Uhrenbestimmung goldene Taschenuhr mit den Initalen „GW“ (?)

Diskutiere goldene Taschenuhr mit den Initalen „GW“ (?) im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo zusammen, gestern durfte ich die güldene TU eines Freundes beschauen. Er wollte von mir gerne mehr über sein Schätzchen erfahren, doch ich...
equest

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Hallo zusammen, gestern durfte ich die güldene TU eines Freundes beschauen. Er wollte von mir gerne mehr über sein Schätzchen erfahren, doch ich konnte ihm leider nicht viel weiterhelfen. Natürlich dachte ich da gleich an euch. :-D

Wir würden uns über jeden Kommentar zu der Uhr freuen. Was hat es mit den Initialen auf dem Deckel auf sich? Wer könnte der Hersteller sein? Aus welcher Epoche könnte sie stammen und woher? Ist an der Uhr etwas besonderes oder hat sie neben dem Gold- nur einen emotionalen Wert für ihren Besitzer?

Hier die Fotos:







 
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holli

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Die Initialen "GW" sind nur von dem Besitzer dieser Uhr.
Damals wurden diese in den "Monogrammspiegel" die Initialen des Erwerbers eingraviert.
Gruß
Günther
 
equest

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Hallo Günther, das wusste ich nicht. Ich hatte die Vermutung, es könne sich um die Initialen eines Juweliers und Einschalers handeln. Vielen Dank für deine Erklärung. Heißt das nun, es handelt sich um eine 0815-Noname-Uhr, oder gab es diese Praxis auch bei den Uhren namhafter Hersteller?

Und will jemand was zum Werk sagen?
 
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holli

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Hier handelt es sich auf keinen Fall um eine 0815-Noname-Uhr.
Leider kann ich Dir zu der Bildmarke in den Deckeln "Adler?" nichts sagen , das wäre z.B. ein Hinweis auf den Hersteller.
Das Werk selbst ist auch von einer besseren Qualität.
Gibt es da keine "Bildmarke"
Gruß
Günther
 
equest

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Nochmal danke. Darf ich fragen, woraus du ableitest, dass es sich um ein Werk besserer Qualität handelt? Edit: Gut Stoßsicherung, umgebogene Spirale, Rubine - aber ist das nicht Standardausstattung? Die Verzierungen halten sich ja in Grenzen.

Zum Bildzeichen: Adler oder vor Schriftrolle sitzender Engel? Oder Lesender und Adler im Hintergrund? Und die Krone darüber?
 
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holli

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Sorry , aber das sieht ja jeder durch die vielen sogar verschraubten "Chatons" ( das sind die roten Steine ):shock:
Altersmässig schätze ich die Uhr etwa auf 1900 bis 1910.
Gruß
Günther
 
equest

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Sorry, aber ich weiss bei Taschenuhrwerken nicht, was „normal“ ist und was nicht. Und rote Steine sehe ich nicht so viele, nur 5, nicht mehr als bei meinem chinesischen Unitas.

Edit: Danke sehr für den Link-Tipp. Bei der Suche nach den Begriffen Adler, Schriftrolle, Engel und Flügel habe ich keine Bildmarke gefunden, die der auf der Uhr ähnelt.
 
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holli

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Glaube mir,Dein Freund hat eine sehr wertvolle Taschenuhr.
Mehr Informationen kann ich nicht mehr geben
Gruß
Günther
 
equest

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Ok, ich danke dir für deine Hilfe!

Kommentare sind weiterhin willkommen.

Edit: Bei der Suche nach „Krone“ bin ich gerade noch auf dieses gestoßen:



Richard Grosse, Berlin

Sieht der Krone auf der Uhr am ähnlichsten aus dem Angebot bei Mikrolisk, aber eine genaue Übereinstimmung liegt nicht vor. Wie groß „dürfen“ die Abweichungen denn sein?
 
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holger 57

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Hallo,
Die Krone auf der Uhr ist die Deutsche Kaiserkrone.
In diesem Fall steht sie für den Reichsgoldstempel.
Der dazu gehörende Feingehaltstempel ist 14K.
Da auf dem Gehäuse keine weiteren Kontrollstempel zu sehen sind, wurde das Gehäuse in Deutschland hergestellt.
Allein diese Tatsache gibt der Uhr einen gewissen Wert.
Richtig sind die Aussagen , daß es sich um ein Uhrwerk gehobener Qualität handelt.
Das Werk hat Ankerhemmung, 16 Funktionssteine und Breguetspirale.
Die Lagersteine von Ankerrad, Sekundenrad, Kleinbodenrad und Minutenrad sind in Chatons gefasst.
Der Werkaufbau läßt auf die Schweiz als Ursprungsland des Werkes schließen.
Sind auf dem Werk noch irgendwelche Zeichen zu sehen ?
Gruß Holger
 
equest

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Hallo Holger, vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Solche Informationen hatte ich mir erhofft. Die Verlinkungen sind ein super Service von dir, echt nett. Auf dem Werk ist keinerlei Symbol, keine Beschriftung (nur das schnell - langsam).

Der Werkaufbau läßt auf die Schweiz als Ursprungsland des Werkes schließen.
Sagst du das aus deiner Erfahrung heraus (tausendmal gesehen), oder gibt's da dringende Hinweise (sowas wie 3/4-Platine aus Glashütte meinetwegen).
 
