Gibt´s hier auch Hobbyköche?

Diskutiere Gibt´s hier auch Hobbyköche? im Small Talk Forum im Bereich Community; Der wahre "Held am Herd" gibt eben nicht auf ;-) Es ist schön die zahlreichen Beiträge zu lesen. Lasst uns mal auf das Bunte im Leben anstoßen...
Christian. R

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Nach meinem etwas missglückten Brot, habe ich mich noch kurzerhand entschlossen einen Apfel-Streuselkuchen zu machen.
Der wahre "Held am Herd" gibt eben nicht auf ;-)

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Lasst uns mal auf das Bunte im Leben anstoßen :prost:
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Christian. R

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Grappa??

Da hab ich etwas, was des Liebhabers Augen leuchten lassen sollte:

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1992 hab ich diese Flasche aus den Händen des Hexenmeisters persönlich bekommen

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Bis heute ungeöffnet, wird er ganz sicher auch seinen "Dreißigsten" Geburtstag bei mir feiern :prost:

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Alteisen

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Bei unserem letzten Aussee-Aufenthalt waren wir bei Verwandten meiner Frau zum Grillen eingeladen.

Zwecks angeblich besserer Verdauung hat der Hausherr im Anschluß auch eine Grappa-Flasche hervor gezaubert und uns zwei Gläschen eingegossen. Zu dem Zeitpunkt hat der Grappa ebenfalls schon an der 30-ger Marke gekratzt.
Eigentlich wollte er sie anschließend wegstellen.

Geendet hat es so, dass die Flasche gegen 22.00 Uhr vollkommen belüftet war und ich noch aus meinen Vorräten einen rund 20 Jahre alten Canadian-Club geholt habe.

Endergebnis: Irgendwie fehlt mir ein kompletter Urlaubstag. :hmm: Ich vermute, es hat an der Bergluft gelegen.
 
princedenmark

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Der wahre "Held am Herd" gibt eben nicht auf ;-)

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Lasst uns mal auf das Bunte im Leben anstoßen :prost:
Dem schließe ich mich an. Bunt war es auch in der Pfanne heute, inspiriert durch einen gewissen @Christian. R auf der Haut beratene Fjordforelle mit Tepanyaki und Limette. Nicht für mich, sondern für die Tochter, die schwört darauf!

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Für meine Frau gab es Postelein mit gebratener geräucherter Entenbrust und einem Dressing aus Senf, Reisessig und Sesam.

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Und für mich? Ich armer Hund habe die Reste der letzten Tage essen müssen :lol:

Allen einen schönen Ausklang des ersten Kochtags der Woche!
 
DRE-DAH

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Der wahre "Held am Herd" gibt eben nicht auf ;-)
...
Lasst uns mal auf das Bunte im Leben anstoßen :prost:
Auf uns Hobbyköche!!!

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Auf dass wir alle gesund und negativ (1) bleiben und weiterkochen, um unsere Liebsten (auch wenn man es nur selbst ist) zu verwöhnen!!!

(1) Wenn das in 10 Jahren (oder wievielen auch immer) jemand liest, fragt er sich, was schreibt der Typi da?
Antwort: 2020 bis "wie lange noch wissen wir heutzutage gerade noch nicht" kursiert hier die weltweite Corona-Virus-Pandemie (eine Suche in der allumfassenden Informationswelt der Zukunft wird dann alles dazu wissen. Oder fragt mal Eure Groß-/Urgroßeltern). Und man wird erfahren: "Negativ" heißt: "Vom Corona-es-ist-da-aber-keiner-braucht-es-Virus verschont." Also: "Negativ" ist heutzutage (anno 2021) "gut". Wollte es nur mal erwähnt haben ... und hoffe, dass man dann, also in der Zukunft, auch noch zu Hause kocht ... was immer dann "zu Hause" oder "Kochen" heißen wird ...

Wenn Ihr das im Jahr 2031 (oder so) lest, abtwortet und kommentiert doch mal (bzw. denkt Eure Antwort direkt in den zerebralen Gedanken-Logger, uns setzt das mentale Antwort-hier-posten-Flag), wie es wirklich dann ist. Würde mich freuen ...
 
