Glycine Spectrum - da schlägt das Herz schneller

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atopo

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Es war irgendwann im April dieses Jahres - ich steh in der Wollzeile, schau mir die Mühlen in der Auslage vom Mikl an, und werd' von einem freundlichen Herrn angequatscht. Der schiebt seinen Jackenärmel zurück, zeigt mir seinen Flieger am Handgelenk und erklärt stolz dazu: Glycine Airman, die hat's in den 80ern am Flohmarkt billigst gegeben, für ein paar Hundert Schilling. Ich war nach der Meldung eher angfressen, weil ich heute so ein Teil schon gerne hätte, aber in den 80ern hatte ich absolut kein Interesse eine Automatikuhr am Flohmarkt zu kaufen. Dumm gelaufen. Die Uhr am Handgelenk des netten Herrn hab' ich gar nicht richtig gesehen, weil ich die falsche Brille auf hatte.
Um zu demonstrieren das ich mechanische Uhren auch mag hab ich meine Mühle am Handgelenk hergezeigt, aber irgendwie hatten wir nicht soviele Gemeinsamkeiten um spontan auf ein Bier zu gehen.

Aber seit diesem Tag wußte ich das es die Firma Glycine gibt, und das die ernsthafte Uhren bauen.

Ich hab mir den Firmennamen sogar bis daheim gemerkt und begonnen im Internet herumzusuchen, was es unter Glycine zu sehen gibt. Ja... die Airman halt... wär schon interessant, aber der Meinung sind zu viele andere Leute auch, weshalb da Preise aufgerufen werden, die nicht bereit bin zu zahlen. Dann noch die Combat, die für mich so aussieht alle möglichen anderen Toolwatches auch. Die Altus, die sehr altvatrisch daherhommt, sowas hätte vielleicht mein Großvater getragen (Merkt man übrigens das ich Wiener bin, ich komm' aus dem Raunzen garnichr raus...)

Dann ist mir bei ebay die Vacuum aufgefallen, die hat einer ein paar Wochen lang versucht loszuwerden und keiner wollte sie. Hübsches 70 Jahre Gehäuse, aber leider ein potthäßliches grünliches Ziffernblatt. Ich hab mir nur gedacht: UI, die ist aber unterbewertet ...

Vor zwei Wochen war's dann soweit eine (nein, zwei sogar) Spectrum waren zum Haben, eine davon fast ohne Kratzer. Beide mit blauem Blatt. Ein Schuß, ein Treffer, zum nicht ganz so billigem Startgebot eingesackt. Die Uhr war brav nach ein paar Tagen da und sieht in der Realität noch viel schöner aus als auf den Bildern. Aufgesetzte Indizes mit strahlen weißer Lackierung, dieselbe Lackierung auf den eher breiten Zeigern. Dazu ein nadelfeiner Sekundenzeiger, und ein aufgeräumtes Ziffernblatt, ohne Schnörkel, mit einem Verlauf von innen nach außen. Das Gehäuse mit einem originalen Schliff - mich stört das irrsinig wenn eine Uhr zu Tode poliert wird.

Die Uhr ist ziemlich klein, aber dank der breiten Zeiger und des hohen Kontrastes angenehm ablesbar. In der Uhr werkelt (vermutlich) ein ETA 2836 mit 28.800 Halbschwingungen - warum das Glycine mit "High Frequency" so herausstreicht verstehe ich nicht ganz. Das Werk läuft mit 4 Sekunden am Tag ins Minus, ziemlich egal ob die Uhr am Handgelenk getragen wird oder in der Box schläft. Für eine 40 Jahre alte Uhr ein hervorragender Wert.

Technisches:

Referenz 343.211
Breite ohne Krone 38mm, bei einem Glasdurchmesser von 25mm
Länge zwischen den Anstößen 37mm, 20mm Bandbreite
Die Uhr baut 12mm hoch

Ich hab ihr noch ein Meshband vom Zaha verpasst, damit die Uhr Sommertauglich wird.

IMG_2749.JPG
IMG_2753.JPG
IMG_2754.JPG
IMG_2756.JPGIMG_2758.JPGIMG_2764.JPG

Aus dem Internet-Archiv hab' ich noch zwei alte Katalogseiten gefunden, danach hatte die Uhr in den 70ern einen Listenpreis von 310 Schweizer Franken

Glycine_Katalog_343.211.jpeg
 

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Mingaking

Mingaking

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Interessante Uhr. Kannte ich auch noch nicht. Viel Freude damit und vielen Dank für das Vorstellen!
 
bachmanns

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Eine sehr schöne Uhr eines auch mir bisher weitgehend unbekannten Herstellers! Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank fürs Zeigen. Trotz der nominellen Größe wirkt sie, wahrscheinlich wegen des breiten Bandanstoßes, am Handgelenk sehr präsent. Viel Freude mit der Glycine und allzeit gute Gangwerte!
 
