Goldene Taschenuhr des Urgroßvaters - wer weiß mehr?

Diskutiere Goldene Taschenuhr des Urgroßvaters - wer weiß mehr? im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo liebe Leute, zur Geburt meiner Zwillingstöchter habe ich von meinem Vater die goldene Taschenuhr meines Urgroßvaters vermacht bekommen...
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Murlain

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Hallo liebe Leute,

zur Geburt meiner Zwillingstöchter habe ich von meinem Vater die goldene Taschenuhr meines Urgroßvaters vermacht bekommen.
Als Uhreninteressierter Mensch möchte ich nun natürlich gerne wissen, was das für eine Uhr ist, wer sie hergestellt hat, von wann sie ist und auch, was sie heute wohl wert sein könnte - wobei ich sie auf keinen Fall verkaufen würde, der ideelle Wert ist für mich zu hoch!

Zum Technischen: Die Feder scheint bis zum Anschlag aufgezogen zu sein (Krone lässt sich nur minimal weiterbewegen, so wie bei einer vollständig aufgezogenen Uhr), die Uhr läuft aber nicht. Ob sich die Zeiger stellen lassen, kann ich nicht sagen, weil sich die Krone nicht herausziehen lässt und ich nicht mit einer Zange an diese Uhr rangehen will. Optisch ist der Zustand ziemlich gut, wie man auf den Bildern sehen kann. Ich kann keinerlei Korrosion entdecken. Das Deckglas ist aus Kunststoff - wohl mal getauscht worden?

Es wäre super, wenn ihr mir was zu dieser Uhr sagen könntet.
Zudem würde ich mich über Tipps, wer diese Uhr wohl wieder in Stand setzen könnte, sehr freuen!

Nun aber die Bilder:

Vorderseite
DSCF0512.JPG

Rückseite
DSCF0513.JPG

Zifferblatt
DSCF0516.JPG

Frontdeckel Innen
DSCF0519.JPG

Rückdeckel Innen - Hier ist ein Abdruck zu sehen, nur sehr leicht zwar, aber ist das etwa ein gr. Omega?
DSCF0523.JPG

Rückdeckel Innen II
DSCF0525.JPG

Rückseitiger Staubschutzdeckel außen
DSCF0528.JPG

Rückseitiger Staubschutzdeckel innen
DSCF0531.JPG

Werk I
DSCF0535.JPG

Werk II
DSCF0539.JPG

Werk III
DSCF0540.JPG


Vielen Dank schon einmal für eure Hilfe!
 
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black flag

black flag

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Hi Murlain!

Zuerst einmal ein gesundes neues Jahr und Glückwunsch zur Geburt der Twins und natürlich zur Uhr!

Zur Uhr selbst kann ich leider nichts sagen. Habe aber vor etwa zwei Jahren auch eine Taschenuhr meines Grossvaters erhalten. Sie lief nach dem Aufziehen problemlos an. Ich habe sie dann aber doch einem Uhrmachermeister zur Revision anvertraut. Das gute Stück wurde dann komplett zerlegt, gereinigt und neu zusammengesetzt. Das ganze hat mich dann, wenn ich mich richtig erinnere, so ca. 160 Euros gekostet. War mir aber der ideelle Wert der Uhr wert und ich bin sicher, dass sie die nächsten Jahre gut übersteht. Uhrmacher findest Du im Branchenbuch oder auch über die Innung, die Dir ggf. auch einen Spezialisten für TU nennen können.

Viel Spass mit dem guten Stück!
 
mini

mini

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Bin zwar nicht der TU-Crack, aber das ist schon was Besseres.
Warum?

Der Staubschutzdeckel ist ebenfalls aus Gold (bei den meisten mir bekannten 585er TU hat man sich hier das Edelmetall gespart), das Werk verfügt über einen verschraubten Chaton und eine Feinregulierung und nach der Bauart deutet es auf die Glashütter Schule hin. Der Unruhkloben ist schön graviert, was man bei Brot- und Butteruhren nicht gemacht hat.
Sie ist in einem tollen Zustand und sicherlich eine Restauration wert.
Zum Wert will ich mich mangels Kenntnissen nicht aus dem Fenster lehnen, er liegt aber sicher weit über dem reinen Goldwert; ein tolles Geschenk.

Gruss
Mathias
 
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Murlain

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@ Klaus
Danke für die Infos. Ich habe auf jeden Fall vor, die Uhr restaurieren zu lassen und sie dann zu besonderen Anlässen (Hochzeiten, etc.) zu tragen.

@ Mathias
Vielen Dank dir auch. Das mit dem Staubschutzdeckel wusste ich nicht. Dass das Werk nicht gerade die einfachste Bauart ist, habe ich schon gesehen, aber an Glashütter Bauart habe ich nicht gedacht. Meinst du, wegen der Dreiviertelplatine (ist es eine?)?

Was auf den Bildern mangels Schönwetterlicht heute nicht so rauskommt: Die Spirale ist gebläut, und, wenn ich das richtig sehe, geht die Endwindung nach oben über die Spirale hinweg, womit es eine Breguet-Spirale sein sollte, oder?
 
mini

mini

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Jo, dann hast Du noch eine Schraubenunruh mit Breguet-Spirale...
Ich sehe das als 3/4-Platine Glashütter Bauart (kann aber mangels Kenntnis zu den Punzen nichts sagen).

Gruss
Mathias
 
Kater Mohrle

Kater Mohrle

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Hallo Murlain,

hier des Rätsels Lösung:
RAR (im Dreieck mit Stern) R. Albert Rielé R. Albert Rielé Kleinuhren, Taschenuhren; La Chaux-de-Fonds, Schweiz; registriert am 29.9.1881

Gib hier mal Dreieck mit Stern ein:Mikrolisk - was Feines für die Tasche... - Das Informationsportal rund um die Taschenuhr!

