Gold- / vergoldete Uhren - Unterschiede

Diskutiere Gold- / vergoldete Uhren - Unterschiede im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo, als Newbie in diesem Forum wüsste ich gerne, wo die Unterschiede bei vergoldung von Uhren liegen. Was ist IPG-Vergoldung, was...
O

Opossum

Themenstarter
Dabei seit
16.02.2008
Beiträge
12
Ort
Falkensee
Hallo,

als Newbie in diesem Forum wüsste ich gerne, wo die Unterschiede bei vergoldung von Uhren liegen. Was ist IPG-Vergoldung, was Hartvergoldung? Worauf muss man achten?
Sind Uhren mit 18k-Gold auch vergoldet oder Massivgold?

Grüsse

Euer Opossum
 
falko

falko

Dabei seit
30.01.2008
Beiträge
12.447
Ort
Rheinhessen
Uhren aus Massivgold tragen immer den Goldstempel (z.B. 585 oder 750), hier ist dann auch der Gehäuseboden aus Gold. Vergoldete Uhren sind oft auch gestempelt unter Hinweis auf die Schichtdicke (z.B. 10 Mikron). Es gab die verschiedensten Verfahren zur Vergoldung z.B. Walzgold oder Feuervergoldung. Die Feuervergoldung war die beste und haltbarste, aber ihre Herstellung durch Quecksilberdämpfe äusserst gesundheitsschädlich. Heute hat sich das PVD-Verfahren (Physical Vapor Deposition) durchgesetzt. In diesem Verfahren wird nicht nur vergoldet, es können auch andere Schichten aufgebracht werden, wie z. B. schwarze Beschichtungen bei Edelstahluhren. Überhaupt sind qualitativ gute Vergoldungen auf Edelstahl heute nicht mehr zu vergleichen mit den früheren vergoldeten Messinggehäusen. Die Haltbarkeit ist ungleich grösser und nur bei sehr starker Beanspruchung muss irgendwann mit Abrieb gerechnet werden. Man sollte bei vergoldeten Uhren übrigens darauf achten, dass der Gehäuseboden blank bleibt. An dieser Stelle wäre noch am ehesten Abrieb zu erwarten.
Bei guter PVD-Vergoldung reichen übrigens 10 Mikron Schichtdicke völlig. Zu warnen ist vor gewisser fernöstlicher Billigware, hier löst sich die Vergoldung oft schon beim blossen Ansehen auf.
 
JochensUhrentick

JochensUhrentick

Dabei seit
15.12.2006
Beiträge
3.849
Ort
Berlin-Pankow
Hallo Opossum,

Uhren mit 18 Karat Gold sind in der Regel Massivgold-Gehäuse, die auch mit 0,750 gestempelt sein können. Das heisst, das Gehäuse besteht bezogen auf das Gewicht zu 75 % aus Gold.

Bei einer Hartvergoldung wird das Gehäuse mit einer Legierung "beschichtet" , die neben Gold noch Metalle enthält, die das von Natur aus weiche Gold härter machen. Heute sind Auflagenstärken von 3 - 5 Mikron, bei höherwertigen Uhren bis zu 10 Mikron üblich.

IPG kenne ich nicht.

"Uhrige" Grüße aus Berlin!

JochenUhrentick
 
Mickymouse

Mickymouse

Dabei seit
14.11.2007
Beiträge
3.181
Ort
Im Reich der Mitte
Servus,

kann Dir direkt keine Antwort geben aber folgendes aufführen:

a) Es gibt unterschiedliche Arten der Goldgehäuse
* Massiv - das Material ist "durch und durch" homogen eine Goldlegierung. Wobei kein Reingold zur Verwendung kommt (zu weich) sondern immer eine Goldlegierung. Diese Legierung beinhaltet prozenzuell mehr oder weniger "Fremdmetalle". Die Legierung wird in Karat angegeben, wobei ein Karat 1/24-tel entspricht ( etwa 4.16%).
Es gibt vorwiegend -oft 10 (41.6% Goldanteil) 14 ( 58.3% Goldanteil) 18 (75% Goldanteil) Karat. Gibt auch höhere Legierungen, ist jedoch seltener.
Bei diesen Gehäusen gibt es eine "Paunze" (glaube heist so), eine art "Goldsiegel". Ist ein Stempel im Material selber.