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Christian. R

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Ich armer Hund habe die Reste der letzten Tage essen müssen

Ja, ja, dass kenne ich.
Allerdings war ich mit den "Küchenresten" unserer Resteküche nicht wirklich unzufrieden.

Da Hirsch und Lamm aus war, hab ich die Reste des Kürbisgemüses mit zwei Hühnerbeinen gepimpft.

Zitronen spielen in unserer Küche seit langem schon eine große Rolle.
Knoblauch natürlich auch, wobei er bei uns fast immer in der Schale mitverarbeitet wird.
Nur bei den Gerichten, die wirklich nach Knoblauch schmecken sollen, verwenden wir ihn anders.

Die Rosmarinzweige stehen noch im Garten, um nach und nach abgeerntet zu werden.

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Nach etwa 40min. im Rohr (200° Ober/Unterhitze) hab ich dann die "Aromastoffe" entfernt.....

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und die Keulen in einer ganz simplen Paprikasoße noch für ca. 30 min. bei 160° im Rohr, mehr geschmort, als gebraten.

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Die Paprikasoße, naja, was man so Soße nennt, ist ganz einfach aus etwas stark eingekochtem Hühnerfond, süßem, scharfen und geräuchertem Paprika entstanden. Salz und ein paar Chiliflocken haben die Sache geschmacklich runder gemacht.

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Ein Sieb sorgt für "Durchsicht" und entfetten sollte man eh jede Soßenbasis

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Dann mussten nur noch die Kürbeisreste erwärmt werden.

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Danach ging es ab auf die Teller

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Es war die Paprikasoße, die dem Essen eine gänzlich andere Note als am Vortag gab.
Und das war entscheidend.
Abwechslung ist bekanntlich schon der halbe Genuss.
 
Christian. R

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Sieht man von Salz und ein paar anderen Kleinigkeiten ab, steht hier schon alles rum, was nachher weg muss.


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Viel zu erzählen gibt es dazu auch nicht.

Die beiden Bauchstücke hab ich angebraten und dann im geschlossenem Topf für etwa 30 min. bei 220°, danach für 60 min. bei 160°, im Ofen schmoren lassen.
Lediglich etwas Fond, Salz, Pfeffer, geriebener Kümmel und eine Zwiebel kamen noch dazu.

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Die Möhren hab ich für 10min. in Salzwaser blanchiert und später in Butter glasiert.

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Die Semmel/Brezelstücke wurden mit lauwarmer Milch, glasig geschwitzten Zwiebeln, Petersilie, Muskat, etwas Piment und Eieren zu Teig verarbeitet.
Kennt Ihr, muss ich nicht erklären.

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Soße, wenig, aber kräftig aromatisch

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"Geschmort" heißt: In wenig Flüssigkeit bei geschlossenem Deckel und mäßiger Hitze gegart"
Schmoren heißt nicht "kochen" was bei zu viel Flüssigkeit der Fall ist, oder "braten", was bei offenem Deckel passiert.
Geschmortes wird daher eher nicht gross, dafür aber butterzart und saftig.
Dazu kommt, dass Geschortes sehr aromatisch ist, da der "gute Geschmack" im Schmorstück gebunden bleibt.

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Das ist sicher etwas zeitaufwändig, aber ganz und gar unkompliziert.

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Etwas Soße "extra" ist auch noch da gewesen*

*Für alle, denen "viel Soße" wichtig ist.
 
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Mutters Essen hat mich sozialisiert

Ich stamme aus Norddeutschland, genauer gesagt aus der Nähe von Braunschweig.

Darauf werde ich im Laufe meiner Geschichten noch hier und da etwas näher eingehen, da ich glaube, dass uns von Kindheit an vertraute, regionale Küche in unserem Geschmack sehr beeinflusst.
Der Ort Sophiental, heute im Landkreis Peine gelegen, war während meiner Kindheit in den fünfziger/ sechziger Jahren noch eher landwirtschaftliche geprägt, was sich natürlich auch in den Küchen der Hausfrauen bemerkbar machte.