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holger 57

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Werke in dieser Qualität wurden in Deutschland nur in Glashütte hergestellt.
Diese Werke hatten dann aber die 3/4-Platine.
Schweizer Uhrenhersteller verbauten keine Deutschen Gehäuse.
Daher kommt eben nur ein Deutscher Uhrenhersteller in Frage, der ein hochwertiges Schweizer Uhrwerk in ein Deutsches Gehäuse eingebaut hat.
Die Oberflächengestaltung und -veredelung des Werkes läßt auf geplanten Überseetransport schließen.
Wenn Du ein Bild vom Uhrwerk unter dem Zifferblatt machen kannst hilft das evtl. weiter.
Gruß Holger
 
equest

equest

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Erneut danke für deine Antwort. Ein Bild von der Werkoberseite kann ich im Moment nicht liefern, die Uhr ist nicht bei mir. Gut, Werk und Gehäuse stammen offensichtlich nicht aus dem gleichen Haus, dann sind die Chancen wohl gering, den Hersteller des Werkes zu identifizieren wenn auf der Oberseite auch keine Beschriftungen oder Symbole sind. Ich werde den Besitzer mal fragen, ob er mir auf sein Risiko hin zutraut, das ZB abzunehmen. ;-)

Muss ich zuerst die Zeiger abnehmen, oder geht das in einem Rutsch?

Vielleicht schaut ja noch jemand hier rein der das Bildzeichen auf den Deckeln erkennt.
 
H

holger 57

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Hallo,
daß Uhrwerk und Gehäuse aus dem selben Haus stammen ist die absolute Ausnahme.
Im Rahmen der Arbeitsteilung in der Uhrenherstellung bildeten sich neben Uhrenherstellern, die die einzelnen Komponenten montierten, Uhrenrohwerke-Hersteller, Gehäuse-Hersteller etc.
Schweizer Uhrenhersteller verbauten keine Deutschen Gehäuse.
Daher kommt eben nur ein Deutscher Uhrenhersteller in Frage, der ein hochwertiges Schweizer Uhrwerk in ein Deutsches Gehäuse eingebaut hat.
Der Adler/Engel kann daher zum Gehäusehersteller bzw. evtl. auch zum Uhrenhersteller führen aber nicht zum Hersteller des Werkes.
Der Zierschliff (beliebt in England und Übersee) und die Versilberung der Platinen (Korrosionsschutz) weisen auf Export hin. Für England ist das Werk zu dünn. Also tippe ich mal auf hergestellt für den US-Amerikanischen Markt.
Um das Zifferblatt zu demontieren müssen Minutenzeiger und Sekundenzeiger runter. Stundenzeiger kann sitzen bleiben. Dann auf der anderen Seite die Zifferblatthalteschrauben verdrehen (Meist rechts rum).
Wenn Du damit keine Erfahrung hast laß es lieber einen Uhrmacher machen.
Gruß Holger
 
del-olmo

del-olmo

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Ich halte Fred(eric?) Kappeler für den Hersteller des Gehäuses, Sitz war Biel/Schweiz, registriert am 1.6.1881, für den Hersteller des Gehäuses.

bildmarke_fredkappeler.jpg

Das erscheint mir eher zu passen, allerdings hat sie keine schweizer Goldpunze.
Die Darstellung der Krone weicht doch ziemlich von der Reichsgoldpunze ab, ich weiß nicht so recht...

Ob sie für Übersee bestimmt war läßt sich schwer sagen, aber ich denke sie war eher für den europäischen Markt bestimmt, denn auf dem Kloben stehen nur die fanzösischen Begriffe und keine englischen. Ist sicher kein Beweis, aber vielleicht ein Anhaltspunkt. Außerdem waren in England und den USA eher die Vollplatinenwerke verbreitet, seltener die Brückenwerke.

Es war üblich, dass Hersteller Rohwerke einkauften und dann lediglich einschalten, die Werke wurden nach Wunsch gefertigt, je nach bestellter Qualität und Verzierung, ob Feuervergoldet oder wie diese mit Schliff. Es wurde dann eingeschalt und die Uhr dann weiterverkauft, oft an Uhrmacher oder Händler, die sie dann an den Kunden verkauften. Daher kann eine Uhr auch mal 2 Punzen oder Signaturen tragen, eine vom Hersteller und eine vom Verkäufer.

Grüße Bernhard
 
equest

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Sorry, dass ich erst jetzt antworte. Holger, danke für diese Hintergrundinformationen. So setzt sich langsam ein Puzzle zusammen und ich lerne nebenbei noch was. Das Abnehmen der Zeiger würde ich gerne versuchen, handelte es sich um meine eigene Uhr. So lasse ich es lieber.

@Bernhard: Dein Fund dieser Bildmarke ist fantastisch. Ich würde behaupten, die passt wie die Faust auf's Auge. Danke! Ich liebe dieses Forum.

Das erscheint mir eher zu passen, allerdings hat sie keine schweizer Goldpunze.
Die Darstellung der Krone weicht doch ziemlich von der Reichsgoldpunze ab, ich weiß nicht so recht...
Vielleicht finden wir auch dafür noch eine Erklärung. Dem von Holger verlinkten Artikel zufolge, sollte es beim Reichsgoldstempel auch einen Kreis (Sonnenzeichen) um die Krone geben, den wir ja nicht haben. War es denn üblich, den auch mal wegzulassen?

Nochmal Danke an alle, die uns bisher geholfen haben. Weitere Kommentare sind gerne gesehen.
 
del-olmo

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Eigentlich war es unüblich. Die Goldpunze, ebenso auch die Silberpunze, war seit 1888 gesetzlich vorgeschrieben und das Symbol, Krone und Sonnenscheibe schon 1886 festgelegt worden.

Es gibt wohl Fälle, in denen die Scheibe weggelassen wurde, aber die Krone ist dann eindeutig zuzuordenen. Ich kann beim besten Willen nicht sagen, warum sie nur die 14K trägt, es fehlt auch die schweizer Punze, das Eichhörnchen, die seit 1882 vorgeschreiben war.

Grüße Bernhard
 
Thema:

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