Habe meine Uhr erfolgreich entmagnetisiert!

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Andrey84

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Hallo liebe Forianer,

heute kann ich von einem kleinen Erfolg berichten - ich konnte meine Uhr erfolgreich entmagnetisieren.

Es handelt sich um eine russische Buran Poljot Uhr, Kaliber 310579, Handaufzug - bei mir mit einem alten Omega-Two-Tone-Band, das ich vor kurzem als NOS ergattert habe .

Die Uhr lief relativ gut, bis sie eines Tages angefangen hat, furchtbar vorzulaufen. So ca. 30-45 Minuten am Tag. Zu meiner Überraschung lief sie ziemlich gut, wenn sie einfach im Uhrenkästchen lag und nicht bewegt wurde; und wieder furchtbar ungenau, wenn ich sie getragen habe.

Nun wollte ich mir den Besuch bim Uhrmacher ersparen und selber entmagnetisieren. Zumal es eine Vorgeschichte zum Ganzen gab.

Diese Uhr hatte ich bereits bei einem Uhrmacher in der Reparatur/Komplettreinigung, weil sie schon paar Jahre zuvor kurz nach dem Kauf einen Riesenvorlauf bekommen hat. Damals war das Problem, dass das Werk angeblich voller Öl war, einschließlich der Stellen, wo es nicht hingehört. Auch die Feder war durchs Öl verklebt und schwang dadurch falsch. Damals sagte der Uhrmacher, er hoffe, dass es nur am Verkleben der Feder durchs Öl liegt, weil wenn sie auch noch magnetisiert ist, haben wir ein Riesenproblem. Es würde eine neue Feder bestellen müssen - das dauert. Und entmagnetisieren kann er nicht, aus welchem Grund auch immer. Ich habe seinen Worten entnommen, dass das Entmagnetisieren eine Raketenwissenschaft ist. Deswegen wollte ich jetzt mit einer eventuell aufmagnetisierten Uhr nicht zu ihm.
Also, googelte ich und stieß auf Geräte zum Entmagnetisieren. Erstmal dachte ich - gleich ein gutes kaufen, evtl. aus der Schweiz, sonst kaufe ich ein billiges, es klappt nicht und ich kaufe dann ein teueres. Dann habe ich mich nach ein paar YouTube-videos entschieden mit einem günstigen Gerät auszuprobieren.
Für 9,95 o.Ä. bestellt und heute ausprobiert.

Was ich zuvor gesehen habe, es gibt eine App, mit der man feststellen kann, ob ein Uhr magnetisiert ist. Lepsi im Apple-Store.
Mit einem kleinen Magneten sucht man (wenn die App installiert und geöffnet wurde), wo der Magnefeldsensor im iPhone verbaut ist, markiert diese Position mit einem Kreis in der App, und dann bewegt man eine Uhr drüber, bei der Magnetisieren vermutet wird und die App meldet, wenn es der Fall ist.
So habe ich es auch gemacht.
App installiert
Konfiguration (also, Magnetfeldsensorsuche mit Hilfe eineskleinen Magnets)
Dannie Uhr drüber bewegt- die App schlägt an.

Den Entmagnetisieren genommen, Uhr drauf gelegt, auf die Taste gedrückt und die Uhr langsam nach oben weg bewegt. Das 2-3 mal gemacht (viel hilft ja viel). Danach wieder über das iPhone gezogen - die App stellte keine Magnetisieren mehr fest.

Die Uhr habe ich DANACH erst aufgezogen und den ganzen Tag getragen - die läuft nun richtig.
Ich bin völlig begeistert, dass alles so wie am Schnürchen geklappt hat!

IMG_3638 2.JPG

IMG_3637.JPG

IMG_3636.JPG

IMG_3639.PNG

P.S. für die App würde ich nicht die Hand ins Feuer legen, ob sie aller korrekt detektiert, weil aktuell "Magnetism detected" drauf steht. Die ist von der Bedienung her manchmal verwirrend. Aber besser, als nichts!
 