Hier und da aber wurde die traditionelle Küche der Niedersachsen nach dem Krieg durch die „Flüchtlinge“ aus den verlorenen Ostgebieten „unterwandert“.
In meinem Fall bleibt mir die schlesische Küche meiner Mutter, noch mehr meiner Großmutter fest in der Erinnerung.

„Normal“ war aber eben die typisch Küche der Binnenniedersachsen.
Viel Schweinefleisch, Kohl in allen Sorten, wobei der Grünkohl, der bei uns Braunkohl heißt, eine besondere Rolle spielt, fette Würste, dunkles Brot und natürlich Kartoffeln, bestimmten den Speiseplan.

Obst und Gemüse stammten aus dem eigenen Garten, Fleisch und Wurst vom eigenen Schwein, Eier von echten Freilandhühnern, die wir Kinder zu füttern hatten. Opa hatte Kaninchen und Ziegen, Bauern lieferten Milch.
Spargel wurde nicht als „Delikatesse“ angesehen, weil wir den Eigenbedarf ebenfalls selbst anbauten und darum in der Saison täglich Spargel in all seinen Variationen auf den Tisch kam.
Was sonst noch benötigt wurde, lieferten der örtliche Bäcker und ein „Kolonialwarengeschäft“.
Ausgefallene Dinge gab es nur zu Weihnachten.

Ich glaube, dass „exotischste“ was ich in meiner Jugend zu essen bekam, waren getrocknete Feigen und Datteln von dem „Bunten Teller“ unter dem Weihnachtsbaum.

Es wurde täglich einmal warm gegessen.
Die Mütter waren eben einfach „nur Hausfrauen“.
Natürlich halfen sie den Nachbarn bei der Kartoffelernte, aber da konnte man die Kinder ja auch einsetzen, so dass wir immer unter „Beobachtung“ waren.
Das Frauen einer Erwerbstätigkeit nachgingen war die Ausnahme.

Die meisten Männer arbeiteten körperlich noch sehr schwer. Bauernsöhne wurden damals eben nur selten Investmentbanker.
1960 brauchte das Land Dachdecker, Maurer und Straßenbauer.
Mein Vater war Tierarzt, besser Viehdoktor.
Da war es nur normal, dass wir immer viel Wurst, Speck, und Fleisch zuhause hatten. Die Bauern „bezahlten“ gern in Naturalien.
Dazu kam, dass er als passionierter Jäger, auf allen Treibjagten der Gegend unterwegs war.
„Bring mit bloß keinen Hasen mit, sondern nimm das Geld“, Sagte meine Mutter gern zu mir, wenn ich ihn mal wieder als Treiber begleiten musste.

Gut bürgerliche Gasthäuser gab es wie Sand am Meer und die „Fresswelle“ war noch nicht abgeflacht.
Alles was dort den Gästen serviert wurde, gab es auch bei uns daheim.

Eisbein mit Kraut, Rouladen mit Rotkraut, Schweinekotelett mit Erbsen und Mohrrüben, Schweinebraten mit Rosenkohl standen am Sonntag auf dem Tisch.
Montags wurde zunächst das „Übriggebliebene“ vom Sonntag „verbraucht“.
Da wurden die Bratenreste zu „Falschem Ragout“ verarbeitet, ein „Fleischsalat“ angemacht, oder die Hühnerbrühe mit viel Gemüse zu einer handfesten Suppe verarbeitet.
Meine Mutter kochte das Sonntagshuhn immer, bevor es ins Bratrohr kam, so dass es nicht an „Guter Brühe“ mangelte. Nur zur Not wurde mit einem Brühwürfel „nachgeholfen“.

Ab Dienstag musste neu gekocht werden.
Eier in Senfsoße, hier und da Bouletten (die schon damals mit Gemüse „gestreckt“ wurden, weil das im Garten umsonst zu haben war) Eintöpfe mit Graupen, statt Fleisch und viele Gemüsegerichte waren Alltagsessen.
Später, beeinflusst durch „ausländische Einflüsse“, kamen auch manchmal so exotische Dinge wie „Toast Hawaii“, oder „Spagetti mit Tomatensoße“ auf den Tisch.

