Gibt´s hier auch Hobbyköche?

Diskutiere Gibt´s hier auch Hobbyköche? im Small Talk Forum im Bereich Community; Michael, wer nicht ;) Wenn ich Deine Zutatenliste lese, dann entspricht sie fast dem, ein wenig aktualisierten, Originalrezept. Das stammt von...
Christian. R

Christian. R

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.....und bin auf der Suche nach dem ultimativen Rezept
Michael, wer nicht ;)

Wenn ich Deine Zutatenliste lese, dann entspricht sie fast dem, ein wenig aktualisierten, Originalrezept.

Das stammt von einem gewissen Alberto Alvisi, der es für seinen Autraggeber, dem Barnaba Chiaramonti, dem späteren Papst Pius VII., wohl erstmals zubereitet hat.

Etwas bekannter ist eine Version, die von dem Gastronomen Pellegrino Artusi 1891 in dem Kochbuch "La Scienza in Cucina e l'Arte di Mangiar Bene" niedergeschrieben wurde.
Artusis Rezept (also die spätere Version) wurde allerdings 1982 von der "Accademia Italiana della Cucina" bei der Handelskammer von Bologna als das "Echte Ragù alla Bolognese" registriert.
Alvisis wirkliches Urrezept fand man erst später und lies es bis heute unbeachtet.

Schweinefleisch, wie es in dem Link zu "Anna Maria di Monari" beschrieben wird, wird in beiden Rezepten jedoch nicht verwendet.

Ob es aber das "Originalrezept" ist, nach dem Du suchst, ist aber eine andere Sache.

Schon die bisherigen Antworten zeigen ja, dass bereits in diesem kleinen Kreis diverse Meinungen darüber bestehen, wie das Ragout zuzubereiten ist.
Stellst Du die Frage im WWW, so wirst Du wohl mehr Meinungen erhalten, als Du im Leben noch nachlesen kannst.
Ist wie die Frage danach, wieviele Fußballbundestrainer wir haben. Da schwanken die Angaben zwischen einem und 40 Millionen.

Rein vom kochen her gibt es ja nicht viel falsch zu machen, obwohl:hmm:
Die Frage in welcher Reihehfolge man die Zutaten anbrät, ablöscht, schmort und simmern lässt, könnte so ein Stolperstein sein.
Oft wird damit begonnen, das Hack anzubraten, der Klassiker unter den Fehlern sozusagen.

Leber ja oder nein?
Die Bolognese ist ein Allerweltsessen.
Das heißt, dass sie von arm und reich geschätzt wird.
Je nach Einkommen mag dann auch die Zutatenliste ausgefallen sein.
Die kann ja auch Trüffel, oder Gänseleber enthalten, oder, etwas kleiner, auch Kalbs-, oder Hähnchenleber und getrocknete Steinpilze.

Ich persönlich würde die Leber immer nur der Portion beigeben, die ich danach auch esse.
Bei dem Teil den ich einfrieren möchte, würde ich sie zunächst weglassen, bzw. die Leber vorher wie ein Tatar sehr fein hacken. Leber sieht "grau" einfach nicht appetitlich aus.
Ich selbst würde auch die Milch nur der Portion beifügen, die ich danach esse, und zwar recht kurz vor dem Ende der Garzeit.
So kann sich das Milchfett später nicht auf die gefrorene Masse setzen und später häßlich ausflocken.
Milch kann man dann später auch bei den aufgetauten Portionen am Schluss dazu geben.

Gewürze, außer Pfeffer und Salz??
Ja, ne;)
Es gibt ja Rezepturen, die ohne Tomaten auskommen. Bei denen wird n u r klein geschnittenes Gemüse verwendet.
Sind Tomaten dabei, kommt bei mir Oreganon dazu.
Aber!!! Na ja, dass ist alles Ansichtssache und zum Glück stehe ich nur im Wettbewerb um die Gunst meiner Frau, wenn es um die Beurteilung meiner "Kocherei" geht

Um jetzt noch einmal auf Deine Eingangsfrage zurückzukommen, ob es einen Trick dafür gibt, dass das Hommaderagout genau so schmeckt, wie das im Urlaub, sage ich: Nein.

Es ist so wie mit dem oft zitierten Wein, der einem im Urlaub so gut schmeckte, zuhause aber zu üblen Krätzer mutiert.
Du wirst ganz einfach die besondere Stimmung, die einem schönen Urlaub erst zu einem schönen Urlaub macht, nicht hin bekommen.

Niemand hier ist so gegen Emotionen gefeit, wie ein gestandener Gastronomiekritiker, der den "tatsächlichen Geschmack" zu beurteilen hat.

"Hobbyesser" neigen eher dazu, auch die [Lebens]Situation in der sie sich in einem Lokal befinden, in ihre Erinnerung aufzunehmen.
Kennt man doch von seinem Lieblingslokal, dem man mache Panne der Küche schon mal verzeiht, weil man mit dem "Chef" "per Du" ist.
Dazu kommt, dass auch, oder gerade, in Italien klassische Rezepturen von jeder Familie anders interpretiert werden.
Man macht es eben so, wie es die Nona auch gemacht hat.
Ähnlich ist es auch in der Gastronomie.
Auch hier gibt es Abweichungen "alla Casa".
Dabei spielt es keine Rolle, ob man in einer Trattoria, oder in einem Ristarante isst.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass einem manches Essen schon besser schmeckt, wenn man den persönlichen Modus daheim mal auf "Urlaub" stellt.
Aber, ich möchte klar stellen, dass alles hier nur meine persönliche Meinung spiegelt.
Die Frage nach d e r Bolognese wurde hier schon oft diskutiert, hat aber nie zu einem wirklich greifbaren Ergebnis geführt.
Wirklich serös kann man am Ende nur den eigenen Geschmack beurteilen.
 
Christian. R

Christian. R

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Da braucht man keine Sättigungsbeilage
;)
Da fällt mir folgender Dialog ein:

Hanne haste noch ne Boulette?
Ja!
Gib mir ne Scheibe Brot dazu!
Ist schon drin!
Egal, gib mir trotzdem eine!
Ist auch schon drin;)

So gehört vor einigen Jahren in einer Kneipe bei mir "um die Ecke", in der ich gern mal ein Feierabendbier trank.
 
wiesi1989

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Michael, wer nicht ;)

Wenn ich Deine Zutatenliste lese, dann entspricht sie fast dem, ein wenig aktualisierten, Originalrezept.

Das stammt von einem gewissen Alberto Alvisi, der es für seinen Autraggeber, dem Barnaba Chiaramonti, dem späteren Papst Pius VII., wohl erstmals zubereitet hat.

Etwas bekannter ist eine Version, die von dem Gastronomen Pellegrino Artusi 1891 in dem Kochbuch "La Scienza in Cucina e l'Arte di Mangiar Bene" niedergeschrieben wurde.
Artusis Rezept (also die spätere Version) wurde allerdings 1982 von der "Accademia Italiana della Cucina" bei der Handelskammer von Bologna als das "Echte Ragù alla Bolognese" registriert.
Alvisis wirkliches Urrezept fand man erst später und lies es bis heute unbeachtet.

Schweinefleisch, wie es in dem Link zu "Anna Maria di Monari" beschrieben wird, wird in beiden Rezepten jedoch nicht verwendet.

Ob es aber das "Originalrezept" ist, nach dem Du suchst, ist aber eine andere Sache.

Schon die bisherigen Antworten zeigen ja, dass bereits in diesem kleinen Kreis diverse Meinungen darüber bestehen, wie das Ragout zuzubereiten ist.
Stellst Du die Frage im WWW, so wirst Du wohl mehr Meinungen erhalten, als Du im Leben noch nachlesen kannst.
Ist wie die Frage danach, wieviele Fußballbundestrainer wir haben. Da schwanken die Angaben zwischen einem und 40 Millionen.

Rein vom kochen her gibt es ja nicht viel falsch zu machen, obwohl:hmm:
Die Frage in welcher Reihehfolge man die Zutaten anbrät, ablöscht, schmort und simmern lässt, könnte so ein Stolperstein sein.
Oft wird damit begonnen, das Hack anzubraten, der Klassiker unter den Fehlern sozusagen.