Andrey84

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Eine kleine Berichtigung: die Uhr hat er damals wohl zerlegt und vom Öl gereinigt. Das hat gepasst. Aber im Falle der Magnetisierung würde er eine neue Feder bestellen. Aber es stimmt, ich habe leider kein 100% Vertrauen in diesen Meister.... :)
 

Andrey84

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Aber nicht doch, bei einer Traditionsmarke wie "Huaxing" kannst Du ganz beruhigt sein. :D

ja, soviel ich weiß, gehört Huaxing zu den High-Tech Geräten. :))

danke für den Tipp mit den Ausstecken. Aber ich habe das Teil wieder ins Karton gepackt und ordentlich aufgeräumt, sonst bekomme ich garantiert den Kopf gewaschen von der Chefin :)))
 

schweizerUhren

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Glückwunsch Andrey zu deinem DIY- Erfolg!


Passend zum Thema hätte ich auch eine Frage.
Weil ich in meiner Freizeit mit Magneten hantiert habe, habe ich unabsichtlich meine geliebte Schweizer Uhr, die Hamilton Seaview DayDate aus Edelstahl, magnetisiert und sie geht nun etwa 30 Sekunden am Tag vor.

Falls es möglich ist, würde ich mir gerne sogar die € 10 für das Huaxing-Markengerät ersparen. Schließlich benötigt man doch eigentlich nur irgendein Wechselfeld, oder nicht?


Ich habe hier zu Hause zum Beispiel einen elektrischen Heizkonvektor, der mit einem einzigen Glühdraht die Luft mit einer Leistung von 2 kW aufheizt.


index.jpg

Unter der Annahme, dass dieses Gerät nicht perfekt abgeschirmt ist sollte es doch auch ausreichen, es einzuschalten und die Uhr nahe hinzuhalten. Was denkt ihr? Ich habe es inzwischen sogar einmal ausprobiert und werde über eine Änderung des Gangverhaltens berichten.
 

Andrey84

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Glückwunsch Andrey zu deinem DIY- Erfolg!


Passend zum Thema hätte ich auch eine Frage.
Weil ich in meiner Freizeit mit Magneten hantiert habe, habe ich unabsichtlich meine geliebte Schweizer Uhr, die Hamilton Seaview DayDate aus Edelstahl, magnetisiert und sie geht nun etwa 30 Sekunden am Tag vor.

Falls es möglich ist, würde ich mir gerne sogar die € 10 für das Huaxing-Markengerät ersparen. Schließlich benötigt man doch eigentlich nur irgendein Wechselfeld, oder nicht?


Ich habe hier zu Hause zum Beispiel einen elektrischen Heizkonvektor, der mit einem einzigen Glühdraht die Luft mit einer Leistung von 2 kW aufheizt.

hallo schweizerUhren. Zu deiner Frage: ich glaube nicht, dass es mit dem Heizkörper zu irgendwas bringt. Das Entmagnetisieren braucht ein Wechselmagnetfeld (ob mit 50 Hz =Netzfrequenz oder deutlich „schneller“ weiß ich nicht so genau). Und der Heizkörper wird mit 50Hz arbeiten (schneller nicht), und das Feld wird außerdem recht schwach sein, weil das nur ein Heizer ist - ein Ohmscher Widerstand. Um ein nennenswertes Magnetfeld zu erzeugen braucht man eine wirklich gewickelte Wicklung, am besten um einen magnetisches Eisrnkern, wie in einem Trafo - das trifft auf eine Heizwendel nicht zu.

Und das Gerät gibt es bei eBay neu schon für 6-7 Euro aus China. Ich habe es für 10 aus D gekauft, damit es schneller kommt.
VG
Andrey84
 

Systemlord

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Nur mal aus Interesse: Würde eine Entmagnetisierung durch das Bewegen der Uhr über einen Induktionsherd funktionieren?

Zitat aus Wikipedia:

„Unterhalb der Kochfläche befindet sich dazu eine von einem Hochfrequenz-Strom durchflossene Spule, die das magnetische Wechselfeld erzeugt. Die dabei übliche Frequenz liegt im Bereich von etwa 25 bis 50 kHz.“
 

Andrey84

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Wenn dann die Uhr vom Induktionsherd langsam nach oben weg bewegen. Nicht drüber gehen von rechts nach links.
 

10-nach-10

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Ein Uhrmacher, der nicht entmagnetisieren kann? Ich lach' mich schlapp. :lol:

...
Nur eine Sache, den China Entmagnetisierer niemals unbeaufsichtigt in der Steckdose lassen.
Diese Geräte sind intern, wie soll ich sagen, höchst spartanisch ausgerüstet.