*Walzmetall (Goldfilled). Da wird ein Metallblech von 2 stck Goldblechen Umwaltz - gestanzt gepresst. Kann man sich wie ein Sandwich vorstellen(oben-unten Gold, Mitte-Fremdmetall). Auch wieder, verschiedene Reinheiten an Goldblech

*Vergoldet. Hier wird mittels chemischen (Chemisch-Vergoldet), elektrischen (Galvanisch-Vergoldet) oder mechanischen (Aufdampfen) Hilfsmitteln eine Goldschicht auf ein Trägermaterial (vorwiegend Metall) aufgebracht. Daraus ergibt sich eine "Schichtdicke" die oft in "Micron" oder "µm" angegeben wird. Je mehr Micron, desto dicker die Vergoldung. Ein Micron entspricht einem Micrometer, also 1/1000tel Millimeter. Wird ab und zu auch als "Double" bezeichnet (zumindest machte das mein Juwelier so)

Viel mehr weis ich auch nicht.
Wichtig natürlich bei Vergoldungen ist die Qualität des Trägermateriales, die Sauberkeit des Prozesses und Güte der verendeten Legierungen.

Hoffe da ein wenig Licht in die Sache gebracht zu haben.
Noch was... bin bei meinen Ausführungen nicht 100% sicher... ist halt was so im Laufe der Zeit hängengeblieben ist..... aber als grobe Richtung reichts schon
8)
 
Mickymouse

Mickymouse

Dabei seit
14.11.2007
Beiträge
3.181
Ort
Im Reich der Mitte
uups...
das hat man nun vom langsamen Tippen :oops:
genug Antworten......... noch während man sein Post tippt....
 
O

Opossum

Themenstarter
Dabei seit
16.02.2008
Beiträge
12
Ort
Falkensee
Klasse!
Vielen Dank für die Infos!
Ist ja fast unüberschaubar, was es da alles gibt.

Stellt sich bloß die Frage, wie erkennt man, was für eine Vergoldung man vor sich hat?

Massivgold habt Ihr für meine Begriffe umfassend beantwortet.
Vielleicht sollten solche Infos mal in einem Uhrenlexikon hier zusammengetragen werden.
Vielleicht als Wikipedia.

Gruß
Opossum
 
Mickymouse

Mickymouse

Dabei seit
14.11.2007
Beiträge
3.181
Ort
Im Reich der Mitte
Mein Uhrmacher hatte das mechanisch :shock: gemacht.
Mit einer sehr sehr kleinen Feile an einer versteckten Stelle. Einmal drüber..... Lüpe auf.. und festgestellt ob Massiv oder Vergoldet.

Wenn Vergoldet, herauszufinden wie es vergoldet ist...... hmmmmm
Die Schichtdicke kann man zumindest mit einem "Schliffbild" herausfinden (leider ist dannach der Prüfling meistens im Eimer)....
Evtl äußert sich jemand hier über gängige Methoden


Um was geht es Dir denn genauer?
 
O

Opossum

Themenstarter
Dabei seit
16.02.2008
Beiträge
12
Ort
Falkensee
Hallo Mickeymouse,

Ich habe eine ältere Festina. Da ist der"Lack ab". D.h., die Vergoldung ist schon ganz schön abgegriffen und sieht daher nicht mehr so schön aus. Da ich mich z.Zt. verstärkt für Uhren zu interessieren beginne, und ich Uhren mit goldenem/vergoldetem Gehäuse schöner finde, möchte ich schon wissen, was einem so angeboten wird. Massivgold-Uhren werde ich mir wohl kaum leisten können, deshalb sollte es schon eine solide Vergoldung sein, damit man möglichst lang was davon hat.