Leber ja oder nein?
Die Bolognese ist ein Allerweltsessen.
Das heißt, dass sie von arm und reich geschätzt wird.
Je nach Einkommen mag dann auch die Zutatenliste ausgefallen sein.
Die kann ja auch Trüffel, oder Gänseleber enthalten, oder, etwas kleiner, auch Kalbs-, oder Hähnchenleber und getrocknete Steinpilze.

Ich persönlich würde die Leber immer nur der Portion beigeben, die ich danach auch esse.
Bei dem Teil den ich einfrieren möchte, würde ich sie zunächst weglassen, bzw. die Leber vorher wie ein Tatar sehr fein hacken. Leber sieht "grau" einfach nicht appetitlich aus.
Ich selbst würde auch die Milch nur der Portion beifügen, die ich danach esse, und zwar recht kurz vor dem Ende der Garzeit.
So kann sich das Milchfett später nicht auf die gefrorene Masse setzen und später häßlich ausflocken.
Milch kann man dann später auch bei den aufgetauten Portionen am Schluss dazu geben.

Gewürze, außer Pfeffer und Salz??
Ja, ne;)
Es gibt ja Rezepturen, die ohne Tomaten auskommen. Bei denen wird n u r klein geschnittenes Gemüse verwendet.
Sind Tomaten dabei, kommt bei mir Oreganon dazu.
Aber!!! Na ja, dass ist alles Ansichtssache und zum Glück stehe ich nur im Wettbewerb um die Gunst meiner Frau, wenn es um die Beurteilung meiner "Kocherei" geht

Um jetzt noch einmal auf Deine Eingangsfrage zurückzukommen, ob es einen Trick dafür gibt, dass das Hommaderagout genau so schmeckt, wie das im Urlaub, sage ich: Nein.

Es ist so wie mit dem oft zitierten Wein, der einem im Urlaub so gut schmeckte, zuhause aber zu üblen Krätzer mutiert.
Du wirst ganz einfach die besondere Stimmung, die einem schönen Urlaub erst zu einem schönen Urlaub macht, nicht hin bekommen.

Niemand hier ist so gegen Emotionen gefeit, wie ein gestandener Gastronomiekritiker, der den "tatsächlichen Geschmack" zu beurteilen hat.

"Hobbyesser" neigen eher dazu, auch die [Lebens]Situation in der sie sich in einem Lokal befinden, in ihre Erinnerung aufzunehmen.
Kennt man doch von seinem Lieblingslokal, dem man mache Panne der Küche schon mal verzeiht, weil man mit dem "Chef" "per Du" ist.
Dazu kommt, dass auch, oder gerade, in Italien klassische Rezepturen von jeder Familie anders interpretiert werden.
Man macht es eben so, wie es die Nona auch gemacht hat.
Ähnlich ist es auch in der Gastronomie.
Auch hier gibt es Abweichungen "alla Casa".
Dabei spielt es keine Rolle, ob man in einer Trattoria, oder in einem Ristarante isst.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass einem manches Essen schon besser schmeckt, wenn man den persönlichen Modus daheim mal auf "Urlaub" stellt.
Aber, ich möchte klar stellen, dass alles hier nur meine persönliche Meinung spiegelt.
Die Frage nach d e r Bolognese wurde hier schon oft diskutiert, hat aber nie zu einem wirklich greifbaren Ergebnis geführt.
Wirklich serös kann man am Ende nur den eigenen Geschmack beurteilen.

Danke für die umfangreiche Antwort. Ich werde berichten :D

Hab ich in der Zutatenliste noch das Schweinefleisch? Dann war das ein kleiner Fehler - ich verwende nur Rind heute.

Zuerst den Speck anbraten (wichtig: ungeräuchert!), dann ausölen lassen - das klein gehackte Gemüse rein. Hackfleisch ordentlich durchbraten bis jegliches Wasser weg ist, 2-3 EL Tomatenmark, verrühren, Salz + Pfeffer, pürierte Leber dazu, dann Wasser und Rotwein, 50ml Vollmilch und dann warten... laaaaange warten...

2 Stunden für die Feinde
4 Stunden für den Dorfpfarrer
6 Stunden für die Freunde

🇮🇹
 
wiesi1989

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Rotwein und Tomatenmark hab ich nicht fotografiert. Ich muss sagen - das kommt der Urlaubsbolognese verdammt nahe...
 
Christian. R

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Ich muss sagen - das kommt der Urlaubsbolognese verdammt nahe...

Dann kann ich nur hoffen, dass der Wein dazu schmeckte und die Laune leunig war. :prost:

6 Stunden für die Freunde

Ganz so lange wollte ich mich gestern nicht mit dem Essen beschäftigen.;)
Es sieht aber alles sehr gut aus :super:


Offen gestanden erleben wir hier im Norden in diesem Jahr eine eigenartigen Sommer.
Der Himmel ist oft bedeckt und was noch seltsamer ist: Wir haben keinen Wind.
Ein Meer ohne Wind ist schon eigen, es macht fast einen melancholischen Eindruck.

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Darum muss das Essen ein wenig "bunter" sein.

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Und durch viele Vitamine und gesunde Fettsäuren dem Körper gut tun.


Ich habe etwas Lachs in Zitronensaft und braunem Zucker eingelegt.

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Nach etwa einer Stunde hat er bereits seine dunkelrote Färbung etwas eingebüßt und ist zartrosa. Das genügt schon.

Man muss ihn gut trocken tupfen und kann ihn dann auf der Hautseite langsam anbraten.
Ich verwende dafür gern zuerst Sesamöl.
Davon benötigt man nicht so viel.
Später gebe ich dann eine größere Menge Rapsöl dazu und beschöpfe den Fisch ständig mit dem damit.
Gewendet wir er nicht.


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Man muss beim braten ein wenig aufpassen.
Sobald "milchig" aussehendes Eiweiß austritt, beginnt der Fisch durchzugaren und trocken zu werden.

Ich wollte ihn aber ohnehin nicht warm essen, sondern kalt als Beilage zum Gemüse- Sprossensalat.

Also kam der Fisch nach sehr kurzer Zeit aus der Pfanne und dann in den Kühlschrank (etwa wieder eine Stunde)
Das sorgt dafür, dass das "Fleisch" fest und schnittfest wird.
Hier kann man ganz gut sehen, was ich meine.

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Ich hab das "Fleisch" von der Haut und dann in größere Würfel geschnitten.

Die Haut gebe ich zwischen zwei Lagen Backpapier.
Die erste Lage kommt in eine Pfanne, dann die Haut darauf, dann die zweite Lage Papier.
Danach kommt ein passender und schwerer Topf darauf (damit sich die Haut nicht aufwölbt).
Nun kann man die Haut knusprig ausbraten.
Etwas ohne Papier nachgaren lassen, fertig.

Sobald sie kalt ist, ist sie knusprig und kann den Salat verziehren.

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Für den "Salat" hab ich Möhren geraspelt.
Ein paar Zuckerschoten waren noch von den Vortagen übrig.
Die kann man natürlich auch roh essen, aber ich mag sie lieger ganz kurz blanchiert.
Dazu gebe ich viel Salz und auch Zucker in das Kochwasser.
Danach werden die Schoten im Eiswasser abgeschreckt, damit sie ihre Farbe nicht verlieren.
Im ersten Bild sieht man die Mischung.
Die hab ich einen mit einem "Klacks" geriebenen Ingwer und ganz wenig braunen Zucker bereits etwas (vor)mariniert.

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Die Sprossen kommen erst kurz vor dem anrichten dazu.
Als Dressing mische ich etwas Sesamöl, Rapsöl, Zitronensaft, braunen Zucker, ein paar Spritzer japanische Sojasoße und Salz.
Das kommt alles in ein altes Glas mit Schraubverschluss und wird kräftig durchgeschüttelt.

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Weil alle Komponenten kalt sind, hat es wenig Eile, was mir sehr wichtig ist.
Elke ist ja noch berufstätig und nicht vor 18.30 daheim.
Danach braucht es einfach erst einmal so was wie eine "blaue Stunde", um dem Alltag den Rücken zu kehren und in den Feierabend einzutauchen.
Nach einem "durchgetackten" Tag, muss man die Uhr erst einmal einstoppen, der Hektik einen Riegel vorschieben.

Aber danach kann man ja alles auf den Teller bringen, ein Glas Wein einschenken :prost: und in Ruhe etwas miteinander essen.

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Sogar die Sonne kam noch etwas heraus.;)

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Ach ja, die Garnelen!
Die kaufe ich bei unserem Fischändler.
Sie sind geräuchert und ergänzen das Ganze noch um eine weitere Geschmacksvariante.

