Uhrenbestimmung Glocken-Union: Vorstellung Familienerbstück

Diskutiere Glocken-Union: Vorstellung Familienerbstück im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Liebe Uhren-Experten, mit meinem ersten Post in diesem Forum will ich euch die Taschenuhr vorstellen, die mein Interesse an Uhren geweckt hat...
jobu1301

jobu1301

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Liebe Uhren-Experten,

mit meinem ersten Post in diesem Forum will ich euch die Taschenuhr vorstellen, die mein Interesse an Uhren geweckt hat.

Diese goldene Savonnette mit drei goldenen Deckeln (Sprungdeckel) gehörte einst meinem Ur-Ur-Großvater, der von 1873 bis 1947 lebte. Da das Hologramm HP zu ihm passt, gehe ich davon aus, dass die Uhr für ihn gefertigt / erworben wurde.
Die Schatulle, in der sie aufbewahrt wird, stammt von "Otto Schladitz Uhren, Gold & Silberwaren Bitterfeld Burgstr. 4". Mehr weiß ich zur Geschichte leider nicht.

Zu erst ein paar Fotos und dann anschließend die Fakten.

Gehäuse:
11_Front.JPG 14_Front.JPG 21_Rückseite.JPG

Ziffernblatt:
34_Ziffernblatt.JPG

Sprungdeckel:
51_Deckel vorne.JPG

Erster Deckel Rückseite:
62_Deckel hinten.JPG

Staubschutzdeckel und Uhrwerk:
71_Staubschutzdeckel.JPG 73_Staubschutzdeckel.JPG

Uhrwerk:
44_Uhrwerk.JPG 45_Uhrwerk.JPG

Kette:
81_Kette.JPG

Ich bin kein Profifotograf, daher kommt der Glanz des Goldes leider kaum rüber.

Folgende Infos konnte ich bisher zusammen tragen:

Hersteller: Dürrstein & Comp.
Marke: Glocken-Union (Punze Glocke mit 5 Sternen und Schriftzug auf Werk)
Seriennr.: 35203
Gehäuse: 3-Deckel Goldgehäuse, 585er Gold (Punzen Deutsche Reichskrone, Schweizer Eichhörnchen in Form, 0,585)
Gewicht: ca. 105g
Durchmesser (ohne Krone): ca. 52mm
Ziffernblatt: weißen Emaille, schwarze arabischen Ziffern, goldenes Louis XV Zeigerspiel, Eisenbahnminuterie im Außenbereich, kleine Sekunde auf 6 Uhr, 24h-Abziehbild
Kette: ca. 20g, 585er Gold

Könnt ihr das so bestätigen, oder seid ihr anderer Meinung?

Viele Grüße
jobu1301
 
jobu1301

jobu1301

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Folgende Fragen stellen sich mir, bei denen ich bisher noch keine Antworten gefunden habe.

Alter:
Kann jemand von der Seriennummer auf den Herstellungszeitraum schließen? Nach meinen Recherchen etwa um 1900?

Punzen:
Wieso ist mit der deutschen Reichskrone und dem Schweizer Reinheitszeichen, dem Eichhörnchen in Form, zugleich gestempelt?
Die Punzen in den Deckeln sind identisch, nur unterschiedlich angeordnet. Lediglich im ersten Deckel der Rückseite ist unter der Seriennummer zusätzlich ein J.W. gestempelt. Was sagt das aus?
Könnt ihr mir etwas zu der Punze rechts, bzw. unter der 0,585 sagen? Diese kann ich leider nicht identifizieren.

Werk:
Könnt ihr mit etwas über das Werk sagen? Hier kenne ich mich bisher leider kaum aus.
Wie schwer ist etwa das Werk etwa? Hat etwas mehr als 40 mm Durchmesser. Würde gerne etwa auf den Goldanteil der Uhr schließen.

Pflege:
Bisher wurde meines Wissens nach nie etwas an der Uhr gemacht. Sollte ich sie professionell überholen lassen?

Herstellung und Model:
Dürrstein & Comp. hat sogenannte Schablonenuhren in unterschiedlichen Qualitätsstufen (I bis III und Superieur, teils bereits mit Glashütter Goldhemmung) unter der Marke Glocken-Union in der Schweiz fertigen lassen.
Nach meinen Recherchen wurden diese etwa zwischen 1892 und 1894 auch in Glashütte gefertigt, bevor sich die Fertigung dort dann auf ihrer Glashütter Union Uhren beschränkte. Ab 1894 dann wieder Fertigung der Glocken-Union Uhren in der Schweiz.

