Gruen Curvex 1935 - Stromlinien und Rolex

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Etwa um das Jahr 1930 wurden erstmal mehr Armbanduhren als Taschenuhren hergestellt. Auch in der Gehäuseform emanzipierten sich die Armbanduhren: Rechteckige Uhren wurden beliebter.

Überall in Industrie und Alltag entwickelte sich der von dem Industriedesigner Raymond Loewy entwickelte Stromlininenstil. Der Stil war modern, fortschrittlich und zukunftsorientiert.

In dieser Aufbruchszeit entwickelte die 1874 gegründete amerikanisch-schweizerische Firma eine Uhr, die neben ihrem stromlinienförmigen Design auch ein neuartiges Werk hatte: Die Curvex.

Gruen kombinierte amerikanisches Design mit Schweizer Präzision. Die Gehäuse wurden von mehreren Firmen in Cincinatti hergestellt, die Produktion der Werke lag in Biel. Dort wurde das Kaliber 311 entwickelt, ein neuartiges, rechteckiges, gebogenes Werk. Vorher wurden in eckigen Uhren zumeist runde sehr kleine Damenuhrwerke verwendet, die schnell verschmutzten. Die Idee der neuen Uhr war, das Innere und Äußere der Uhr zusammen passend zu konstruieren.

Das Werk fiel schon damals durch seine Präzision und tadellosen Gangwerte auf. In einer Anzeige hieß es: "Curves ist ein Prinzip- auch wenn es andere gewölbte Gehäuse gibt, denken Sie immer daran, dass nur die Curvex das gewölbte Originalwerk hat!". Auch in der gezeigten Anzeige aus den 40er Jahren wurde der Unterschied verdeutlicht.

Die Fabriken von Gruen und Rolex lagen eng beieinander in Biel. Gruen fertigte für Rolex einige Uhren im Auftrag, z.B. die Prince. Die Schweizer Uhrenfabrik von Gruen galt als die modernste ihrerer Zeit. Die Familien Gruen und Aegler waren eng befreundet, so dass für kurze Zeit eine Fusion der Firmen erwogen wurde. Schließlich kam diese nicht zustande. Gruen konzentrierte sich auf den amerikanischen Markt, Rolex auf England und Kanada.

Das Design der Curvex wurde von allen bedeutenden und in den USA vertretenen Firmen aufgenommen: Bulova, Elgin, Hamilton, Longines, Omega. Für die nächsten 15 Jahre war eine Uhr mehrheitlich rechteckig und gebogen.

Die gezeigte Uhr ist die Original-Curvex aus ca. 1935 mit dem ersten Werk 311. Die Ausführung ist Gold-Plated (eine sehr dicke Goldauflage) mit applizierten Goldzahlen und facettiertem Glas (Danke an Holger!). Die Maße sind 44x20 mm (mit Bandanstößen).

Quelle: Faber/Unger: Amerikanische Armbanduhren
 

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Thomas_G.

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Eine sehr schöne Uhr, schade, das dass Zifferblatt sehr schlecht restauriert wurde. Der Sekundenzeiger hat auch ein paar Wellen, leider. Wo ist die Uhr her?
 
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Mensch Michael,
wo zauberst Du immer diese schönen Uhren her ? Klasse geschriebene Vorstellung einer sehr schönen alten Uhr. Super, Danke fürs zeigen, viel Spass beim Tragen.
 
Uhrbene

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Eine sehr schöne Uhr, schade, das dass Zifferblatt sehr schlecht restauriert wurde. Der Sekundenzeiger hat auch ein paar Wellen, leider. Wo ist die Uhr her?

Die Uhr ist seit 30 Jahren in meinen Besitz und wurde nie restauriert. Da ich schon einige Gruen in den Händen hatte, würde ich das ZB als original einstufen, eher ist die Schrift verblasst. Ich habe sie damals mit kaputtem Glas bekommen. Die Gangwerte sind auch heute noch gut. Das Glas ist frisch restauriert.
 
ketap

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Es ist immer wieder schön ein Gruen Curvex zu sehen.
Tolle Uhr und sehr feine Vorstellung.
Danke fürs Zeigen und tolles ZB.

Ketap
 
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Thomas_G.

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Ich habe schon einige (ca. min. 100 Stück) dieser Uhren in der Hand gehabt. Einen solch ungelenk wirkenden Zifferblattaufdruck (der hier eher wie gemalt aussieht) habe ich selten gesehen. Wenn das original ist, fresse ich einen Besen. Die Uhr ist trotzdem wunderschön, ich will darüber auch nicht streiten. Wenn man aber Gutachten zu Uhren schreibt im Leben, fällt schon auf, wenn was nicht stimmt. Damit soll die Freude aber nicht verdorben sein.

Hier mal ein Beispiel, wie das einwandfrei aussehen sollte:
Anhang anzeigen 207402

Hier ein ebenfalls zeitgenössisch restauriertes Exemplar:Anhang anzeigen 207401
 
Micha

Micha

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Wunderschöne Gruen, mein Glückwunsch zu der Uhr.
Würdest du mir sagen wie breit der Anstoß des Bandes ist?
Ich hab eine mit 14mm Anstoß - mal meiner Frau geschenkt,
trägt sie nimmer, nun bin ich am überlegen.;-)
Und an deinem Handgelenk sieht sie super aus.
 
Uhrbene

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Hallo Micha,

die Bandbreite ist bei meiner 16mm. Die Curvex gab es bis in die 40er mit unterschiedlichen Proportionen. Ich hatte auch mal eine fast quadratische.

Ich habe ein 17.5 cm Handgelenk. Man darf aber nicht vergessen, dass durch das Weitwinkelobjektiv die Uhren bei den Wristshots größer wirken.
 
Uhrbene

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Hier mal ein Beispiel, wie das einwandfrei aussehen sollte:

Hab mir mal den Faber/Unger hervorgeholt, da die von Dir gezeigten Uhren sich ja etwas von meiner unterscheiden. In diesem Standardbuch finden sich zumindest unterschiedliche Schriftzüge des Firmennamens, war mir noch nie aufgefallen. Aber insbesondere im "G" und im "U" gibt es diese Unterschiede. Es gibt Uhren, bei denen die Buchstaben eher wie bei Dir aussehen (das ist die Mehrzahl - allerdings keine mit verwaschener Schrift) und ein Foto, wo es so wie bei mir aussieht. Evtl sind das auch die verschiedenen Produktionsfabriken aus der Zeit.

Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass da jemand vor meiner Zeit die Striche nachgezogen hat. Wie dem auch sei, mir gefällt sie auch so gut.
 
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