Gustav Becker aus Böhmen

Diskutiere Gustav Becker aus Böhmen im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo das Forum, ich bin hier, wie man sagt, der Neue und habe gleich ein Anliegen. Über das Internet habe ich eine Gustav Becker Wanduhr erworben...
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Herrmie

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Hallo das Forum,
ich bin hier, wie man sagt, der Neue und habe gleich ein Anliegen. Über das Internet habe ich eine Gustav Becker Wanduhr erworben aus der böhmischen Fertigung.
Bei der Inbetriebnahme blieb diese nach ca. 1/2 Std. stehen. Nachdem ich den Pendel abgenommen habe gab es keine Probleme, sie lief. Danach Pendel eingehängt und sie lief dann ca. 24 Std. Nun bleibt diese wieder nach ca. 1/2 bis 1,5 Std stehen. Ursache? Hat jemand eine Idee?
Ergänzend muss ich erwähnen dass das Läutwerk ebenfalls nicht richtig funktioniert, d.h. der halbstündig Schlag funktioniert aber nur plop, der Stundenschlag bedingt. Laut Sichtprüfung heben die vier Hämmer (richtig?) nicht richtig ab bzw. legen m.E. einen zu kleinen Weg zurück. Der Pendelausschlag scheint normal zu sein. Ursache?
Laut Vorbesitzer wurde die Uhr 2013 gewartet bzw. überholt, allerdings glaube ich das der Transport und die Verpackung, der m.E. Nicht sauber war, die Ursache sein könnte.

ich hoffe ihr könnt mir hierzu einige nutzbare Tips geben.
vorerst einmal schon Danke.
 
Der Stromer

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:pics:
Ohne Bilder wird das nichts. Einzige Wahrsagung: Du hast die Uhr sicherlich ganz akkurat gerade an die Wand gehangen- Versuche es mal mit etwas "englisch" (schief ist modern), bis das Tick - Tack absolut gleichmäßig klingt. Dann sollte wenigstens das Uhrwerk wieder laufen.
 
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Herrmie

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Hallo Stromer,
Hab die Uhr jetzt zwei Stunden ohne Pendel in Betrieb, keine Beanstandung nur: Das 1/2Std-Läutwerk spricht an, zwar nicht laut aber so, das Std.-Läutwerk nach wie vor nicht da die Hämmer nicht weit genug nach hinten fahren. Im Stundentakt sind auch die 1/2Std-Hämme aktiv. Jetzt läuft sie auch mit Pendel seit 15min was zwar keine Aussage ist. Ach so, hab das Gewicht am Pendel nach oben geschoben.
Hier noch einige Bilder.
Hast Du vielleicht auch eine Idee wie alt die Uhr sein könnte?
Gruß
 
10-nach-10

10-nach-10

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Bilder? Wo? 🤤
Schlagwerk: Nicht selten müssen die Hämmer wieder richtig eingestellt werden, kleinste Veränderungen können da schon von richtigem Scheppern bis absoluter Stille alles bewirken.
 
Der Stromer

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Hallo, Gruß (komische Vornamen gibt es im ehemaligen Schlesien :shock:).
Ich nehme an, Du möchtest die Uhr irgendwann wieder dazu bringen, die Zeit richtig zu zählen? Dann würde ich das Werk nicht länger ohne Pendel laufen lassen. Das geht gewaltig auf die Lager und Zapfen und wenn die ersetzt oder repariert werden müssen, wird es richtig teuer...

Das Schlagwerk (ist wirklich nur eines) wird durch das Gangwerk (Uhrwerk) ausgelöst. Der Ablauf ist normal: Halbe Stunde = ein Schlag oder auch Bim Bam, je nach Typ. Zur Stunde wird eben die Stunde geschlagen, also 12 = 12 mal Bim - Bam. Wenn der Schlag nicht richtig funktioniert, muss man SEHEN, wo es hakt - leider sind Deine Bilder hier nicht angekommen.

Das "Nach oben schieben" der Pendellinse beschleunigt den Gang der Uhr, sie geht vor. Das war also keine so gute Idee.

Zur Serien-Nummer. Uhren mit dieser Nummer ( 1716979 ) sind in den Kriegsjahren des WW I hergestellt worden und zwar von der VFU AG (Vereinigte Freiburger Uhrenfabriken inklusive ehemals Gustav Becker Aktien Gesellschaft). Zum damaligen Zeitpunkt stand die Uhrenfabrik(en) in Freiburg und der Leitung der HAU (Hamburgisch Amerikanische Uhrenfabrik). In Böhmen - ich nehme an, Du spielst auf das "Werk" in Braunau an - wurden nie Uhren im sinne des Wortes hergestellt, sondern aus Einfuhr-technischen Gründen aus Einzelteilen der Fabrik in Freiburg montiert. Braunau lag in der k&k Monarchie und dort wurden auf fertige Uhren sehr hohe Zölle erhoben. Bei den montierten Uhren nicht, da die ja in der Monarchie montiert wurden und somit Arbeitsplätze schufen und Steuern einbrachten. Das nur so nebenbei.
 