Gruß
Opossum
 
falko

falko

Dabei seit
30.01.2008
Beiträge
12.447
Ort
Rheinhessen
Wie ich schon schrieb, wähle eine Uhr mit Edelstahlgehäuse und mindestens 10 Mikron Vergoldung. Bei den Schweizer Marken, wie Cimier, Maurice Lacroix, Davosa etc. bist Du gut aufgehoben.
 
carpediem

carpediem

Derzeit nicht aktiv
Dabei seit
20.01.2008
Beiträge
24.815
Hallo Opossum,

Weil ja massive Golduhren teurer sind, wird auch gerne auf vergoldetete zurückgegriffen. Hinsichtlich der Schichtdicke gibt es durchaus Unterschiede bei den Herstellern.
Sinn baut z.B. eine sehr schöne 7751er (Modell 6015pl) mit 20µ Goldbeschichtung, während Hamilton z.B. nur 10µ beschichtet.
Aber - selbstredend - wenn nie was durchschimmern soll, dann heißt es: Brieftasche aufmachen. :wink:

Grüße...carpediem.
 
Mickymouse

Mickymouse

Dabei seit
14.11.2007
Beiträge
3.181
Ort
Im Reich der Mitte
Opossum schrieb:
Hallo Mickeymouse,

Ich habe eine ältere Festina. Da ist der"Lack ab". D.h., die Vergoldung ist schon ganz schön abgegriffen und sieht daher nicht mehr so schön aus. Da ich mich z.Zt. verstärkt für Uhren zu interessieren beginne, und ich Uhren mit goldenem/vergoldetem Gehäuse schöner finde, möchte ich schon wissen, was einem so angeboten wird. Massivgold-Uhren werde ich mir wohl kaum leisten können, deshalb sollte es schon eine solide Vergoldung sein, damit man möglichst lang was davon hat.

Gruß
Opossum
Ach so.
Ja ok. Dann würde ich auch empfehlen eine Qualitätsmarke zu kaufen.
Habe selber eine vergoldete einfache Dresswatch. Von Citizen. 1998 in einer Schoppingmall gekauft, regelmässig getragen.. und immer noch schön. Der Uhrenboden ist aus Stahl.

Gruß Mike
 
O

Opossum

Themenstarter
Dabei seit
16.02.2008
Beiträge
12
Ort
Falkensee
So, da haben wir wieder die Verwirrung:

Falko schrieb über die PVD-Vergoldung. Die soll gut sein.

Ein Uhren-Internethändler schreibt folgendes:
"Es existieren zwei Methoden um Metalle zu vergolden.
PVD ist die galvanische Methode. Bei unseren Uhren wird fast ausschlieslich die IPG -Vergoldung verwendet. IPG (Ion Plating Gold) ist die ionische Methode der Vergoldung, die zwei bis drei Mal verschleisfester ist als die PVD."

Was stimmt denn nun?

Gruß
Opossum
 
Mickymouse

Mickymouse

Dabei seit
14.11.2007
Beiträge
3.181
Ort
Im Reich der Mitte
Opossum schrieb:
So, da haben wir wieder die Verwirrung:

Falko schrieb über die PVD-Vergoldung. Die soll gut sein.

Ein Uhren-Internethändler schreibt folgendes:
"Es existieren zwei Methoden um Metalle zu vergolden.
PVD ist die galvanische Methode. Bei unseren Uhren wird fast ausschlieslich die IPG -Vergoldung verwendet. IPG (Ion Plating Gold) ist die ionische Methode der Vergoldung, die zwei bis drei Mal verschleisfester ist als die PVD."

Was stimmt denn nun?

Gruß
Opossum
hmmmm.. bitte korrigiert mich Leute, aber PVD ist nicht galvanisch. Galvanisch ist ein elektro-chemischer Prozess (was dieser Internetverkäufer mit Ion Plating Gold meint.
PVD ist ein mechanischer Process bei dem Golddämpfe auf dem Trägermaterial kondensieren (@falko, stimmt das so?)