Es ist also keine Glashütter Uhr, sondern "System Glashütte", wobei es sich aber ohne Zweifel um ein höherwertiges Werk handelt.
Die Zeit kannst Du verstellen, indem Du den kleinen Hebel bei 4 Uhr an der Lünette nach oben schiebst und an der Krone drehtst.
Finger weg von der Zange!!!!

Glückwunsch zu der Tollen Uhr!!!

Gruss
Frank
 
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Murlain

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Hallo Frank, hallo Roland, vielen Dank für die Identifizierung, super!
Jetzt frage ich mich nur noch, was die Krone zu bedeuten hat?

Die Zeitverstellung geht nun auch, wenn ich den Hebel ziehe, allerdings nur sehr zäh. Das Öl wird wohl ziemlich verharzt sein...
 
Spindel

Spindel

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Hallo Murlain,

Jetzt frage ich mich nur noch, was die Krone zu bedeuten hat?
Das ist der Reichsgoldstempel.Der wurde glaube ich ab 1888 Pflicht.
Mit Mondsichel links wäre es Silber.

Gruß Roland
 
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holger 57

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Hallo,
Rielé dürfte der Hersteller der Uhr gewesen sein.
Den Hersteller des Werkes zu finden dürfte nicht ganz so einfach sein.
Hergestellt wurde die Uhr wohl um 1890.
Der Werkaufbau entspricht dem der Glashütter Taschenuhren.
Die beiden Stempel neben der 585 sind die schweizer Kontrollpunzen für 585-er Gold und die Krone ist der deutsche Reichsgoldstempel, der davon zeugt, daß die Uhr nach Deutschland exportiert wurde.
Die schwergängige Zeigerverstellung hat nichts mit verharztem Öl zu tun.
Gruß Holger
 
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Murlain

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@ Roland
Danke, jetzt bin ich schlauer :)

@holger57
Danke für die Angabe des Herstellungszeitraums.
Woran liegt die schwergängige Zeigerverstellung denn?
 
M

Murlain

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Hallo liebe Uhrenexperten,

Vielen Dank noch einmal für die Hilfe bei der Identifizierung!

Ich hatte die Uhr inzwischen bei einem Uhrmacher aus meinem kleinen Heimatort und sie läuft jetzt wieder :)
Es hat ein wenig gedauert, weil zwei Dinge zu machen waren, die wohl nicht ganz einfach waren.
Warum die Zeigerverstellung schwergängig war, weiß ich immer noch nicht, aber die Konsequenz daraus war, dass bei einem der Stellversuche ein Zahnrad kaputt ging, das der Uhrmacher ersetzen konnte, für das er aber erst einmal Ersatz finden musste.
Außerdem ist beim Öffnen der Springdeckel abgefallen, weshalb der Uhrmacher die Uhr zu jemandem weggeben musste, der das löten konnte.

Nach einer Investition von 230€, die mir die Uhr allemal wert ist, läuft sie nun jedenfalls wieder tadellos und sieht nach einer sanften Politur auch wieder umwerfend aus und glänzt nur so, dass es eine wahre Freude ist.
Im Moment tickt sie für einen letzten Test meinerseits vor sich hin und wird dann sanft gebettet schlummern bis zur nächsten feierlichen Veranstaltung, zu der ich sie dann tragen möchte.

Ihr fehlt momentan noch eine Kette, mit der ich sie am Hemd befestigen kann. Habt ihr mir da irgendwelche Tipps, wo eine solche zur Uhr passende Kette aufzutreiben ist?
 
Ruebennase

Ruebennase

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Zumindest den, wo Du sie in keinem Fall kaufen solltest: Im Internet. Ob Größe und Farbe wirklich zu einer Uhr passen sieht man erst an der Uhr. Ich persönlich würde mal Tante Google befragen ob es in Deiner Nähe Antikmärkte mit gehobener Ware gibt. Dann Ührchen einpacken und los.
Wirklich eine tolle Familienuhr die an die Kette gehört.

Liebe Grüße
 
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Murlain

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Danke für den Tipp, Ruebennase. Ich hätte auch im Internet geschaut, aber du hast Recht, dass dies vermutlich nichts bringt. Somit werde ich mich mal bei einem Antiquitätenhändler in der Nachbarstadt umsehen, bei dem ich schon Taschenuhren gesehen habe.

Ich habe nun mal den Gang der Uhr beobachtet. Sie läuft mit dem Zifferblatt nach oben mit ziemlich konstanten -15 s/d.
Die Gangdauer beträgt 30 Stunden. Das kam mir etwas wenig vor, allerdings habe ich bei Ranfft ein anderes Uhrwerk vom selben Hersteller gesehen, welches wegen der eingebauten Malteser-Stellung mit 30 Stunden Gangdauer angegeben ist.

Das sollte dann passen, oder?
 
Ruebennase

Ruebennase

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Das ist eine absolut normale Gangdauer von so alten Uhren. Der regelmäßige Taschenuhrträger hat in seinem Tagesabluf ein Moment eingebaut, wo er seine Uhr aufzieht. Der Eine beim Frühstück, der Andere liebevoll bevor er sie auf den Nachtisch legt und sich bettet etc. Da kommt man trotz WoE etc. mit einer Laufzeit von 30 Stunden doch locker hin.

Paßt :super:
 
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Murlain

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Was mir aufgefallen ist: die Zeigerverstellung ist immer noch recht schwergängig. Vor allem geht es unterschiedlich schwer, je nachdem, wo der Minutenzeiger steht: Zwischen 10 vor und 20 nach geht es schwerer als bei anderen Zeigerpositionen.

Kann mir jemand erklären, warum das so ist?
 
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