Hampden Grade No. 64 um 1908

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Bullius

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Hier möchte ich meine neueste Taschenuhr nach erfolgreicher Wiederbelebung Zeigen.
Es handelt sich um eine Dueber Hampden Grade No.64 aus dem Jahre 1908.
Im vergoldetem Gehäusse in 18s Größe, was beidseitig verschraubt ist.

Zeiger werden wie bei den Real Road Uhren über das abgeschraubte Glas und einem kleinen Rücker am Zifferblatt den man zieht und dan an Krone drehen gestellt.

Gefunden habe ich die Uhr in der Amerikanischen Bucht, da sie nicht lief konnte ich sie zu einem mir günstigen Kurs erwerben.

Der äußerliche Zustand ist ordentlich, Gehäuse kein Abrieb nur kleine Dellen.
Zifferblatt hat keine sichtbaren Risse, gebläute Zeiger haben etwas Flugrost.
Das Werk optisch ok, lief allerdings nicht da Aufzugfeder gebrochen.

Auf der Suche nach einer passenden Aufzugfeder musste ich etwas Geduld aufbringen.
Da es eine spezielle Feder mit einem T vörmigen Endstück bedurfte, konnte ich nicht jede
Beliebige gleichgroße Feder nehmen. Doch wieder in der Amerikanischen Bucht und dank einer Internetseite mit Auflistung der passenden Aufzugfeder, konnte ich fündig werden.

In der Zwichenzeit hatte ich das komplette Werk gereinigt und teils zusammengesetzt.

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Leider dauerte der Versand, die Aufzugfeder lag sehr lange in Deutschland beim Zoll.
Nach der langen Wartezeit kam die passende Feder an, und ich konnte das Werk der Hampden endlich zum laufen bringen.
Zum Glück hatte ich die richtige Aufzugfeder gekauft und auch bekommen.
Es ist immer eine Freude wen ich eine alte Uhr wieder zum Leben erwecken kann.
Diese Uhr ist um die 111 Jahre alt, und läuft nun wieder tadellos.

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Interessant ist auch die Feinverstellung der Unruhe die sogenannte Hampden Star Feinregulierung.
Auch schön die große Kompensationsunruhe Unruhreif mit Regulageschrauben aus Rotgold, blaue Bregue Spirale.
Verschraubte Rotgoldchatons, und Safety Pinion eine US eigenentwiklung.
Wen sich die Aufzugfeder plötzlich entläd bricht sorgt ein kleines aufgeschraubtes Zahnrad dafür das die plötzliche Kraft nicht über das gesamte Räderwek entladen wird.
Somit bleibt das Räderwerk intakt, was bei meiner Uhr der Fall war ich musste das kleine Zahnrad wieder fest drehen.

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Interessant ist auch die Geschichte der Dueber Hampden Watch Company.
Da ich hier keinen Geschichtsfaden machen möchte verweise ich einfach auf die tolle Seite von
https://pocketwatchdatabase.com/guide/company/hampden/history

Dort steht alles über Hampden was man wissen möchte, es geht mir hier nur um meine Uhr.

Hiermit möchte ich meine kleine und bescheidene Vorstellung dieser schönen Hampden Taschenuhr zum Ende bringen.
Anmerken möchte ich das ich nur ein Laye und Hobby Uhrenbastler binn bei falschen Angaben oder Wortgebrauch bitte ich mich zu berichtigen.

Danke und viel Spaß beim Bilder ansehen.

Grüße Ralf
 
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Gast36883

Gast
Hallo Ralf
Du hast die Uhr ja schon ein paar Mal gezeigt, schön das Du sie jetzt auch ausführlich vorstellst. Das Du Dich an so eine (erfolgreiche!) Wiederbelebung ran traust find ich klasse. Danke für den tollen Beitrag. :super:
 
Bullius

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Danke, ja Sie hat es verdient gezeigt zu werden.

Nun das Werk zu reinigen und eine Aufzugfeder zu tauschen bekomme ich
mit meinem bescheidenem Werkzeug schon hin.

Nur wen es komplizierter wird wie Unhruhwelle tauschen oder einen Lagerstein
ersetzen das kann ich an mangel des Werkzeuges leider nicht.
 
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Gast36883

Gast
Das ist für einen Laien kompliziert genug. Du hast die Uhr ja wieder toll hinbekommen :super:
 
Bullius

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Etwas Geschick und wissen was man tut gehört natürlich auch dazu.
Aber um ehrlich zu sein der Zustand des Werkes war nicht zu schlecht.
Sie war aus einer Uhrmacher Auflösung sogar noch mit Auftragskärtchen.
Der Besitzer wird die Uhr nie abgeholt haben oder im Krieg gefallen sein.
 
