jpg

Nach einiger Zeit stellte sich der erste Erfolg ein, ein Versuchs-Einbau stimmte fröhlich:

image.jpg

Auch die 2. Biegung klappte ohne Federbruch:

image.jpg

Der direkte Vergleich der Bauteile:

image.jpg

Kleine Nachbearbeitungen beim Zusammenbau werden vielleicht noch nötig werden.

image.jpg


Nächster Schritt::

Der Weckerzeiger muss gereinigt werden:

image.jpg

Stunden und Minutenzeiger habe ich von der Rest-Lume befreit, zurechtgebogen und etwas zum Glänzen gebracht:

image.jpg

image.jpg

Aufgespießt sind sie für die neue Leuchtpaste vorbereitet:

image.jpg

Mit ein wenig Espresso-Sud vermischt, geht die Leuchtfarbe schon wieder als "Vintage" durch:

image.jpg

Absichtlich nicht perfekt, trotzdem können sie sich doch sehen lassen:

image.jpg

Das Ergebnis mit provisorisch aufgelegten Zeigern:

image.jpg


Nächstes Mal mehr.


Thomas
 
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alte Uhr

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Hallo Thomas,

ich finde es immer toll anzusehen wie die Alten Guten Stücke mit viel Hingabe, wie Du sie uns zeigst,

wiederhergestellt werden. Schön, das Du eine entsprechenden Zeiger gefunden hast.

Ebenso Deine Idee die Triebfeder umzuarbeiten finde ich prima.


Vielen Dank für's Zeigen :super:

Viele Grüße
Helmuth
 

MAP254

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Wien
Auch von mir herzlichen Dank für das mitfiebern und mitleben lassen unserer gemeinsamen "Liebhaberei".
Auch wenn ich diese "Professionalität" nie erreichen werde.
Liebe Grüße aus Wien
Manfred
 

wecker

R.I.P.
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Danke für eure unterstützenden Kommentare!

Ja, ich bin mir sehr bewusst, dass ich bisher viel Glück mit der Wiederherstellung meines Ührchens hatte. Um dieses Glück nicht zu sehr herauszufordern, habe ich eine kleine Pause eingelegt, auch um mir die Bilder des zerlegten Werkes genau anzusehen, bevor ich versuche es zu reinigen und zu Ölen.

Das muss einfach klappen.

Thomas
 

ducmanni

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Klasse Uhr, super Arbeit und es wird klappen, bin schon auf die Fortsetzung sehr gespannt:super:
 

wecker

R.I.P.
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Weiter geht's

Zunächst habe ich mir das Foto der zerlegten Sans-souci intensiv angesehen und versucht die jeweilige Funktion im Werk zu erraten.

Nicht bei allen Teilen ist es mir gelungen, die genaue Bezeichnung zu finden, letztendlich werde ich euch aber sowieso nicht mit technischen Details oder Vokabeln nerven.

Wahrscheinlich werden diejenigen, die hier vorbeischauen, das sowieso besser wissen als ich.

Also folgt mehr eine Foto-Galerie:

Den Boden einer Teile-Schachtel habe ich mit dem Vorlage-Foto beklebt, um die entnommenen Teile gut vergleichen zu können:

image.jpg

Nachdem ich die Aufzugsfeder entlastet hatte, wurde die Unruhe mit ihrem Kloben etc. entfernt:

image.jpg

Danach habe ich den Ankerkloben gelöst (teilweise saßen die Schrauben ganz schön fest, ich musste die Schraubendreher vorsichtshalber mehrfach schärfen):

image.jpg

Anker und Ankerkloben sind entfernt:

image.jpg

Die entnommenen Teile habe ich (in entsprechenden Gruppen) in kleine Schälchen gelegt, so lassen Sie sich später leichter wieder zuordnen:

image.jpg

Auf der Zifferblattseite ließen sich die 3 (für dieses Werk sehr markanten) Schrauben leicht lösen:

image.jpg

Auf der Rückseite des ZB ist das Wecker-Stellrad gut zu erkennen. Die Weckereinstellung über die Lünette ist damit eigentlich eine einfache aber grundsolide Konstruktion, der dadurch bedingte Nachteil ist halt die fehlende Wasserdichtigkeit:

image.jpg

Werkseitig, unter dem Zifferblatt, ist das schon danebengelegte Stunden-Rohr/-Rad zu erkennen mit den kleinen Noppen zur Weckerauslösung:

image.jpg

Zurück zur Unterseite des Werkes, auf der ich jetzt die Ankerrad-Brücke und den Anker entfernen konnte. Darunter kommt der Weckerhammer zum Vorschein:

image.jpg

Hier die entsprechenden Teile in einer Extra-Schale:

image.jpg

Nacheinander kommen jetzt Sperr- und Kronrad an die Reihe (Achtung: Linksgewinde). Vor den kleinen Federn in der Mitte des Bildes hatte ich am meisten Hochachtung, wenn die mal ein Flugbedürfnis haben.... :

