Gold-und Silbergehäuse ohne Punze???

Diskutiere Gold-und Silbergehäuse ohne Punze??? im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo zusammen, ich habe hier mal ein paar Fakten aus dem Internet zusammengefasst, die evtl. belegen, dass es auch Taschenuhren aus Gold und...
Kater Mohrle

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Mikrolisk

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Richtig, Stempel kamen erst 1882/1888 richtig auf (mit einigen Ausnahmen in der Schweiz).

Grüße,
Andreas
 
Kater Mohrle

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Richtig, Stempel kamen erst 1882/1888 richtig auf (mit einigen Ausnahmen in der Schweiz).

Grüße,
Andreas
Wie sieht das denn bei späteren Uhren ab 1900 bis 1930 aus??

Wenn ich das richtig verstehe, müssen Uhren aus Silber mit Feingehalten gleich oder größer 800/1000 und Uhren aus Gold mit Feingehalten gleich oder größer 585/1000 gestempelt werden.

Uhren aus Silber mit Feingehalten kleiner 800/1000 und Uhren aus Gold mit Feingehalten kleiner 585/1000 können, aber müssen nicht gestempelt werden.

Das würde erklären , dass es auch massive Silber- und Golduhren ohne Punzen gibt.

Liege ich da richtig???

grüße Frank
 
del-olmo

del-olmo

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Vermutlich nicht, laut dem von Andreas angesprochenen Reichsgesetz von 1888, Neufassung von 1934, müssen Gold- und Silberwaren eine Kennzeichnung (Stempelung) tragen, die den Anteil des Edelmetalls im verarbeiteten Material angibt. Das gilt auch für 8K also 333er Gold und 9K also 375er Gold, bei Silber sind mir keine unter 800/1000 bekannt.
Somit werden ungestempelte Gehäuse keinen Edelmetallanteil haben, denn die Kennzeichnungspflicht galt und gilt noch immer auch für Importware. Außerdem war das Punzwesen in ganz Europa verbreitet, in England schon sehr früh und auch in Frankreich gab es ein System, guck mal hier Online Encyclopedia of Silver Marks, Hallmarks & Makers' Marks.

Grüße Bernhard
 
H

holger 57

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Hallo Frank,
im Prinzip hast Du Recht.
Nach 1900 fing man an zu sparen. Es wurden auch Uhrengehäuse mit einem Feingehalt unter 585 Teilen Gold produziert (meist 250).
Diese Gehäuse durften sich offiziell nicht Golden bezeichnen und waren dementsprechend auch nicht mit einem Goldstempel versehen.
Später wurden auch 8kt- und 9kt-Legierungen eingeführt.
Ein goldenes Uhrgehäuse ohne Stempel ist also entweder vor Einführung der Stempelpflicht hergestellt oder wegen des geringen Goldgehaltes nicht gestempelt. Das läßt sich aber mit Königswasser leicht feststellen.
Gruß Holger
 
Kater Mohrle

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Hallo Frank,
im Prinzip hast Du Recht.
Nach 1900 fing man an zu sparen. Es wurden auch Uhrengehäuse mit einem Feingehalt unter 585 Teilen Gold produziert (meist 250).
Diese Gehäuse durften sich offiziell nicht Golden bezeichnen und waren dementsprechend auch nicht mit einem Goldstempel versehen.
Später wurden auch 8kt- und 9kt-Legierungen eingeführt.
Ein goldenes Uhrgehäuse ohne Stempel ist also entweder vor Einführung der Stempelpflicht hergestellt oder wegen des geringen Goldgehaltes nicht gestempelt. Das läßt sich aber mit Königswasser leicht feststellen.
Gruß Holger
Hallo Holger,

danke für Deine Nachricht.
Test mit Königswasser, wie geht das?
Wenn ich eine Walzgoldauflage habe, dann muss ich doch sicherlich diese Vergoldung an einer Stelle wegkratzen, um an das Grundmaterial zu gelangen?

Wenn ich auf der Vergoldung teste, wird es doch sicherlich den Goldgehalt der
Vergoldung anzeigen?

Liege ich da richtig?


Grüße
Frank
 
H

holger 57

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Hallo Frank,
ob es sich um Doublee handelt kannst Du meist durch genaues Beobachten der Kanten feststellen, dort ist meist die Vergoldung abgerieben.
Ansonsten innen am Gehäuse etwas Material abtragen.
Zur Ermittlung des Goldgehaltes gibt es Prüfsäuren.
Gruß Holger
 
Coriolan

Coriolan

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Hallo Frank,
ob es sich um Doublee handelt kannst Du meist durch genaues Beobachten der Kanten feststellen, dort ist meist die Vergoldung abgerieben.
Ansonsten innen am Gehäuse etwas Material abtragen.
Zur Ermittlung des Goldgehaltes gibt es Prüfsäuren.
Gruß Holger
Hi Frank,

eventuell hilft dieser Link weiter

Theorie und Praxis des Goldschmieds - Google Bücher

Aber bitte sei vorsichtig, wenn Du die Säuren selber mischt. Mit konzentrierter Salz- und Salpetersäure ist schon nicht zu spaßen, mit der Mischung (Königswasser) erst recht nicht. Die entstehenden nitrosen Gase sind extrem gesundheitsschädlich (Lungenembolie). Also gut lüften oder besser im Freien. Beim Herstellen der Verdünnungen immer das Säuregemisch ins Wasser einrühren, NIE umgekehrt. Und vor allem langsam.