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Habt einen guten Start in Euer Wochenende.
 
wiesi1989

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Das Ragú war mega, ich bleib bei diesem Rezept und wenn es in Zukunft "Bolognese" gibt, werde ich wieder die Hühnerleber und das Tomatenmark verwenden, ohne passierte Tomaten. Es war so lecker dass ich die gesamte Menge alleine vernichtet hab, die Reste gabs heute mittags in der Mikrowelle, immer noch gut mit Tagliatelle 😍 🥲
 
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Sister Ray

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Feinkostalbrecht Süd hat ab dem 29.7.2020 eine Nudelmaschine und Ravioli-Maker als Aktionsware.

Ein Freund von mir holt sich die Ravioli Teile.....die sind laut seiner Aussage genial.

Produkt
 
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Menù "Tipo di Finanzamt"

Gestern hatte ich im Food- Porn- Faden dieses "Menü" mit zwei Bestandteilen vorgestellt.
Ich denke, niemand wird diese Kunstbezeichnung für die beiden sehr einfachen Gerichte hinterfragt haben.
Warum auch?
Da schreibt ein User irgendetwas als Titel zu zwei Bildern und gut ist.

Ist ja im Restaurant nicht viel anders.
Da liest man ja auch sehr oft die fantasievollsten Namen, ohne dass man sich etwas unter dem dann folgenden Desaster auf dem Teller etwas vorstellen kann.

Gut, es gibt in der „Küchensprache“ schon ein paar festgelegte Begrifflichkeiten, bei denen man wenigstens ungefähr ahnen kann, was einen erwartet.

Wenn sich ein Gericht zum Beispiel „schöne Fischerin“ nennt, wissen wir natürlich, dass diese „schöne Fischerin“ nicht höchstselbst und klein portioniert auf dem Teller liegt.
Wir werden ein Fischgericht erwarten, von dem wir allerdings weder wissen, wie lange der Fisch in der Kühlung „schön wie die Fischerin“ gehalten wurde, noch an was die schöne Fischerin bei der Zubereitung gedacht hat.
Man kann dann nur hoffen, dass sie nicht gerade von ihrem Liebsten verlassen wurde, und deshalb vor Wut die Hechklößchen mit Angelhaken spickt.

Gärtnerin = Gemüse
Müllerin = mehliert und gebraten
So könnte man ganz grob sagen.

Meine „Menübezeichnung“ oben habe ich mir nicht selbst ausgedacht
Ich kenne sie in einer, etwas abgewandelten Form, schon lange.

Lange heißt, dass meine Gedanken in eine Zeit zurückwandern müssen, als ein „Volkswagen“ noch für eine breite Bevölkerungsschicht erschwinglich war und mit 34, oder 40 PS auskommen musste statt mit 340, oder 400.

Es war die Zeit jener selbstbewussten Mütter, die bei einem der seltenen Einkaufsfahrten in die Stadt, ihren folgsamen Kindern klipp und klar sagten, wo man Mittagessen wird.
Da nöhlte man als Kind nicht.
Schon deshalb nicht, weil sonst das kleine Wiking- Auto, dass man sich so sehr wünschte, zum ewigen Wunschtraum werden konnte.
(Ja so mächtig waren Erziehungsberechtigte damals!!)

Meistens war der „Erfrischungsraum“ eines Kaufhauses die erste Wahl meiner Mutter.
Je nach Laune konnte es aber auch „Die Nordsee“, oder, wenn sie gut drauf war, auch der „Wiener Wald“ sein.
In ein Lokal zu gehen, dass nicht die „Gute Deutsche Küche“ bot, wäre ihr nicht in den Sinn gekommen.
Ihre Generation war, wenigstens mal „auf breiter Front“, noch nicht bereit für „exotisches Essen“.

Besonders mein Vater lehnte jede Art ausländischer Essen schlichtweg ab.
Ob ihr es glaubt, oder nicht, er aß noch nicht einmal Spagetti.

Ich bitte jetzt darum, dass niemand denkt, mein Vater wäre ein Rassist, oder Fremdenhasser gewesen. Diese Begriffe wurden erst später „erfunden“.
Nein, mein Vater, 1913 geboren, hatte auf Befehl des „Größten Feldherren aller Zeiten“ seit 1939 manches Land in Europa „bereisen“ müssen.
Seine Erfahrungen aus 6 Jahren Krieg und noch einmal 5 Jahren Gefangenschaft im „Ausland“ genügten ihm für den Rest seines Lebens.

So kam es, dass meine Schwester und ich, erst als wir unsere Lehren begannen und langsam „flügge“ wurden, unser ersten Erfahrungen mit der „ausländischen“ Küche machen konnten.

Nun war das ja damals nicht so, dass an jeder Straßenecke Braunschweigs die „große, weite Welt der Kulinarik“ lauerte.
Es gab ein paar Eisdielen die „Capri“, oder so hießen, aber es gab eben auch noch „Tante Putchen“ (hieß wirklich so), die als „Milchbar“ auch Eis verkaufte.

Sicher gab es auch irgendwo ein „Mandarin“, das chinesisches Essen anbot und ein „Dubrovnik“, oder „Athen“, oder „Kreta“, die uns das jeweils landestypische schmackhaft machen wollten.

Das ich, immer noch ein wenig beeinflusst von der elterlichen Zögerlichkeit, wenig Zutrauen zu diesen Lokalen hatte, kann man sich denken.
Daher ging ich lieber zu „Guido“.
„Guidos Grill Bar“ lag damals in der „Neuen Straße“ von Braunschweig, unweit des Geschäftes, in dem ich lernte.

Die „Grill- Bar“ unterscheid sich von den anderen Rostwurstbuden und -lokalen der Stadt dadurch, dass es eine Musikbox und einen Tresen, eben die „Bar“ gab, an der man knobeln und Bier trinken konnte.
Das Publikum war irgendwo zwischen 14 und 20 und kaum jemand aß da ne Wurst.

Joe, der Mann am Tresen, war ein wenig „undurchsichtig“, was seine berufliche Vergangenheit betraf.
Einige munkelten, dass er mal bei der Fremdenlegion war. Was man durchaus glauben konnte, wenn man ihm beim knobeln zusah.
Der beschiss besser als jeder andere den ich später je getroffen habe.

„Guido“ selbst war schon damals ein ganz erfolgreicher Gastronom der Stadt.

Lange bevor es Begriffe wie „Systemgastronomie“ gab, erkannte er, dass man ein junges Publikum, nicht mit altväterliche Einrichtung, oder Restaurantangeboten locken konnte.
Mucke war angesagt, oder was exotisches eben.

Anfang, Mitte der 70ger Jahre eröffnete er dann eine der ersten Pizzerien in Braunschweig (ich sagte ja, damals war das noch eine Seltenheit)
Ebenfalls in der „Neuen Straße“, gerade schräg gegenüber seiner „Grillstube“.

Nebenbei bemerkt, „Guidos Pizzeria“ in Braunschweig gibt es übrigens bis heute und wenn man den Rezensionen folgt, soll das Essen dort gar nicht mal schlecht sein.

Zurück in die 70ger Jahre.

Da ich ein gewisses Vertrauen zu Guido, bzw. Joe aufgebaut hatte, beschloss ich, mich zum ersten Mal in so eine Pizzeria zu wagen.
Jemand der eine deutsche Bratwurstbude, mit klasse Musik und einem zockenden Exfremdenlegionär als Grillmeister betreibt, konnte kein schlechter Mensch sein.

An einem sonnigen Mittag, ging ich also an meinen trink- und spielfreudigen Kumpanen in der Grill Bar vorbei in die Pizzeria.
Mit der Karte konnte ich nur wenig anfangen.

? „Quattro Stagioni, Funghi, Margeritta“ ?

Die Margeritta schloss ich schon mal aus, weil mich der Name zu sehr an Blumen erinnerte.
„Quattro Stagioni“ konnte ich nicht aussprechen. Also nee.
„Funghi“ kam mir zu Chinesisch vor, aber Salami?

Salami klang nach Mettwurst und das ging.
Die erste Pizza meines Lebens war also eine Salamipizza.