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Herrmie

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Hallo Stromer,
Was ich gerade festgestellt habe:
Wenn die Hämmer ansprechen fahren dies nicht zurück des halb nur ein Plopen. Kann das vorne am Rechen liegen?
 
Der Stromer

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Nein, mit dem Rechen hat das nichts zu tun. Ich nehme mal an, dass irgendwie das Hebnägelrad verstellt wurde und die Hämmer nicht mehr abfallen können. Aber dazu muss man ein Bild von diesem Teil des Werkes sehen. Dieses "Hebnägelrad" findest Du auf der rechten Seite, wenn Du von hinten auf das Werk schaust. Es ist das Rad, wo die Mitnehmer der Hämmer angehoben werden.

NACH dem Schlag sollen die Mitnehmer ca. 1/2 Umdrehung UNTER den entsprechenden Mitnehmerstiften (Hebnägel) des Rades zum stehen kommen. Dieses Rad ist mit einer zügigen Reibung - also nicht fest vernietet - auf seiner Welle befestigt. Mit etwas Gefühl kann man das verdrehen. So Weit, dass die Mitnehmer gerade von den Nägel abfallen. Aber bitte dabei das Rad, dass auf den Trieb geht, gut festhalten und VORSICHTIG drehen!

Hier mal ein Bild rechte Seite, Schlagwerk
GrossIMG_0217.jpg

Und hier die entsprechenden Hebel, die gerichtet werden müssen: Grün: Der Hebel für den Hammer liegt AUF dem Hebenagel (darunter, schaut aus dem Rad heraus). Das ist nicht richtig. Im Ruhezustand - also nach dem Schlag - muss der Nagel ÜBER dem Hebel stehen, so ca. 5mm. Aber darauf achten, dass der Hebel darunter - hier nur Schemenhaft am unteren Rand des Kreises zu sehen - ebenfalls frei ist und nicht auf dem nächsten Hebenagel aufliegt!

Im roten Kreis ist die Stelle zu sehen, wo das Schlagwerk zum Verstellen des Hebnägelrades blockiert werden kann. Ein Stück Holz einfach zwischen Rad und Trieb klemmen und dann VORSICHTIG mit einem Schraubendreher in das Zahnrad (grün) zwischen die Zähne, auf der dicken Hammerwelle abstützen und vorsichtig nach ober drücken, bis der Hammer frei ist.

IMG_0217.jpg

Hier zur Übersicht, was ich meine.

Diese Werk ist auch ein GB, nur noch etwas jünger. Serien-Nummer 1.800.000.

Übrigens: Nach dem WW II wurden in Freiburg wieder Uhren hergestellt und zwar teilweise noch mit den alten Maschinen. Nur der Firmenname hatte sich geändert: METRON. Auch von dieser Firma habe ich ein Werk einer Wanduhr. Bis auf die Prägungen absolut identisch.

Pss: Das ist noch eine Baustelle und wird wohl auch noch eine Weile so bleiben (müssen). Kommt Zeit, wird Uhr :ok:
 
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Herrmie

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Hallo Stromer,
bevor ich hier anfange zu werkeln noch ein Hinweis oder auch Frage.
Die Uhr soll funktioniert haben. Kann es möglich sein das im Zuge des Transports dieser Fehler eingeschlichen hat?
Zu Transportzweck hat der Verkäufer das Uhrwerk herausgenommen und lediglich in ein Handtuch eingewickelt, was ich nicht so gut fand. Die Hämmer waren leicht verbogen und auch beim Ausbau hat man wohl die Hämmer nicht zurück gesetzt. Weiter fand ich im Handtuch zwei Splinte, wobei ich einen zuordnen konnte. Kann es sein das es da noch ein Rädchen, bitte verzeih mir meine Naivität, gibt das jetzt unterversorgt ist. Oder macht es Sinn das Ziffernblatt abzubauen und eine Sichtprüfung zu machen.
gruß Herrmie.
 