Liebe Grüße, Mike
 
Kater Mohrle

Kater Mohrle

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Hallo zusammen,

vielen Dank für die zahlreichen Infos!
Da die evtl. Vergoldung für diese Goldtests an der Uhr abgekratzt werden muss und allerlei Säuren zum Einsatz kommen, lasse ich lieber die Finger davon.

Behalte den Glauben, dass es 7 oder 8 Karat ist.
Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm.
Die Uhr gefällt mir gut, ich behalte sie und damit basta!

Danke nochmals an alle!!

Grüße
Frank
 
Kater Mohrle

Kater Mohrle

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Hallo zusammen,

Holger hat einen Goldtest bei meiner Alpina Savonnette gemacht.
Er sagt mindestens 0333 aber wahrscheinlich höher.

Also es gibt doch goldene Taschenuhren ohne Goldstempel!!!!

mfg
Frank
 
H

holger 57

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Hallo,
das Gehäuse ist 14-karätiges Gold.
Die fehlenden Stempel deuten auf 3 Möglichkeiten:
1. Das Gehäuse wurde in einem Land gefertigt, in dem keine Kontrollstempel angebracht werden mußten.
2. Die Goldlegierung erfüllt die Forderung 585 nicht zu 100% (ist vielleicht nur 575). Dann durfte es nicht mit 14k gestempelt werden.
3. Die Ausfuhr von Gold war verboten.-Was nicht gestempelt ist ist kein Gold und kann somit exportiert werden.
Gruß Holger
 
D

Darnok

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Hallo und schönen Gruß an die Sammlergemeinde.

Nach über einem Jahr will ich mich hier einbringen und meine Erfahrungen mitteilen.
Da ich ebenfalls einige Uhren mit Goldgehäusen ohne die bekannten Stempel besitze, habe ich diesbezüglich recherchiert.
1. Der Schweizer Stempel für 14 Karat wurde erst 1874 eingeführt (Widderkopf/14Karat) und 1882 von dem bekannten Eichhörnchen abgelöst. Vor 1874 gefertigte 14 Karatgoldgehäuse hatten also keinen Goldstempel.
2. Das 1884 bekannt gegebene und nach mehreren Änderungen zum 1.1.1888 in Kraft getretene Gesetz zur Kennzeichnung von Gold-und Silberwaren im Deutschen Reich sah recht drakonische Strafen vor.
Es musste bei Angabe des Feinheitsgehaltes der Deutsche Goldstempel (Reichskrone in Sonnenring) angebracht und der Hersteller kenntlich gemacht sein.
Auf diese Stempelung konnte nur verzichtet werden, wenn kein Feinheitsgehalt angegeben war.
Dies hatte die Folge, dass in der Ausgabe der Deutschen Uhrmacherzeitung vom 1.2.1887 empfohlen wurde bei noch im Handel befindlichen Goldgehäusen mit Angabe des Feinheitsgehaltes aber ohne den geforderten Reichskronestempel, den Stempel mit Angabe des Feinheitsgehaltes durch Stichelgravur unlesbar zu machen.
Mir liegt eine frühe DUF vor, verkauft an einen Händler 1887, bei der diese Maßnahme durchgeführt wurde.
Die Uhr war wohl noch nicht vor dem 1.1.1888 an einen Kunden verkauft worden, wies lediglich Schweizer Goldpunzen (Eichhörnchen) auf und es musste deshalb die Angabe des Feinheitsgehaltes unleserlich gemacht werden.
Es kann gemutmaßt werden, dass Schweizer Gehäusehersteller ( die Schweiz war damals sicherlich der bedeutendste Gehäusehersteller) in einer Zeit des Übergangs überhaupt auf den Goldstempel an Gehäusen für den deutschen Markt verzichteten um dieser Problematik zu entgehen.
Anfänglich waren auch sicherlich in der Schweiz keine deutschen Goldstempel (Reichkrone) vorhanden und mussten erst angefertigt werden. Diese Übergangszeit könnte zwischen 1884 bis 1888 betanden haben.

Auch hier liegt mir ein Exemplar vor, etwa aus dieser Zeit stammend, säuregeprüfte 14 Karat, ohne Goldstempel oder Angabe des Feinheitsgehaltes in den Deckeln. Dieses Gehäuse zeigt lediglich am Pendant den Österreichischen Goldeinfuhrstempel ( verkehrtes A über A, sieht aus wie XX mit Verbindungstrich) und weist dadurch die Uhr als golden aus.

3. Der Schweizer Goldstempel für 18 Karat bestand ab 1819 bis 1865 aus einer schmalen Wappenkartusche mit drei Winkeln. 1866 wurde dieser abgelöst von einem dreigeteilten Wappenschild mit Schweizer Kreuz und der Inschrift: K 18.
Ab 1882 trat dann der Helvetiakopf an diese Stelle.
Warum Schweizer Uhren mit 18 Karatgoldgehäusen aus dieser Zeit ohne eine dieser Punzen auftauchen habe ich bisher nicht klären können (Auch hier liegen mir 2 frühe Exemplare vor(um 1860-1870), beide säuregeprüft, eines völlig ohne Bezeichnung, das andere nur gepunzt 18k).
Vielleicht lagen die Feinheitsgehalte tatsächlich knapp unter der geforderten Grenze, wie bereits in früheren Beiträgen vermutet.
Oder hat noch jemand eine andere Erklärung?

Viele Grüsse,

Sam Darnok
 
Uhrenfreak

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Hallo Konrad,

sei herzlich begrüßt in diesem Forum. Vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag! :klatsch::super:

Gruß Willy
 
Thema:

Gold-und Silbergehäuse ohne Punze???

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