Das war es aber nicht, was mich an diesen Tag bis heute erinnert.
Vielmehr war ich fasziniert davon, wie der Pizzabäcker den Teig bearbeitete.
Bis jetzt hab ich es nie geschafft, eine Pizzafladen kreisend in die Luft zu werfen, um seinen Durchmesser dadurch zu weiten.

Was soll ich sagen?
Ich wurde bald „Stammgast“ und traute mich nach und nach auch an die anderen Sorten heran.
Dabei aß ich dann auch erstmals in meinem Leben Sardellen.
So was hätte es bei uns zuhause nie gegeben.
Diese salzigen kleinen Fischchen bei denen man auch noch Gräten sehen konnte, kannte bestimmt meinem Dorf, meine Mutter jedenfalls ganz sicher nicht.

Mich haben sie damals vom ersten Bissen an überzeugt.
Was man mit ihnen alles machen kann, habe ich erst im Laufe der Jahre schätzen gelernt.
Obwohl ich sie inzwischen bei vielen Gerichten statt puren Salzes verwende, sind sie doch auch noch als Beigabe zu Salaten fast jeder Art bei mir geschätzt.

Über Ölsardinen habe ich vor vielen Jahren schon mal was geschrieben.
(Auf Seite 208 dieses Fadens kann man es lesen)

Ich weiß, dass Mathias ein bekennender Freund von Ölsardinen ist.
Ja lieber @mini, die hier sind nicht ausgesucht und klein. Die bekomme ich nicht immer zu kaufen.
Aber ich freue mich schon, wenn ich welche mit Haut und Gräten erstehen kann, weil deren Aroma einfach besser ist.

Wie man eine Scheibe Brot röstet, es mit etwas Knoblauch einreibt und dann Ölsardinen, Sardellen und ein paar Kapern darauf verteilt, muss ich nicht erklären.

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So ein Happen, passt aber gut zu einem kühlen Glas „Weißen“, wenn man vom Meer kommt und durstig ist.

Alla, oder della Finanzamt?
Wie genau dieses Gericht damals auf der Karte bei Guido stand weiß ich nicht mehr.
„Della“ nehme ich an.

Lange Nudeln die lediglich mit im Olivenöl ausgelassenen Speckstreifen serviert werden.

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"Della Finanzamt", erklärte mir damals der Kellner des Hauses, weil man nach einem Besuch auf dem Finanzamt kein Geld mehr habe und deshalb mit dem wenigen, was der Staat einem gelassen hatte, auskommen musste.
Echt jetzt, ich hab jahrelang geglaubt, dass es diese Bezeichnung für ein karges italienisches Essen wirklich gibt.

Na, ja, man lernt ja immer was dazu.
Das auch etwas Knoblauch, Pfeffer und geräuchertes Paprikapulver dem kargen Gericht ganz gut tun, sage ich nur nebenbei.

Aber noch heute steht „della Finanzamt“ bei mir für ein Essen aus so gut wie nichts, dass man allerdings auch sehr gut nach ein paar Stunden am Deich samt Sonne, Wind und Meer ganz schnell auf den Teller bringt, um satt zu werden.

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Christian. R

Christian. R

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Ein wenig Huhn,
ein wenig Öl,
ein paar weitere Zutaten wie, Hühnerfond, wie rote Currypaste, Mie- Nudeln, Sojasprossen, Zuckerschoten und Lauchzwiebeln.

Schon ist diese "schnelle", leicht asiatisch schmeckende, Suppe fertig,


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Natürlich kann man ihr nach Belieben auch noch ein paar Nüsse, oder Kerne als essbare Dekoration beifügen.
Wer es würzig scharf mag, greift zu Sambal, oder weiteren Gewürzen.

Beim Einkauf muss man nur auf wenige Sachen achten: Ein gutes Huhn, Zutaten, die wenig "E's" in der Zutatenliste haben und wenn möglich, frisches Gemüse.
Einen eigenen Hühnerfond im Eisschrank zu haben, macht die Sache noch einfacher.
Gekocht ist alles so schnell, als käme es aus der Tüte, oder Dose, nur frischer und sicher auch ein wenig gesünder.

Wenn es doch aber aus der Dose auch schmeckt, könnte man sich ja fragen, warum soll man es selbst machen??
Gut, Hobbyköche machen es wohl in erster Linie deshalb, weil sie Spaß an den Hobby haben.

Es könnte aber auch ganz und gar unsinnliche Gründe geben, wie Unverträglichkeiten z.B.
Deren Ursache kann in bestimmten natürlichen Eigenschaften von Lebensmittel liegen, aber auch in den so schön umschriebenen, "Zusatzstoffen", die in fertigen und halbfertigen Produkten für Farbe, Haltbarkeit, Aroma und Geschmack sorgen.

Kann man bei einer Ernährung mit frischen Produkten relativ schnell anders disponieren und auf die unwohl machenden Lebensmittel verzichten, ist es mit den "Zusatzstoffen" ein wenig defiziler.
Man muss dazu wenigstes mal die Produktzutateninformationen auf der Verpackung lesen, die wichtigsten Zutaten und deren Wirkung kennen, und wissen, was man den eigentlich nicht verträgt.
Das ist schwieriger, als man glaubt und setzt vorraus, sich tiefgreifender damit zu beschäftigt.

Bei rohen Produkten weiß man zwar auch nie so genau, welche Hormone und Medikamente ein "Produzent" eingesetzt hat, um z.B. seine Fleischproduktion "gesund" zu halten, oder seinen Gewinn an ihne zu mehren.

Wenn ich jetzt mal an den Chemieunfall in Leverkusen denke, und höre, dass die Anrainer auf den Verzehr von Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten verzichten sollen, dann kommt natürlich die Frage hoch: "Was passiert mit den Feldfrüchten der Bauern im Umkreis um das Unglück??"
Werden die wirklich alle "entsorgt"?, so wie man es bei den Gartenprodukten auch empfiehlt.

;) Ich will lieber keine Verschwörungstheorie in die Welt setzen und glaube* daher fest daran, dass am Ende der ganzen Angelegenheit, alle toxischen Stoffe " vom Winde verweht" werden.


Aber!
Kochen, selber kochen kann, bei ein bisschen Wissen um Lebensmittel und deren kritischen Einkauf, durchaus gesundheitsfördernd sein.
Das weiß ich aus eigener Erfahrung. :prost:

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*"glauben" muss in diesem Fall mal wieder, weil man es wohl nie wissen wird.
 
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Kreativ?

Ich weiß nicht, ob ich kreativ bei meinen Arbeiten in der Küche bin.
Sind Hobbyköche überhaupt kreativ??

Wenn ich "kreativ" richtig interpretiere, dann hat es doch etwas damit zu tun, dass ein Mensch etwas kreiert, also etwas Neues schafft.
So weit bin ich nie gekommen.
Alles was ich kann, ist mehr oder weniger, neuen oder alten Rezepten folgend, jeden Tag ein Essen für mich und Elke, manchmal auch für ein paar Freunde zuzubereiten.

Bestenfalls sind es "Interpretationen".
Irgenwelche Sachen, die ich aus Kochshows, -büchern, -zeitschriften, oder den Prospekten mancher Supermärkte kenne, werden so gut es geht nachgekocht.
Meine Kreativität erschöpft sich bereits darin, dass ich Elke nicht dreimal in der Woche Kartoffelsalat mit Würstchen, oder die so oft von mir zitierte Fertigpizza vorsetze.

Handwerklich bin ich dabei etwa so versiert, wie ein "Volkskünstler", der nie von Grund auf gelernt hat, wie man Theater spielt, oder selbst das Fundament für seine Garage gießen kann.
Man kann es so ausdrücken: Ich kann wohl auch schon mal eine neue Lampe im Wohnzimmer aufhängen und anschließen, aber sicher nicht den kompletten Schaltkasten für unser Haus installieren.

Was ich aber sicher weiß, ist, dass diese dünnen, perlmutschimmernden "Häutchen" an manchen Fleischstücken weg müssen:

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So fein sie auch erscheinen mögen, sie entwickeln eine enorme "Kraft" sobald man sie erhitzt.

So wie hier (nur zur Demo in die Pfanne geworfen), können sie das feine Filet "zusammenschnarren" lassen.

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Man darf da nicht an der falschen Stelle "knausern".
Ich weiß, dass es "schmerzt" von dem teuren Lamm- oder Rehfilet auch noch etwas abzuschneiden. Schlimmer ist es jedoch, wenn man später auf dieser knorplig, zähen "Sehne" rumkaut und das zarte Fleisch nicht genießen kann.