Habt ihr eine Idee, wo die Uhr gefertigt wurde und welcher Qualitätsstufe sie entspricht?

Kann man die Uhr als Vorgänger der Union Glashütte Uhren ansehen? Sieh sieht diesen Uhren und denen von Lange & Söhne äußerst ähnlich.

Kette:
Gehört die Kette original zur Uhr?

Ich würde mich äußerst freuen, wenn ihr mir etwas weiter helfen könntet!

Grüße
jobu1301
 
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Ruebennase

Ruebennase

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DAs WErk sieht einem Glashütter Werk von der Optik erst einmal sehr ähnlich, aber es ist ein schweizer Werk die ein auf deutschen Kundengeschmack machen :-). . Das siehst Du an der geraden Linie zwischen Anker und Ankerrad. Außerdem ist das Ankerrad silbern als typisches schweizer Kolbenzahnankerrad. Man nennt diese Werke "System Glashütte". Ich kenne mich da nicht bis in das Detail aus aber da gibt es hier Andere.
Die offensichtlichste Erklärung für beide Punzen ist, dass das Gehäuse ev. auch die gesamte Uhr in der Schweiz für Dürrstein in dem Fall als Händler produziert wurde. So etwas war nicht unüblich zu der Zeit, wobei ich nicht genau weiß wie Dürrstein agiert hat, vermute es aber da ich ähnliches aus dem Hause schon gesehen habe.
Wenn Du hier J.W..ein gibst Uhrenbestimmung - Glocken-Union: Vorstellung Familienerbstück bekommst Du einige optionen angezeigt. Die Engländer und Amies fallen wegen der Punzen weg ebenso wie der Zifferblatthersteller. Genaueres weiß ich nicht.
Das Alter der Uhr würde ich rein von der Optik auf 1905/10 taxieren wollen. Die Goldgewichte gehören eher in eine Verkaufsanzeige. Das kann und will hier niemand an Hand eines Fotos entscheiden und ist Uhrentechnisch und Uhrenhistorisch absolut uninteressant.

Grüße Rübe
 
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FritzP

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Glockenuhren wurden in der Schweiz hergestellt, sie entsprechen nicht Glashütter Bauart.
 
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Die Goldgewichte gehören eher in eine Verkaufsanzeige. Das kann und will hier niemand an Hand eines Fotos entscheiden und ist Uhrentechnisch und Uhrenhistorisch absolut uninteressant

Quatsch! Oder sind die dünnen Knackfrösche die beim Ansehen bereits Dellen im Gehäuse kriegen nun extrem begehrt? ;)
Selbst bei Gehäusen gibt es Qualitätsunterschiede. Diese sind sehr wohl interessant!
 
jobu1301

jobu1301

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Danke, für eure bisherigen Antworten!

Das siehst Du an der geraden Linie zwischen Anker und Ankerrad
Kannst du mir hier nochmal weiter helfen? Ich kann diese Linie leider nicht finden. Das silberne Ankerrad sehe ich :-)

Wenn Du hier J.W..ein gibst Uhrenbestimmung - Glocken-Union: Vorstellung Familienerbstück bekommst Du einige optionen angezeigt.
Wo soll ich J.W. eingeben? Wenn ich deinem Link folge komme ich wieder auf meinen Beitrag :shock:
Habe Mikrolisk entdeckt und befragt. Aus meiner Sicht ist es am wahrscheinlichsten, dass J.W. die Punze von der Gold- und Silberwarenhandlung J. Wachenheimer (gegründet 1894) in Frankfurt am Main sein könnte. Wundert mich aber ein bisschen, dass die Vertriebsfirma Dürrstein an den Großhändler Wachenheimer in Frankfurt verkauft haben soll.

