Habring² - Warum Erwin einem ins Auge springt

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kāla

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Habring Erwin_47.jpg



Es gibt einfach zu viele schöne oder interessante Uhren, um auch nur eine repräsentative Auswahl davon besitzen zu können. Aufgrund dieses Umstands und weil ich zu vermeiden versuche, nur eine große Anzahl von Uhren „anzuhäufen“, müssen Neuanschaffungen irgendeine/n Komplikation, horologischen Wert oder eine Eigenschaft besitzen, die in meinem Uhrenbestand bisher noch nicht vorhanden ist. Die hier gezeigte Habring² Erwin besitzt die hier nicht besonders beliebte Komplikation einer springende Sekunde (französisch: Seconde morte). Obwohl sich viele Mitglieder mit dieser Komplikation nicht anfreunden können - und ich sie mit dieser Vorstellung auch nicht zu „bekehren“ versuche :-) - hat jeder Hersteller mit gehobenem Anspruch zumindest eine Uhr davon in seiner Modellpalette.

Hier mal einige Beispiele mit unterschiedlichen Arten der technischen Umsetzung (und zum Teil natürlich weiteren Komplikationen):

In den goldenen Zeiten der mechanischen Uhren hatten sogar die heute namhaften schweizer Branchengrößen entsprechende Modelle in ihren Katalogen:

Mit einem Inhouse-Werk befindet sich Erwin aus horologischer Sicht damit also in bester Gesellschaft. Dies haben auch die Juroren der „Uhren-Oskars“ (Grand Prix d'Horlogerie de Genève (GPHG)) im Jahr 2013 so gesehen und das Schwester-Modell Jumping Second Pilot in der Kategorie „PETITE AIGUILLE“ (Uhren für den kleineren Geldbeutel) zum Sieger gekührt.

Mich hat das totale Understatement an der Komplikation gereizt: Von außen vollkommen unauffällig, selbst für einen Uhrenfan auf den ersten Blick nicht als etwas Besonderes erkennbar. Ein klassischer Dreizeiger, wie es viele andere gibt, keine z. B mit Totalisatoren beladene Uhr. Dennoch wird mir schon beim kurzen Blick auf die Uhr bewusst, dass hier etwas Außergewöhnliches versteckt ist. Dieser Umstand bringt mir die Freude, die das Hobby mit sich bringen sollte.

Außerdem erzeugt der springende Zeiger bei mir irgendwie den Eindruck einer besonderen Art von Präzision. Während die klassische mechanische Uhr „unauffällig“ ihre konstanten Bahnen zieht und dabei immer wieder mal - fast schon zufällig - eine Sekunde trifft, bringt die Abfolge von ungewohnten Pausen und „kraftvollen“ Sprüngen deutlich mehr Prägnanz in die Anzeige des Zeitverlaufs. Dadurch nehme ich das Vergehen der Sekunden bewusst(er) als bei der „normalen“ mechanischen Uhr wahr.

Damit wäre schon geklärt, warum Erwin einem ins Auge springt. Aber weshalb „Erwin“? Habring² ist eine relativ kleine österreichische Uhrenmanufaktur der Eheleute Maria & Richard Habring. Der Modellname „Erwin“ ist eine Reminiszenz an Maria Habrings verstorbenen Vater.
„Erwin“ und sein älterer Bruder „Felix“ bilden die Basis der Habring²-Modellpalette.


Merkmale und Eigenschaften

Gehäuse
  • Durchmesser: 38,5 mm
  • Höhe: 10,5 mm (und das trotz der aufbauenden Komplikation)
  • Material: Edelstahl

Zifferblatt
  • blau mit feinem Strichschliff, im Sonnenlicht klar strahlend
  • ebene Stundenbalken und Ziffern
  • gedruckte Minuterie

Uhrwerk
  • Kaliber: Habring² A11S
  • Gangreserve: 48 Stunden
  • Handaufzug



Die Uhr kommt in einem lokal handgefertigtem Holzetui aus gebürsteter und geölter Douglasie. Es besitzt ein Ersatzteilfach, in dem einen kleinen Satz Ersatzteile (Zeigersatz, Krone, Dichtungen) beigegeben sind. Damit lassen sich kleinere Arbeiten auch vom „eigenen“ Uhrmacher durchführen.

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Im Moment ist das originale, handgenähte Uhrenband aus blauer Microfaser montiert. Ich werde es mittelfristig aber durch ein Band mit einer weniger präsenten Farbe ersetzen.

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Das Gehäuse ist ziemlich klassisch gestaltet und hat eine fein gebürstete Flanke.

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Sowohl der feine Schliff des Zifferblatts als auch die eingelassenen Indizes kommen auf vielen Produktbildern/Renderings leider nicht/nicht gut zur Geltung. In der Realität lässt sich hier optisch viel genießen. Etwas strahlt eigentlich immer - entweder das Blatt oder die Zeiger und Indizes.

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Das Uhrwerk bietet neben den sehenswerten und von Hand veredelten Teilen (Zierschliffe, Perlage, polierte Kanten) aufgrund der springenden Sekunde eine überraschende Tiefe. Trotz der attraktiven Hülle versteckt sich für mich hier der der Star der Vorstellung!