Ich habe schon oft geschrieben, dass ich viele "kurzgebratene" Stücke (ob Fisch, oder Fleisch), zunächst ohne jedes Fett in einer sehr heißen, beschichteten Pfanne anbrate.

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Erst wenn das Bratgut ein wenig Farbe angenommen hat, gebe ich etwas Öl, Butter, oder Butterschmalz in die Pfanne und ziehe alles augenblicklich vom Feuer.
Wann ich Öl, Butter, oder Butterschmalz verwende, hängt vom Gargut, aber auch von der späteren Verwendung ab.
Grob gesagt kommt alles, was ich später kalt essen möchte, in Öl, weil Butter(schmalz) im kalten Zusatnd wieder fest werden kann und dann talgig schmeckt.
Butter bräunt gut und schäumt wegen des Wassergehaltes mehr auf, aber sie darf nicht zu lange erhitzt werden, weil sie dann "brenzlig" schmeckt.
Butterschmalz ist für mich bei dickern Stücken die erste Wahl, weil man sie ggf. noch einmal auf das "Feuer" zurückschieben kann, wenn das Bratgut noch nicht auf dem Punkt ist.

Will man mit getrockneten Kräutern, und Gewürzen hantieren, mcht man das am Besten erst wenn das Fett zugegeben hat.
Salz verwende ich bei so kleinen Stücken vor dem braten nicht, dass kommt später erst bei Tisch als Fingersalz zum Einsatz.
Größere Bratenstücke, die längere Zeit zum garen brauchen, salze ich allerdings vor dem anbraten.

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Wie lange man einem Stück in der Pfanne lassen muss, ist von vielen Faktoren abhängig.
Ein bisschen blutig, durch und grau, oder "son böschen dazwöschen"?
Da kann ich keinen Rat geben, weil jeder seine Vorlieben und Abneigungen hat.

Zum Glück sind Elke und ich einer Meinung, wenn es um den Gargrad geht.
So mögen wir es:

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Wie lange es dauert, ein Stück zu braten kann ich nicht sagen.
Ich fasse es an und weiß dann (aus einer gewissen Erfahrung heraus) wann es "gut" ist.
Mit einem Bratentermometer habe ich bisher nur sehr selten gearbeitet. Bei kurzgebratene Stücken aber nie.


Nun sind solche Lammfillets in der Menge ja nicht der ganz große Sattmacher.
"Da muss was bei"

Auberginen gehören zu meinen Lieblingsfruchtgemüsen und passen gut zu Lamm.

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Ich hatte 2 davon.
Die eine hab ich gewürfelt und etwas in Salz "mariniert"

Dann hab ich die "Köpfe" von Lauchzwiebeln klein geschnitten mit gedrücktem Knoblauch gemischt und in heißem Olivenöl anziehen lassen.
Dazu kam Tomatenmark, dass mitgeröstet wurde.

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Da hinnein kamen dann die Aubergine und entkernte grob zerteilte Tomaten.

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Da ja die Auberginenwürfel gesalzen waren, muss man ein wenig aufpassen, damit man nichts versalzt.
Sind die Tomaten fleischig und saftig genug, braucht es kein Wasser, oder Fond. Muss man sehen und entscheiden.
Mit geräuchertem und süßem Paprikapulver, Rosmarin, Oreganon und schwarzen Pfeffer hab ich abgeschmeckt.
Dieses grobe "Gemüsesugo" braucht keine lange Garzeit.
Man kann es entweder schnell zum sonstieg Essen zubereiten, oder fertig später aufwärmen.

Nebenbei hatte ich ein paar rote Linsen gekocht.
Die kamen in die Pfanne, in der ich das Lamm gebraten hatte.
Der "Bratensaft", etwas Öl, ein wenig Essig, etwas Zitronenabrieb, geräuchertes Paprikapulver und Salz hab ich zum abschmecken genommen.



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Die 2. Aubergine habe ich in Scheiben geschnitten und auf einem mit Backpapier belegtem Backblech in den Ofen (vorgeheitzt 200°) geschoben.
(Backpapier einölen und auch die Aubergine auf der Oberseite mit Öl bestreichen).
Ein paar mediterane Kräuter nach Wahl und Geschmack sind auch gut.
Salz lasse ich erstmal weg, weil....

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...ich das Blech nach ca 20. Min. aus dem Ofen ziehe und eine Schicht aus zerkrümeltem Feta, etwas Olivenöl und dem Grün der Lauchzwiebeln auf die Auberginenscheiben gebe.

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Nach weitern 15/ Min. (Umluft mit Grillfunktion 220°) ist alles fertig.

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Wenn das jetzt jemandem von Euch gefallen hat, dann kann er es wirklich leicht nachkochen.
Es sei denn, er ist nicht "Volkskünstler" genug, um auch eine Boulette braten zu können.

Kreativ ist das dann nicht, aber es lässt sich ja variieren.
Man kann das Lamm weglassen und es durch Kalbsleber, Hähnchenbrustscheiben, oder Fisch (gegrillter Thun, z.B.) ersetzen.

Statt Feta kann man Grana Padano, oder für mehr Würze, auch einen alten Pecorino darüber reiben.
Wer gar keinen Käse will, könnte im Fett gebräunte Brösel über die Auberginescheiben geben, oder geröstete Sonnenblumenkerne, Nüsse usw.

Getrocknete, in Öl eingelegte, Tomaten, dekoriert mit Sardellen, kann ich mir auch vorstellen.
Genau so wie schwarze und grüne Oliven, Peperoni usw.

Kinoa statt Linsen? Warum nicht?
Oder warum nicht die Auberginescheiben gegen Zucchinischeiben tauschen?

Aber, so was soll man der Kreativität derer überlassen, die es kochen.;)

P.S.
Auch beim Wein kann man sich frei entscheiden.
Weiß, Rot, Rosé, oder gar keinen.
Passt alles ganz gut.

:prost:
 
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Zweizylinder

Zweizylinder

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Kreativ?

Ich weiß nicht, ob ich kreativ bei meinen Arbeiten in der Küche bin.
Sind Hobbyköche überhaupt kreativ??

Wenn ich "kreativ" richtig interpretiere, dann hat es doch etwas damit zu tun, dass ein Mensch etwas kreiert, also etwas Neues schafft.
So weit bin ich nie gekommen.
Alles was ich kann, ist mehr oder weniger, neuen oder alten Rezepten folgend, jeden Tag ein Essen für mich und Elke, manchmal auch für ein paar Freunde zuzubereiten.

Bestenfalls sind es "Interpretationen".
Irgenwelche Sachen, die ich aus Kochshows, -büchern, -zeitschriften, oder den Prospekten mancher Supermärkte kenne, werden so gut es geht nachgekocht.
Meine Kreativität erschöpft sich bereits darin, dass ich Elke nicht dreimal in der Woche Kartoffelsalat mit Würstchen, oder die so oft von mir zitierte Fertigpizza vorsetze.

Handwerklich bin ich dabei etwa so versiert, wie ein "Volkskünstler", der nie von Grund auf gelernt hat, wie man Theater spielt, oder selbst das Fundament für seine Garage gießen kann.
Man kann es so ausdrücken: Ich kann wohl auch schon mal eine neue Lampe im Wohnzimmer aufhängen und anschließen, aber sicher nicht den kompletten Schaltkasten für unser Haus installieren.

Was ich aber sicher weiß, ist, dass diese dünnen, perlmutschimmernden "Häutchen" an manchen Fleischstücken weg müssen:

Anhang anzeigen 3898490

Anhang anzeigen 3898494

So fein sie auch erscheinen mögen, sie entwickeln eine enorme "Kraft" sobald man sie erhitzt.

So wie hier (nur zur Demo in die Pfanne geworfen), können sie das feine Filet "zusammenschnarren" lassen.

Anhang anzeigen 3898506

Man darf da nicht an der falschen Stelle "knausern".
Ich weiß, dass es "schmerzt" von dem teuren Lamm- oder Rehfilet auch noch etwas abzuschneiden. Schlimmer ist es jedoch, wenn man später auf dieser knorplig, zähen "Sehne" rumkaut und das zarte Fleisch nicht genießen kann.


Ich habe schon oft geschrieben, dass ich viele "kurzgebratene" Stücke (ob Fisch, oder Fleisch), zunächst ohne jedes Fett in einer sehr heißen, beschichteten Pfanne anbrate.