Tolle Uhr, würde ich wertschätzen!👍
Danke, das mache ich! Die Uhr bleibt definitiv in der Familie :klatsch:
 
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jobu1301

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Das Alter der Uhr würde ich rein von der Optik auf 1905/10 taxieren wollen.
Ich habe gerade ein sehr ähnliche TU der Glocken Union gefunden mit der Werk-Nr. 39564. Sie trägt die Inschrift "Für treue Mitarbeit 1871-1896 Richard Huschke".
Daraus würde ich schließen, dass meine Uhr vor 1896 gefertigt wurde, oder besteht Zweifel, dass 35xxx Werknummern vor 39xxx Nummern gefertigt wurden?
Glocken-Union Werk-Nr. 39564 von 1896
 
monozelle

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Ist wohl möglich, dass diese Uhr auch kurz vor 1900 entstand. Der Herr Dürrstein legte mit seiner seinem Glocken-Logo anscheinend im Jahre 1892 los, schrieb aber erstmal "Glashütte" dazu und bekam deswegen Ärger mit Emil Lange, dem Nachfolger von Adolph Lange.

Etwas Info über den Beef zwischen zwischen Dürrstein und Lange und "Glashütte, mit/ohne Glocke/Union oder nicht/ja, nein, vielleicht" gibt es --->hier.
 
Ruebennase

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@JoBu hier ist der richtige link wäre Mikrolisk - The horological trade mark index , den Du ja schon gefunden hast.

Ich sagte ja die Alterseinschätzung nach äußeren Kriterien und das ist immer ein bissel vage, da es schon immer avangate und altbacken gab. Typisch für die Zeit vor 1900 wären römische Ziffern und für die Zeit vor 1900 spricht die Minuterie in rot und das noch überwiegend Savonetten verkauft wurden. . Die Aufkleber/Decals kamen vermehrt nach 1900 auf. Natürlich könnte dieses auch eine "Nachrüstung" sein. Wie Dürrstein mit den Werksnummern bei komplett georderten Uhren verfahren ist, weiß ich nicht, aber überlicher Weise sind sie auch hier linear.

Grüße Rübe

Nchtrag: Googe mal "Glashütter Hemmung" bzw. "Glashütter Ankergang" . Hier z.B. ist eine gute Beschreibung: Uhrentechnik: Anker (Glashütter) und hier die Animation: Glashütter Ankerhemmung (ruhende Hemmung)
 
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Hier steht doch einiges zum Uhrenvertrieb J. Dürrstein und der Fertigung in der Schweiz;


Am 19. Januar 1874 gründete Dürrstein in Dresden die Uhrengroßhandlung Dürrstein & Co. und baute ein Handelsnetz im Deutschen Reich, Österreich-Ungarn, Böhmen und in der Schweiz auf. Er erkannte, dass sich ihm für eine preiswerte Gebrauchsuhr für jedermann ein großer Absatzmarkt bot. Nach einiger Zeit verkaufte Dürrstein bis zu 50.000 Taschenuhren jährlich, die er von Zulieferern aus der Schweiz bezog.[1]

Dürrstein handelte bereits 1874 mit Ferdinand Adolph Lange in Glashütte einen Vertrag über den Alleinvertrieb der Lange-Uhren aus. Die Präzisionsuhren verkauften sich aber nicht im gewünschten Maße, da wegen der Qualität auch die Preise hoch waren. Dürrstein erreichte bei der Firma A.Lange & Söhne, dass diese daraufhin eine einfachere und preiswertere Variante der Taschenuhren, die sogenannte DUF-Qualität[3][4], herstellten, die sich in der Folge gut verkaufte.[1] Nach 1880 führte Dürrstein die Marke Union ein, die er in der Schweiz produzieren ließ. Markenzeichen dieser Union-Taschenuhren war eine Glocke mit 5 Sternen auf Gehäuse und Uhrwerk, die Zifferblätter waren unsigniert.[4] 1885 wurde sein Bruder Friedrich Dürrstein Teilhaber des Unternehmens.[1]

Taschenuhrenmanufaktur Glashütter Uhrenfabrik „Union“

Zitat wikipedia
 
jobu1301

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Googe mal "Glashütter Hemmung" bzw. "Glashütter Ankergang" . Hier z.B. ist eine gute Beschreibung: Uhrentechnik: Anker (Glashütter) und hier die Animation: Glashütter Ankerhemmung (ruhende Hemmung)
Danke für den informativen Artikel und die Animation ist auch klasse!

Die Geschichte von Dürrstein und deren Glocken-Union ist mir jetzt auch bekannt und habe ich verstanden.