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10-nach-10

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Trotz der Vielzahl der Hämmer: Es bleibt ein Bim-Bam-Schlagwerk. D.h. dieselben Hämmer, die zur halben Stunde 1x schlagen, machen ihre Arbeit auch zur vollen Stunde. Ob die Hämmer 1x zur halben Stunde oder x-mal zur vollen Stunde schlagen, entscheidet sich auf der Zifferblattseite des Werks an einem kleinen Bauteil, das aus zwei unterschiedlich langen Nocken besteht (Nockenhebel) und praktisch als "Weiche" dient. Wenn die Hämmer also zur halben Stunde schlagen, funktioniert die Mechanik prinzipiell auch zur vollen Stunde, allerdings gibt es da einige Stellen, an denen sich Einstellungen verändert haben könnten, die jetzt wieder korrigiert werden müssen.

Selbstverständlich kann beim Transport viel geschehen, und wenn Du selber schreibst, daß sich die Hämmer verbogen haben ... Wenn ich mal eine Uhr transportiere, lasse ich das Werk im Gehäuse, es ist dort am besten geschützt. Das Pendel nimmt man ab, Gewichte auch, soweit vorhanden (dann aber Ketten sichern), die Hohlräume ums Werk polstern man vorsichtig aus (Knallfolie) - dann nimmt man am Ziel eine unveränderte Uhr aus dem Kofferraum und muß sich nicht mit verbogenen Bauteilen herumschlagen.
 
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Der Stromer

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Dazu kann ich nichts sagen. Ich habe die Uhr nicht verschickt!

...und noch etwas: Versuchst Du hier etwa mit Hilfe des Forum ein Geschäft mit alten Uhren machen zu wollen? Da war doch so eine fast identische Mail an mich und in einem anderen Trööt auch noch eine Reparaturanfrage von Dir mit Bildern aus dem Netz.

Ich bin raus hier...
 
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Herrmie

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Hallo Stromer,
ich verstehe jetzt die Welt nicht mehr und möchte einiges klarstellen:
1. Geschäfte mit alten Uhren mache ich nicht und werde es auch nie machen, da habe ich zu wenig Erfahrung.
2. Der andere von mir Trööt, wie Ihr ihn nennt, ist eine ebenfalls alte Uhr die hier Nach mehr als 50 Jahren den Geist aufgegeben hat. Wie sicherlich aus den Bildern zu erkennen ist, ist es eine andere Uhr. Deswegen habe ich als Ersatz die Becker-Uhr erworben. Nach jetzigen Erkenntnissen scheint es wohl ein Flop zu sein oder es muss nochmals Geld investiert werden.
3. Um sicher zu gehen habe ich noch eine zweite Meinung bei Herrn Reichert eingeholt, jedoch vergessen zu sagen das ich schon ein Statement von Ihnen habe. Herr Reichert hat mir empfohlen die Uhr zurück zu schicken ggf.zum Uhrmacher zu bringen.

Sollte ich weitere Fehler gemacht haben dann entschuldige ich mich hier nochmals.
 
10-nach-10

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Na, ich würde sagen, @Der Stromer und der Herr Reichert haben Recht. :D

Aber im Ernst: Im UF tummelt sich viel Wissen und Können, vom Profi bis zum interessierten Laien mkt tiefgehendem Detailwissen. Nach meiner Erfahrung wird dieses Wissen gern weitergegeben. Bestes Beispiel sind etliche Tutorials, die man hier findet und mit deren Hilfe sich der eine oder andere dann doch schonmal an ein Uhrwerk herangetraut hat (Werkstattbereich). Was hier aber immer übel aufstößt, ist das Gefühl, das Wissen abgegriffen werden soll und nichts zurückkommt.

Wenn Dir wirklich was an der Uhr liegt, dann rate ich Dir, sie zum Uhrmacher zu bringen. Und ja, das Überholen des Werkes wird einen mittleren 3-stelligen Betrag kosten, was teuer klingt, aber nicht ist: Einerseits muß der Handwerker eine Menge Zeit investieren, andererseits wird Dir die dann fachgerecht aufbereitete Uhr in den nächsten 10 Jahren Freude machen - den Betrag müßte man also durch 120 teilen, dann hätte man das, was man jeden Monat zurücklegen müßte.
 
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Herrmie

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Hallo 10-nach-10,
danke, nur soviel: An diese Uhr würde ich mich als "Laie" nicht herantrauen. Der Stromer, mit seinem Fachwissen, hat mir zwar den Weg aufgezeichnet den ich aber selbst nicht gehen würde. Ansonsten nochmals Danke und an Alle: "Das Ergebnis werde ich dann Öffentlich machen" Kann aber etwas dauern wenn ich mit dem Verkäufer klar komme.
 
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