Haller Jahresuhr Zugfederfett

Diskutiere Haller Jahresuhr Zugfederfett im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhrentypen; Hallo Freunde, vor gut einem Jahr hab ich mir eine billig erworbene Haller Jahresuhr zurechtgebastelt. Es war meine erste Jahresuhr. Nach Einbau...
Mäusemanne

Mäusemanne

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Hallo Freunde,

vor gut einem Jahr hab ich mir eine billig erworbene Haller Jahresuhr zurechtgebastelt. Es war meine erste Jahresuhr.

Nach Einbau einer neuen Pendelfeder und den üblichen Reinigungsaktionen lief die Uhr etwa ein halbes Jahr durch ohne stehenzubleiben. Dann im Winter wurde es kalt und die Uhr blieb stehen, auch voll Aufziehen hat nicht geholfen...

Allerdings hatte ich da keine Zeit um das zu erforschen. Jetzt aber ist die Zeit gekommen. Auch jetzt bei warmen Temperaturen blieb die Uhr nach 2-3 Stunden stehen.

Beim Zerlegen heute habe ich zunächst das Pendel und die Pendelfeder abgenommen, dann den Anker ausgebaut. Danach lief das Werk los. Mit dem Finger habe ich dabei die Welle des Hemmungsrades gebremst, damit da nix auseinanderfliegt. Nachdem die Feder etwa halb abgelaufen war, kam der typische "Ratscher" wenn eine verklebte Zugfeder im Federgehäuse nachrutscht. Danach lief das Werk deutlich kraftvoller weiter ab bis zum Stillstand.

Zum Schmieren der Feder hatte ich damals normales, lithiumverseiftes Wälzlagerfett verwendet. Die Feder war jetzt immer noch sauber und sieht eigentlich gut aus. Welches Schmiermittel eignet sich am besten für die Zugfeder ?

Gruß Manne
 
Zeitmaschinenschlosser

Zeitmaschinenschlosser

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Hi,

zum Schmieren allgemein und auch zur Zugfeder wurde in diesem Tread einiges geschrieben: Uhrenbestimmung - Alte Tischuhr

Dieses Wälzlagerfett, ich denke du meinst dieses einfache gelbe Zeug aus dem Baumarkt, ist für Uhren nicht so gut geeignet. Generell kann man sagen, dass Öl immer besser schmiert als Fett. Fett ist nur ein Kompromiss für Stellen, an denen keine Ölhaltung möglich ist.

Für Zugfedern empfiehlt sich ein graphithaltiges Öl wie dieses hier: Öl Etsyntha-Graphitöl - 50 ml Dr. Tillwich bei Selva Online . Im oben zitierten Tread habe ich auch etwas zur Anwendung geschrieben. Gibt natürlich noch weitere Öle, die man für die Zugfeder nehmen kann, aber bitte nicht dieses Baumarktfett.


Gruß
Oliver
 
Mäusemanne

Mäusemanne

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Danke für den Tipp, Oliver.

An Öl mit Feststoffbestandteilen wie Graphit oder Molybdänsulfid hab ich auch schon gedacht. Speziell bei Jahresuhren ist ja ganz wenig Bewegung im Federhaus. Da kann schon sein, daß einzelne Federwindungen wochenlang fest aneinanderliegen und dann verkleben.

Bei der letzten Reinigung hatte ich tatsächlich ein dem Baumarktfett ähnliches verwendet, welches ich sonst zum Fetten von Getrieben an Elektrowerkzeugen verwende. In den Getrieben mische ich dann immer ca. 30% Öl zu, sonst hängt nach kurzer Laufzeit alles in den Ecken und schmiert nicht ...

Morgen schau ich mal an der Tankstelle vorbei, dort stehen immer leere Öldosen rum. Vielleicht finde ich eine mit Graphit oder Molybdän Zusatz. Der Rest in der Dose wird für die nächsten 10 Uhren reichen. :super:

Vielleicht hat noch einer eine Idee ?

Gruß Manne
 
M

milou

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Hallo Manne

Hast Du das Buch von Charles Terwilliger?
In diesem Buch gibt er gute Ratschläge bezüglich Ein- und Ausbau sowie Schmieren der Feder.
Bevor ich das Buch hatte, habe ich die Feder ohne Federwinder in das Federhaus eingebaut und das ist die falsche Vorgehensweise. Der Stromer wird sicher einiges zu diesem Thema zu berichten haben.

Grüsse
milou
 
Mäusemanne

Mäusemanne

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Hallo milou,

Nein, das Buch habe ich nicht. Die Uhr ist inzwischen wieder beieinander und läuft jetzt seit ein paar Stunden. Pendelamplitude ca 300° mit 1 Umdrehung Aufzug. Schau mer mal, wie lange ...

In meinem Fundus habe ich noch eine alte Dose Molykote, MoS2-Motorölzusatz aus den 70er Jahren gefunden. Damit habe ich die Feder jetzt zart eingerieben und wieder eingebaut. Dann noch die Lagerbohrungen und Zapfen gereinigt und mit Tillwich 3-5 geölt.

Einen Federwickler hab ich nicht. Bei normalen Regulatoren habe ich das bisher immer per Hand gemacht. Bei der Jahresuhr ist mir das jetzt aber wegen der starken Feder nicht gelungen. Deshalb habe ich mir eine passende Hülse mit Einziehschlitz gemacht. Da spanne ich dann die Aufzugswelle mit dem Vierkant in den Schraubstock, stecke die Feder drauf und drehe dann die Hülse, bis die Feder durch den Schlitz in der Hülse verschwunden ist ...

Hat problemlos geklappt. Jetzt lass ich die Uhr mal ein paar Tage laufen und ziehe sie dann voll auf. Mal sehen, ob sie den nächsten Winter durchhält.

Gruß Manne
 
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