Griechenland - Krisenland

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#1
S

Socorro

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Aye!

Der ehemalige EU-Kommissar Dimas ist auch im dritten Anlauf mit dem Versuch gescheitert, neuer griechischer Staatschef zu werden.
Nach dieser gescheiterten Präsidentenkür hat man auf die Schnelle für Januar einen neuen Urnengang angesetzt.
Eine Wahl die u.U. der linksradikalen Syriza zur Macht verhelfen könnte.
Diese propagiert den Austritt Griechenlands aus der EU und der Nato!!
Und einen einseitigen Schuldenschnitt von 70%!!!
Jetzt bin ich in dieser Thematik nicht so sehr bewandert; daher drängt sich mir die Frage auf:
Könnte dieser Schritt verheerende Folgen für die EU allgemein und für Deutschland speziell haben?

Griechenland steht streng unter Zeitdruck. Lt. TV-Nachrichten sind im März die Kassen wieder leer!
Und das sich die Griechen auf dem freien Markt refinanzieren können, wird stark bezweifelt.

Griechenland - Krisenland......???
 
#3
Mr-No

Mr-No

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Antwort / Zitat aus : Angst vor dem Linksruck: Warum Griechenland nur eine Option hat - und es trotzdem anders kommen wird - Staatsverschuldung - FOCUS Online - Nachrichten

1. Die theoretische Option: Griechenland verlässt den Euro

Auch wenn Tsipras heute tönt, er werde das Spardiktat aufbrechen und das Rettungspaket "in wenigen Tagen Geschichte sein", hat er in Wirklichkeit gar kein Interesse an einem radikalen Schritt. Ein Austritt Griechenlands aus dem Euro würde dem Land selbst massiv schaden, während er den Rest Europas kaum noch tangieren würde.


Vorbei die Zeiten, in denen die Dominotheorie das Handeln der Troika bestimmte: Beim sogenannten "Grexit" würde die Gemeinschaftswährung wohl trotzdem fortbestehen. Anders sieht die Situation in Griechenland aus: Ersetzt die Drachme den Euro, droht auf dem Fuß eine massive Geldentwertung. Im Gegenzug explodieren die Schulden, die Inflation steigt.

Zudem würde die Europäische Zentralbank (EZB) dem Land kein Geld mehr geben.
Da es sich auf den freien Finanzmärkten ohnehin keine Liquidität besorgen kann, wäre Griechenland binnen kürzester Zeit pleite - und die Regierung nicht haltbar. Das weiß auch Tsipras.

2. Die realistische Option: Alles geht weiter wie bisher

Weitaus realistischer ist, dass Griechenland und die Troika weitermachen wie bisher. Natürlich muss Tsipras im Wahlkampf den starken Mann markieren, doch wenn er an der Regierung ist, wird er zurückrudern. Da die Konsequenzen des "Grexits" desaströs wären, bleibt ihm nur, weiter am Tropf der EZB zu hängen.

Die wiederum hat ein großes Interesse daran, die Kontrolle über Griechenland nicht zu verlieren - und das geht nur, indem sie weiter die finanzielle Kontrolle behält. Tut sie das nicht, könnten die bislang investierten 240 Milliarden Euro auf Nimmerwiedersehen verloren sein.

Da es in der Politik trotz allem um Gesichtswahrung geht, wird Tsipras wohl trotzdem Zugeständnisse bekommen, die er in der Heimat zumindest als Teilsieg verkaufen kann.

Doch ohne tiefgreifende Reformen wird die Wirtschaft des Landes sich nicht stabilisieren - und eben diese Reformen sollte man als Bedingungen an den von Tsipras heiß ersehnten Schuldenschnitt knüpfen. Als erfreulicher Nebeneffekt würde sich wohl auch Griechenlands Situation an den Finanzmärkten bessern, zeigte das Land doch endlich wieder, das es handlungsfähig ist.

3. Die sinnvolle Option: Schuldenschnitt und radikale Reformen

Ein Zugeständnis, dass Tsipras heute fordert, das von den Geldgebern aber bislang abgelehnt wurde, ist ein weiterer Schuldenschnitt. Der ist vor allem in Deutschland unpopulär, wird sich aber langfristig nicht vermeiden lassen.

Bleibt die Situation, wie sie aktuell ist - das heißt 175 Prozent Staatsverschuldung, 26 Prozent Arbeitslosigkeit, 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit -, wird Griechenland sich auf absehbare Zeit ohnehin nicht stabilisieren. Bei niedrigen Zinsen und langen Laufzeiten kommen die aktuellen Kredite dadurch in Teilen Transfers gleich. Und das heißt: Die Geldgeber werden einen Teil ihres Geldes nicht wiedersehen.

Da diese Konsequenz ohnehin droht, ist es sinnvoller, die griechische Wirtschaft mit einem Schuldenschnitt zu entlasten - um so gleichzeitig neue Bedingungen diktieren zu können. Eines der Probleme der bisherigen Griechenlandrettung ist, dass so wenige sinnvolle Reformen durchgesetzt wurden.
Trotzdem floss das Geld immer weiter - für Griechenland eine komfortable Situation.
 
#5
MROH

MROH

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Das Verlassen der EU und der Nato mit einseitigem Schuldenschnitt könnte für Griechenland verheerend sein. Mit so einem Schritt könnte die EU sich von jeglichen Verpflichtungen befreit sehen. Woher soll Griechenland dann noch Mittel bekommen, wenn es nach außen das Signal sendet: "Seht her, wir erlassen uns selbst unsere Schulden."

Ist nur mein Gedanke, vllt liege ich ja auch falsch. ;)
 
#6
N

Nasenbär

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Von einem Austritt Griechenlands aus der EU könnten dann z.B. US-amerikanische Energiekonzerne profitieren, die schon jetzt mit den Hufen scharren um einen Bohrer in die Erdgasvorkommen in griechischen Gewässern zu bekommen.
Die EU täte gut daran, sich wenigstens DIESE Vorkommen noch zu sichern, wenn man das Ding mit Russland schon beinahe verbockt hat.
 
#8
raxon

raxon

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Richtig. Man darf wohl erwarten, dass man das Unterforum kurz überfliegt, bevor man einen Thread eröffnet.
 
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