Freitags gab es eingelegte Heringe, oder Seelachs vom „Fischwagen“, einer Einrichtung die uns Dörfler einmal in der Woche mit Fisch versorgte.

Mit fünfzehn begann meine Lehre als Einzelhandelkaufmann in Braunschweig.
Kantinenessen und Bratwurst veränderten meine Essgewohnheiten.
Anfangs der siebziger Jahre waren die meisten der Fastfoodketten, Schnellitaliener, Thai- to- go- Imbisse usw. in Braunschweig noch nicht „erfunden“.

Den Lehrlohn gab man ohnehin lieber im Eiscafé, oder im „Strohhalm“, einem Musiklokal, das auch schon mittags gute Mucke brachte, durch.
Da ich an „Schulbrote“ gewöhnt war, aß ich die Kniften von Mutter und sparte lieber mein bisschen Geld für Bratwurst, eine Cola, oder ein Bier.

Die Tatsache, dass man der Freundin hier und da eine Cola spendieren wollte, machte den Umgang mit den 110,-DM Lehrlingslohn im Monat nicht gerade einfacher.
Mit achtzehn hatte ich ausgelernt.

Da ich nach einem bösen Autounfall als 14jähriger, bei der Bundeswehr bestenfalls als Geisel zu verwenden gewesen wäre, konnte ich meine beruflichen Dinge ohne Unterbrechung vorantreiben.
Als Neunzehnjähriger zog ich zu Hause aus.
Da ich auch gleich nach Bremen zog, musste ich zum ersten Mal in meinem Leben und ohne Mutters Hilfe für mich selber sorgen.
Bett machen, Schuhe putzen und was zu futtern zwischen die Zähne kriegen, keiner half.

Zugegeben das war nicht einfach.
Vor allem die Sache mit dem Essen wollte nicht so recht klappen.
Da mein Umzug nach Bremen zwar von meiner Firma bezahlt wurde und ich ein kostenloses kleines Apartment hatte, waren die technischen Einrichtungen zwar gegeben, doch schlichen sich zu viele Userfehler bei der Zubereitung ein.

Meine „Bremer Zeit“ war also noch geprägt von „Kiefers Bratwurstständen“.
Aber, es gab auch viele neue Erfahrungen.
Meine erste „französische Zwiebelsuppe“, die erste Kutterscholle und das erste argentinische Rumpsteak habe ich in Bremen gegessen.
Wenn überhaupt, dann gebührt Bremen der Verdienst mir die Freude am Essen erschlossen zu haben.

Prägend war aber meine Zeit als junger Substitut im KaDeWe in Berlin.
Jeder der einmal den Schlemmertempel besucht hat, weiß was ich meine.

Selbst heute noch hat die Lebensmittelabteilung dort nicht von seiner faszinierenden Wirkung auf mich verloren, auch wenn ich inzwischen viele kulinarische Sensationen erlebt habe.
Die Tatsache, dass man den ganzen Tag im KaDeWe war, ermöglichte es einem natürlich auch, im Paradies zu essen und dort einzukaufen.
Auch wenn wir sicher so um die sechzig Substituten, verteilt auf die einzelnen Abteilungen waren, so kannten wir uns natürlich untereinander gut.

Besonders wichtig war ein guter Kontakt zu den Kollegen der Delikatessenabteilung.
Wer die auf seiner Seite hatte, brauchte keinen knurrenden Magen zu fürchten, denn allein von dem, was die täglich als „Musterware“ bekamen, konnte man satt werden.

In Berlin begann ich auch erstmals ernsthaft zu kochen.
Wir trafen uns häufig im Kollegenkreis, um miteinander zu essen.
Die meisten von uns wohnten billig in einer Altbauwohnung, zu der fast immer auch eine große Küche gehörte.
In Berlin sind die meisten Mietwohnungen zudem mit einer Küchenzeile eingerichtet, so dass auch das notwendige Equipment vorhanden war.