Tip ist gut, weil richtig. Ich habe ein indisches Gerät (Indien ist bekanntlich das neue China), da ist die Kabel-Zugentlastung ein simpler Knoten. Im Kabel. Also zur Sicherheit fasse ich das Kabel nur am Stecker an ... Aber ansonsten: 9,99 Euro bei Ebay oder Amazon und erfüllt seine Funktion genauso zuverlässig, wie das 200-Euro-Teil von Bergeon. Fairerweise: Mehr als 1x jährlich brauche ich es nicht.
 

Matthias MUC

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Zu dem Chinagerät: Es kursieren Foros vom Innenleben, auch da ist sollte ein Knoten die "Zugentlastung" darstellen, auch der Schalter ist nicht für 230V AC gedacht oder zugelassen. Solang man das Gerät unter Aufsicht benutzt und nach Gebrauch aussteckt, aber vertretbar, auch wenn das CE-Zeichen in Sachen el. Sicherheit nach allen Konstruktionsregeln eher ein frommer Wunsch ist. Aber es funktioniert, und wenn man mal freifliegende Laboraufbauten von Elektronikentwicklern (im stillen Kämmerlein, wo keine Berufsgenossenschaft und kein TÜV je hinschaut) gesehen hat, ist das Ding noch "harmlos".

Den Versuch mit dem Induktionsherd würde ich lassen. Was bei Topfböden erwünscht ist, nämlich über induzierte Wirbelströme im elektrischen Widerstand des Topfbodens Wärme zu erzeugen, wäre mir nach Bauchgefühl bei der Uhr zu riskant. Die nächste Steigerung wäre der Teller mit Goldrand im Mikrowellenofen.

lG Matthias,
der leicht reden hat, mit einer 3600-Windungens-Spule als Eigenbau aus alten Zeiten, die mit 36V AC oder DC aus dem zugehörigen Netzgerät (ebenfalls Eigenbau) zum Entmagnetisieren oder Magnetisieren von Kleinstteilen bis hin zum 32er Schraubenschlüssel geeignet ist.
 

Andrey84

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lG Matthias,
der leicht reden hat, mit einer 3600-Windungens-Spule als Eigenbau aus alten Zeiten, die mit 36V AC oder DC aus dem zugehörigen Netzgerät (ebenfalls Eigenbau) zum Entmagnetisieren oder Magnetisieren von Kleinstteilen bis hin zum 32er Schraubenschlüssel geeignet ist.

Servus MatthiasMUC. MUC scheint für München zu stehen? Und du bist nach deinen Ausführungen ein Elektriker/Elektroniker? Ich komme ebenfalls aus München und bin ein Elektriker/Elektroniker. Habe mir als Nächstes vorgenommen, einen Körperschallmikrophon mit einem Zähler-Modul an eine Uhr anzuschließen, ob ich dann die 28.800/Min sehen/messen kann. :)) als „Workaround“ für eine Zeitwaage. :)) versuche heute ein Mikrophon bei der Arbeit aufzutreiben. :))
Klar, ich sehe dann nur die Frequenz, aber für die Messung der Gangabweichung sollte es Ok sein.
 
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schweizerUhren

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Gibt auch gute Software die es mit einem normalen Kondensatormikrofon hervorragend schafft :)

heißt "timegrapher"
 

Matthias MUC

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Yep, MUC ist München, und ich bin Inschenör, mache seit bald 30 Jahren als Einzelkämpfer Leiterplattenlayouts, mit allen Scheuklappigkeiten, die da entstehen, wenn man bei der Elektronikentwicklung eher spät im Designflow dazukommt, aber dann ganz massiv zwischen allen Stühlen hockt, wenn es um die Fertigung, Serienüberführung etc. geht.
lG Matthias
 

ThorDrees

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Bei meinem Bauformgleichen Entmagnetisiergerät, aus Schweizer Fertigung (nicht Bergeon!), soll man laut Anleitung die zu entmagnetisierenden Teile nicht auflegen, sondern in einem gewissen Abstand (ca. 5-10mm) von der Oberseite, von links nach rechts, bzw. rechts nach links ziehen.
 
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