image.jpg

Wie ihr seht, hat es geklappt, vielleicht auch deshalb, weil sie so verharzt sind, dass sie fest an der Pinzette klebten. Es ist gut zu erkennen, dass sie etwas unterschiedlich geformt sind:

image.jpg

Auch die übrigen Teile des Wecker-Antriebs (auch hier ein Linksgewinde), inklusive Wecker-Anhalterad, lassen sich leicht entfernen:

image.jpg

Hier wieder einmal die zuletzt entnommenen Teile in der ihnen zugewiesenen Schale:

image.jpg

Nun ist die Federhaus-Brücke frei und kann gelöst werden:

image.jpg

Vorsichtshalber noch ein Blick auf die ZB-Seite des Werkes, um keine Verschraubungen o.ä. zu übersehen, die Kronachse habe ich vorsichtshalber entfernt.

image.jpg

Nach der Entfernung liegt das offene Federhaus frei, der Weckerhammer und seine Antriebsräder sind zu erkennen:

image.jpg

Den Winkelhebel, Schiebe- und Aufzugstrieb sowie die Kronachse habe ich wieder in die Federhaus-Brücke eingesetzt:

image.jpg

Die Antriebsteile für den Weckerhammer und das Federhaus liegen mit dem Hammer in einem Extra-Schälchen, der Blick auf das Werk zeigt sehr schön den Weckerauslöse-Hebel.

image.jpg

Nach Entfernung des Auslösehebels, einer Brücke mit den Lagern für die Weckerräder, und des darunter befindlichen Rades, bleibt nur noch ein letztes verschraubtes Übertragungsrad über, das ich entfernen musste:

image.jpg

So, die Fotokapazität ist erfüllt, ich werde gleich eine 2. Seite mit den restlichen Fotos und Kurzbeschreibungen eröffnen.

Thomas
 
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wecker

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Es hat geklappt, die zusätzliche Seite ist eröffnet, es folgen die Restfotos der Werk-Zerlegung meiner Hanhart 301.

Im Werk übriggeblieben ist nur noch das Sekundenrohr:

image.jpg

Dies sind die zuletzt entnommenen Teile:

image.jpg

Das Minutenrohr ist mit einer Haltefeder befestigt:

image.jpg

Nachdem auch diese Haltefeder entfernt ist, ist die Grundplatine teilefrei bis auf das Sekundenrad, dass genietet zu sein scheint? Da es auch auf dem Foto in der Platine verblieben ist, werde ich nicht versuchen es zu entfernen:

image.jpg

Auch die letzten Teile kommen in eine Extra-Schale:

image.jpg

Hier die Zusammenschau der Einzelteile, die ich in den nächsten Tagen ordentlich reinigen werde, bevor der Zusammenbau beginnt:

image.jpg



Zuletzt wieder eine Bitte:

Wer die genauen Bezeichnungen der Einzelteile besser kennt, möge sie bitte hier nennen, sicher wäre das hilfreich für eventuelle spätere "Nachbauer", die vielleicht mal auf diesen Faden stoßen.

Thomas
 
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Weckerfreund

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Hallo Thomas,

der super Beitrag geht also weiter! Sehr schöne Fotos der Zerlegungsschritte. Leider sieht das Werk schon ziemlich mitgenommen aus... Wenn Du Pech hast, sind die Zapfen eingelaufen. Interessant ist das Zifferblatt mit dem vernieteten (?) Weckerzeiger. Der scheint nicht abzugehen. Wenn man also keine Ahnung hat, wird man wie gewohnt versuchen, den Weckerzeiger abzuhebeln. Das geht dann in die Hose bzw. gibt einen Schaden an Zifferblatt und Zeiger.

Ich bin ja einmal gespannt, ob die uhr nachher wieder läuft, gehe aber bei deiner Geschicklichkeit davon aus.

Ich freue mich schon auf die nächsten Bilder.

Viele Grüße und viel Erfolg!

Andreas
 
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minivox

Gast
Thomas,

Genial !

Vielen Dank fuer diesen detailierten Faden.

Ich freu mich auch schon auf das naechste Update.

VG,
Bernhard
 

wecker

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Hallo zusammen.

Schon bei dem Zerlegen der Hanhart 301 habe ich mich über den zwar stark verschmutzten, sonst aber erstaunlich guten Zustand der Werkkomponenten gefreut.

Als Beispiel soll der (hier noch ungereinigte) Weckerhammer mit seinem Antriebsrad auf seiner Extra-Platine dienen:

image.jpg

Trotzdem habe ich mich entschlossen, jedes einzelne Teil von Hand zu reinigen:

image.jpg

Die tiefe Kunststoffschale soll den "Abflug" widerspenstiger Teile verhindern helfen.