Anhang anzeigen 3898514

Erst wenn das Bratgut ein wenig Farbe angenommen hat, gebe ich etwas Öl, Butter, oder Butterschmalz in die Pfanne und ziehe alles augenblicklich vom Feuer.
Wann ich Öl, Butter, oder Butterschmalz verwende, hängt vom Gargut, aber auch von der späteren Verwendung ab.
Grob gesagt kommt alles, was ich später kalt essen möchte, in Öl, weil Butter(schmalz) im kalten Zusatnd wieder fest werden kann und dann talgig schmeckt.
Butter bräunt gut und schäumt wegen des Wassergehaltes mehr auf, aber sie darf nicht zu lange erhitzt werden, weil sie dann "brenzlig" schmeckt.
Butterschmalz ist für mich bei dickern Stücken die erste Wahl, weil man sie ggf. noch einmal auf das "Feuer" zurückschieben kann, wenn das Bratgut noch nicht auf dem Punkt ist.

Will man mit getrockneten Kräutern, und Gewürzen hantieren, mcht man das am Besten erst wenn das Fett zugegeben hat.
Salz verwende ich bei so kleinen Stücken vor dem braten nicht, dass kommt später erst bei Tisch als Fingersalz zum Einsatz.
Größere Bratenstücke, die längere Zeit zum garen brauchen, salze ich allerdings vor dem anbraten.

Anhang anzeigen 3898518

Wie lange man einem Stück in der Pfanne lassen muss, ist von vielen Faktoren abhängig.
Ein bisschen blutig, durch und grau, oder "son böschen dazwöschen"?
Da kann ich keinen Rat geben, weil jeder seine Vorlieben und Abneigungen hat.

Zum Glück sind Elke und ich einer Meinung, wenn es um den Gargrad geht.
So mögen wir es:

Anhang anzeigen 3898537

Wie lange es dauert, ein Stück zu braten kann ich nicht sagen.
Ich fasse es an und weiß dann (aus einer gewissen Erfahrung heraus) wann es "gut" ist.
Mit einem Bratentermometer habe ich bisher nur sehr selten gearbeitet. Bei kurzgebratene Stücken aber nie.


Nun sind solche Lammfillets in der Menge ja nicht der ganz große Sattmacher.
"Da muss was bei"

Auberginen gehören zu meinen Lieblingsfruchtgemüsen und passen gut zu Lamm.

Anhang anzeigen 3898898

Ich hatte 2 davon.
Die eine hab ich gewürfelt und etwas in Salz "mariniert"

Dann hab ich die "Köpfe" von Lauchzwiebeln klein geschnitten mit gedrücktem Knoblauch gemischt und in heißem Olivenöl anziehen lassen.
Dazu kam Tomatenmark, dass mitgeröstet wurde.

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Da hinnein kamen dann die Aubergine und entkernte grob zerteilte Tomaten.

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Da ja die Auberginenwürfel gesalzen waren, muss man ein wenig aufpassen, damit man nichts versalzt.
Sind die Tomaten fleischig und saftig genug, braucht es kein Wasser, oder Fond. Muss man sehen und entscheiden.
Mit geräuchertem und süßem Paprikapulver, Rosmarin, Oreganon und schwarzen Pfeffer hab ich abgeschmeckt.
Dieses grobe "Gemüsesugo" braucht keine lange Garzeit.
Man kann es entweder schnell zum sonstieg Essen zubereiten, oder fertig später aufwärmen.

Nebenbei hatte ich ein paar rote Linsen gekocht.
Die kamen in die Pfanne, in der ich das Lamm gebraten hatte.
Der "Bratensaft", etwas Öl, ein wenig Essig, etwas Zitronenabrieb, geräuchertes Paprikapulver und Salz hab ich zum abschmecken genommen.



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Die 2. Aubergine habe ich in Scheiben geschnitten und auf einem mit Backpapier belegtem Backblech in den Ofen (vorgeheitzt 200°) geschoben.
(Backpapier einölen und auch die Aubergine auf der Oberseite mit Öl bestreichen).
Ein paar mediterane Kräuter nach Wahl und Geschmack sind auch gut.
Salz lasse ich erstmal weg, weil....

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...ich das Blech nach ca 20. Min. aus dem Ofen ziehe und eine Schicht aus zerkrümeltem Feta, etwas Olivenöl und dem Grün der Lauchzwiebeln auf die Auberginenscheiben gebe.

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Nach weitern 15/ Min. (Umluft mit Grillfunktion 220°) ist alles fertig.

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Wenn das jetzt jemandem von Euch gefallen hat, dann kann er es wirklich leicht nachkochen.
Es sei denn, er ist nicht "Volkskünstler" genug, um auch eine Boulette braten zu können.

Kreativ ist das dann nicht, aber es lässt sich ja variieren.
Man kann das Lamm weglassen und es durch Kalbsleber, Hähnchenbrustscheiben, oder Fisch (gegrillter Thun, z.B.) ersetzen.

Statt Feta kann man Grana Padano, oder für mehr Würze, auch einen alten Pecorino darüber reiben.
Wer gar keinen Käse will, könnte im Fett gebräunte Brösel über die Auberginescheiben geben, oder geröstete Sonnenblumenkerne, Nüsse usw.

Getrocknete, in Öl eingelegte, Tomaten, dekoriert mit Sardellen, kann ich mir auch vorstellen.
Genau so wie schwarze und grüne Oliven, Peperoni usw.

Kinoa statt Linsen? Warum nicht?
Oder warum nicht die Auberginescheiben gegen Zucchinischeiben tauschen?

Aber, so was soll man der Kreativität derer überlassen, die es kochen.;)

P.S.
Auch beim Wein kann man sich frei entscheiden.
Weiß, Rot, Rosé, oder gar keinen.
Passt alles ganz gut.

:prost:
Ich kann da immer wieder nur staunen und mich mal bedanken.

Also absoluter Laie, der nun mehr kocht, finde ich die Beiträge sehr interessant. 👍 Danke.
 
Christian. R

Christian. R

Dabei seit
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.....und mich mal bedanken.
das ist sehr freutlich.

Also absoluter Laie, der nun mehr kocht,......

Ich freue mich immer wieder, wenn es jemanden gibt, der damit anfängt.


Was ja dazu führt mal nachzuhaken:

Warum selbst kochen??
Das ist wirklich eine gute Frage, oder?

Zunächst möchte man ja meinen, dass es „billiger“ ist, wenn man selbst kocht.

Na ja.
Vergleicht man ein Restaurantessen mit einem selbst hergestellten, so sollte das eigene Essen preiswerter sein.
Das stimmt natürlich nur, wenn die Produkte und die Mengen des Wareneinsatzes absolut identisch sind.
Da kann eine Profiküche nicht mithalten, weil sie ja schließlich auch noch sämtliche Nebenkosten zu decken hat und Gewinne erzielen muss.

Andererseits rechnen wir natürlich auch nicht die Strom, Wasser- und Abwassergebühren, eine anteilige Miete, die Beschaffungskosten usw., in unser Essen ein.
Man darf auch nicht vergessen, dass eine Passion auch so einige „Grundkosten“ mit sich bringt.
Wie jedes Hobby weckt auch kochen weckt schnell Begehrlichkeiten.

Wer kennt es nicht?
Man möchte ein neues Auto und schaut so ganz nebenbei auch mal auf den Preis.
Dann denkt man: „Och so teuer ist der ja gar nicht“, (was nebenbei gesagt fast nie stimmt)
Beim Autohändler seines Vertrauens ist dann gerade der Wagen, den man haben möchte, auch ausgestellt.
Ja, so soll er aussehen.
Leider steht er da mit allem, was der Hersteller an „Extras“ zu bieten hat.
10, 15, oder mehr % Aufschlag auf das „nackte Grundmodell sind da schnell erreicht und am Ende zahlt man u.U. viel mehr, als es das eigene Budget erlaubt.

Auch das Equipment vieler Hobbyköche ist teuer.
Messer, Töpfe, Küchengeräte, Pfannen, Herd und Backofen, alles will erst einmal angeschafft, und bezahlt sein.

Da man sich mit der Materie beschäftigt, wird man auch schnell feststellen, dass es immer wieder neue Verführungen zu sehen gibt, die neue Bedürfnisse wecken.
Ich denke gern an diese Geräte, die plötzlich auftauchen und die dann jeder gern haben möchte, nur weil sie alle haben, wie den „Termomix“.