Bullius

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Habe gerade gesehen das ich noch kein Bild des Bodendeckels gemacht habe.
Hier ist der kleine Anhänger noch mit im Bild gut zu sehen wan der Besitzer
die Uhr zum Uhrmacher gebracht hatte am 25.04.1932.

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Bullius

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Schön auch was damals die Reparatur gekostet hätte 48$.
Immer interessant wen noch so kleine Zeitzeugen dazu sind.
 
ANTARES1958

ANTARES1958

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Sehr schöne Uhr, Klasse das die Uhr wieder tickt! Guten Job gemacht!
 
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Gast36883

Gast
Möglich .... interessant sind solche Zettelchen immer. Eine Illinois Bunn Special 60 Hours kostete etwa 60,-$ um 1930 herum, die einfacheren Bunn Special waren billiger. Es fällt mir aber auch schwer die damaligen Preise einschätzen zu können und es fällt immer wieder die große Preisspanne auf in der sich damals schon Uhren bewegten. Von einfachsten 1,-$ Uhren bis hin zu edlen Teilen die im selben Zeitraum über 500,-$ kosteten und da reden wir immer von einem Serienprodukt.

Jedenfalls finde ich Deine Hampden ganz toll, das ist eine sehr schöne Uhr die ich ganz sicher nicht aus meiner Sammlung schubsen würde. :D
 
Bullius

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Genau es Ist wie heute was gefragt ist ist gut und teuer.
Leider fehlt mir noch eine Werkhalterschraube in der Uhr.
Da habe ich leider noch keinen Ersatz gefunden.
 
strazzi1965

strazzi1965

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Eine sehr schöne und vor allem auch äußerlich sehr gut erhaltene TU! Soweit ich es richtig in Erinnerung habe, muss man den Dollar Anfang der 30-er Jahre bei einem Kaufkraftvergleich mit etwa 16 bis 18 multiplizieren. Heißt also grob gerechnet und gemittelt, bei etwa 55 USD mit der Gebühr wären das heute etwa 930 USD, also derzeit etwa 820 Euro. Das war damals nicht billig und ist es auch heute nicht.

Gruß
strazzi1965
 
Bullius

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Danke sehr interessant die Umrechnung, das war schon ganz schön Geld zu so einer Taschenuhr. Aber heute zahlt man ja nicht weniger für eine gute Uhr.
 
strazzi1965

strazzi1965

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Man kann vielleicht besser einschätzen, wieviel ein solcher Betrag damals wert war, wenn man das Durchschnittseinkommen zugrunde legt. Damals (1930) lag es in den USA bei knapp 1400 Dollar - pro Jahr, wohlgemerkt! Das heißt also, die Uhr hat in etwa (mit den Gebühren) ein knappes halbes monatliches Durchschnittseinkommen gekostet. Das war nicht pille-palle für den Durchschnittsverdiener.

Gruß
strazzi1965

kater7 war zehn Sekunden schneller mit dem Durchschnittseinkommen;-)
 
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aghime

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Was die Kaufkraft der damaligen Zeit angeht versuch ich das immer in den Kontext zum Edelmetallgehalt zu setzten. 1US$ war z.B. in Form des Peace Dollars (21-35) eine 0.900er Silbermünze mit fast 27gr. (fein 24gr.). Beim heutigen Börsensilberpreis von 14,01$/oz entspricht das 10,80$/1US$ Münze. Zu dem Preis kann man die aber auch heute nicht kaufen obwohl diese Münzen keinen Sammelwert haben. In grösseren Mengen gibt es die Münzen derzeit zu kaufen für ca. 18-19$/Stück. ( Wen das interessiert mal nach junksilver googeln -
Peace Silver Dollar Coin (1922-26, 1934-35, AU) )

Setzt man diese Preise von heute in den Kontext zur damaligen Zeit kommt man für die genannten damaligen 60$ heute auf eine Preisspanne von 650$-1150$. Hinzu kommt natürlich die Schwankung des Silberpreises. Der heutige Silberpreis von 14$/oz gegenüber 45$ aus 2011 zeigt eine grosse Bandbreite. In 2011 waren die damaligen 60$ umgerechnet bis zu 3300$ wert. Um diese Bandbreite einschätzen zu können hilft das GSR ( Gold Silver Ratio ) also das Verhältnis zwischen Gold und Silberpreis (Goldpreis dividieren durch den Silberpreis) . Das liegt derzeit bei weit über 80. 2011 lag es bei ca.45. Heute ist Silber gegenüber Gold sehr günstig, 2011 war es teuer. Historisch gesehen lag das Verhältnis zu Zeiten als Geld mit Gold und Silber gedeckt war bei 14. Angemerkt sei hier noch dass unser heutiges ungedecktes Papiergeld (Fiatmoney) unter anderem ja nur auf den Glauben basiert dass der Papierfetzen gegen phys. Waren getauscht werden können. Das führt jetzt aber in diesem Rahmen zu weit.
 
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