Eine Frage die sich mir noch stellt, ist die nach der Qualitätsstufe:

Diese Taschenuhren sind als Schablonenuhr in verschiedenen Qualitätsstufen gefertigt (I bis III und Superieur, teils bereits mit Glashütter Goldhemmung) und auch in Deutschland vertrieben worden. Sie wurden zum Teil auch nach Glashütter Bauart gefertigt, sind aber nach der Glashütte Regel keine "Glashütter Präzisionsuhren“

3226128
Deutsche Uhrmacher-Zeitung Nr. 22 v. XX. XXX 1887

3226122
Dürrstein Werbung AJU Nr.2 v.15.Febr. 1895 S. 44

Die Superieur schließe ich aus, da diese nach meinem Verständnis einen goldenen Anker haben müsste.
Ansonsten weiß ich nicht, wie ich auf I, II oder III aus dem Artikel von 1887 kommen soll. Der Cal . Union I sav. aus dem Artikel von 1895 kommt mein Uhrwerk schon sehr nahe, trifft es dann aber doch nicht ganz.

Ansonsten gehe ich davon aus, dass meine Uhr schon die Oberliga der Glocken-Union ist, da an 585er Gold nicht gespart wurde. Auch Staubdeckel ist entsprechend gepunzt. Übertroffen wird sie noch von der 18K Union I.

Habt ihr Hinweise auf die Qualitätsstufe?

Grüße
jobu1301
 
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Ich sehe da Union I. als Qualität. (aber nur weil ich heute zufällig ein Zertifikat über einen A. Lange TU aus dem - gleichen - Jahr 1887 wie der Artikel bekommen habe, die sogar an J. Dürrstein, Dresden geliefert wurde und mich traue jetzt etwas dazu zu schreiben :ok:)
 
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Die Qualitätsstufen beziehen sich grundsätzlich nur auf das Uhrwerk. Natürlich ist es unwahrscheinlich das ein höchst feines Werk in einem billigen Gehäuse verkauft wurde, aber es gibt durchaus Uhren mit Silber- oder sogar Eisengehäusen die feinere Werke als der Durchschnitt der Goldenen besitzen. Die Messlatte für die Qualitätsstufen die Dürrstein verkauft hat, hat er selber definiert.
Es gibt daher keine allgemein gültige Zuordnung. Dein Werk mit 17 Steinen, Kompensationsunruhe mit Breguetspirale, doppelt verschraubtem Spirtalklötzchen, polierten Aufzugsrädern und Schwanenhalsfeinregulage ist in jedem Fall eine gehobene Ausführung. Ich kann deiner Auflistung nicht genau die Unterschiede entnehmen, aber eine Superior konnte auf Wunsch auch in Silber bestellt werden. Du mußt nach einer Qualitätsdefinition der Werksausführungen von Dürrstein suchen.

Grüße Rübe
 
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Wieso? Hemmungsmaterial, Dekoration und Guilloche sowie Fertigung mit oder ohne Goldchatons werden doch in dem Artikel für die jeweiligen Qualitätsstufen angegeben?
 
jobu1301

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Ich sehe da Union I. als Qualität. (aber nur weil ich heute zufällig ein Zertifikat über einen A. Lange TU aus dem - gleichen - Jahr 1887 wie der Artikel bekommen habe, die sogar an J. Dürrstein, Dresden geliefert wurde
Das klingt schon mal gut. Anhand welcher Merkmale kannst du das begründen? Mit Hilfe des Artikels von 1887 komme ich leider nicht weiter. Das einzige Unterscheidungsmerkmal, dass für mich hier zwischen I und II /III hervorgeht ist "oxide und decore". Leider weiß ich nicht was damit gemeint ist :shock:

Bei der Superior müssten nach dem Artikel folgendes verbaut sein:
1. Goldechappement (goldene Hemmung, richtig?): Aus meiner Sicht ist das hier nicht der Fall, aber anscheinend auch kein zwingendes Kriterium:
aber eine Superior konnte auf Wunsch auch in Silber bestellt werden
Wobei ich mir gerade nicht mehr 100% sicher bin, ob der Anker silbern ist. Je nach Licht könnte er auch aus Gold sein :hmm:
2. Chatons partout (Metallfassung für Lagersteine): Wenn ich das richtig verstanden habe und hier identifiziere, sind verpresste Chatons verbaut und an der Unruh verschraubte. Richtig? Dieses Merkmal weißen Qualität I bis III laut dem Artikel nicht auf, also doch eine Superior?