Ob nun ein eletro-chemischer oder mechanischer Process besser ist.... da bin ich überfragt....
 
falko

falko

Dabei seit
30.01.2008
Beiträge
12.447
Ort
Rheinhessen
Ob Internethändler immer die nötige Qualifikation haben, möchte ich hier mal in Frage stellen.
Mit IPG meint er wahrscheinlich die PVD-Beschichtung. Hier wird mit Metalldämpfen gearbeitet, die sich auf dem zu beschichtenden Werkstück wohl mit Hilfe elektrischer Ladung anlagern. In irgendeiner Uhrenzeitschrift war das Verfahren mal genau beschrieben. Vielleicht finde ich es noch.
Die galvanische Methode ist tatsächlich weniger haltbar. Das kann man machen, wenn man einer Sammleruhr, die später keinen grösseren Belastungen mehr ausgesetzt ist, wieder ein schöneres Aussehen geben will.
Aus der Erfahrung zweier Uhren meiner Damen (ML und Cimier), die seit mindestens zwei Jahren ohne irgendeine Rücksichtnahme getragen werden, kann ich sagen, dass die verwendeten PVD-Vergoldungen ausser den üblichen Mikrokratzern keinen Abreib zeigen.
 
O

Opossum

Themenstarter
Dabei seit
16.02.2008
Beiträge
12
Ort
Falkensee
Ihr habt so recht! :super:

Habe bei Wikipedia unter Ionenplattieren folgendes gefunden:
"Das Ionenplattieren (engl. ion plating) ist ein zu den PVD-Verfahren gehörende vakuumbasierte und plasmagestützte Beschichtungstechnik."

Also, Hut ab vor Euch Fachleuten. :klatsch:

Wenn ich demnächst über einen Flohmarkt gehe, kann ich jetzt wenigstens eine goldene und eine vergoldete Uhr unterscheiden. Über den Wert sagt das natürlich noch nichts aus, obwohl eine goldene natürlich schon den Goldwert an sich hat.

Grüße
Opossum
 
Thema:

Gold- / vergoldete Uhren - Unterschiede

Gold- / vergoldete Uhren - Unterschiede - Ähnliche Themen

  • [Suche] Dornschließe Universal Geneve 16mm, vergoldet oder Gold, 1960

    [Suche] Dornschließe Universal Geneve 16mm, vergoldet oder Gold, 1960: Hallo Forum, ich suche für meine Universal Geneve Automatic Microtor aus 1960 noch eine passende Dornschließe und würde mich über Angebote...
  • [Erledigt] Fischer Rolled Gold NOS Uhrenarmband 50 Mikron vergoldet 50er-Jahre 20mm

    [Erledigt] Fischer Rolled Gold NOS Uhrenarmband 50 Mikron vergoldet 50er-Jahre 20mm: Hallo, biete euch ein FISCHER Rolled Gold (meines Wissens bedeutet das ca. 50 Mikron Vergoldung!) Uhrenarmband an. Ich mag diese Bänder...
  • Vergoldet oder Gold? Vintage OMEGA De Ville Day Date von 1970

    Vergoldet oder Gold? Vintage OMEGA De Ville Day Date von 1970: Hallo Liebe Freunde, ich habe mich gerade mit meiner alten Omega beschäftigt die mir mal überlassen worden ist. Da die Uhr eine grosse und tief...
  • Goldene oder vergoldete Uhren polieren?

    Goldene oder vergoldete Uhren polieren?: Hallo und guten Abend, sicher kennt ihr die Poliertücher für Gold Schmuck, natürlich auch zum polieren von Uhren geeignet. Anfangs wird das...
  • Uhrenbestimmung Geerbte goldene / vergoldete Taschenuhr

    Uhrenbestimmung Geerbte goldene / vergoldete Taschenuhr: Hallo an alle Experten, seit ich mich erinnern kann, befindet sich diese Taschenuhr bei uns im Familienbesitz. Die Gravurfelder auf den Deckeln...
  • Ähnliche Themen

    Oben