Immer wieder verlangen auch einzelne Rezepte nach einem besonderen Geschirr.
Hier mal eine Tajine, oder weil es so praktisch ist einen Nudel-, oder Spargeltopf, oder einen schönen Gussbräter, so was kann schnell ins Geld gehen.
Selbst so „Kleinigkeiten“ wie Siebe, Kochlöffel, Knoblauchpresse, oder Zestenreißer summieren sich zu beträchtlichen Summen, vor allem dann, wenn man etwas ordentliches u n d schön designtes haben möchte.

Gewürze, wenigstes eine „Grundausstattung“, sollte ja da sein.
Fische Kräuter gern am besten aus dem eigens dafür angelegten (und bezahlten) neuen Kräuterbeet.
Ja man denkt oft nicht darüber nach, oder??

Man braucht meistens eine gewisse Zeit, bis man entdeckt, wie sinnlos manches ist, was in der Küche herum steht und einem den wichtigen Platz zum Arbeiten raubt.
Wer klug ist, trennt sich dann wieder von diesen Dingen und „entrümpelt“ seine Küchenschränke.
Leider sind die Sachen dann kaum noch etwas wert, weil inzwischen alle gemerkt haben, wie unnötig ein „Termomix“ ist und so ein Ding nicht einmal geschenkt haben wollen.
Gerade Männer neigen aber oft dazu, viel Geld in die Küchen t e c h n i k zu investieren, anstatt sich die „Techniken des Kochens“ gründlich zu erarbeiten. ;)


Billig war das Stichwort.

Wenn man in der eigenen Küche nur hochwertige und endsprechend teuren Lebensmittel verarbeitet, auf Frische Wert legt und Chemie weitgehend verbannen will, dann ist der Wareneinsatz womöglich so hoch, dass er mit einem billigen Restaurant nicht konkurrieren kann.

Dort kann man nämlich „tricksen“ indem man an der Fleisch- und Gemüsequalität ein wenig „spart“, viele Fertigprodukte und natürlich reichlich Chemie in Form von künstlichen Geschmacksverstärkern und Aromen verwendet.

Bei einem fertigen Essen die Qualität der Grundprodukte zu beurteilen, ist immer schwerer, als beim Grundprodukt selbst.

So kommt es, dass ein selbst gemachtes Rosmarinöl, hergestellt aus hochwertigem Olivenöl und korrekt vorbereiteten frischem Rosmarin, teurer ist, als die ominösen Aromatisierungsstoffe aus der Sprühflasche, oder Dose, die heute gern in der Gastronomie verwendet werden.
Hier heißt „aus natürlichen Rohstoffen“ bestenfalls, dass sich aus irgendwelchen Schimmelpilzen auf Holzwolle, ein an Rosmarin erinnerndes Aroma gewinnen lässt.

Trüffelöl, kennt man ja.
Wer es daheim verwenden möchte weiß sicher, dass „handelsübliches Trüffelöl“ ein einfaches Pflanzenöl ist, das 2,4-Dithiapentan parfümiert wird. 2,4-Dithiapentan, ist eine chemische Verbindung, die auch in der Natur (eben in echten Trüffeln) vorkommt.

Das im Trüffelöl verwendete 2,4-Dithiapentan hat damit leider nichts zu tun.
Es ist wenn man es vereinfacht ausdrücken will: Es ist ein Produkt der Petrochemie mit der Formel: CH3SCH2SCH3

Nun kann man sich ja für den Hausgebrauch gern so ein Öl kaufen. Man bekommt es bereits für weniger als 10,-€.
Für ein „getrüffeltes“ Gericht in der Gastronomie zahlt man schnell mal 30,-€ und oft sogar viel mehr Aufschlag.
Wäre nicht weiter schlimm, wenn man dafür wirklich ein Gericht bekommt, dass mit echten Perigord-Trüffel „Tuber melaosporum“ zubereitet wurde.
Billiger ist es natürlich für den Wirt, wenn er für die Optik ein paar Späne Chinatrüffel „Tuber indicum“ darüber gibt und dem Geschmack mit CH3SCH2SCH3 auf die Sprünge hilft.

Hier liegt vielleicht der größte Vorteil des „selber kochens“: Man lernt dadurch mehr und mehr wie etwas schmecken kann, oder muss.

Man lernt z.B. dass Zitronenabrieb in dem kleinen Päckchen aus dem Supermarktregal (liegt bei den Backzutaten) eben nicht das wundervolle Aroma entwickelt das der Abrieb einer frischen Biozitrone einem Gericht verleiht.
Man lernt auch, dass man spart, weil man eine Zitrone noch so vielseitig weiter verwenden kann und selbst die ausgequetschte Frucht mit der abgeriebenen Schale noch die Spülmaschine „clean“ macht und den Fischgeruch in der Küche killt, wenn man sie mit etwas Wasser und Zimt erwärmt.

Wer selbst kocht, lernt schnell, Gastroessen anders zu bewerten.
Versteht mich nicht falsch, ich klage hier nicht pauschal die Gastronomie an.
Ich will nur sagen, dass es hilft zu wissen, wie es sein soll und damit die zu entlarven, die uns mit ihren billigen Tricks mieses Essen für viel Geld verkaufen wollen.
Da spart man dann tatsächlich.

Selbst wenn ich nicht genau weiß, wie ein Schwein einst gehalten wurde und welche Medikamenten es im Futter hatte, so sehe ich doch das Fleisch vor mir, so wie es gewachsen ist.
So schlimm das ist, schlimmer ist es wenn ich nicht mal weiß, was hinter der Panade steckt.
Beim panierten Schnitzel im Billigrestaurant kann ich mir da schon nämlich nicht mehr so sicher sein, ob es nicht aus Fleischabschnitten, zusammengeklebt mit Thrombin, handelt.

Essen lernt man beim Essen.
Je öfter man sein Essen selbst kocht, desto mehr wird man lernen, wie sich echte Lebensmittel anfühlen, wie sie duften, wie sie schmecken.
Man wird erkennen, wie sie sich durch Garprozesse Farben, Aromen und Texturen natürlich verändern.

Man wird auch schnell feststellen, was einem bekommt und was man besser meiden sollte.
Schon mancher hat dabei gemerkt, dass er gar nicht auf ein Produkt, sondern gegen einen Zusatzstoff in einem Fertigprodukt mit Unwohlsein reagiert

Je öfter man selbst kocht, desto routinierter wird man an die Arbeiten herangehen.
Man wird sich seine „Conveniencen“ wie Fonds, selbst machen und sehr bald feststellen, dass die besser schmecken und billiger sind als die Gässchen mit dem Fond aus dem Supermarkt.
Man wird auch merken, dass es nicht immer die Filets sind, die am besten schmecken.
"Nos to Tail" darf kein Schlagwort der "Spitzengastronomie" sein, sondern die Erkenntniss der Hobbyköche, dass gerade die oft als "unedel" betitelten Teile eines Tieres besonders gut schmecken.
So viel "Respekt" sollten wir den Tieren zollen.

Man wird auch lernen, die Lebensmittel zu verwerten und auch Reste zu schätzen lernen.
Beispiele wie meine "Gemüsebrühenbasis" hab ich hier schon einige vorgestellt.

Was aufgegessen wird, hat seinen Zweck erfüllt.
Weggeworfene Lebensmittel sind die teuersten, hab ich mal geschrieben.
Das stimmt. Sie belasten unser Pormonai ebenso, wie die Umwelt in der wir leben.
Hätte alles was wir wegwerfen ein Preisschild, so würden wir schnell erkennen, was es uns kostet.

Den Preis für 2 Portionen Lasagne in der Gastronomie bei der ich nicht weiß aus was die Soßenzutaten bestehen möchte ich mal so auf rund 18/20,-€ beziffern.
Die habe ich gestern gespart, als wir Reste aßen:

P7290017.JPG

Lasagneblätter

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Gestern übrig gebliebene Aubeginescheiben

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Lasagneblätter mit gestern übrig gebliebem Gemüsesugo

P7290022 (2).JPG


Bechamel mit etwas Tomatenmark

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Käse vom Erzeuger. Bei uns tiefgefroren, bis er zum Verzehr gebraucht wird, dann geraffelt.