Frank0815

Frank0815

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Obgleich die Vacuumtechnik wohl nie nachhaltig, dauerhaft funktioniert hat, dennoch eine schöne Vintageuhr :super:

Man wundert sich, mit welchen Ideen die Entwickler der damaligen Zeit gearbeitet haben 8-)

Ich würde die an ein Loch-Racingband (Kunststoff oder Leder) dranhängen.
 
steinhummer

steinhummer

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Klasse Uhr, schöner Schmäh. Und dass sich Glycine in den 70ern auf 28.800 Halbschwingungen ein Ei gepellt hat, glaub ich gern. Zum "Standardwert" wurde das wohl erst nach der Quarz-Krise.

Pitt
 
Leopan

Leopan

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Schöne 70er Glycine.
Schlaghosen,lange Haare und fette Lederarmbänder ..........gehören in die Zeit.🛸
 
Markus61265

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Es war irgendwann im April dieses Jahres - ich steh in der Wollzeile, schau mir die Mühlen in der Auslage vom Mikl an, und werd' von einem freundlichen Herrn angequatscht. Der schiebt seinen Jackenärmel zurück, zeigt mir seinen Flieger am Handgelenk und erklärt stolz dazu: Glycine Airman, die hat's in den 80ern am Flohmarkt billigst gegeben, für ein paar Hundert Schilling. Ich war nach der Meldung eher angfressen, weil ich heute so ein Teil schon gerne hätte, aber in den 80ern hatte ich absolut kein Interesse eine Automatikuhr am Flohmarkt zu kaufen. Dumm gelaufen. Die Uhr am Handgelenk des netten Herrn hab' ich gar nicht richtig gesehen, weil ich die falsche Brille auf hatte.
Um zu demonstrieren das ich mechanische Uhren auch mag hab ich meine Mühle am Handgelenk hergezeigt, aber irgendwie hatten wir nicht soviele Gemeinsamkeiten um spontan auf ein Bier zu gehen.

Aber seit diesem Tag wußte ich das es die Firma Glycine gibt, und das die ernsthafte Uhren bauen.

Ich hab mir den Firmennamen sogar bis daheim gemerkt und begonnen im Internet herumzusuchen, was es unter Glycine zu sehen gibt. Ja... die Airman halt... wär schon interessant, aber der Meinung sind zu viele andere Leute auch, weshalb da Preise aufgerufen werden, die nicht bereit bin zu zahlen. Dann noch die Combat, die für mich so aussieht alle möglichen anderen Toolwatches auch. Die Altus, die sehr altvatrisch daherhommt, sowas hätte vielleicht mein Großvater getragen (Merkt man übrigens das ich Wiener bin, ich komm' aus dem Raunzen garnichr raus...)

Dann ist mir bei ebay die Vacuum aufgefallen, die hat einer ein paar Wochen lang versucht loszuwerden und keiner wollte sie. Hübsches 70 Jahre Gehäuse, aber leider ein potthäßliches grünliches Ziffernblatt. Ich hab mir nur gedacht: UI, die ist aber unterbewertet ...

Vor zwei Wochen war's dann soweit eine (nein, zwei sogar) Spectrum waren zum Haben, eine davon fast ohne Kratzer. Beide mit blauem Blatt. Ein Schuß, ein Treffer, zum nicht ganz so billigem Startgebot eingesackt. Die Uhr war brav nach ein paar Tagen da und sieht in der Realität noch viel schöner aus als auf den Bildern. Aufgesetzte Indizes mit strahlen weißer Lackierung, dieselbe Lackierung auf den eher breiten Zeigern. Dazu ein nadelfeiner Sekundenzeiger, und ein aufgeräumtes Ziffernblatt, ohne Schnörkel, mit einem Verlauf von innen nach außen. Das Gehäuse mit einem originalen Schliff - mich stört das irrsinig wenn eine Uhr zu Tode poliert wird.

Die Uhr ist ziemlich klein, aber dank der breiten Zeiger und des hohen Kontrastes angenehm ablesbar. In der Uhr werkelt (vermutlich) ein ETA 2836 mit 28.800 Halbschwingungen - warum das Glycine mit "High Frequency" so herausstreicht verstehe ich nicht ganz. Das Werk läuft mit 4 Sekunden am Tag ins Minus, ziemlich egal ob die Uhr am Handgelenk getragen wird oder in der Box schläft. Für eine 40 Jahre alte Uhr ein hervorragender Wert.

Technisches:

Referenz 343.211
Breite ohne Krone 38mm, bei einem Glasdurchmesser von 25mm
Länge zwischen den Anstößen 37mm, 20mm Bandbreite
Die Uhr baut 12mm hoch

Ich hab ihr noch ein Meshband vom Zaha verpasst, damit die Uhr Sommertauglich wird.

Anhang anzeigen 2614887
Anhang anzeigen 2614889
Anhang anzeigen 2614891
Anhang anzeigen 2614894Anhang anzeigen 2614895Anhang anzeigen 2614897

Aus dem Internet-Archiv hab' ich noch zwei alte Katalogseiten gefunden, danach hatte die Uhr in den 70ern einen Listenpreis von 310 Schweizer Franken

Anhang anzeigen 2614902
Urlässig! Oder soll man sagen uhrlässig?
 
Thema:

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