Glasboden für eine GUB Kal. 28.1

Diskutiere Glasboden für eine GUB Kal. 28.1 im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo zusammen, ich habe eine GUB 28.1 und bin von dem wunderbaren Uhrwerk sehr begeistert. Wie schön wäre es doch, ab und an das körnig...
marksman83

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Hallo zusammen,

ich habe eine GUB 28.1 und bin von dem wunderbaren Uhrwerk sehr begeistert.
Wie schön wäre es doch, ab und an das körnig versilberte Werk, die Goldchatons oder die Schraubenunruh zu bewundern.

Also soll ein Glasboden ran. Nun würden mich eure Meinungen dazu interessieren:

A) Gibt's sowas ggf. schon irgendwo?
B) Könnte man einen originalen (Schraub)Deckel umbauen?
C) Könnte man selber etwas "bauen".

Ich habe Zugriff auf 5-achs CNC, Drehmaschine, Erodieren, Metall-3D-Druck etc. Also wären technische Möglichkeiten vorhanden.

Wahrscheinlich wäre ein Original-Deckel die beste Basis, da das mit dem Gewinde wahrscheinlich nicht ganz easy passgenau machbar ist? Dort ein Loch rein mit entsprechendem Sitz für das Glas. Wäre die typ. Materialstärke solcher Deckel ausreichend? Wo bekomm ich so einen Deckel her? Wie müsste der Sitz für ein Glas geometrisch aussehen?

Ich freue mich auf eure Ideen...
 
Schraubendreher

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Hallo Marksman,

Ein geschlossener Boden hat eine zu geringe Materialstärke um einen Glassitz zu drehen, der hinreichenden Halt für ein Bodenglas bietet. Ich habe die Resultate dieser Versuche schon öfters auf dem Tisch gehabt, meist weil das Glas verloren gegangen ist. Ich kann so etwas nur als gefährlichen Pfusch bezeichnen und rate dringend von solchen Versuchen ab.

Ich würde erst mal bei Glashütte Original anfragen (fragen kost nix). Wenn die nein sagen (was wahrscheinlich ist) über eine Selbstanfertigung nachdenken, wenn Du die Möglichkeit hast. Ist nicht ganz ohne, insbesondere das Gewinde. Keine Ahnung ob das Normgewinde sind. Der Glassitz wäre ein einfacher Ansatz mit L-Querschnitt, aber darüber würde ich mir erst Gedanken machen wenn sichergestellt ist, dass ein Gewinde gefertigt werden kann.

Viel Erfolg:
der Schraubendreher
 
Rainer Nienaber

Rainer Nienaber

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Wenn Dir ein so gutes Equipment zur Verfügung steht, sollte das doch kein Problem sein. Nur die Gewindesteigung musst Du ermitteln. Dafür gibt es spezielle Lehren. Liegt üblicherweise zwischen 0,2 und 0,3 mm. Die Materialstärkes des Bodens sollte etwa 1,5 mm sein. 1 mm für das Glas und 0,5 mm für den Ansatz.
 
ticker45

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Ideen:
Den original Boden zu bearbeiten ist ein never came back ticket. Wäre meine letzte Wahl.
  • Sternkreuz Stülpglas (Unterlegglas) in passender Größe, hier musst Du nur das Gewinde Reinschneiden.
  • CNC Fräse, den Boden aus ein Block Plexiglas herstellen und Gewinde Reinscheiden müsste dann noch auf Hochglanz poliert werden.
Somit wäre der ganz Boden durchsichtig. Viel Erfolg.
 
Rainer Nienaber

Rainer Nienaber

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So müsste der Boden etwa gedreht werden. Das Maß "X" musst Du an der Uhr ausmessen, wie weit das Werk über den Rand übersteht. Und das Gewinde am Boden.

P1140083.jpg
 
marksman83

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Ich danke euch schon mal wie verrückt für eure Ideen und Impulse!

@ticker45 Die Idee mit dem Stülpglas find ich ja Klasse. Nur fehlt mit völlig die Idee, wie man das spannen sollte, um das Gewinde zu drehen.

@Rainer Nienaber Vielen Dank für deine Mühen! Der Sitz für das Glas ist also nur zylindrisch, das Glas wird nur über die Dichtung "geklemmt"?
 
Schraubendreher

Schraubendreher

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Hallo Marksman,

schau genau auf Rainer Zeichnung. Der Glassitz ist L-förmig, nicht zylindrisch. Im Glassitz sitzt zunächst die I-förmige Glasdichtung. Sie ist 0,8mm hoch und 0,35mm stark (standard I-Dichtung). Der Sitz muss also etwa 0,8mm bis 1mm hoch und der untere Teil des L‘s 0,6mm bis 1mm breit sein, damit Du eine Auflage und untere Begrenzung des Glases hast. In die Dichtung wird ein Glas eingepresst, das 0,6mm kleiner ist als der Durchmesser des Randes. Dadurch wird die Glasdichtung etwas zusammengepresst und hält das Glas sicher und wasserdicht.

Bis dann:
der Schraubendreher
 
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marksman83

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Vielen Dank für die Erläuterung. So meinte ich es im Prinzip auch. Also eine zylindrische Senkung/Bohrung für den (radialen) Glassitz und unten ein Bund. Also ein L mit 90° Winkel

... Hätte ja sein können, dass noch ein leichter Hinterschnitt odgl. notwendig ist, wo die Dichtung reinschnappt. (Im Prinzip so, wie es auf Rainers Zeichnung aussieht, aber wahrscheinlich nicht gemeint ist: L mit ca. 85°) ;-)
 
marksman83

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Hallo Rainer, bitte nicht als Kritik verstehen. Ich habe das auch genauso verstanden, nur sicherheitshalber, und nicht direkt im Kontext deiner Skizze, nachgefragt. Irgendwie hatte ich die Erwartungshaltung, dass da eine Art Hinterschnitt rein muss. Also vielen Dank nochmal!
 
Rainer Nienaber

Rainer Nienaber

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Ich habe das schon richtig verstanden. Aber Du hast recht. Manchmal wird die Eindrehung leicht hinterschnitten. Und zwar, wenn mit einer Wendeplatte gedreht wurde, die einen Radius an der Schneide hat. Die Glasfalz darf keinen Radius haben, sondern muss scharfkantig gedreht werden. Dann wird schon mal um das Maß des Radius hinterschnitten. Skizze gefällig? ;-)
 
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ticker45

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Hallo, die Stülpgläser von meiner Roamer hat einen 3 mm Randhöhe. Dieser müsste mit dem Rand auf ein Stück Holz geklebt werden, was Du einspannen kannst. Bei der Gewinde Steigung von 0.2-0,3 wie Rainer sagte, bekommst Du bei 3 mm Randhöhe mehr Gewinde als Du brauchst. danach vom Holz trennen und die Randhöhe soweit kürzen, das es schön aussieht. Viel Erfolg.
 
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