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Restelasagne

:prost:
 
mini

mini

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Ja, Du schreibst mir aus der Seele, Roland.

Natürlich kann nicht alles, was in der heimischen Küche verarbeitet wird, bis ins letzte Detail der vorherigen Fertigungskette bekannt sein.
Aber zumindest das Wissen um die Rohprodukte ist es wert, selbst zu kochen.
Beispiel: Minis selbstproduzierte Würste liegen bei etwa 1,50€/Stck. (Freiland-Rind) und 1,20€/Stck. (Wildwutz) ohne Arbeitskosten und sind damit konkurrenzunfähig.
Aber ich weiss, was da drin ist und kann sie mir nach Gusto und Bedarf aus selbstgewählten Zutaten zusammenschustern.
Genauso, wie den Fond aus Gemüse, Fisch/Krusties oder Rind, der nach fast jedem Essen weiterproduziert wird.

Und damit kommt Qualität auf den Teller (ok, manchmal geht ein Gericht krachend unter… ;-)), und die Wertschätzung für die vorherigen Produzenten ist inkludiert.

Ich weiss aber auch (zu schätzen), dass wir sehr privilegiert sind und möchte aussdrücklich niemanden auf den Fuss treten, der bei Lebensmitteln einen engen finanziellen Rahmen hat.
Aber in jedem Segment gibt es die Möglichkeit, sich klug zu ernähren.
Man muss nur ein wenig Initiative haben und sich dafür interessieren.

Gruss
Mathias
 
Christian. R

Christian. R

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Ja, Du schreibst mir aus der Seele....

;)
Warte erstmal, bis ich einen Beitrag mit dem Titel "Kochen ist sexy" schreibe8-)

Ich weiss aber auch (zu schätzen), dass wir sehr privilegiert sind und möchte aussdrücklich niemanden auf den Fuss treten, der bei Lebensmitteln einen engen finanziellen Rahmen hat.

Ja, ja, ja.

Du hast in beiden Teilen Recht.
Darum bekenne ich mich ja so ausdrücklich zur "Resteküche"
Was aufgegessen wird, hat seinen Zweck erfüllt.
Weggeworfene Lebensmittel sind die teuersten,
Aus wenig etwas zu machen ist keine Kunst, wenn man.....
...........sich dafür interessieren

Man kochte wohl auch deshalb früher ein wenig anders, weil man nicht erst "noch 148 Mails schecken und kurz noch mal die Welt retten musste"


Beispiel: Minis selbstproduzierte Würste

Ja, dass hast Du dir mit Interesse und Spaß an der Sache beibringen lassen, oder selbst beigebracht.
Wenn das Wissen darüber "ausstirbt", dann werden wir auch bald Menschen haben, die nie ein Gemüse selbst angebaut, geerntet, zubereitet und gegessen haben.

Selbst zu kochen wird heute leider sehr oft entweder als Alltagslast, oder als elitäres Hobby von Snobs wahrgenommen.

Wir können durchaus unsere Zeiten anders einteilen, wenn wir nur mal hier man "abkömmlich" wären.

Aber wer zwischen zwei Nachrichten auf seinem Smartphon keine 15 Minuten Zeit hat, einen Rinderbraten so weit vorzubereiten, dass er ins Rohr kann, dem muss es lästig erscheinen, zu kochen.
3 Stunden wird der Braten sichen brauchen. Davon "opfere" ich im noch etwa weitere 15 Min. meiner Lebenszeit, in der ich obendrein auch noch etwas Gemüse dazu fertig stelle.

:prost:

Schönen Start ins Wochenende wünsche ich den Minis und allen, die die Zeit finden, dass zu lesen.

P7300002.JPG
 
Lindi1977

Lindi1977

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Zucchini und Petersilie aus eigenem Anbau..., Knobi, ein bisschen Hack, Ei, Schafskäse, ein bisschen Parmesan, Paprika und Gewürze...

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So Zucchini Gedöns gemacht:

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Und Hackfleisch-Gedöns in einer Art von Biftheki und Frikadelle:

C9C712EE-44BB-4AAD-97F1-4C221190FAF8.jpeg

Das kommt jetzt auf den Grill....

Schau mer mal ob des was wird...;-)

Gruß, Marco
 
mini

mini

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Das muss was werden, Marco.
Da sind Zutaten enthalten, die kein anderes Ergebnis zulassen.

Bei minis waren heute auch Sardellen, Scampi, Thunfisch, Tomaten, Zwiebeln, Karotten, Knoblauch, Thymian, Majoran, Basilikum, Parmesan und Nudeln fröhlich vereint. Lecker war´s.
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Gruss
Mathias
 
Christian. R

Christian. R

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Wie kann es sein, dass man "weißen Wein" aus roten Trauben keltern kann??


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Weil rote Trauben "weißen" Most abgeben.

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Die rote Farbe ist in den Schalen, nicht im Saft.
Aber das soll nicht mein Thema sein.

Ich wollte einen klassischen Rinderschmorbraten auf den Tisch bringen.
Klassischer Rinderschmorbraten??
Gehört da nicht eine Rotweinsoße dazu?
Vielleicht nicht immer, aber oft.
Dann sah ich beim Einkauf diese schönen Trauben und dachte: "Warum nicht d i e als Basis für die Soße verwenden?"

Da ich ja keine Traubenpresse habe, musste das gute, alte Spitzsieb, samt "Pümpel" ran.

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Manchmal sind diese alten Küchenutensilien eben doch ganz nützlich.

Ich habe die Trauben leicht gekocht (um die rote Farbe aus den Schalen zu lösen), ausgequetscht und siehe da, nach und nach habe ich einen wundervoll duftenden, roten Extrakt als Basis für meine Soße gewonen.

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Das Bratenstück hab ich etwas zurechtgeschitten, damit es an überall etwa gleich dick ist. (Der Abschnitt kommt in die Truhe und findet bei passender Gelegenheit Verwendung)

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Dann hab ich es mit ein paar Streifen Möhren "gespickt"

P7300014 (2).JPG

"Spicken"?
Macht ja heute keiner mehr, aber bei einem Klassiker darf man das.

Dazu braucht man eine Spicknadel. Die sieht so aus:

P7300011 (2).JPG

P7300019 (2).JPG

Etwas salzen.

Und dann ab in den Topf.

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Da Fleisch beim schmoren immer "Saft" verliert und dadurch "schrumpft", verwende ich keinen zu großen Schmortopf.
Das Fleischstück würde sonst später etwas "verloren" in dem großen Topf liegen und so u.U. zu wenig Hitze von den Seiten abbekommen.

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Nach dem anbraten und ablöschen (mit dem Traubensaft) würze ich noch etwas. Pfeffer und Rosmarin passen ganz gut, dachte ich.
Die Kräuter verbrennen dann nicht.

Jetzt noch ein wenig von Fond angießen und dann geb ich der Braten bei 200° mit geschlossenem Deckel in das Rohr.

Ob man es will, oder nicht, der Braten zieht "Wasser".
Damit er nicht "kocht" statt zu schmoren, schöpfe ich den überschüssigen Bratensaft nach etwa 90 min. ab.
Er ist dann später die Basis für die Soße.
Im Topf bleibt nur ein kleiner Rest Flüssigkeit.

Damit die Soße später gelingt, entfette ich den Bratensaft.
Für kleinere Mengen reicht mir dafür ein solches Teil.

P7300002 (2).JPG

Wenn es so aussieht, ist es gut für mich.
Ist die Menge zu klein, kommt noch etwas Fond dazu.


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Ohne das Fett hab ich später eine schön glänzende Soße ohne hässliche Schlieren.


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Ist der Braten fertig, lasse ich ihn bei 100° etwa 30 min. im ruhen.
In der Zeit kann ich die Beilagen zubereiten:

Erbsen und Möhren werden kurz blanchiert, kalt abgeschreckt...

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.....und dann in Butter leicht angeschmort.

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Dann kann man essen.

Fleisch anschneiden, Soße auf den Teller geben, Gemüse dazu legen, ein paar Trauben zur "Deko" drauf geben und ran an die Gabel.

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Liebe Freunde des kochens.

Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch von Herzen.

:prost:
 
mini

mini

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Wunderbares Kochen, schön bebildert und prosaisch begleitet.
Ich wäre gerne mal Gast an Deinem Tisch oder noch viel gernerer mit Dir zusammen in der Küche.

Gruss
Mathias
 
Thema:

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