Da wir aus allen Teilen Deutschlands stammten, vermischten sich alle regionalen Kücheneinflüsse.
Ich lernte Spätzleteig herzustellen und vom Brett zu schaben, Miesmuscheln auf rheinische Art zu kochen, Labskaus selber herzustellen und, und, und.

Aber nicht nur unsere eigenen Küchenaktivitäten veränderte unser kulinarisches Verständnis, auch die Vielschichtigkeit der „Gastroszene“ trug dazu bei.
In Berlin konnte man böhmisch, französisch, italienisch, chinesisch, türkisch und wer weiß wie essen gehen.
Die Stadt kennt kein Tabu und keine Sperrstunde, so dass wir samstags Nacht oft „Mehrländisch“ aßen.

Zu diese Zeit, also Ende der siebziger anfangs der achtziger Jahre, vielen auch meine ersten Auslandreisen.
Italien, Holland, Dänemark, Griechenland, die Schweiz und Österreich gehörten zu meinen Urlaubszielen. Von überall brachte ich neue Rezeptideen mit und versuchte mich daran, sie nachzukochen.

Mit der Zeit gelang das immer besser.
Wenn mir etwas schmeckte, ich aber nicht wusste wie man es zubereitet, dann fragte ich einfach in der Küche nach.

Obwohl ich die Sprachen oft nicht verstand, gelang es mir doch meistens die Rezepte zu erkunden. Noch heute bin ich der Meinung, dass ein gutes Kochbuch mit landestypischen Gerichten auf einer Auslandreisen wichtiger ist, als ein Diktionär.
Viele der Gerichte aus dieser Zeit stehen heute noch auf unserem Küchenplan, so zum Beispiel Kaninchen auf die Art von Mama Sophia, in deren Trattoria in einem kleinen umbrischen Dorf ich oft und gern Gast war.

Beruflich standen weitere Standortwechsel an.
Bonn, Münster, Hannover, Wiesbaden, Saarlouis, Hamburg und Mühlheim an der Ruhr hießen die Stationen die ich „abarbeiten“ musste.
Dazu kamen einige kürzere Aufenthalte in Erlangen wieder Berlin, Mannheim und Ulm, viele Dienstreisen nach Köln und Düsseldorf und einige Auslandsreisen.
Man kann sagen, dass ich jeden Standort an dem ein Modehaus meines Arbeitgebers stand, kennenlernte. Heute sind das gut 80, damals waren es sicher so um die 60.

Das Leben in den verschiedenen Regionen war auch immer verbunden mit der Suche nach dem regionalen Essen.
Nach und nach habe ich mir da eine ganze Menge abgucken können.
Dabei habe ich auch gelernt, dass die „Gutbürgerliche Deutsche Küche“ viel besser wie ihr Ruf ist.
Leider war es lange Zeit Mode, diese Küche als plump und wenig abwechslungsreich anzusehen.
Wenn ich aber einmal bürgerliche Rezepte aus Italien, Frankreich, Österreich und Deutschland vergleiche, so meine ich immer, dass wir eher stolz auf die Küche unserer Mütter und Großmütter sein sollten.

Es ist schön zu sehen, dass viele renommierte Köche heute wieder großen Wert auf eine Küche mit regionalen Wurzeln legen.
Ich finde, nach einer Zeit, die für meinen Geschmack zu sehr von einer vielleicht auch manchmal falsch verstandenen „Nouvelle Cuisine“, geprägt war, hat sich die Fantasie der Köche gerade in den letzten Jahren enorm stark weiterentwickelt.
Auch wenn ich mit der Molekularen Teufelsküche wenig anfangen kann und mir die vielen Schäumchen von irgendwas langsam zu viel werden.