Du mußt nach einer Qualitätsdefinition der Werksausführungen von Dürrstein suchen.
Leider habe ich bisher dazu nichts finden können.

Zur Mechanik allgemein:
Dein Werk mit 17 Steinen
Würdest du mir verraten wo du die 17 Steine findest? Ich als Anfänger tue mir schwer :oops:
Kompensationsunruhe mit Breguetspirale
Woran erkennst du die Berguetspirale? Am rechten, inneren Rand im Bild, da die Feder überlappt?

@Ruebennase: Vielen Dank für die vielen wertvollen technischen Details!

Grüße
jobu1301
 
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Ein voll besteintes Ankerwerk hat 15 Steine ( Unruhlager+Deckstein =4, Hebestein +Ankerpalleten =3, Anker und Räderwerk =8 (Anker-, Kleinboden- und Sekundenrad geweils oben und unten) . Bei deiner Uhr ist zumindest gesichert Werkseitig das Minutenrohr imZentrum Steingelagert. Bei dem Werk gehe ich einfach davon aus, dass es beidseitig der Fall ist.

Die "Phillipsspirale" oder Beguet Spirale macht diesen Bogen oberhalb der Spirale nach innen zum Spiralklötzchen. Das kann man bei deinen Aufnahmen gut erkennen.

Ein klassisches Chaton hast Du im Zentrum. Ich bin mir nicht sicher ob das bewegliche Plätchen/Platinchen in dem der Lagerstein für das Ankerrad liegt, als Chaton bezeichnet wird. Mit dieser Werksbauweise habe ich mich nicht hinreichend beschäftigt. Ich würde eher sagen es sollte ursprünglich ein Deckstein simulieren, die oft in ähnlichen Plättchen plaziert wurden und wurde dann zum Kennzeichen dieser Werke. Da bin ich mir aber nicht sicher ob es nicht auch technische Gründe i.S. der besseren Plazierung wie beim Chaton hat. Wie gesagt da bin ich nicht der richtige Ansprechpartner.

Grüße Rübe
 
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Dieses Ankerrad hat keinen Deckstein. Dieses eingesetzte Klöbchen enthält nur den Lagerstein. Es ist im Prinzip der Ankerradkloben, der vom ehemals solitären Platz auf der Grundplatte nun in die Platine integriert ist. Übrigens eines der Glashütter Merkmale welche vielfach kopiert wurden. Mit Chaton hat dies nichts zu tun.
 
jobu1301

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Superieur oder Union I?
Jetzt bin ich mal gespannt, ob der Chaton im Zentrum, die Schwanenhals-Feinregulierung und die Beguet Spirale ausreichen, um die TU als Superieur zu identifizieren 🥳
Ist bei den meisten Uhren der Glocken-Union jedenfalls nicht verbaut.

Ganggenauigkeit
Nachdem die Uhr jetzt jahrelang nicht gelaufen ist, habe ich die Ganggenauigkeit über 48 Stunden gemessen. Nach dieser Zeit hatte sie 55 Sekunden Differenz, also etwa 28 Sekunden pro Tag. Ist das ein realistischer Wert?

Überholung und Zertifizierung?
Macht es aus eurer Sicht Sinn sie überholen zu lassen? Das wurde in den letzten Jahrzehnten jedenfalls nicht gemacht. Falls ja, habt ihr jemanden, den ihr mir empfehlen könnt?
Ist in diesem Zusammenhang eine Zertifizierung möglich? Gibt es überhaupt jemanden, der das für Uhren der Glocken-Union macht?

Grüße
jobu1301
 
Ruebennase

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Häää - Zertifizierung ???? Wovon sprichst Du? Das ist so ein Alptraumwort vom Arbeitsplatz. Selbstverständlich ist eine Reinigung und "neue Ölung" immer eine gute Sache denn die Mischung aus Staub und zersetzten Ölen kann beim Laufen die Zapfen schmirgeln und stauchen. Dann ist es irrersibel vorbei mit den 28 Sekunden ...
 
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