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Eine Uhr, die wohl so gut wie jeder tragen könnte. Herzlichen Dank für dein Interesse.
:super:


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firehead

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Vielen Dank für die tolle Vorstellung. Eine Habring sieht man hier ja nicht alle Tage. Mir gefallen die Uhren von Richard und Maria Habring sehr und sympathisch sind die beiden sowieso. Eines Tages wird definitiv auch eine zu mir kommen, wobei „die“ Erwin sicherlich ein Favorit ist, denn die springende Sekunde ist einfach eine supercoole Komplikation. Viel Freude weiterhin mit dem tollen Stück!
 
Der Motor

Der Motor

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Eine wunderschöne Uhr abseits der üblichen Verdächtigen. Genau diese Habring finde ich selbst auch richtig attraktiv. Wenn doch noch mal ein wertvoller Dresser am Lederband kommen sollte, dann ist das Modell ein ganz heißer Kandidat.
 
5231N1324O

5231N1324O

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Die Habrings machen wirklich schöne Uhren, die ganz angenehm unter dem Radar durchfliegen.
Leider machen die Darstellungen auf der Webseite so überhaupt keine Freude und in freier Wildbahn hab‘ ich noch nie ein Exemplar gesehen — deshalb vielen Dank für die schönen Bilder.

Beste Grüsse, Christoph
 
Der Motor

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Leider machen die Darstellungen auf der Webseite so überhaupt keine Freude und in freier Wildbahn hab‘ ich noch nie ein Exemplar gesehen — deshalb vielen Dank für die schönen Bilder.
Das stimmt. Daher heißt es bei Interesse das Internet nach Live-Bildern durchforsten oder bei einem der wenigen Händler die Uhren begutachten. Die Uhren sind in echt jedenfalls wesentlich schicker als auf der Habring-Homepage.
 
S

Sonnenstand

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Glückwunsch zur Erwin.
Ich liebe die springende Sekunde und freue mich, dass die Habrings diese Komplikation auch für Erwin Sattler umgesetzt haben.
Deine Dreizeigeruhr gefällt mir ausgesprochen gut.
Dank Deiner Vorstellung haben wir einen schönen Einblick in die Details...
Nochmals viel Freude beim "Fliegen unter dem Radar" bzw. Tragen der Uhr.
Gruß Rolf
 
Sunlion

Sunlion

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Die haben Dich veralbert. Da ist bestimmt nur ein Quarzwerk drin, daher die springende Sekunde.
Nee, Scherzchen!
Ich wusste gar nicht, dass es so was gibt. Auch wenn ich die Idee durchaus kreativ finde, befremdet sie mich doch, weil mir nicht einleuchten will, warum der kontinuierliche Lauf der Zeit ausgerechnet bei einer mechanischen Uhr sprungweise dargestellt wird, was doch allgemein wohl eher als Nachteil von analogen Quarzuhren gesehen wird. Grand Seiko geht da genau den umgekehrten Weg und lässt seine Sekundenzeiger schön gleichmäßig dahingleiten.
Aber vielleicht ging es ja um die Machbarkeit, also um allen zu zeigen – hey, seht her, was wir so alles können!
Warum nicht, wenn's gefällt. 😉
 
Nonick79

Nonick79

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Moin Moin,
danke für Deine Vorstellung. Schöne Uhr, viel Spaß mit diesem seltenen Exemplar.
Bitte nicht lachen, aber kann mir jemand sagen welche Funktion in der Rückansicht der feine Drahtstift neben dem Habring Logo hat?
Gruß
NN79
 
P

Pede

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Glückwunsch, gefällt mir sehr gut und die Komplikation finde ich spannend!

Danke fürs zeigen und viel Freude mit Deiner Habring 👍🏻😀
 
Marchiboy300

Marchiboy300

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Herzlichen Glückwunsch. Ich finde, dass das die beste Dresswatch ist von den Proportionen.
 
Die-Motte

Die-Motte

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Ein Traum! Das ZIfferblatt ist in der Sonne sicher eine Augenweide!

Eine Uhr aus Völkermarkt wäre aus vielen Gründen die Krönung meiner kleinen Sammlung! Ich hoffe, dass es irgendwann mal passt!

Viel Freude mit der Schönheit und vielen Dank fürs Zeigen!
 
JackSlater

JackSlater

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Für mich die schönste, auf das wesentliche reduzierte Uhr derzeit. Wer jetzt schon begeistert ist und das Zifferblatt einmal in Natur sieht, der wird nochmals positiv überrascht sein. Die Machart und Optik sind einfach genial und einzigartig. Lässt sich, wie auch schon erwähnt, leider in Bildern nicht annähernd einfangen.
 
ddee

ddee

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… befremdet sie mich doch, weil mir nicht einleuchten will, warum der kontinuierliche Lauf der Zeit ausgerechnet bei einer mechanischen Uhr sprungweise dargestellt wird, was doch allgemein wohl eher als Nachteil von analogen Quarzuhren gesehen wird.
Bevor es Quarzuhren gab war die springende Sekunde in Spezialfällen eine nützliche Komplikation, lassen sich doch mir ihr leichter die Sekunden abzählen als mit einem gleitenden Zeiger.

Relevanz hatten Sekunden damals quasi nur in der Medizin. Wenn ich recht informiert bin, hatten die ersten Springenden Sekunden folgerichtig Krankenschwestern, die so den Puls ihrer Patienten leichter messen konnten.

Wer heute eine Springende Sekunde in eine mechanische Uhr baut, verneigt sich nur vor der Historie der Uhrmacherei…
 
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