Habe zwei alte Uhren und keine Ahnung

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fuchsgiro

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Hallo zusammen,

ich habe diese zwei Uhren aus der Kramkiste einer Bekannten befreit und bin genau so neugierig wie sie, was es über die Zwei zu erfahren gibt. Sie sagt, ihre Mutter hat bei einem Uhrmacher gearbeitet und die Uhren mitgebracht. Also kein Erbstück mit langer Familientradition.
Da keine von Ihnen einen Firmennamen trägt gestaltet sich, mich als Laien, das Forschen recht schwierig. Deshalb wollte ich hier die Fachleute ansprechen, ob jemand etwas über die Herkunft und das Alter der Uhren sagen kann. Besitzen sie einen Wert der ein restaurieren rechtferitig? Vielen Dank schon mal für eure Hilfe.

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purpur73

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Denk mal hier wird Dir Holger helfen können:-)
 
Aeternitas

Aeternitas

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Das sind alte Werke mit Zylinderhemmung. Sie besitzen keinen Anker, sondern die Hemmung funktioniert über ein Zahnrad, welches in eine Zylinderförmige Einkerbung an der Unruhwelle eingreift.Beide haben eine Drückerschaltung, wenn ich das richtig sehe. Man muss also zur Zeigerstellung einen Knopf drücken und an der Krone drehen. Die Zeiger sehen nach Louis XV aus.
http://www.uhrenlexikon.de/lexi_bilder/25169.jpg

Ich tippe auf 20-er Jahre, eine mit Silbergehäuse in 800-er Qualität. Ich nehme an, dass beide nachträglich zur Armbanduhr umfunktioniert wurden. Herkunft? Bei Ranfft ist ein ähnliches Werk zu sehen, Herkunft unbekannt.

Ich glaube tendenziell, dass eine Restaurierung hier den Wert übersteigt, aber ich finde, dass diese Werke es wert sind.
 
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Mikrolisk

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Im Pocketwatch-Forum gabs unlängst ein gleiches Werk, da wurde auf Manzoni als Hersteller hingewiesen (wer auch immer das sein möge...):



Dort tickte das Werk in einer Dürrstein-Taschenuhr!

Andreas
 
Z

zeityeti

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Zum Hersteller kann ich leider nichts sagen, man müßte eventuell Punzen unter der Unruh sehen, die weiterhelfen könnten. Beide Uhren stammen offenbar aus der Frühzeit der Armbanduhr und sind vermutlich umgearbeitete Taschenuhren. Die Werke sehen jedenfalls typisch dafür aus. Die mit dem weißen Zifferblatt hat noch die gegenüber heute um 90 Grad verdrehte Ablesung. Das hat man in den 20ern eigentlich kaum noch so gemacht, würde daher eher auf kurz nach der Jahrhundertwende tippen. Die andere könnte vielleicht etwas jünger sein.

Zum Wert kann ich nicht viel sagen, aber besonders viele dieser sehr frühen Armbanduhren dürfte es nicht mehr geben - allzuviele Uhrmacher, die sowas angemessen restaurieren können, wohl auch nichtmehr. Aber besonders im Werkstatt-Unterforum gibt es exzellente Spezialisten.
 
fuchsgiro

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Danke schon mal für Eure interessanten Infos.

Ich habe vergessen die Größe der Uhren zu nennen: die ohne Band ca. 28 mm, die mit Band ca 31 mm.
Gab es so kleine Taschenuhren oder hat sich die Theorie (umgebaute Taschenuhren) mit meinen nachträglichen Größenangaben erledigt?

Das beide eine Drückerschaltung haben kann ich bestätigen, rechts neben den Aufzugswellen definden sich der Drücker

Ich habe gerade noch mal geschaut, leider keine Punzen zu sehen unter der Unruh.
 
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H

holger 57

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Hallo Mario,
leider lassen sich Deine Bilder nicht 100%ig den Uhren zuordnen.
Beide Uhren waren, wie hier schon richtig geschrieben, ursprünglich Damentaschenuhren.
Der Pendent wurde abgesägt und die Bügel angelötet.
Zur kleinen Uhr:
Das schwarze Zifferblatt scheint nicht zur Uhr zu gehören (tonnenförmige Minuterie).
Das Werk stammt wohl aus der Schweiz, hat Zylinderhemmung und 10 Funktionssteine.
Welche Stempel stehen im Gehäuse?
Zur großen Uhr:
Das Werk stammt wohl aus der Schweiz, hat Zylinderhemmung und 10 Funktionssteine.
Das Gehäuse aus 800er Silber wurde in der Schweiz hergestellt und nach Deutschland exportiert.

Der Rückbau zu einer Damentaschenuhr ist möglich.
Das würde ich aber wegen des Zifferblattes nur bei der größeren Uhr machen, allerdings nur, wenn das Werk noch funktioniert.

Gruß Holger
 
Z

zeityeti

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Vielleicht hätte ich besser nicht "umgearbeitete Taschenuhren" geschrieben, denn das kann man so nicht wissen bzw. sagen. In der Anfangszeit der Armbanduhr wurden auch von den Herstellern selbst z.T. die vorhandenen Taschenuhrteile so umgearbeitet, daß man sie als Armbanduhr tragen konnte. Ein eigentliches Armbanduhrgehäuse hat sich erst nach und nach aus modifizierten Taschenuhren entwickelt und ich denke, hier sieht man eines der Entwicklungsstadien. Trotz erbittertem Widerstand vieler Uhrmacher gegen die neue Mode der Armbanduhr, wurden auch von diesen auf Kundenwunsch existierende Taschenuhren in Armbanduhren umgebaut. Oder man benutzte spezielle Lederbänder, um eine Damentaschenuhr am Handgelenk zu tragen.

Ohne zu wissen, ob es einen Urzustand als Taschenuhr gegeben hat und wie dieser ausgesehen hat, kann man auch nicht sinnvoll zurückbauen. Das Resultat wäre unter Umständen eine totale Verfälschung der Geschichte dieser Uhren, weshalb ich das ganz sicher nicht machen würde. So wie sie sind, stellen sie meines Erachtens Zeitzeugen der Frühgeschichte der Armbanduhr dar und sollten auch so erhalten werden.

Holger hat natürlich recht, was das schwarze Zifferblatt angeht, das war mir entgangen. Aber natürlich ist auch das ein Zeitzeugnis. Uhren sind damals wohl generell teuere Alltagsgegenstände gewesen, die man geflickt hat, solange es ging. Da mußte vielleicht auch mal ein nicht so ganz passendes Zifferblatt herhalten, bevor man ein Monatsgehalt für eine neue ausgab.
 
fuchsgiro

fuchsgiro

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Hallo Holger,

leider lassen sich Deine Bilder nicht 100%ig den Uhren zuordnen.

Welche Stempel stehen im Gehäuse?
ich habe die Bilder jetzt nach der ZB-Farbe sortiert.
Bild 3 zeigt leider alle Stempel die auf der "schwarzen" Uhr zu finden sind, also nur die Nummer und die Buchstaben METAL.
 
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