Ich habe mir bei der Reinigung jeden einzelnen Zahn der Räder, jedes Lager und jeden Zapfen angesehen.


Und..........? .......................Nix!


Trotz aller Unkenrufe: Das Werk ist in einem hervorragenden Zustand!

Anfang der 50er Jahre war eben noch echte Wertarbeit angesagt.

Es ist für mich sehr beeindruckend, zu erleben, wie exakt die Werkteile mit den damaligen Mitteln gefertigt wurden, da war sicher auch ein hoher Anteil "Handwerkerehre" mit im Spiel.

Der Begriff "GERMAN MADE" als Qualitätssiegel hat hier noch eine entsprechend hochwertige Bedeutung.

Die Räder haben noch eine gewisse Stärke, die wegen des dadurch hohen Gesamtgewichtes und der Materialkosten niemals mehr erreicht wurde.

Damals setzte man mehr auf Stabilität und Funktionssicherheit.

Der Unruhreif ist z.B. so schwer, dass ich besonders vorsichtig damit umgegangen bin, damit die Feder nicht verbiegt:

image.jpg

Als Beispiel für die Fertigungsweise und -qualität der Bauteile soll dieses Rad herhalten, das die Weckzeit auf ca. 10 Sekunden begrenzt:

image.jpg

Natürlich habe ich auch erst einen Schreck bekommen, als ich es betrachtete.

Aber, keine Sorge, die fehlenden Zähne sind absichtlich entfernt, dies ist auch auf der japanischen Foto-Vorlage zu erkennen.

Bei genauem Hinsehen, könnt ihr, auch auf den anderen Rädern, sogar so etwas wie einen leichten Sonnenschliff erkennen, die Zahnflanken sind teilweise poliert. (Entschuldigung, ich bin kein guter Fotograf):

image.jpg

Auch Unruhe und Federhaus wurden einer Reinigung unterzogen und glänzen nun mit den anderen Werkteilen um die Wette:

image.jpg



Mal sehen, wann ich den Zusammenbau bewerkstellige.


Thomas
 
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moretime

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Glückwunsch, da ist Dir wieder ein Superbeitrag gelungen. Ich warte schon ganz gespannt auf den Zusammenbau.
 

wecker

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Hallo,

der Zusammenbau ist immer komplizierter als das Auseinandernehmen, die meisten von euch werden das noch aus ihren Kindheitstagen kennen...

Zum Beginn noch einmal ein Blick auf die ZB-Seite der Grundplatine mit dem Sekundenrohr:

image.jpg

Als erstes habe ich das Minutenrohr aufgesetzt und mit der Haltefeder fixiert.

image.jpg

Auf der Werkseite der Platine wurden die einzelnen Übertragungsräder und der Weckerauslösehebel montiert:

image.jpg

Genau dieser Auslösehebel wollte erst nicht in seine Nut passen. Bei der Suche nach der Ursache fand ich einen Druckstift, der durch die Grundplatine hindurch eine Verbindung zwischen Stundenrohr-Rad und Auslösehebel herstellt. Nachdem ich diesen in Richtung Zifferblattseite gedrückt hatte, war Platz für den Hebel:

image.jpg

image.jpg

Auf der ZB-Seite ist der Stift jetzt auch gut zu erkennen:

image.jpg

Als nächstes stand der Einbau des Federhauses und der Weckerantriebsteile an. Hier ein Blick auf die Federhaus-Rückseite:

image.jpg

Nach dem Einbau:

image.jpg

Hier eine Detailaufnahme mit dem Weckeranhalterad:

image.jpg

Auf der (leider nicht sehr guten) Aufnahme ist wohl doch zu erkennen, dass die "ausgebrochenen" Zähne soweit korrekt sind, außerdem sieht man, wie der lange Zahn nach zehn Sekunden Läutzeit gegen die Begrenzungsfeder schlägt, was den Läutvorgang dadurch beendet.

Das nächste war nervenaufreibende Fummelarbeit. Zum Einbau der Federhausbrücke mussten Schiebe- und Aufzugstrieb, die Kronachse und der Winkelhebel in die Brücke eingesetzt werden:

image.jpg

Mit der Pinzette habe ich den Winkelhebel festgehalten und die Federhausbrücke mit gedrückt gehaltener Kronachse umgedreht und vorsichtig aufgesetzt.

Hier noch einmal die zu verbindenden Teile ohne Weckerantriebsteile, das Federhaus ist noch nicht eingesetzt:

image.jpg

Nach mehreren Versuchen hat das geklappt (Foto bei Kunstlicht, ist halt spät geworden):

image.jpg

Nach der Montage von Kron- und Sperr-Rad und den Übertragungsrädern zum Weckerhammer habe ich den Anker mit seinem Kloben montiert.

image.jpg

Hier noch eine Detailaufnahme von heute Morgen:

image.jpg

Bis bald

Thomas
 
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