Die Vermischung der französischen, italienischen, spanischen, griechischen und asiatischen Einflüsse haben dass Essen bei uns positiv verändert.
Mir als „Lustesser“ kommt das sehr entgegen, weil neben den traditionellen Gerichten viele neue Sachen entstanden sind, die unseren Küchenplan erweitern.
Außerdem vergrößern sie das Angebot.
Auch durchschnittliche Supermärkte haben heute Dinge im Sortiment, die vor einigen Jahren nur von wenigen Delikatessengeschäften angeboten werden.
Pfeffer und Salz wurden durch eine Vielzahl von Gewürzen ergänzt, Obst und Gemüsetheken um exotische Sorten vergrößert.
Serrano, Pata Negra, Parma und Schinken aus der Auvergne liegen neben Schwarzwälder und Katenrauchschinken aus Schleswig- Holstein.
Wer damit umzugehen weiß, der kann sich heute jeden Tag einen paradiesischen Tisch decken.

Darum soll es in meinen Geschichten ja auch immer gehen: Ums Essen, den schön gedeckten Tisch und die Geselligkeit zu zweit oder mit Freunden.
 
pressluftjunky

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Letzte Woche kam im ZDF eine Sendung mit Nelson Müller über Weizen und Brot.
Mir hat es nach der Sendung den Appetit auf Brot verdorben und daher habe ich beschlossen selber welches zu backen.
Zumal die Zutaten im Hause waren.
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Das Rezept kommt aus Österreich daher die Bezeichnung Germ für Hefe.
Brotgewürz habe ich Anis, Kümmel und Fenchel im Mörser zerstoßen, der Rest ist Original mit der Hälfte der Zutaten.
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so sahen die beiden Teigrollen aus.
Das mit dem Backblech mit Wasser habe ich nicht gemacht da unser Backofen über eine Wasserdampfzugabe beim Backen verfügt.
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und so sieht das Brot dann aus.
A72FEBE0-DC46-41D8-AE30-4FA136558DC8.jpegsuper Krume und sehr lecker.

Da bei uns in Brandenburg die Weihnachtsmärkte wieder schließen mussten, gibt es halt selbstgemachten Glühwein
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Orange, Zimtstange, Nelken, Sternanis, Rum, und ein günstiger Shiraz.

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viel besser als an der Bude.
 
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Spaceman

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War für uns der Auslöser für den Kauf eines Backautomaten. Seit 5 Jahren verrichtet er klaglos seinen Dienst und befriedigt den Spieltrieb.:-)

Mein übliches Rezept:
450gr Weizenvollkornmehl
150gr Roggenmehl
10gr Salz
ca. 60 gr Körnermischung (Sonnenblumen-und Kürbiskerne)
ca. 20 gr Leinsamen
ca. 50 gr Haferflocken
ca. 20 gr Weizenkleie
1 Beutel Trockenhefe
420ml Wasser.

Ansonsten viele Variationsmöglichkeiten (Zwiebeln u. ä.).
Befüllen und Reinigen unter 5 Minuten, geht schneller als der Gang zum Bäcker.
Lass das Teil immer über Nacht mit dem Timer laufen, so hat man zum Frühstück frisches Brot. Noch ne Stunde nach dem Rausholen abkühlen lassen, dann lässt es sich schneiden.

Was mir aufgefallen ist: Brot wird schneller trocken als gekauftes und schimmelt schneller. Aber kein Problem, ich schneide das ganze Brot auf und friere es portionsweise ein.
 
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@Spaceman klar sind ja auch keine Konservierungsstoffe drin.
So einen Backautomat hatte ich auch mal, mich hat daran gestört das ja der Rührmichel unten drin bleibt und dann das Brot schwer rausgeht und dann ein Loch hat. Aber das ist schon Jahre her.
 
gnampf

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Backautomaten-ähnliche Brote lassen sich auch von Hand schnell vorbereiten.

Z.B.: 500gr Vollkorn-Mehl, 400ml Wasser, 150gr Sonnenblumenkerne, 1 EL Honig, 2 EL Essig, 1 Würfel Hefe, Salz/Gewürze nach Belieben.
Vermengen und in gefettete Kastenform 25cm geben.
In den kalten Ofen bei 180° Ober/Unterhitze für 60min, dann aus der Form noch 10min im ausgeschalteten Ofen.

Flüssigkeitsmenge, Backdauer und Temperatur muss man in 2,3 Versuchen an den eigenen Ofen anpassen.
 
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